Häufige Ursachen von Ellenbogenschmerzen
Ellenbogenschmerzen sind in der Regel ein harmloses Symptom, können aber sehr unangenehm sein, da du deinen Ellenbogen für viele verschiedene Bewegungen und Tätigkeiten benutzt. Der Ellenbogen ist ein komplexes Gelenk; er ermöglicht das Beugen und Strecken des Unterarms sowie das Drehen von Hand und Unterarm. Die meisten Bewegungen sind Kombinationen davon, daher ist es manchmal schwierig genau zu bestimmen, welche Bewegung den Schmerz auslöst.
Ellenbogenschmerzen werden am häufigsten durch Überbeanspruchung und übermäßige Nutzung verursacht. Viele Sportarten und berufliche Tätigkeiten beinhalten wiederholte Hand-, Handgelenk- oder Armbewegungen. Manchmal kann Ellenbogenschmerz auch durch Arthritis ausgelöst werden, doch das Ellenbogengelenk ist im Vergleich zu anderen Gelenken weniger anfällig für degenerative Verschleißschäden.
Ellenbogenschmerz ist ein Symptom, dessen Ursachen unter anderem die folgenden sein können:
- Armknochenbruch
- Bursitis (Entzündung der Schleimbeutel des Gelenks)
- Ellenbogenverrenkung
- Golf-Ellenbogen
- Osteoarthritis
- Rheumatoide Arthritis (entzündliche Gelenkerkrankung)
- Überlastungsbruch
- Tendinitis (Sehnenentzündung)
- Tennisellenbogen
- Wurfverletzungen (Verletzung bei Wurfbewegungen)
- Nervenengpass, eingeklemmte Nervenfasern
Überlastung – die häufigste Ursache
Ellenbogenschmerzen können bei jedem auftreten, der häufig wiederholte Bewegungen mit dem Arm ausführt. Ein typisches Beispiel sind Zimmerleute, Tischler, Maler oder Metzger. Auslöser können auch scheinbar „harmlosere“ Tätigkeiten sein, wie langes Arbeiten mit der Computermaus. Häufig treten Beschwerden nach der Gartenarbeit im Frühling auf, wenn nach einer langen Winterpause plötzlich wieder belastet wird (Graben, Rechen, Schnittarbeiten). Ähnlich verhält es sich bei Menschen, die unregelmäßig Sport treiben: Nach dem ersten Tennismatch im Frühjahr macht sich der Schmerz bemerkbar.
Am äußeren und inneren Ellenbogen ist ein Knochenhöcker (Epicondylus) tastbar. An diesen setzen die Sehnen der Unterarmmuskulatur an. Außen setzen die Sehnen der Handgelenk- und Fingerstrecker an, innen die Sehnen der Handbeuger.
Wenn du diese Muskeln stark beanspruchst, entstehen an den Stellen, wo die Sehnen auf den Knochen treffen, kleine Risse und es kann sogar die Knochenhaut verletzt werden. An den Sehnenansätzen kann sich durch Überlastung eine Entzündung entwickeln. Führt die Überlastung zu einer Knochenhautentzündung in der Nähe der Ansatzstelle, spannen sich die Muskeln reflexartig an, und Druck oder Bewegung löst Schmerzen über den Knochenhöckern aus.

Es entsteht eine Epicondylitis, eine Entzündung des Ellenbogenhöckers. Bekannt ist dies als Tennis- oder Golfellenbogen. Der Tennisellenbogen bezeichnet die Entzündung am äußeren Höcker, der Golfellenbogen diejenige am inneren Knochenhöcker. Trotz ihrer unterschiedlichen Namen verursachen sie ähnliche chronische Schmerzen. Und obwohl die Begriffe aus dem Sport stammen, treten sie keineswegs nur bei Sportlern auf.
Charakteristik der Ellenbogenschmerzen
Das Symptom der Epicondylitis ist ein starker, tiefer, in Unterarm und Handgelenk ausstrahlender Schmerz, der bis zur Schulter ausstrahlen kann. Ellenbogenschmerzen sind oft auch in Ruhe störend, werden aber durch Bewegung des Gelenks, das Halten kleiner Gegenstände oder sogar das Ballen der Faust verstärkt. Die Bereiche um die Knochenhöcker werden druckempfindlich. Schmerzen nehmen bei körperlicher Belastung zu. Die Ursache ist stets Überlastung.
