Begriff der Ausdauer
Kurz zur Ausdauer.
Einteilung der Ausdauer
- Langzeit-Ausdauer: bei Anstrengungen über 15–30 Minuten, bei denen weder das Tempo noch die Intensität abnimmt. Die Energiegewinnung verläuft aerob, dabei steigt das Herzminutenvolumen.
- Mittelstrecken-Ausdauer: bei einer Dauer von 2–9 Minuten. Teils aerob, teils anaerob. Je höher die Bewegungsintensität, desto größer der Anteil anaerober Energiegewinnung.
- Kurzzeit-Ausdauer: 45 Sekunden bis 2 Minuten. Wichtig sind die Kondition der Energiereserven, die Fähigkeit zur energiebereitstellung unter Sauerstoffmangel sowie dass die Muskeln auch bei hohem Laktatgehalt kontrahieren können.
- Kraftausdauer spielt eine Rolle bei hoher Widerstandslast (Ringen, Geräteturnen) sowie bei Mittel- und Langstreckenausdauer-Sportarten. Im Kraftausdauertraining müssen durch spezielle Übungen die ermüdungsresistenten Fähigkeiten des Körpers erhöht werden.
- Schnelligkeitsausdauer ist die Fähigkeit, dem geschwindigkeitsbedingten Abfall aufgrund von Ermüdung entgegenzuwirken.
Faktoren, die die Ausdauer bestimmen
- die Menge der gespeicherten Energie
- die Qualität des Stoffwechsels
- die Fähigkeit zur Sauerstoffausnutzung
- die Speicher- und Entgiftungsfähigkeit der Leber und anderer Organe, Funktion des endokrinen Systems
- die koordinierte Funktion von Organen und Organsystemen, nervale Regulation
- die morphologische Determination der Muskelfaserstruktur, ihre Anordnung, die Menge der aktiven Muskulatur (bei mehr langsam zuckenden Fasern ist die Ausdauer stabiler)
- das Niveau der Bewegungskoordination und technischen Fertigkeiten (energiesparendere, effizientere Bewegungen)
- psychische Eigenschaften (z. B. Schmerztoleranz)
- die Stärke der Belastung
- der aktuelle konditionelle Zustand
- die Art der geleisteten Arbeit
Allgemeine Wirkungen ausdauerfördernder Trainings
- in den vom Training betroffenen Muskeln werden die langsam zuckenden Fasern aktiviert
- der Metabolismus der (Muskel-)Zellen verbessert sich (Sauerstoffnutzung, Energiegewinnungsprozesse, Entfernung von Metaboliten)
- die Widerstandsfähigkeit der (Muskel-)Zellen gegenüber Toxinen verbessert sich (die Funktion wird auch bei höheren Metabolitspiegeln nicht beeinträchtigt)
- die Durchblutung der Muskulatur verbessert sich, die Gefäßwand wird elastischer, der gesamte Gefäßquerschnitt erhöht sich (Kapillarproliferation)
- die Arbeit des Herzens wird wirtschaftlicher und effizienter (es fördert mit geringerer Herzfrequenz ein größeres Blutvolumen)
- Ruhepuls und Ruheblutdruck sinken
- bei Belastung bleiben Anstieg von Herzfrequenz und Blutdruck moderat
- die Blutviskosität nimmt ab (weniger zähflüssig, dadurch leichterer Fluss in Gefäßen und Kapillaren)
- das vegetative Nervensystem stellt sich in Richtung Parasympathikus ein
Auswirkungen regelmäßiger, hochintensiver Ausdauerbelastung
- das Volumen von Lunge und Herz sowie der Organe nimmt zu
- die Gesamtmenge an Hämoglobin steigt
- die periphere Sauerstoffnutzung verbessert sich
- die Leberfunktionen werden leistungsfähiger (Energieproduktion, Entfernung von Metaboliten)
- die endokrinen Drüsen vergrößern sich (Nebennierenrinde, Vorderlappen der Hypophyse, Schilddrüse, Inselzellen der Bauchspeicheldrüse)
- die Aktivität der Stoffwechselenzyme steigt