Informationen zur Holter‑EKG‑Untersuchung
Bei einigen Herzerkrankungen kann die Diagnosestellung durchaus schwierig sein. Das gilt besonders für solche Störungen, die nur gelegentlich, unvorhersehbar und kurzzeitig auftreten. Dazu gehören bestimmte Herzrhythmusstörungen oder vorübergehende Minderdurchblutungen des Herzmuskels. Häufig ist es so, dass bis zu dem Zeitpunkt, an dem du den Arzt aufsuchst und ein EKG gemacht wird, die Situation bereits „normal“ geworden ist und keine Auffälligkeit mehr sichtbar ist. Tritt so etwas wiederholt auf, kann die Holter‑EKG‑Untersuchung helfen, das Ereignis „einzufangen“ und die Ursache zu identifizieren.
Der Holter‑Monitor ist ein kleines Gerät, mit dem die elektrische Aktivität des Herzens über 24 bis sogar 72 Stunden aufgezeichnet werden kann.

Durch die Analyse der aufgezeichneten Daten erhält man ein genaues Bild von deinem Herzen, und wenn deine Beschwerden durch eine Rhythmusstörung verursacht werden, lässt sich diese in der kontinuierlichen Aufzeichnung identifizieren.
Das Gerät ist im Grunde ein miniaturisiertes EKG‑Gerät, das in deine Tasche passt. Das Gerät muss nach dem Anlegen durchgehend getragen werden, mindestens 24 Stunden lang. In manchen Fällen kann dein Arzt sogar eine 72‑stündige oder noch längere Aufzeichnung anfordern.
M wofür dient die Holter‑EKG‑Untersuchung?
Eine Holter‑Untersuchung wird meist dann durchgeführt, wenn das Standard‑Elektrokardiogramm (EKG) nicht genügend Informationen über den Zustand des Herzens liefert, insbesondere wenn die unregelmäßigen Herzschläge nur selten auftreten.
Wenn du Symptome hast, die auf eine Herzrhythmusstörung hindeuten, wird dein Arzt ein EKG (Elektrokardiogramm) durchführen (EKG – was man über die elektrokardiographische Untersuchung wissen sollte).
Treten deine Rhythmusstörungen selten und nur kurzzeitig auf, kann es sein, dass sie bereits verschwunden sind, wenn du in die Praxis kommst, und das 10‑sekündige EKG diese Episoden nicht erfasst.
Der Holter‑Monitor zeichnet die elektrischen Signale des Herzens kontinuierlich auf und kann so auch jene unregelmäßigen Herzrhythmen erkennen, die im regulären EKG nicht sichtbar waren.
Es gibt persönliche Geräte, z. B. Smartwatches, mit denen du zu Hause ein EKG aufzeichnen kannst. Diese Geräte ersetzen jedoch NICHT die Holter‑Untersuchung.
Bei welchen Symptomen wird ein Holter angelegt?
- phasenweise oder dauernd auftretendes Gefühl eines „unordentlichen“ Herzschlags
- anfallartige, schnelle und/oder unregelmäßige Herzschläge
- aussetzende Herzschläge
- rhythmisch oder ungeordnet auftretende „starke Herzstöße“
- unerklärliche Ohnmachtsanfälle
- Beschwerden, die zu bestimmten Tageszeiten oder bei bestimmten Aktivitäten auftreten
Risiken
Die Holter‑EKG‑Untersuchung ist risikofrei. Das Gerät beobachtet und zeichnet nur auf; es sendet weder Strom noch Strahlung in deinen Körper. Es gibt keinerlei Nebenwirkungen.
Bei längeren, mehrtägigen Untersuchungen kann das dauernde Tragen des Geräts ein wenig unangenehm sein oder deinen Schlaf stören.
Die Funktion des Holter‑Geräts wird in der Regel nicht durch andere elektrische Geräte beeinträchtigt. Da jedoch ein genaues Ergebnis in deinem Interesse ist, solltest du Störquellen vermeiden. Verwende während der Untersuchung daher keine
- elektrische Heizdecke
- elektrischen Rasierer oder elektrische Zahnbürste
- Magnete weder in der Nähe des Geräts noch der Elektroden
- Metallsuchgerät
- wenn du eine Mikrowelle benutzt, halte einen Abstand von 1–2 Metern, während sie in Betrieb ist
- halte auch dein Mobiltelefon möglichst weiter vom Gerät entfernt
Wie bereitest du dich vor
Der Holter‑Monitor wird zu einem vereinbarten Termin in der Praxis angelegt.
Da du das Gerät mindestens 24 Stunden durchgehend tragen musst, solltest du dich darauf einstellen. Komme zur Untersuchung bitte frisch geduscht!
Die Assistentin klebt selbstklebende Elektroden an mehreren Stellen deiner Brust auf. Die Elektroden sind mit dünnen Kabeln mit dem Gerät verbunden. So „sammelt“ das System die elektrischen Informationen deines Herzens.

