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Kniearthrose (Gelenkknorpelverschleiß) – was Sie wissen sollten

Kniearthrose (Gelenkknorpelverschleiß) – was Sie wissen sollten

Eine der häufigsten Erkrankungen des Kniegelenks ist die Arthrose, auch Gelenkknorpelverschleiß genannt. Die Beschwerden entwickeln sich langsam, danach können die Schmerzen Sie über Jahre oder Jahrzehnte quälen. Da es sich um eine degenerative Erkrankung handelt, kann das Krankenhaus nicht viel für Sie tun. Ihr Arzt kann Ihnen jedoch physikalische Therapiegeräte für die Heimanwendung empfehlen. Wärmetherapie, TENS-Behandlung, Mikrostrom, therapeutischer Ultraschall, Magnetfeldtherapie und Softlaser können bei Arthrose je nach Krankheitsstadium und auf unterschiedliche Weise unterstützen.

Musculoskeletal
Knie und Oberschenkel
Dr. Zátrok Zsolt
Dr. Zátrok Zsolt

Definition Kniearthrose (Gelenkknorpelverschleiß): Was Sie nach der Diagnose wissen sollten

„Der Knorpel ist abgenutzt – damit müssen Sie leben." Wenn Sie diesen Satz zusammen mit Ihrem Befund gehört haben, ist dieser Artikel für Sie gedacht – denn die erste Hälfte stimmt, die zweite ist jedoch irreführend. Kniearthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung: Ab 65 Jahren ist sie fast eine Volkskrankheit, doch bei Überlastung, Verletzungen oder Übergewicht kann sie deutlich früher auftreten. Und obwohl abgenutzter Knorpel tatsächlich nicht nachwächst, hängen Schmerzen und Beweglichkeit NICHT vom Röntgenbild ab – sondern von einer Reihe von Faktoren, die Sie beeinflussen können: Muskelkraft, Körpergewicht, Entzündung rund um das Gelenk und Durchblutung.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen: Was in Ihrem Gelenk passiert, welche Stadien der Prozess hat, was Sie zur Vorbeugung und zur Verringerung der Beschwerden tun können – von Bewegung und Körpergewicht über Medikamente und therapeutische Geräte für die Heimanwendung bis hin zur Frage einer Operation. Der Schwerpunkt liegt dabei durchgehend auf dem, was aus der Forschung am deutlichsten hervorgeht: Arthrose ist ein aktiv behandelbarer Zustand, und Sie selbst können am meisten dafür tun.

Kniearthrose – Gelenkknorpelverschleiß

Kerngedanke Kerngedanke

Bei Kniearthrose stehen das Ausmaß der Schmerzen und der im Röntgenbild sichtbare Verschleiß oft in keinem erkennbaren Verhältnis zueinander: Es gibt stark abgenutzte Knie, die kaum schmerzen – und leicht abgenutzte Knie, die sehr schmerzhaft sind. Das ist die wichtigste gute Nachricht bei dieser Erkrankung. Denn es bedeutet: Die Schmerzen werden zu einem großen Teil von beeinflussbaren Faktoren bestimmt – von Entzündung, schwacher Oberschenkelmuskulatur und Überlastung. Studien zeigen, dass ein regelmäßiges Bewegungstherapieprogramm allein eine ebenso starke Schmerzlinderung bewirken kann wie entzündungshemmende Medikamente – ohne Nebenwirkungen.1

Ursachen Was passiert in Ihrem Gelenk – und warum entsteht Arthrose?

Im gesunden Knie sind die Knochenenden von einer glatten, elastischen Knorpelschicht bedeckt. Sie verringert die Reibung und dämpft Stöße – für die „Schmierung" sorgt die Gelenkflüssigkeit. Bei Arthrose wird diese Knorpelschicht dünner, ihre Oberfläche fasert auf und ihre Belastbarkeit nimmt ab. Der Körper baut das Gelenk als Reaktion darauf um: Die Knochenränder verdicken sich, knöcherne Auswüchse (Osteophyten) entstehen und die Gelenkinnenhaut entzündet sich von Zeit zu Zeit – sie ist für die schmerzhaften, geschwollenen „schlechten Phasen" verantwortlich.

