BMI-Rechner – was man über die Berechnung des Body‑Mass‑Index wissen muss?
Ein BMI‑Rechner ist ein einfaches Werkzeug, mit dem du deinen Body‑Mass‑Index (BMI) berechnen kannst. Diese Zahl hilft zu beurteilen, ob dein Gewicht in einem angemessenen Verhältnis zu deiner Körpergröße steht. Das Konzept des Body‑Mass‑Index geht auf den belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet zurück, der diese Kennzahl in den 1830er Jahren entwickelte. Ursprünglich wurde sie für bevölkerungsbezogene Untersuchungen entworfen, um die Häufigkeit von Übergewicht in größeren Gruppen zu beurteilen.
Wie kannst du deinen BMI-Wert berechnen?
Zur Berechnung des Body‑Mass‑Index benötigst du nur zwei Angaben: dein Gewicht in Kilogramm und deine Körpergröße in Metern.
Die Formel des BMI‑Rechners lautet: BMI = Gewicht (kg) / (Körpergröße (m))²
Mit Worten: Gewicht geteilt durch das Quadrat der in Metern gemessenen Körpergröße.
Wenn du also 70 Kilogramm wiegst und 170 Zentimeter groß bist, musst du zuerst deine Größe in Meter umrechnen (1,7 Meter) und diese dann mit sich selbst multiplizieren (1,7 × 1,7 = 2,89).
Schließlich teilst du dein Gewicht (70 kg) durch diese Zahl (70 ÷ 2,89 = 24,2). Der so erhaltene Wert von 24,2 ist dein Body‑Mass‑Index.
Was bedeuten die BMI‑Werte?
Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierten Kategorien beziehen sich hauptsächlich auf die europäische Bevölkerung; in anderen Regionen der Welt werden teilweise abweichende Grenzwerte verwendet.
Anhand des BMI kannst du dich in die folgenden Kategorien einordnen:
- BMI unter 18,5: Untergewicht.
- BMI 18,5–24,9: Normalgewicht.
- BMI 25,0–29,9: Übergewicht.
- BMI 30,0–34,9: Adipositas Grad I.
- BMI 35,0–39,9: Adipositas Grad II.
- BMI über 40,0: Adipositas Grad III (schwerwiegend).
Praktische Anwendung des BMI‑Rechners
Abschätzung gesundheitlicher Risiken
Mit dem Body‑Mass‑Index kannst du die mit Übergewicht oder Untergewicht verbundenen gesundheitlichen Risiken einschätzen.
Ein hoher BMI‑Wert wird mit einer höheren Häufigkeit zahlreicher chronischer Erkrankungen in Verbindung gebracht, wie beispielsweise Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen, Typ‑2‑Diabetes oder bestimmten Krebsarten.
Ein niedriger BMI kann hingegen auf Unterernährung, hormonelle Probleme oder andere gesundheitliche Anliegen hinweisen.
Verfolgung von Gewichtsentwicklungen
Der BMI‑Rechner ist ein hilfreiches Werkzeug, um Veränderungen des Körpergewichts zu verfolgen.
Wenn du eine Diät beginnst oder Muskeln aufbauen möchtest, kannst du durch regelmäßige BMI‑Berechnungen die Veränderungen objektiv beobachten.
Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass zur Bewertung von Gewichtsentwicklungen auch andere Messgrößen herangezogen werden sollten, zum Beispiel das Taille‑Hüft‑Verhältnis oder der Körperfettanteil.
Grenzen und Schwächen des BMI‑Rechners
Keine Berücksichtigung der Körperzusammensetzung
Eine der größten Schwächen des BMI‑Rechners ist, dass er die Körperzusammensetzung nicht berücksichtigt. Er unterscheidet nicht zwischen Muskelmasse und Fettgewebe.
Deshalb kann es vorkommen, dass ein regelmäßig trainierender, muskulöser Sportler nach dem BMI als übergewichtig oder sogar fettleibig eingestuft wird, obwohl er tatsächlich gesund und fit ist.
Gleichzeitig kann eine Person mit scheinbar normalem BMI einen zu hohen Körperfettanteil und zu wenig Muskelmasse aufweisen.
Altersspezifische und geschlechtsspezifische Unterschiede
Der Body‑Mass‑Index berücksichtigt weder das Alter noch das Geschlecht. Dabei verändert sich die optimale Körperzusammensetzung mit dem Älterwerden und unterscheidet sich zwischen Männern und Frauen.
Im höheren Alter ist zum Beispiel der natürliche Verlust an Muskelmasse und die Zunahme des Körperfettanteils ein häufiger Vorgang, den der BMI nicht angemessen widerspiegelt.
Keine Berücksichtigung von Körperbau und genetischen Unterschieden
Dein Körperbau und deine genetischen Voraussetzungen können erheblich beeinflussen, welches Gewicht für dich gesund ist.
Der BMI‑Rechner berücksichtigt nicht die Knochendichte, die Dicke deiner Knochen oder deine generelle Körperstruktur. Zum Beispiel kann eine Person mit breitem Knochenbau und robuster Statur von Natur aus ein höheres Körpergewicht haben, ohne dass dies ein Gesundheitsrisiko darstellt.
Der korrekte Gebrauch und die richtige Interpretation des BMI
Der BMI‑Rechner ist ein nützlicher Ausgangspunkt zur Einschätzung deines Gesundheitszustands, aber es ist wichtig, die Grenzen dieses Instruments zu kennen.
Er ist eine einfache und schnelle Methode, die bei der grundlegenden Orientierung helfen kann, jedoch nicht die fachliche ärztliche oder ernährungswissenschaftliche Beratung ersetzen kann.
Den Body‑Mass‑Index solltest du immer zusammen mit anderen Messgrößen bewerten und dabei deine individuellen Besonderheiten berücksichtigen. Wenn du dein Gewicht verändern möchtest, suche in erster Linie professionelle Unterstützung, die ein auf dich zugeschnittenes Programm erstellen kann.
Der BMI‑Rechner dient in erster Linie dazu, auf mögliche Risiken aufmerksam zu machen und einen Ausgangspunkt für die Entwicklung eines gesünderen Lebensstils zu bieten.