Bei starker Brustbehaarung muss die Hautstelle unter der Elektrode (ungefähr in Briefmarken‑Größe) rasiert werden. Ohne Rasur halten die Elektroden nicht und die Untersuchung kann nicht durchgeführt werden.
Nachdem der Holter‑Monitor angelegt wurde, erhältst du Anweisungen zum Tragen. Danach kannst du nach Hause gehen und deinen normalen Alltag wieder aufnehmen. Du kannst arbeiten, dich bewegen usw. – mit dem Gerät.
Gerade deshalb sollst du aktiv bleiben, damit deine Beschwerden „provokiert“ werden. Wenn du während der Aufzeichnung regungslos sitzt, treten deine Symptome möglicherweise nicht auf (oder nicht sicher).
Wie läuft es ab?
Der Holter‑Monitor wird in der Regel 24 Stunden lang getragen. Längere Untersuchungen sind seltener, aber manchmal erforderlich.
Das Gerät zeichnet jeden Herzschlag auf – normale und auffällige, Aussetzer, starke Schläge, solche, die mit heftigem Herzklopfen verbunden sind, usw.
Die Überwachung ist völlig schmerzfrei. Die Elektroden und Kabel können unter der Kleidung verborgen werden. Das Gerät kannst du am Gürtel befestigen oder es gehört eine kleine Tragetasche dazu, die das ungestörte Tragen erleichtert.

Das Gerät darf während der gesamten Aufzeichnungszeit nicht abgenommen werden – auch nicht beim Schlafen.
Wasser kann das Gerät beschädigen, daher solltest du während der Tragedauer nicht schwimmen, duschen oder baden. Bei mehrtägigen Untersuchungen wird dir gezeigt, wie die Untersuchung kurzzeitig unterbrochen werden kann (Elektroden und Monitor abnehmen und später wieder anschließen). Das ist nötig, um sich zu reinigen. Halte die Unterbrechung möglichst kurz! Denk daran: Die Untersuchung dient deinem Nutzen. Wenn der Monitor nicht getragen wird, während eine Rhythmusstörung auftritt, ist die Untersuchung nutzlos.
Während du den Holter‑Monitor trägst, kannst du die meisten gewöhnlichen Alltagsaktivitäten ausführen, sofern dein Arzt nichts anderes anordnet. Führe dabei ein Protokoll darüber, was du unternimmst.
Beispielsweise: Wenn du zu Fuß zehn Stockwerke hochgehen musst, notiere, wann du gestartet bist und wann du oben angekommen bist, denn bei körperlicher Belastung steigt dein Puls! Wenn du dem Arzt nicht mitteilst, dass du viele Treppen gestiegen bist, kann er anhand des EKGs zu falschen Schlüssen kommen!!
Also: das dient deinem eigenen Interesse!
Notiere auch deine wahrgenommenen Symptome. Besonders wichtig ist, dass du Datum und Uhrzeit vermerkst, wenn du eines der folgenden Symptome bemerkst:
- pochendes, schnelles oder ausgelassenes Herzklopfen
- Atemnot
- Brustschmerzen
- Schwindel
Schreibe unbedingt auf, wann genau und welche Tätigkeiten du ausgeübt hast, als diese Symptome auftraten, falls du überhaupt ähnliche Beschwerden bemerkst.
Wenn die Untersuchungszeit zu Ende ist...
Nach Ablauf des Aufzeichnungszeitraums muss das Gerät zurück in die Praxis gebracht werden. Die gespeicherten Daten werden von einem Computer‑Analysetool „ausgelesen“.
Um zu verstehen, wie viele Daten zusammenkommen: Bei mäßiger körperlicher Aktivität schlägt dein Herz etwa 80‑mal pro Minute. Das sind rund 4.800 Schläge pro Stunde und ungefähr 110.000 an einem Tag!
Der Computer analysiert jeden einzelnen Herzschlag. Er gruppiert normale und auffällige Kurven und fasst die Daten zusammen.
Anschließend sieht sich ein EKG‑Experte die vom Computer vorbereiteten Daten an, überprüft und verifiziert sie. Eine so gründliche Durchsicht — falls auffällige Abweichungen vorliegen — kann 30–40 Minuten oder länger dauern.
Dein während der Untersuchung geführtes Aktivitäts‑Protokoll liefert dabei wichtige Informationen. Bei der Auswertung werden die Holter‑Daten mit deinen Aufzeichnungen verglichen. Das kann bei der genauen Diagnosestellung helfen.
Ergebnis (Befund)
Aus den Holter‑Aufzeichnungen lassen sich in vielen Fällen bestimmte Herzkrankheiten eindeutig erkennen. In anderen Fällen sind weitere Untersuchungen notwendig.
Oft liefert das Holter‑EKG genug Informationen, damit eine Behandlung begonnen werden kann.
Kontrolluntersuchung
Ein weiterer wichtiger Einsatzbereich des Holter ist die Überprüfung der Wirkung von Herzmedikamenten.
Eine Kontrolluntersuchung erfolgt in der Regel einige Wochen nach Beginn einer medikamentösen Therapie. Der Grund, warum man nicht sofort prüft, ist, dass die Medikamente Zeit benötigen, bis ihre Wirkung sich einstellt.