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ALS-Krankheit und funktionelle Muskelstimulation (FES)

ALS-Krankheit und funktionelle Muskelstimulation (FES)

Die ALS-Erkrankung (vollständiger Name: amyotrophe Lateralsklerose) ist eine langsam verlaufende Erkrankung, die durch das fortschreitende Absterben der für die willkürliche Bewegung zuständigen Nervenzellen (Motoneurone) verursacht wird. Die Erkrankung beginnt an den vom Rumpf entfernten Gliedmaßenmuskeln und breitet sich allmählich zur Körpermitte hin aus. Die Muskelkraft nimmt ab, die Muskeln beginnen zu verkümmern (Atrophie) und letztlich tritt Lähmung ein. Dies führt zum Verlust der Bewegungs-, Blasen- und Stuhlkontrolle sowie zu zunehmender Muskelsteifigkeit (Spastizität), Kontrakturen (Verkürzung der Sehnen) und den daraus resultierenden Schmerzen. Die Lebensqualität wird in erster Linie durch das Fortschreiten der Muskelschwäche bestimmt.

Musculoskeletal
Nervensystem
Elektrostimulation
Dr. Zátrok Zsolt
Dr. Zátrok Zsolt

Definition Was ist die ALS-Erkrankung?

ALS – mit vollem Namen amyotrophe Lateralsklerose – ist eine langsam fortschreitende Erkrankung, die durch das schrittweise Verschwinden der Nervenzellen (Motoneurone) verursacht wird, die die willkürliche Muskulatur steuern. Die Erkrankung beginnt typischerweise in den vom Rumpf entfernten Gliedmaßenmuskeln und breitet sich allmählich zur Körpermitte hin aus.

Der Verlauf erfolgt stufenweise:

  1. Die Muskelkraft nimmt ab
  2. Die Muskeln beginnen zu verkümmern (Atrophie)
  3. Schließlich tritt Lähmung ein
  4. Zunehmende Muskelsteifigkeit (Spastizität) und Kontrakturen (Verkürzung der Sehnen)
  5. Schmerzen als Folge dieser Veränderungen

Die Lebensqualität wird hauptsächlich durch das Fortschreiten der Muskelschwäche bestimmt. Eine ursächliche Therapie existiert derzeit nicht, aber die Symptome können verlangsamt und gelindert werden. Ärzte verordnen medikamentöse Therapien, und Bewegungstherapie und Muskelstimulation sind von herausragender Bedeutung.

Kernaussage Kernaussage

Bei der Behandlung von ALS wirken drei Säulen zusammen: medikamentöse Therapie + regelmäßige Physiotherapie + funktionelle elektrische Stimulation (FES). Die Besonderheit der FES liegt darin, dass sie sich an das unterschiedliche Stadium der Erkrankung anpassen muss: im frühen Stadium ist klassisches EMS/NMES angezeigt, im fortgeschrittenen (denervierten) Stadium dagegen selektiver Strom. Deshalb ist es ratsam, ein vielseitiges Gerät zu wählen, das beide Modi abdeckt.

Behandlungssäulen Die drei Säulen der ALS-Behandlung

Die Erkrankung erfordert regelmäßige Maßnahmen in drei Bereichen – nur zusammen führen sie zu besseren klinischen Ergebnissen:

Die medikamentöse Behandlung, verordnet durch den Neurologen, dient der Verlangsamung des Krankheitsverlaufs. Geeignete Medikamente können das Fortschreiten abschwächen und Symptome wie Krämpfe, Schmerzen oder Spastizität symptomatisch lindern. Regelmäßige Kontrollen durch den behandelnden Arzt sind essenziell — sowohl hinsichtlich Wirksamkeit als auch Nebenwirkungen.

Je mehr Bewegung vernachlässigt wird, desto schneller kann sich der Zustand der Muskulatur verschlechtern. Viele verstehen unter Physiotherapie nur die 10–15 Minuten unter Anleitung eines Physiotherapeuten — das ist nicht ausreichend. Entscheidend ist das regelmäßige Üben zu Hause.

Der Physiotherapeut zeigt und vermittelt Übungen, die an Ihren aktuellen Zustand angepasst sind. Alle paar Wochen — abhängig von Ihrem Verlauf — werden die Übungen angepasst. Daher sind regelmäßige Konsultationen erforderlich.

