Gegenanzeigen für die Anwendung von Vibrationstrainern
Vibrationstrainer erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie in kurzer Zeit die Muskulatur intensiv beanspruchen – nahezu ohne starkes Schwitzen. In jedem Alter sind sie hervorragend geeignet; besonders im höheren Lebensalter ist regelmäßiges Vibrations-Training ausgesprochen vorteilhaft. Aber wann sollte man sie nicht verwenden? In letzter Zeit haben mehrere Forschergruppen die Wirkungen und Gegenanzeigen der Ganzkörper-Vibrationstherapie untersucht. Über die positiven gesundheitlichen Effekte habe ich in einem früheren Artikel geschrieben, hier habe ich die Gegenanzeigen zusammengestellt.
Vibrationstrainer erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie in kurzer Zeit die Muskulatur intensiv beanspruchen – nahezu ohne starkes Schwitzen. In jedem Alter sind sie hervorragend geeignet; besonders im höheren Lebensalter ist regelmäßiges Vibrations-Training ausgesprochen vorteilhaft. Aber wann sollte man sie nicht verwenden? In letzter Zeit haben mehrere Forschergruppen die Wirkungen und Gegenanzeigen der Ganzkörper-Vibrationstherapie untersucht. Über die positiven gesundheitlichen Effekte habe ich in einem früheren Artikel geschrieben, hier habe ich die Gegenanzeigen zusammengestellt.
Kurz zur Wirkung der Vibration
Ähnlich wie körperliche Aktivität aktiviert die Ganzkörpervibration Rezeptoren in den Knochen und fördert den Knochenaufbau. Die Bewegung der Vibrationsplatte löst einen „tonischen Vibrationsreflex“ aus. Während der Vibration ist dieser Reflex ständig aktiv und verursacht abwechselnd Kontraktion und Entspannung der jeweils ipsi- oder kontralateralen Muskeln. Folglich wirkt die Vibration direkt auf die Muskeln, während die Knochen indirekt auf die durch Muskelkontraktionen entstehenden Kräfte reagieren. Es wurde gezeigt, dass Ganzkörpervibration Testosteron- und Wachstumshormonspiegel verändert (3, 4). Durch die Steigerung hormoneller Aktivität werden Muskel- und Knochenaufbau gefördert.
Die kombinierte Anwendung von Bewegung und Vibration kann größere Verbesserungen in Muskelkraft und Knochenstruktur bewirken als körperliches Training allein.
Wesentliche Parameter der Vibration
- Richtung der Vibration
- Vibrationsfrequenz (Hz)
- Amplitude, also die Verschiebung der Plattform. Sie gibt an, wie groß die Bewegung in beide Richtungen ist (in Millimetern). Die Größe des Vibrationsreizes ergibt sich aus einer Kombination von Amplitude und Beschleunigung.
- Beschleunigung. Sie gibt an, wie schnell die Verschiebung und die reflexhaften Bewegungen erfolgen. Größere Beschleunigungen rufen stärkere reflexhafte Kontraktionen hervor.
- Dauer der Vibration (Trainingsdauer)
- Körperhaltung / Position auf der Plattform. Das Stehen mit gestreckten und steifen Knien belastet stärker Knie-, Hüft- und Wirbelsäulengelenke. Das Stehen mit gebeugten Knien reduziert die Belastung der Gelenke.
Nur solche Vibrationsgeräte haben physiologische Wirkung, auf denen man stehen kann. Vibrationsgeräte, die ohne Haltegriffe für die Anwendung im Sitzen vorgesehen sind, können zwar ein angenehmes Gefühl vermitteln, haben aber keine physiologische Wirkung.
Die Richtung der Vibration
Im Handel sind verschiedene Vibrationsgeräte erhältlich, die zwei Arten von Vibrationsreizen liefern.
- Einrichtige (vertikale) Verschiebung. Solche Plattformen kippen rechts-links. Die Bewegung ist gleichmäßig.
- Wechselnde Richtung (oszillierende) Verschiebung. Die vibrierende Platte schwingt um ihren Mittelpunkt in wechselnder Richtung. Dadurch ist die Bewegung uneinheitlich, was der Belastung des Körpers beim Gehen besser entspricht.
Derzeit gibt es nicht genug Daten, um zu entscheiden, ob kippende oder oszillierende Plattformen vorteilhafter sind. (1)
Frequenz und Amplitude der Vibration
- Die Frequenz der Vibrationsplattform ist bei den meisten Geräten einstellbar.
- Niedrige Frequenzen unter 20 Hz stören die Funktion innerer Organe. (1) Verwende keine niedrigen Vibrationszahlen!
- Bei Frequenzen über 70 Hz wurde nachgewiesen, dass Muskelschäden auftreten können. (1)
- Verbesserungen von Muskelkraft und Muskelmasse werden durch Anwendungen im Bereich von 25–45 Hz erzielt. (1, 3,11–19).