Nach den auslösenden Ursachen unterscheiden wir zwei Formen. Die primäre Arthrose entsteht ohne eindeutig erkennbare Ursache, meist nach dem 45. Lebensjahr und häufiger bei Frauen – im Hintergrund stehen eine erbliche Veranlagung und jahrzehntelange Belastung. Die sekundäre Arthrose lässt sich auf eine erkennbare Ursache zurückführen: eine frühere Knieverletzung (Band- oder Meniskusverletzung), dauerhafte Überlastung (kniende Arbeit, Sport mit hoher Stoßbelastung), eine angeborene Achsfehlstellung (X- oder O-Beine), deutliches Übergewicht, Diabetes oder eine entzündliche Gelenkerkrankung. Bei der sekundären Form ist die Behandlung der Ursache – zum Beispiel eine Gewichtsregulierung oder die Korrektur der Achsfehlstellung – der Schlüssel, um den Prozess zu verlangsamen.

Stadium Was ist im Gelenk zu sehen? Worauf liegt der Schwerpunkt?
Stadium I (leicht) Die Knorpelmasse ist geringfügig vermindert, der Gelenkspalt noch erhalten; Beschwerden treten typischerweise bei Belastung auf Die günstigste Situation zum Handeln: Bewegungsprogramm, Gewichtsregulierung, Muskelaufbau – in diesem Stadium lässt sich der Prozess am stärksten verlangsamen
Stadium II (mäßig) Der Gelenkspalt wird enger, die Knorpeloberfläche zerfällt, erste knöcherne Auswüchse treten auf Maßnahmen aus Stadium I plus gezielte symptomatische Behandlung in schmerzhaften Phasen (Gerätetherapien, bei Bedarf Medikamente)
Stadium III (fortgeschritten) Deutliche Gelenkspaltverschmälerung, ausgedehnter Knorpelschaden, häufigere Entzündungsschübe, beginnende Fehlstellung Regelmäßige, gelenkschonende Bewegung (Fahrrad, Wasser), konsequente symptomatische Behandlung, orthopädische Betreuung
Stadium IV (schwer) Der Gelenkspalt ist fast verschwunden, die Knochenenden bewegen sich aufeinander, Fehlstellung und dauerhafte Bewegungseinschränkung Orthopädische Entscheidung über eine Prothese – in diesem Stadium kein Scheitern, sondern ein bewährter Weg zu mehr Lebensqualität
Arthrosestadien nach dem Zustand des Knorpels

Die Beschwerden folgen einem typischen Muster: Anfangs schmerzt das Knie nur nach stärkerer Belastung. Danach kommt der sogenannte Anlaufschmerz hinzu – die ersten Schritte nach dem Aufstehen tun weh, dann „läuft sich das Knie ein". Später treten die Schmerzen bereits bei geringerer Belastung und schließlich auch in Ruhe auf. Typisch sind außerdem eine kurze Morgensteifigkeit, Knirschen und Knacken bei der Bewegung, Schwellung und Wärme in schlechten Phasen sowie bei fortgeschrittener Erkrankung eine eingeschränkte Beweglichkeit und eine sichtbare Veränderung der Beinachse.

Funktionsweise Warum tut es weh – und was können Sie verändern?

Eine überraschende Tatsache: Im Knorpel selbst gibt es keine schmerzempfindlichen Nervenendigungen – der ausgedünnte Knorpel tut also nicht von selbst weh. Die Schmerzen gehen von den anderen, reich mit Nerven versorgten Teilen des Gelenks aus: der entzündeten Gelenkinnenhaut, der gespannten Gelenkkapsel, der überlasteten Knochenhaut und der Muskulatur, die sich als Schutz verkrampft und ermüdet. Deshalb besteht kein enger Zusammenhang zwischen Röntgenbild und Beschwerden.

Und deshalb ist die Erkrankung behandelbar: Jede dieser Schmerzquellen lässt sich beeinflussen. Die Entzündung kann gelindert, die Muskulatur wieder aufgebaut und die Belastung klug dosiert werden – das Ausmaß des Verschleißes ist nur einer und nicht einmal der wichtigste Akteur auf der Schmerz-Bühne.