Empfohlene Häufigkeit zu Hause: mindestens 3–4 Mal täglich, jeweils mindestens 5–10 Minuten. Mehr ist besser. Ohne regelmäßige Bewegung verschlechtert sich der Muskelfunktionszustand rasch.

Viele deutsch- und ungarischsprachige medizinische Informationsseiten erwähnen die funktionelle Stimulation (FES) nicht — dabei könnte sie erfolgreich eingesetzt werden, wenn Ärzte und Patienten besser darüber informiert wären.

FES ist eine elektrotherapeutische Methode, im Kern Muskelstimulation, mit dem Ziel, eine bestimmte Funktion oder Fähigkeit wiederherzustellen bzw. bei ALS möglichst lange zu erhalten. Richtig angewendet kann die Stimulation laut klinischer Praxis die Ausbreitung der Muskelschwäche verzögern, Steifigkeit lindern, Schmerzen reduzieren, die Blasen- und Darmsphinkterfunktion unterstützen und zudem die Funktion der Atemmuskulatur fördern.

Die Kombination von FES und Physiotherapie führt zu besseren Ergebnissen.

Stimulation Warum ist die Stimulation bei ALS besonders? – Der wandelbare Stimulationsbedarf

Bei ALS verändert sich die Verbindung zwischen Nerv und Muskel im Zeitverlauf. Dies ist eine der wichtigsten Besonderheiten der Erkrankung und bestimmt, welches Stimulationsgerät erforderlich ist:

ALS-Stadium Zustand des Motoneurons Geeignete Stimulation Wellenform
Frühes Stadium Das Nerv ist teilweise funktionsfähig – Muskelschwäche und frühe Spastizität sind vorhanden Klassisches EMS/NMES oder ETS (synchronisiert mit dem willkürlichen Versuch) Biphasische Rechteckwelle
Zwischenstadium Bei einigen Muskeln sind die Motoneurone bereits teilweise/vollständig geschädigt, andere sind noch intakt Beides wird benötigt – unterschiedliche Programme je Muskel Biphasische Rechteckwelle + selektive (Dreieck/Trapez)
Fortgeschrittenes Stadium Der Muskel ist denerviert und erhält keine Nervenimpulse mehr Selektiver Strom (Denervationsstimulation) Langer Dreieck- oder Trapezimpuls

Achtung Anfangs KEIN selektiver Strom! Später jedoch erforderlich

Zu Beginn der Erkrankung, wenn das Motoneuron noch teilweise funktioniert, entspricht ALS einer zentralen Form der Lähmung. In diesem Stadium ist KEIN selektiver Strom angezeigt, sondern klassisches bifasisches Rechteck-EMS/NMES. Die Anwendung selektiven Stroms auf einem Muskel mit intakter Nervenversorgung ist unangenehm, schmerzhaft und kann die Spastizität verstärken.

Mit dem Fortschreiten der ALS werden jedoch einzelne Muskeln denerviert – DANN ist selektiver Strom die richtige Antwort. Dies wird von Physiotherapeuten oder Neurologen mittels EMG-Untersuchung und Zeit-/Intensitätsdiagramm beurteilt, und das Stimulationsprogramm des Geräts muss entsprechend angepasst werden.

Deshalb ist es ratsam, ein vielseitiges Gerät zu wählen, das beide Stimulationsarten bietet. Eine ausführliche Erklärung finden Sie im Artikel zur selektiven Stimulation (Denervationsbehandlung).

Info Warum ist ein billiges „Supermarkt“-Stimulationsgerät ungeeignet?

Die handelsüblichen, preiswerten Muskelstimulatoren erzeugen meist einfache Rechteckimpulse und sind für gesunde Muskeln ausgelegt. Ein vom Motoneuron beeinträchtigter Muskel benötigt einen sehr präzisen Impuls, den nur hochwertige, medizintechnische Geräte liefern können. Schlechte Impulse schaden eher, als dass sie nützen – das ist, als ob Sie eine Betonbohrmaschine zum Nüsseknacken benutzen würden.

Wie hilft FES bei der Behandlung von ALS-Symptomen?

FES kann Menschen mit ALS auf mehreren Ebenen unterstützen. Die folgende Übersicht sollten Sie anhand Ihrer aktuellen Symptome betrachten:

Eine richtig eingestellte funktionelle Stimulation entspannt die Muskeln. Sie mindert oder reduziert Spastizität und unwillkürliche Muskelzuckungen. Diese Zuckungen können spontan auftreten und sind besonders störend, wenn sie beim Versuch einer willkürlichen Bewegung einsetzen.

