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Ergometer in der häuslichen Rehabilitation

Ergometer in der häuslichen Rehabilitation

Ein Ergometer für zu Hause kann die Genesung nach einer schweren Erkrankung, also die Rehabilitation, wirksam unterstützen. In diesem Artikel erfährst du mehr darüber.

Rehabilitation
Körperliche Aktivität
Dr. Zátrok Zsolt
Dr. Zátrok Zsolt

Manchmal beginnt die Genesung dort, wo Bewegung kaum möglich ist: im Bett oder im Sessel. Auch dann brauchst du eine gezielte, dosierbare Bewegungstherapie – genau dafür ist ein Ergometer für zu Hause gedacht. Es ist eine der wirksamsten Hilfen, die du zu Hause einsetzen kannst, um dich von einer schweren Erkrankung, einem Schlaganfall oder einer Operation zu erholen. In diesem Artikel erfährst du, was ein Ergometer ist, welche Typen es gibt, worin der Unterschied zwischen aktiv und passiv besteht und wie du es sicher anwendest.

Kerngedanke

Der größte Vorteil eines Ergometers in der Rehabilitation ist die genau steuerbare Belastung. Da sich der Kraftaufwand schrittweise einstellen lässt, kann die Belastung an den aktuellen Zustand des Patienten angepasst werden. Auch das Tempo der wiedergewonnenen Kraft lässt sich verfolgen. So kann die Bewegungstherapie bereits beginnen, wenn freie Bewegung noch nicht möglich ist.

Was ist ein Ergometer?

Ein Ergometer ist ein Trainingsgerät, mit dem du bestimmte Muskelgruppen gezielt bewegen kannst. Der erforderliche Kraftaufwand lässt sich am Gerät genau einstellen. Dadurch kann die Belastung präzise dosiert und das Tempo der wiedergewonnenen Kraft verfolgt werden.

Das Gerät ermöglicht es dir, im Stehen, Sitzen oder Liegen Kardioübungen mit den Armen oder Beinen auszuführen – also Bewegungen, die sowohl die Muskeln als auch das Herz-Kreislauf-System beanspruchen.

Ergometertypen

Es gibt verschiedene Ergometertypen: Bein-, Arm-, Sitz- und Liegeergometer. Im weiteren Sinne gehören auch Laufbänder dazu. Bei klinischen Belastungsuntersuchungen und in der Rehabilitation werden am häufigsten Fahrrad- und Laufbandergometer eingesetzt. Einige davon eignen sich auch für die Anwendung zu Hause.

Typ Typische Anwendung
Kleines Rehabilitationsergometer (für Tisch, Bett oder Boden) Genesung nach schwerer Erkrankung, wenn der Patient das Bett oder den Sessel noch nicht verlassen kann
Arm- und Beenergometer (mit Händen und Füßen bedienbar) Training der oberen und unteren Extremitäten; auch für Menschen im Rollstuhl geeignet
Fahrrad- und Laufbandergometer Klinische Belastungsuntersuchung und allgemeine Rehabilitation
Liegeergometer Für Belastungsultraschall, meist im Krankenhaus

Für die Genesung nach einer schwereren Erkrankung wird meist ein kleines, bewegliches Rehabilitationsergometer verwendet. Typische Einsatzbereiche sind die Rehabilitation nach einem Schlaganfall, einer Transplantation, einer Prothesenimplantation oder einer schweren Erkrankung, wenn der Patient das Bett oder den Sessel noch nicht verlassen kann. Es kann auch die Rehabilitation des Herz-Kreislauf-Systems und der Atemmuskulatur unterstützen.

Aktiv, passiv oder kombiniert?

Für die Rehabilitation ist dies die wichtigste Unterscheidung. Wähle aus, was dich interessiert:

Ein aktives Ergometer dreht sich „nicht von selbst" – es wird immer durch die eigene körperliche Kraft des Anwenders bewegt. Es eignet sich, wenn du bereits genügend Kraft und Beweglichkeit hast, um das Pedal oder den Griff selbstständig zu bewegen. Ziel ist, Muskelkraft und Ausdauer schrittweise wieder aufzubauen.