Wenn ich eine einzige Botschaft aus den vergangenen Jahrzehnten der Arthroseforschung hervorheben müsste, wäre es diese: Ein regelmäßiges Übungsprogramm ist die wirksamste und sicherste Behandlung. Die Cochrane Collaboration hat auf Grundlage von 54 Studien mit qualitativ hochwertiger Evidenz bestätigt, dass Bewegung bei Kniearthrose die Schmerzen auf einer 100-Punkte-Skala durchschnittlich um 12 Punkte verringert, die Funktion und die Lebensqualität verbessert – in einem Ausmaß, das mit entzündungshemmenden Medikamenten vergleichbar ist, aber ohne Nebenwirkungen.1

Die zweite große Waffe ist das Körpergewicht: In der IDEA-Studie mit 454 Personen verringerte sich bei einer Gewichtsabnahme von etwa 10 Prozent durch Ernährung und Bewegung die Belastung des Knies messbar. Entzündungswerte im Blut (IL-6) verbesserten sich, und Schmerzen sowie Funktion entwickelten sich günstiger als in allen anderen Gruppen.2 Jedes verlorene Kilogramm „zählt" für das Knie mehrfach – beim Treppensteigen wird das Gelenk mit mehr als dem Dreifachen des Körpergewichts belastet.

Bewegung und Körpergewicht bilden die Grundlage – Therapiegeräte für die Heimanwendung helfen Ihnen dabei, diese Grundlage schmerzfrei aufzubauen. Eine Zusammenfassung von 22 placebokontrollierten Studien zum Softlaser bestätigte eine dosisabhängige Schmerzlinderung bei Kniearthrose: In den behandelten Gruppen verringerten sich die Beschwerden auf einer 100-Punkte-Skala um 19 Einheiten, und die Wirkung erreichte erst Wochen nach der Behandlung ihren Höhepunkt.3 Bei der Magnetfeldtherapie (PEMF) zeigte eine Metaanalyse mit 614 Patienten eine Verbesserung von Schmerzen, Steifigkeit UND körperlicher Funktion.5 Die elektrische Muskelstimulation hat sich außerdem beim Wiederaufbau schwacher Oberschenkelmuskulatur bewährt – in einer Metaanalyse zur Rehabilitation nach einer Knieoperation nahm die Muskelkraft bereits im ersten Monat messbar zu.6

Die gemeinsame Logik: Diese Geräte durchbrechen den Teufelskreis aus Schmerz, Entzündung und Muskelschwäche an unterschiedlichen Stellen – deshalb können sie miteinander und mit Bewegung kombiniert werden.

Vorbeugung Vorbeugung – den Knorpel erhalten

Knorpel hat keine eigene Blutversorgung. Er nimmt seine Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit auf, und zwar während der Bewegung – der Wechsel zwischen Belastung und Entlastung pumpt die Nährstoffe hinein, wie in einen in Wasser getauchten Schwamm.

Deshalb ist regelmäßige, gleichmäßige und stoßfreie Bewegung der treueste Freund des Knorpels: Radfahren, Schwimmen, Gehen und der Crosstrainer. Und deshalb sind zwei Extreme seine Feinde: Bewegungsmangel (nicht ernährter Knorpel verkümmert schneller) und plötzliche starke Stoßbelastung eines untrainierten Gelenks.

Weitere Säulen der Vorbeugung sind eine kräftige Oberschenkelmuskulatur (ein gut arbeitender Muskelmantel „nimmt" dem Gelenk einen Teil der Belastung ab), ein gesundes Körpergewicht2, gut dämpfende und stabile Schuhe – sowie der ernsthafte Umgang mit Verletzungen: Die fachgerechte Behandlung und vollständige Rehabilitation einer Knieverletzung in jungen Jahren (Band, Meniskus) gehört zu den wichtigsten Schritten, um einer späteren Arthrose vorzubeugen.

Behandlung Die Stufen der Behandlung – vom Lebensstil bis zur Operation

Die Grundlage in jedem Stadium: ein regelmäßiges, dosiertes Bewegungsprogramm und die Regulierung des Körpergewichts – das ist kein „zusätzlicher Tipp", sondern eine Behandlung der ersten Linie in internationalen Leitlinien, mit einer Wirkung wie ein Medikament.12 Die Übungen sollten Sie zunächst von einem Physiotherapeuten (oder medizinischen Fitnesstrainer) zusammenstellen lassen; danach können Sie sie zu Hause fortsetzen.

Medikamente: Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente sind hilfreiche symptomatische Mittel für schlechtere Phasen – sie machen den Prozess nicht rückgängig, und eine langfristige tägliche Einnahme kann Nebenwirkungen verursachen. Ziel ist deshalb eine kluge, zeitweise Anwendung nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt. Die Studienlage zu knorpelschützenden Präparaten (Glucosamin, Chondroitin) ist uneinheitlich: Das Ausprobieren ist mit einem geringen Risiko verbunden, aber erwarten Sie kein Wunder.