Wichtig: Die Stimulation muss auf Ihren Zustand, den jeweiligen Muskel und das Behandlungsziel abgestimmt sein. Es gibt Einstellungen, die Muskelentspannung bewirken, und andere, die Kraftaufbau fördern – nicht alle Muskeln sprechen auf dieselbe Impulsform gleich an. Moderne Stimulatoren besitzen Menüs: nach Auswahl einer muskelentspannenden Behandlung wählen Sie aus einer Liste die zu behandelnde Region (Unterarm, Oberarm, Rumpf, Bauch, Gesäß, Oberschenkel, Unterschenkel).

Intensität: Zur Muskelentspannung reicht es, wenn die Behandlung gerade wahrnehmbare Zuckungen auslöst – eine sichtbare Muskelkontraktion ist nicht erforderlich. Mit zunehmender Intensität steigt die Wirksamkeit, aber ÜBERSCHREITEN SIE NIEMALS DIE SCHMERZGRENZE.

Dauer: Klinische Studien verwendeten tägliche Stimulationszeiten zwischen 60 und 120 Minuten, aufgeteilt in mehrere kürzere Abschnitte. Allgemeine Richtlinie: Eine Muskelgruppe (z. B. Oberschenkel) sollten Sie täglich 25–30, maximal 90 Minuten behandeln. Lieber in 2–3 kürzeren Einheiten als in einer langen.

Solange ein Muskel noch innerviert ist und willkürliche Bewegungen möglich sind, sollten Sie die Stimulation nicht passiv durchführen (nicht nur im Sitzen), sondern die Bewegung im größtmöglichen Bewegungsumfang ausführen.

Wenn Sie beispielsweise die Beuger des Unterarms behandeln (diese unterstützen die Bewegung des Handgelenks), bewegen Sie beim Spüren des Stimulationsimpulses das Handgelenk über den größtmöglichen Bewegungsumfang. Beugen Sie das Handgelenk so weit wie möglich und lassen Sie es in der Pause des Stimulators wieder nach.

Das hat den Vorteil, dass Steifigkeit reduziert wird, Muskeln und Sehnen entspannen und größere, schmerzärmere Bewegungen möglich werden. Wenn Sie Muskeln/Sehnen passiv ohne Stimulation dehnen – z. B. mit der anderen Hand — können dadurch Mikroverletzungen entstehen, die langfristig die Steifigkeit verstärken.

Auch bei schwerer ALS ist das Lockern von Gelenken und Muskeln sehr wichtig. Leichter bewegliche Gelenke erleichtern Pflegenden das richtige Positionieren und helfen, Druckgeschwüre (Dekubitus) zu vermeiden.

Schon die Reduktion der Spastizität lässt die Muskeln kräftiger erscheinen — und das, ohne eine explizite Kraftsteigerungsbehandlung durchgeführt zu haben!

Ein weiterer Effekt der Stimulation ist das „Training" der Muskeln. Regelmäßige Stimulation verbessert die koordinierte Aktivität der Muskelfasern, die Synchronisation der an der Kontraktion beteiligten Fasern. Stimulierte Muskeln arbeiten effizienter und präziser — die Effektivität Ihrer Bewegungen kann sich verbessern.

Neben der Muskelentspannung ist es wichtig, Kraftstimulationsprogramme so zu planen, dass sie möglichst mit willkürlichen Bewegungen kombiniert werden. Die Behandlungen können die Muskelkraft verbessern, die Ermüdungsresistenz erhöhen und die Koordination verbessern.

Solange die Bewegungsfähigkeit erhalten bleibt, treten Atemwegsinfektionen seltener auf. Wenn Sie jedoch an den Rollstuhl oder das Bett gebunden sind oder die Rumpfmuskulatur betroffen ist, wird der Brustraum in liegender oder sitzender Position eingeengt. Sie können nicht mehr vollständig atmen, was das Risiko für Atemwegsinfektionen deutlich erhöht.

Die Schwächung der Brustmuskulatur behindert auch den Husten, sodass das Freimachen der Atemwege beeinträchtigt ist. Ein zentrales Problem bei ALS ist die Abnahme der Hustenfähigkeit — daher kann FES eingesetzt werden, um das Husten zu unterstützen und die Atemwege frei zu halten.