Bei einem passiven Ergometer lässt sich ein motorischer, „automatischer" Betrieb einstellen. Das Gerät „zieht" die Extremität gewissermaßen mit, unterstützt die Bewegung und bewegt sogar eine vollständig bewegungsunfähige oder gelähmte Extremität selbstständig. Das ist erforderlich, wenn der Patient nach einem Schlaganfall seine Bewegungsfähigkeit noch nicht wiedererlangt hat. Das Gerät erhält dann den Bewegungsumfang des Gelenks und unterstützt dabei auch die Durchblutung.

Schwer erkrankte und geschwächte Patienten benötigen meist ein aktiv-passives Ergometer. Zu Beginn können sie fast ausschließlich mit Unterstützung des Geräts trainieren. Wenn die Kraft allmählich zurückkehrt, lässt sich die vom Gerät geleistete Arbeit verringern und der Eigenanteil des Patienten erhöhen. Welche Einstellung ideal ist, legt der Bewegungstherapeut unter Berücksichtigung des aktuellen Zustands fest.

Was kann ein Ergometertraining bewirken?

Das Ergometertraining hat zwei Hauptziele. Das eine ist die Verbesserung von Muskelkraft und Bewegungskoordination. Das andere, ebenso wichtige Ziel ist die Entwicklung der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf- und Atmungssystems. Ein Fahrrad-Ergometer, das sich mit Händen und Füßen bedienen lässt, eignet sich sowohl für das Training der oberen als auch der unteren Extremitäten. Auch Menschen im Rollstuhl können zum auf einem Tisch stehenden Gerät heranfahren.

Was zeigen die Studien?

Studien zufolge kann sich die Anwendung eines Arm- oder Beenergometerstrainings günstig auf die Genesung nach einem Schlaganfall auswirken. In einer randomisierten Studie mit Patienten nach akutem Schlaganfall verbesserte eine herkömmliche Physiotherapie in Kombination mit Ergometertraining die Muskelkraft der unteren Extremitäten, die Mobilität und die Funktion besser als Physiotherapie allein. Auch bei Herzerkrankungen wurde ein Vorteil festgestellt: Bei einer dilatativen Kardiomyopathie verbesserte ein Training mit dem Beenergometer die Pumpfunktion des linken Ventrikels (Ejektionsfraktion). Bei einer Hemiparese, wenn das gelähmte Bein die Belastung begrenzt, kann ein Arm-Ergometer zur Messung und Entwicklung der Herz-Lungen-Ausdauer geeignet sein. Den passenden Widerstand und den Zielpuls stellt der Bewegungstherapeut immer auf den jeweiligen Zustand abgestimmt ein.

Wie verwendest du es? Vorbereitung auf das „Treten"

Rehabilitationsergometer werden meist mit Pedalen und Handgriffen geliefert, die sich leicht austauschen lassen. Wähle je nachdem, ob du mit den Beinen (Pedale) oder den Händen (Griffe) trainierst. Drehe das Ergometer immer im Uhrzeigersinn.

Tipps zur Einstellung und zum Aufwärmen

  • Sitz- und Höheneinstellung: Damit lässt sich steuern, welche Muskelgruppen stärker arbeiten. Deine Schultern sollten sich zum Beispiel auf gleicher Höhe mit der Drehachse des Geräts befinden.
  • Abstand: Sitze so, dass dein Ellbogen beziehungsweise dein Knie bei der Beinarbeit nicht vollständig gestreckt ist, sondern leicht (5–10 Grad) gebeugt bleibt. Bei zu großem Abstand belastest du die Gelenke unnötig.
  • Aufwärmen: Beginne in den ersten Minuten mit geringerer Belastung und langsamerer Drehung. Wenn der Kreislauf in Gang kommt und die Muskeln warm werden, erhöhe die Belastung schrittweise.

Training für Herz und Lunge

Mit dem Ergometer kannst du deine Ausdauer schrittweise verbessern und mit der Zeit möglicherweise 30 Minuten oder länger ohne Unterbrechung treten. Die Intensität lässt sich durch Beobachtung der Herzfrequenz dosieren: Je untrainierter du bist, desto schneller steigt dein Puls. Verlangsame in diesem Fall die Drehzahl und verringere den Widerstand, damit der Pulsanstieg moderat bleibt – das Ziel ist nicht, dich „zu überfordern".