Injektionsbehandlungen: Hyaluronsäure („Gelenkschmierstoff") und Kortisoninjektionen gehören zum Instrumentarium des Orthopäden – Kortison zur raschen Linderung starker Entzündungsschübe, Hyaluronsäure zur Erleichterung der Bewegung, mit individuell unterschiedlichem Ergebnis.

Therapien mit Geräten für die Heimanwendung – zur täglichen Behandlung der Beschwerden und als Unterstützung für die Bewegung:

Methode Was bringt sie? Wann ist sie sinnvoll?
Softlaser Dosisabhängige Linderung von Schmerzen und Entzündung – in Studien deutliche Wirkung gegenüber Placebo, mit wochenlangem Nachwirkeffekt3; entscheidend ist eine korrekte Dosis mit gezielter Anwendung am Gelenkspalt4 Zur kurartigen Behandlung schmerzhafter Phasen und als „Ermöglicher" der Bewegung – ein ausführliches Protokoll finden Sie im Artikel Softlaser bei Knieschmerzen
Magnetfeldtherapie (PEMF) Laut Metaanalyse verbesserten sich Schmerzen, Steifigkeit und körperliche Funktion gegenüber den Kontrollgruppen5 Für lange, komfortable Behandlungen, auch über Nacht – Einzelheiten im PEMF-Leitfaden
TENS Schnelle, medikamentenfreie Schmerzlinderung – die Wirkung tritt während und nach der Behandlung ein An schlechten Tagen nach Bedarf – ein symptomatisches Hilfsmittel, das Sie in Bewegung hält
Muskelstimulation (EMS) Aufbau der Oberschenkelmuskulatur auch dann, wenn Bewegung wegen der Schmerzen schwierig ist – eine Metaanalyse bestätigt den Kraftzuwachs in der Rehabilitation nach einer Operation6 Bei schwacher Oberschenkelmuskulatur zusätzlich zur Bewegung; Einzelheiten im Artikel Oberschenkelmuskulatur mit einem Muskelstimulator kräftigen
Ultraschalltherapie Tiefengewebliche Mikromassage für die Weichteile – vor allem bei anfänglichen Beschwerden mit Schwerpunkt auf den Weichteilen Als Ergänzung – Einzelheiten im Leitfaden zur therapeutischen Ultraschalltherapie

Operation: Wenn die konservative Behandlung ausgeschöpft ist und die Schmerzen die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen, ist eine Knieprothese heute eine Routineoperation mit sehr guten langfristigen Ergebnissen. Eine gut getimte Prothese bedeutet nicht, den Kampf aufzugeben, sondern das aktive Leben zurückzugewinnen. Die Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit dem Orthopäden; bei der Rehabilitation nach der Operation kommen die hier beschriebenen Geräte (EMS, Laser) wieder zum Einsatz.

Mein Rat Mein Rat

Die Behandlung der Arthrose ist keine einmalige Entscheidung, sondern tägliche Routine – und das wirksamste Programm ist überraschend einfach: täglich 20–30 Minuten gelenkschonende Bewegung (Fahrrad, Spaziergang, Wasser), zwei- bis dreimal pro Woche gezielte Übungen zur Kräftigung der Oberschenkel, in schmerzhaften Phasen eine kurartige Gerätetherapie (Laser oder Magnetfeldtherapie) und Geduld mit der Waage. Nach einem Monat wird nicht das Röntgenbild schöner sein – aber das Treppensteigen leichter. Und genau das zählt. Ihr Knie ist kein Autoreifen, der „abgefahren" wird: Es ist lebendes Gewebe, das gute Pflege belohnt.

Geräte zur Behandlung von Arthrosebeschwerden

Eine bewährte Lösung aus unserem Sortiment für jede Methode:

Personal-Laser L400

Softlaser mit 400 mW und 808 nm – die Punkte am Gelenkspalt lassen sich mit kurzer Behandlungszeit pro Punkt behandeln; eine praktische, tragbare Wahl für das Knieprotokoll.

Magnum 2500 Magnetfeldtherapiegerät

Zweikanaliges PEMF-Gerät mit hoher Feldstärke und fertigen Gelenkprogrammen – eine komfortable Lösung für lange, auch nächtliche Behandlungen.