Die Stärkung und Entspannung von Bauch- und Rumpfmuskeln kann aus mehreren Gründen die Atmung verbessern:

  • Gelockerte Muskeln ermöglichen größere Brustbewegungen (erleichtern die Einatmung und Erweiterung der Lunge).
  • Eine bessere Koordination der Ausatemmuskulatur verbessert den Gasaustausch.
  • Stärkerer Husten kann durch Reinigung der Atemwege das Risiko für Infektionen verringern.

Für die Stimulation sind verschiedene gürtelartige Zubehörteile erhältlich, die das Anlegen an Bauch oder Rücken erleichtern.

An Stellen, die dauerhaft Druck ausgesetzt sind, entstehen häufig Druckgeschwüre. Viele Faktoren tragen dazu bei: Steifheit, Gelenkkontrakturen, Immobilität durch Lähmung und verminderte Durchblutung infolge Druck auf die Hautoberfläche.

Mit funktioneller Stimulation können Sie das Risiko verringern:

  • Reduktion der Steifigkeit – erleichtert häufige Positionswechsel und das Einnehmen besserer Haltungen.
  • Zunahme der Muskelmasse – verbessert die Polsterung, dämpft Druck auf knöcherne Vorsprünge und verteilt den Druck auf der Haut gleichmäßiger.
  • Verbesserung der Durchblutung – Muskelkontraktionen erhöhen die Durchblutung des behandelten Bereichs und unterstützen die Sauerstoffversorgung der Haut.

Wenn dennoch ein Druckgeschwür entsteht, kann FES die Heilung beschleunigen. Die verbesserte Durchblutung fördert die Sauerstoffversorgung von Haut und Muskel, beschleunigt die Bildung von Bindegewebe und Narben und kann das Infektionsrisiko minimieren. Die Heilungschancen sind besser, je oberflächlicher die Wunde ist — tiefe Wunden heilen langsamer und schwieriger.

Mit dem Fortschreiten der ALS können auch die Beckenbodenschließmuskeln geschwächt werden, was zu Inkontinenz führen kann. Die spezielle Stimulation der Beckenbodenmuskulatur (transkutan oder mit Sonden/oberflächlichen Elektroden) kann Harn- und Stuhlkontinenz unterstützen. Dies wird ausschließlich von einem Urologen, Gastroenterologen oder ausgebildeten Physiotherapeuten geplant und eingeführt — mit einem geeigneten Protokoll kann die Behandlung zu Hause fortgesetzt werden.

Zuhause Welches Gerät eignet sich für Menschen mit ALS?

Bei ALS ändert sich mit dem Krankheitsverlauf der geeignete Stimulationsmodus. Sie können zwischen zwei Strategien wählen:

  1. Vielseitiges „All-in-One"-Gerät – ein einzelnes Gerät, das über den gesamten Krankheitsverlauf nutzbar ist (klassisches EMS + selektiver Strom in einem).
  2. Kombination spezialisierter Geräte – ein Gerät für das frühe Stadium (ETS oder klassisches NMES) plus ein Gerät für das späte Stadium (selektiv).

Strategie 1 ist bei ALS in der Regel vorteilhafter, da später kein neues Gerät angeschafft werden muss.

Strategie 1 – Vielseitige Geräte (empfohlen für ALS)

Diese Geräte bieten sowohl selektiven Strom ALS auch klassisches NMES und sind somit in beiden Krankheitsphasen einsetzbar:

Genesy 3000 – professionelles, vielseitiges Gerät

Das Spitzenmodell der Globus Genesy-Reihe. Selektive Programme zur Behandlung denervierter Muskeln sowie umfangreiche NMES-Programme für Muskeln mit intakter Innervation, ideal für Rehabilitation. Über den gesamten ALS-Verlauf einsetzbar, mit zahlreichen klinisch dokumentierten Protokollen. 4-Kanal, professionelles Niveau.

Genesy 1500 – High-End-Gerät für zu Hause

Das obere Heimgerät der Genesy-Reihe: bietet selektive Stimulationsprogramme UND umfassende NMES-Funktionen. Geeignet für ALS, da es über den gesamten Krankheitsverlauf eingesetzt werden kann – ein späterer Gerätewechsel ist nicht nötig.

Genesy 600 – kosteneffizientes, vielseitiges Einstiegsmodell

Das mittlere Einstiegsmodell der Genesy-Reihe: enthält selektive Programme sowie NMES-Funktionalität. Kostengünstige Wahl für Menschen mit ALS, einsetzbar nach Physiotherapeuten-Protokoll.

