Dermatom: Begriff und Bedeutung
Ein Dermatom ist ein Segment der Körperoberfläche, das von den Nerven versorgt wird, die an einer bestimmten Höhe der Wirbelsäule ein‑ bzw. austreten. Anhand Ihrer Beschwerden kann der Arzt feststellen, in welcher Höhe der Wirbelsäule die Ursache des Problems zu suchen ist.
Wenn Sie zum Beispiel am hinteren Oberarm sowie an der Hand im Bereich des Zeige- und Mittelfingers Schmerzen verspüren, lässt sich daraus schließen, dass ein Problem mit dem Nerv besteht, der unter der 7. Halswirbelsäule (C7) austritt/kehrt – hier ist nach Bandscheibenvorfall, Verkalkung, Bruch, Verrutschung usw. zu suchen. Deshalb röntgt man in einem solchen Fall nicht Ihr Bein und oft nicht einmal Ihre Hand, sondern Ihren Hals.
Wenn Sie zum Beispiel den Fuß nicht anheben können (Peroneuslähmung), dann liegt das Problem auf Höhe der 5. Lendenwirbelsäule (L5). In solchen Fällen untersucht man nicht primär den Fuß, sondern die Lendenwirbelsäule.
Wenn man die Dermatome nicht kennt und nicht weiß, dass die Spinalnerven den Körper in solchen Streifen „vernähen“, können einen die Schmerzen täuschen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Ischias, bei dem die Schmerzen tief in der Gesäßregion bzw. an der Rückseite des Oberschenkels unerträglich sein können. In der Behandlung konzentriert man sich jedoch nicht auf Bein oder Gesäß – denn dort projiziert sich der Schmerz nur – sondern auf den lumbosakralen Übergang, da dies das Versorgungsgebiet der S1‑Wurzel ist.
Die Kenntnis der Dermatome ist auch bei der Anwendung einer in die Wirbelsäule verabreichten Betäubung (Epiduralanästhesie) von großer Bedeutung. Der Arzt entscheidet anhand der Dermatomekarte, welche Nervenwurzel blockiert werden muss, damit im Operationsgebiet eine betäubende Wirkung entsteht.