Behandlungsmöglichkeiten zu Hause
Einer der wichtigsten Schritte der Behandlung ist Entlastung. Wenn möglich, solltest du die Tätigkeit, die die Beschwerden verursacht, (sei es Sport oder Arbeit) einstellen.
Es gibt viele verschiedene Schmerzlinderungen, steroid- und nichtsteroidhaltige Medikamente, Cremes und Pflaster. Du solltest wissen, dass Schmerzlinderungen (in der Regel) keine heilende Wirkung haben, sie unterdrücken nur die Symptome; daher ist es sinnvoll, eine Lösung zu suchen, die auch die Entzündung beeinflusst und heilt.
Bei frisch aufgetretenen Ellenbogenschmerzen behandle in den ersten Tagen mit Kühlung. Geeignet sind kühlende Gelbandagen, die sich an die Gelenkform anpassen. Bei gewöhnlichem Eis lege ein Tuch zwischen Eis und Haut. Direkter Eis-Kontakt kann längerfristig zu Kälteschäden der Haut führen. Die kühlende Schmerzlinderung ist am stärksten, wenn die Hauttemperatur in 10–15 Minuten um mindestens 15 °C sinkt.
Wenn die Kühlung den Ellenbogenschmerz nicht beseitigt, kannst du weitere physiotherapeutische Behandlungen in Erwägung ziehen. Ihre heilende Wirkung entwickelt sich langsam – üblicherweise nach 7–10 Tagen Behandlung ist eine Wirkung zu erwarten. Eine Schmerzlinderung kann jedoch bereits nach wenigen Anwendungen eintreten.
Tiefenwärmetherapie
Die einfachste und zugleich kostengünstigste Methode ist wahrscheinlich die Tiefenwärmetherapie. Infrarotstrahlen erwärmen das Gewebe, fördern die Durchblutung und damit den Abtransport von Toxinen und Stoffwechselprodukten – das beschleunigt die Heilung. Bei frisch aufgetretenem Tennisellenbogen solltest du keine Wärme anwenden; leidest du jedoch schon seit mehreren Wochen, kann Wärme den Schmerz vermindern!
Softlaser-Behandlung
Richte den Laserstahl auf den schmerzhaftesten Punkt und halte ihn dort, bis du 5 Joule Energie an die schmerzhafte Stelle abgegeben hast. Bei Lasern unterschiedlicher Leistung sind unterschiedliche Behandlungszeiten nötig – lies die Bedienungsanleitung des Geräts! Die Energie des Lasers dringt tief in das Gewebe ein und fördert die Heilungsprozesse. Sie reduziert effektiv Schmerz und Entzündung.
TENS-Behandlung
Die elektrischen Impulse von TENS-Geräten dienen der Schmerzlinderung. Bei Ellenbogenschmerzen klebe jeweils eine Elektrode 3–5 cm oberhalb und unterhalb des Knochenhöckers. Wenn dein Gerät ein modulares TENS-Programm hat, benutze dieses; falls nicht, kannst du traditionelle oder Endorphin-Programme wählen. TENS ist eine symptomatische Therapie: Sie lindert zwar den Schmerz, hat aber keinen Einfluss auf die Heilung.
Mikrostrombehandlung
Die Mikrostrombehandlung wird ähnlich wie TENS durchgeführt, mit dem Unterschied, dass Mikroströme neben der starken Schmerzlinderung auch die Regenerationsprozesse deines Körpers anstoßen. Als erster Schritt stellt sie das gestörte Zellmembranpotenzial wieder her. Das führt zur Aktivierung der ATP- (Energiequelle) und Proteinsynthese und damit zu einer Beschleunigung der Heilungsprozesse. Mikroströme geben deiner Heilung einen kräftigen "Schub".
Magnettherapie
In der westeuropäischen Medizin gehört die Magnettherapie zur physiotherapeutisch-rehabilitativen Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen des Bewegungsapparats. Sie hat eine biostimulierende Wirkung, das heißt ähnlich wie Mikroströme und Softlaser (wenn auch mit anderem Wirkmechanismus) regt sie die Heilungsprozesse an.
Ultraschall-Behandlung
Der Ultraschallstrahl erhöht die Temperatur im behandelten Gewebe, beschleunigt die Durchblutung und damit die Heilung. Verwende bei Ultraschallbehandlungen immer Kontaktgel. Bewege den Applikator mit langsamen, kreisenden Bewegungen über die schmerzhafte Stelle. Über die richtige Dosierung des Ultraschalls kannst du in diesem Artikel mehr lesen.