Strategie 2 – Stadien-spezifische Geräte

Im frühen Stadium (intakte oder teilweise intakte Motoneuronen):

DuoBravo N – ETS-Spezialist (empfohlen im frühen Stadium)

Die ETS (EMG-Triggered Stimulation)-Technologie kann im frühen ALS-Stadium besonders wertvoll sein. Die Stimulation wird durch den eigenen willkürlichen Versuch des Patienten ausgelöst – dadurch unterstützt die Kombination aus Willensbewegung und Stimulationsverstärkung das motorische Lernen und den Erhalt der Muskelkraft. ENTHÄLT KEINE selektiven Programme und ist im fortgeschrittenen Stadium daher nicht ausreichend.

Genesy 300 Pro – klassisches NMES (frühes Stadium)

Klassisches NMES-Gerät, speziell geeignet für das frühe ALS-Stadium. ENTHÄLT KEINE selektiven Programme und KEINE ETS-Funktion — im denervierten Stadium nicht mehr ausreichend.

Im fortgeschrittenen Stadium (denervierte Muskeln):

PeroBravo – Spezialist für selektive Stimulation

Im fortgeschrittenen ALS-Stadium, wenn einzelne Muskeln denerviert sind, ist der PeroBravo mit umfangreichen Einstellmöglichkeiten besonders geeignet für selektive Stimulation. Dreieck-, Trapez- und Rechteckimpulsprogramme für einzelne denervierte Muskeln mit anpassbaren Parametern. Detaillierte Erläuterung im Artikel zur selektiven Stimulation (Denervationsbehandlung).

  • Selektive Stimulation (denervierter Muskel) – Artikel →
  • EMS – elektrische Muskelstimulation (Hauptsäule) →
  • Biofeedback in der Rehabilitation (ETS/DuoBravo N) →
  • Wiedergewinnung verlorener Muskelkraft (EMS-Reha) →

FAQ Häufig gestellte Fragen

So früh wie möglich, nach der Diagnose. Der Zustand der Muskulatur verschlechtert sich mit dem Fortschreiten der Krankheit schnell – frühzeitig begonnene Stimulation kann dazu beitragen, Muskelkraft, Mobilität und Lebensqualität länger zu erhalten. Nach neuro­logischer Konsultation hilft der Physiotherapeut bei der Festlegung des Anfangsprotokolls.

Zu Beginn funktioniert das Motoneuron noch teilweise — der Muskel ist in einem "intakt innervierten" Zustand. Selektiver Strom (langer Dreieck-/Trapezimpuls) verursacht auf einem intakten Muskel unangenehme bis schmerzhafte Empfindungen und kann die Spastizität verschlimmern. In diesem Stadium ist die klassische bifasische Rechteckwelle (EMS/NMES) geeignet. Sobald ein Muskel wirklich denerviert ist, KANN auf selektive Stimulation umgestellt werden — dies wird mit EMG vom Physiotherapeuten oder Neurologen festgestellt.

In klinischen Studien wurden tägliche Stimulationszeiten zwischen 60 und 120 Minuten verwendet, aufgeteilt in mehrere kürzere Abschnitte. Allgemeine Richtlinien:

  • Eine Muskelgruppe (z. B. Oberschenkel): mindestens 25–30 Minuten täglich, maximal 90 Minuten.
  • Bei mehreren Muskelgruppen: die gesamte tägliche Zeit kann 1–3 Stunden betragen.
  • Aufgeteilt in mehrere Einheiten: 2–3 Anwendungen pro Tag.

Das genaue Protokoll legt immer Ihr Physiotherapeut entsprechend Ihrem aktuellen Zustand fest.

NEIN. FES ergänzt die Physiotherapie, ersetzt sie aber nicht. Beide Methoden zusammen erzielen bessere Ergebnisse als jede für sich. Besonders effektiv ist die Kombination, wenn FES mit willkürlichen Bewegungen kombiniert wird — z. B. während der Stimulatort die Unterarmmuskeln behandelt, versuchen Sie aktiv das Handgelenk zu bewegen.

Nicht empfohlen. Billige Stimulatoren (im Preisbereich 3–10.000 HUF) sind für gesunde Muskeln konzipiert und liefern einfache Rechteckimpulse. Bei ALS erfordert die Muskulatur durch die Nervenveränderung sehr präzise Impulse. Minderwertige Impulse können schädlich sein. Wählen Sie unbedingt ein medizintechnisches, professionelles Gerät (z. B. Genesy-Reihe oder PeroBravo).