Myolito TENS/EMS-Gerät

Schmerzlinderung und muskelkräftigende Stimulation der Oberschenkelmuskulatur in einem Gerät – TENS-Behandlung an schlechten Tagen und Muskelaufbau mit nur einem Gerät.

Das vollständige Angebot finden Sie in der Kategorie Arthrosebehandlung – bei der Auswahl eines Lasers hilft Ihnen unser Knieartikel.

Warnung Wann sollten Sie NICHT mit einer Behandlung zu Hause beginnen?

  • Warmes, rotes, geschwollenes Knie mit Fieber – kann auf eine Gelenkinfektion oder akute Entzündung hinweisen: Eine sofortige ärztliche Behandlung ist erforderlich
  • Blockierendes, „wegknickendes", instabiles Knie – möglicherweise stecken ein Meniskus- oder Bandproblem dahinter: zuerst orthopädisch untersuchen lassen
  • Plötzliche starke Schmerzen und Schwellung nach einer Verletzung – zuerst die Diagnose, danach die Behandlung
  • Nicht untersuchte, schnell zunehmende Beschwerden – Arthrose ist eine langsam fortschreitende Erkrankung; ein Knie, das sich innerhalb von Wochen dramatisch verschlechtert, spricht für eine andere Ursache
  • Eigene Gegenanzeigen der Gerätetherapien – Herzschrittmacher (elektrische und magnetische Behandlungen), Schwangerschaft, Krebserkrankung, Thrombose: Einzelheiten finden Sie im Artikel zur jeweiligen Methode

Achtung Die Diagnose ist keine Selbstdiagnose

Knieschmerzen können viele andere Ursachen als Arthrose haben – entzündliche Gelenkerkrankungen, Gicht, Meniskusverletzungen oder osteoporotische Frakturen. Das hier beschriebene Programm gilt für eine UNTERSUCHTE, ärztlich festgestellte Arthrose. Wenn Sie wegen Ihrer Beschwerden noch nicht beim Arzt waren, ist das der erste Schritt – ein Behandlungsplan kann nur auf einer genauen Diagnose beruhen.

FAQ Häufig gestellte Fragen

Die ehrliche Antwort: Die Regenerationsfähigkeit des hyalinen Knorpels ist sehr begrenzt – ein deutlicher Verschleiß lässt sich nach heutigem Wissen nicht rückgängig machen. Aber die Frage sollte anders gestellt werden: Sie müssen den Knorpel nicht „nachwachsen lassen", damit es Ihnen gut geht. Die Schmerzen werden durch Entzündung, schwache Muskulatur und Überlastung verursacht – all das lässt sich verbessern, und der Zustand des verbleibenden Knorpels kann durch eine gute Belastungsdosierung über viele Jahre erhalten werden. Das Ziel ist nicht das Knie eines Zwanzigjährigen, sondern ein schmerzfreier Alltag – und der ist erreichbar.

Nicht nur das – Sie sollten es. Bewegung ist die Behandlung der ersten Linie1. Die Frage ist nur: WAS und WIE VIEL? Gelenkfreundliche Bewegungsformen sind Fahrradfahren, Schwimmen, Wassergymnastik, Gehen, der Crosstrainer und gezieltes Krafttraining. Überdenken sollten Sie Sportarten mit hoher Stoßbelastung und plötzlichen Richtungswechseln (Laufen auf hartem Untergrund, Fußball, Basketball). Sie sind nicht für jeden verboten, aber bei fortgeschrittenem Verschleiß ist eine gelenkfreundlichere Alternative sinnvoll. Als Faustregel gilt: Leichter Muskelkater am Tag nach dem Training ist in Ordnung. Schmerzen und Schwellung im Gelenk, die bis zum nächsten Tag anhalten, sind ein Zeichen für eine zu hohe Belastung.

Glucosamin und Chondroitin gehören zu den am meisten diskutierten Substanzen: Ein Teil der Studien fand eine geringe symptomatische Verbesserung, ein anderer Teil keine – den Wiederaufbau von Knorpel konnte keines der beiden Präparate nachweisen. Die Bilanz: geringes Risiko, ungewisser und höchstens bescheidener Nutzen. Wenn Sie es ausprobieren, geben Sie dem Präparat 2–3 Monate und bewerten Sie die Wirkung ehrlich – aber nehmen Sie es niemals STATT der nachweislich wirksamen Grundlagen (Bewegung, Körpergewicht12), sondern höchstens zusätzlich.