- Der Frequenzbereich zwischen 20 und 70 Hz gilt als medizinisch empfohlenes, sicheres Intervall.
Gegenanzeigen der Ganzkörpervibration
Hersteller von Geräten haben zahlreiche Gegenanzeigen für die Vibrationstherapie identifiziert. Nach ihren allgemeinen Empfehlungen ist die Anwendung der Ganzkörpervibration in den folgenden Zuständen nicht zu empfehlen.
Dies sind Empfehlungen und relative Gegenanzeigen. Die Entscheidung, ob sie in Deinem Fall zulässig ist, obliegt dem Arzt. Es muss abgewogen werden, ob die zu erwartenden Vorteile die möglichen Risiken überwiegen. Wenn die Waage zugunsten der Vorteile ausschlägt, kann die Behandlung vorsichtig durchgeführt werden. Andernfalls sollte sie aufgrund ungünstiger Effekte vermieden werden.
- Nieren- oder Gallensteine. Durch Vibration können Steine sich verschieben und Koliken auslösen; unter Umständen ist eine Operation notwendig.
- Schwangerschaft. Vibration kann Kontraktionen der Gebärmutter auslösen, was zu Fehlgeburt oder vorzeitiger Wehentätigkeit führen kann.
- Epilepsie. Bei empfindlichen Personen kann Vibration einen Anfall auslösen.
- Aktive Tumorerkrankung
- Vorhandensein eines Herzschrittmachers (Pacemaker)
- Unbehandelter orthostatischer Hypotonus. (Wenn Dein Blutdruck im Stehen abfällt und Du zu Ohnmachtsneigung neigst, kannst Du auf der Plattform ohnmächtig werden und Dich verletzen.)
- Frische Implantate (Gelenk/Kornea/Cochlea etc.). Ein noch nicht ausreichend verknöcherter Implantatanteil kann sich lösen. Ist die Implantation älter als 100–120 Tage, sollte dies nicht mehr passieren.
- Frischer operativer Eingriff. Zu frühe körperliche Belastung kann zum Aufgehen der Wunde führen. Ist die Operation älter als 100–120 Tage, haben die Wunden in der Regel ihren Endzustand erreicht und Vibration stellt dann kein Risiko mehr dar.
- Kürzlich eingesetzte intrauterine Geräte oder Clips.
- Akute Thrombose, frische Hernie, akute Gelenkentzündung (z. B. rheumatische Erkrankung).
- Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinsuffizienz, Kardiomyopathie etc.)
- Gewisse Formen von Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien)
- Schwere Diabeteserkrankung mit peripherer Neuropathie. Durch Schädigung der sensiblen Nerven funktionieren Vibrationsreflexe nicht, sodass Stürze und Unfälle infolge des Kippens möglich sind.
- Migräne (6-8).
- Innenohrerkrankungen. Vibration kann Schwindel und Kopfschmerz verstärken.
- Bei schwerer Osteoporose können kräftige Muskelkontraktionen spontane Knochenbrüche oder das Lockerwerden von Metallimplantaten bzw. Schrauben auslösen. (20)
Medizinische Studien zum Vibrations-Training
- Totosy de Zepetnek JO et al. Whole-body vibration as potential intervention for people with low bone mineral density and osteoporosis: A review JRRD Vol 46, No. 4 2009 pg 529-542
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- Rubin C, Pope M, Fritton JC, Magnusson M, Hansson T, McLeod K. Transmissibility of 15-hertz to 35-hertz vibrations to the human hip and lumbar spine: Determining the physiologic feasibility of delivering low-level anabolic mechanical stimuli to skeletal regions at greatest risk of fracture because of osteoporosis. Spine. 2003; 28(23): 2621–27.
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- TurboSonic [Internet]. Hood River (OR): TurboSonic USA; c2007–8 [updated 2008; cited 2009 Jan 15]. Avail- able from: http://www.turbosonicusa.com/.
- Galileo: Whole Body Vibration [Internet]. Hornsby Heights (Australia): Novotec Medical; c2008 [updated 2008 Mar 11; cited 2009 Jan 17]. Available from: http://www.galileowholebodyvibration.com.au/.
- Juvent [Internet]. Somerset (NJ): Juvent Medical, Inc; c2007 [updated 2007; cited 2009 Jan 17]. Available from: http://www.juvent.com/.
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- Slatkovska L, Alibhai SMH, Beyene J, Cheung AM, edi- tors. The efficacy of whole-body vibration in reducing bone loss in postmenopausal women: A meta-analysis. Proceedings of the ASBMR 30th Annual Meeting; 2008 Sep 12–16; Montreal, Canada. Washington (DC): ASBMR.