Realistische Erwartung: FES ist keine kausale Behandlung der ALS — sie beseitigt die Grunderkrankung nicht und stoppt sie nicht. Was sie erreichen kann: sie kann das Fortschreiten der Muskelschwäche verzögern, indem sie Muskelmasse und -tonus erhält, Steifigkeit verringert, Schmerzen lindert und die Atem- und Hustenfunktion verbessert. Klinische Studien dokumentieren diese lebensqualitätsverbessernden Effekte. Der Erhalt der Lebensqualität und der funktionellen Fähigkeiten ist bei ALS von zentraler Bedeutung.

Warnung Bevor Sie mit der Behandlung beginnen

FES ist bei ALS in der Regel sicher, aber es gibt Zustände, in denen sie nicht angewendet werden sollte. Besprechen Sie die Behandlung vor Beginn stets mit Ihrem behandelnden Arzt oder Neurologen!

Wann Vorsicht geboten ist?

  • Eingepflanzter Herzschrittmacher oder Defibrillator – elektrische Impulse können mit dem implantierten Gerät interferieren
  • Selektive Stimulation im frühen Krankheitsstadium – auf einem muskulär intakten Muskel unangenehm, kann die Spastizität verstärken
  • Aktive Tumorerkrankung im Behandlungsgebiet – elektrische Stimulation im Tumorgebiet ist zu vermeiden
  • Schwangerschaft – gynäkologische Fachkonsultation erforderlich
  • Epilepsie – elektrische Stimulation kann Krampfanfälle auslösen (relativ, fachärztliche Abklärung notwendig)
  • Hautentzündung, offene Wunde im Elektrodenbereich – Elektroden dürfen nicht auf verletzte Haut aufgebracht werden
  • Thrombose, Thrombophlebitis im Behandlungsgebiet – Muskelkontraktionen in diesem Bereich können gefährlich sein
  • Starke Gefühlsstörungen im Behandlungsbereich – erhöhte Vorsicht (Sie spüren mögliche Hautreizungen nicht)
  • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung – unkontrollierter Bluthochdruck, frischer Herzinfarkt
  • Verwendung billiger, industrieller Stimulatoren – der erkrankte Nerv benötigt präzise Impulse; einfache Geräte sind dafür ungeeignet

Info Ergänzende Behandlung, keine eigenständige Therapie

Die Heim-FES ist eine Ergänzung der ALS-Rehabilitation und ersetzt nicht die fachärztliche neurologische Behandlung, medikamentöse Therapie oder Physiotherapie. Diagnostik, Therapieplanung und Kontrollen erfolgen immer durch Fachpersonal. Eine ausführliche Liste der Kontraindikationen finden Sie im Artikel zu Kontraindikationen der Elektrotherapie.

Zusammenfassung Zusammenfassung – Schneller Überblick

Worum geht es in diesem Artikel? Umfassender Überblick zur häuslichen Muskelstimulation bei ALS (amyotrophe Lateralsklerose): wie sich der FES-Bedarf mit dem Krankheitsstadium ändert, welche Geräte geeignet sind und welche Ergebnisse zu erwarten sind.
Für wen ist der Artikel? Für Menschen mit ALS und ihre Angehörigen, die die häusliche elektrische Behandlung verstehen und als Ergänzung zur konventionellen Therapie anwenden möchten.
Wichtigste Botschaft: Der Stimulationsbedarf ändert sich bei ALS: im frühen Stadium EMS/NMES (Genesy-Reihe, DuoBravo N, Genesy 300 Pro), im fortgeschrittenen Stadium selektive Stimulation (PeroBravo, Genesy-Reihe selektiv). Daher ist ein vielseitiges Gerät empfehlenswert, das über den gesamten Krankheitsverlauf nutzbar ist.
Nächster Schritt: Genesy 1500 vielseitiges Gerät (empfohlen für ALS) → | Artikel zur selektiven Stimulation →

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Dr. Zátrok Zsolt

Dr. Zátrok Zsolt

Arzt, Medizintechnik-Experte, Blogger

Letzte Überprüfung: 9. Juni 2026

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Heimtherapie-Geräte ergänzen die medizinische Behandlung, ersetzen sie jedoch nicht. Konsultieren Sie bei Beschwerden stets Ihren behandelnden Arzt.

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