Jeder Zustand – Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzoperation, Herzinsuffizienz und so weiter – hat seine eigene Belastbarkeit. Welche Herzfrequenz du dir erlauben kannst, muss dir dein Bewegungstherapeut mitteilen. Besprich regelmäßig die Trainingsintensität und den Zielpuls. Zu Hause hältst du dich an diese Vorgaben.

In welchen Situationen kann es nützlich sein?

Ein Ergometer kann in vielen Genesungssituationen infrage kommen – immer nach Empfehlung des behandelnden Arztes oder Bewegungstherapeuten. Einige typische Bereiche:

  • Operation der Rotatorenmanschette oder Schulterbursitis
  • Fraktur des proximalen Oberarmknochens, Ellenbogenfraktur, Schlüsselbeinfraktur
  • Tennis- oder Golferellenbogen
  • Schulterluxation oder Labrumriss
  • Gelenksteife nach einer Fraktur
  • Herzinfarkt, Kardiomyopathie, Herzinsuffizienz
  • Schlaganfall
  • Lungenerkrankung (COPD, Lungenentzündung)
  • Nach einer Transplantation
  • Vorbereitung auf eine Prothesenoperation und Rehabilitation nach der Operation
  • Genesung nach längerer schwerer Bewegungseinschränkung

Ergometer in der Schlaganfallrehabilitation

Der Schlaganfall ist eine der führenden Ursachen für eine dauerhafte Behinderung im Erwachsenenalter. Eine häufige Folge ist die Hemiparese, also eine Schwäche oder Lähmung einer Körperhälfte, die das Gehen und alltägliche Aktivitäten erschweren kann. Da die Genesung nach einem Schlaganfall Monate oder sogar Jahre dauern kann, kann ein Ergometer für zu Hause aus mehreren Gründen ein wichtiges Hilfsmittel sein:

  • Fördert symmetrische Bewegung: Die Tretbewegung bringt beide Extremitäten zu einer koordinierten, wiederholten Bewegung. Das kann mit der Zeit zur Verbesserung des Gangbildes beitragen.
  • Früh einsetzbar: Sobald die akute Lebensgefahr vorüber ist, kann es oft bereits angewendet werden, wenn das Gehtraining noch nicht möglich ist.
  • Nicht nur während der Therapie nützlich: Auch nach Abschluss der täglichen und wöchentlichen Behandlungen kann es einen aktiven Lebensstil und die Aufrechterhaltung einer Routine unterstützen.
  • Sicher: Bei der Anwendung im Sitzen oder Liegen ist kein Balancieren erforderlich. Dadurch sinken das Sturzrisiko und die Angst davor.
  • Fortschritte nachvollziehbar: Die Ergebnisse lassen sich verfolgen, was auch die Motivation unterstützt.
  • Flexibel einstellbar: Ein hoher Widerstand und eine niedrige Drehzahl zielen eher auf den Muskelaufbau. Ein niedriger Widerstand und eine hohe Drehzahl zielen eher auf die Herz-Lungen-Ausdauer.

Wann solltest du vorher einen Fachmann fragen?

Das Ergometertraining ist sicher, wenn Belastung und Zielpuls von einem Fachmann festgelegt werden. In den folgenden Situationen solltest du immer zuerst einen Arzt oder Bewegungstherapeuten fragen:

  • Instabiler Herz- oder Kreislaufzustand, unkontrollierter Bluthochdruck
  • Frische Operation oder Belastung einer frischen Wunde ohne ärztliche Genehmigung
  • Fieber, akute Entzündung oder ungeklärte Beschwerden im Brustkorb
  • Brustschmerzen, starke Atemnot oder Schwindel während des Trainings – beende das Training in diesem Fall sofort

Lass nicht zu, dass du dich „überforderst": Halte den Pulsanstieg innerhalb der mit deinem Therapeuten vereinbarten Grenze. Erhöhe die Belastung immer schrittweise und passend zu deinem aktuellen Zustand. Mehr über den sinnvollen stufenweisen Belastungsaufbau erfährst du hier: Belastungsaufbau Schritt für Schritt.

Rehabilitationsergometer für zu Hause

Rehabilitationsergometer, die sich mit Händen und Füßen bedienen lassen, bieten gute Möglichkeiten für die Genesung. Sie eignen sich für das Training der oberen und unteren Extremitäten, benötigen wenig Platz und können auf einen Tisch, ins Bett oder auf den Boden gestellt werden. Wähle gemeinsam mit deinem Therapeuten aus der aktiven, passiven und kombinierten Ausführung die für deinen Zustand passende Variante aus.

Sieh dir das Ergometerangebot an

Aktive, passive und kombinierte Rehabilitationsergometer an einem Ort – für das Arm- und Beintraining.

Ergometer »

Das Ergometer ist ein Bestandteil der Rehabilitationsausstattung. Das vollständige Angebot findest du hier: Rehabilitationsgeräte. Wenn du noch am Anfang des Prozesses stehst, lies auch den Überblick über die Grundlagen der Rehabilitation.

Häufige Fragen

Ein aktives Ergometer wird ausschließlich durch deine eigene Kraft bewegt. Ein passives Ergometer bewegt die Extremität mithilfe eines Motors selbstständig. Das ist erforderlich, wenn die Bewegungsfähigkeit noch nicht zurückgekehrt ist. Bei einem schweren Zustand ist ein kombiniertes, aktiv-passives Gerät ideal.

Ja. Menschen im Rollstuhl können an ein kleines Rehabilitationsergometer heranfahren, das auf einen Tisch gestellt wird, und damit die Arme oder Beine trainieren.

Das hängt von deinem Zustand ab. Dein Bewegungstherapeut oder behandelnder Arzt legt den Zielpuls fest. Wichtig ist, dass du dich nicht „überforderst": Wenn dein Puls schnell ansteigt, verringere Drehzahl und Widerstand.

Oft bereits früh, sobald die akute Lebensgefahr vorüber ist und der behandelnde Arzt es erlaubt – zunächst im passiven oder stark unterstützten Betriebsmodus. Den genauen Zeitpunkt und die Einstellung legt immer der Fachmann fest, der die Rehabilitation leitet.

Zusammenfassung

Was ist das? Ein Ergometer ist ein Trainingsgerät, das eine genau dosierbare Belastung ermöglicht und sich in der Rehabilitation zu Hause für das Arm- oder Beintraining einsetzen lässt.
Für wen ist es geeignet? Für Menschen nach einem Schlaganfall, einer Herzerkrankung, einer Prothesenoperation oder einer schweren Erkrankung sowie für Sportler, die nach einer Verletzung zurückkehren.
Wichtigste Aussage: Die aktive, passive und kombinierte Ausführung lässt sich an den Zustand anpassen. Belastung und Zielpuls werden vom Bewegungstherapeuten festgelegt; zu Hause hältst du dich daran.
Nächster Schritt: Sieh dir das Ergometerangebot an und wähle gemeinsam mit deinem Therapeuten den passenden Typ aus.

Wissenschaftliche Quellen

Die Quellenangaben aus den Lebenswissenschaften stammen aus der PubMed-Datenbank.

  1. da Rosa Pinheiro DR, et al. Effects of aerobic cycling training on mobility and functionality of acute stroke subjects: A randomized clinical trial. NeuroRehabilitation. 2021;48(1):39-47. PubMed: 33386826 · DOI
  2. Waseem M, et al. Effects of Lower Limb Cycle Training on Echocardiographic Parameters of Left Ventricle in Dilated Cardiomyopathy Patients. J Coll Physicians Surg Pak. 2018;28(5):370-373. PubMed: 29690966 
  3. Oyake K, et al. Unilateral Arm Crank Exercise Test for Assessing Cardiorespiratory Fitness in Individuals with Hemiparetic Stroke. Biomed Res Int. 2017;2017:6862041. PubMed: 29457034 · DOI
Dr. Zátrok Zsolt

Dr. Zátrok Zsolt

Arzt, Medizintechnik-Experte, Blogger

Die Informationen in diesem Artikel dienen der Orientierung. Das Ergometertraining zu Hause ist als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung und zur fachlich überwachten Rehabilitation gedacht und ersetzt diese nicht. Lege Belastung und Zielpuls immer gemeinsam mit deinem behandelnden Arzt oder Bewegungstherapeuten fest.

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