Nicht das Röntgenbild entscheidet, sondern die Lebensqualität: Wenn die Schmerzen trotz konsequenter konservativer Behandlung (Bewegung, Körpergewicht, symptomatische Therapien) Ihren Alltag dauerhaft beeinträchtigen – Sie nicht schlafen können, Ihre Lieblingsaktivitäten aufgeben und jeder Schritt zur Belastung wird –, sollten Sie mit dem Orthopäden über eine Operation sprechen. Die gute Nachricht: Eine Knieprothese gehört heute zu den erfolgreichsten Routineoperationen. Die große Mehrheit der Patienten gewinnt damit jahrzehntelange, aktive und schmerzfreie Nutzung. Eine kräftige Oberschenkelmuskulatur vor der Operation ist außerdem der Schlüssel zu einer schnelleren Erholung – das „Training vor der Prothese" ist eine besonders lohnende Investition.

Die Art Ihrer Beschwerden entscheidet. Wenn die Schmerzen Sie an der Bewegung hindern, beginnen Sie mit einer Softlaser-Behandlung (die stärkste Datenlage zum Knie3) und bauen Sie parallel Ihr Bewegungsprogramm auf. Wenn Sie eine lange, komfortable Behandlung bevorzugen oder den Laser nicht täglich einplanen können, ist die Magnetfeldtherapie eine gute Alternative.5 Bei sichtbar schwacher Oberschenkelmuskulatur eignet sich EMS zusätzlich zur Bewegung.6 Und für schlechte Tage: TENS. Die Methoden können kombiniert werden – typisch ist eine Laser- oder Magnetfeldkur plus ein wöchentliches EMS-Programm zwischen den Bewegungstagen.

Forschung Was die Forschung sagt – Antworten auf Leserfragen

„Ist Bewegung wirklich so wirksam wie ein Medikament? Das kann ich kaum glauben."

Doch, das ist eine der belastbarsten Erkenntnisse der Arthroseforschung: Die Cochrane Collaboration hat auf Grundlage von 54 randomisierten Studien mit mehreren tausend Patienten und qualitativ hochwertiger Evidenz bestätigt, dass ein regelmäßiges Übungsprogramm bei Kniearthrose die Schmerzen auf einer 100-Punkte-Skala durchschnittlich um 12 Punkte verringert und Funktion sowie Lebensqualität verbessert – die Effektstärke ist mit der von entzündungshemmenden Medikamenten vergleichbar, jedoch ohne Nebenwirkungen. Die Wirkung hält nach dem Ende des Programms noch Monate an.1 Deshalb gehört Bewegung in allen internationalen Leitlinien zur Behandlung der ersten Linie.

„Wie viel macht das Körpergewicht tatsächlich aus?"

In Zahlen: In der IDEA-Studie wurden 454 übergewichtige Patienten mit Kniearthrose 18 Monate lang beobachtet. Bei einer durch Ernährung und Bewegung erreichten Gewichtsabnahme von etwa 10 Prozent verringerte sich die Druckbelastung des Knies, die Entzündungswerte im Blut (IL-6) gingen zurück, und die Gruppe mit Ernährung plus Bewegung erreichte von allen Gruppen die stärkste Schmerzlinderung und die beste Funktion.2 Das Körpergewicht ist also kein „nebensächlicher Lebensstil-Tipp", sondern eine Behandlung, die gleichzeitig auf die Biomechanik und die Entzündung des Gelenks wirkt.

„Welche Daten gibt es zu den Geräten für die Heimanwendung?"

Die beiden am gründlichsten dokumentierten Methoden sind Laser- und Magnetfeldtherapie. Bei Softlaser zeigte eine Metaanalyse von 22 placebokontrollierten Studien eine dosisabhängige Schmerzlinderung – in der Untergruppe mit der empfohlenen Dosis fast 19 mm auf der 100-mm-Skala, mit einem Wirkungshöhepunkt in den Wochen nach der Behandlung.3 Bei der PEMF-Magnetfeldtherapie bestätigte eine Metaanalyse mit 614 Patienten neben der Schmerzlinderung auch eine Verbesserung von Steifigkeit und körperlicher Funktion.5 Bei chronischen Gelenkschmerzen im weiteren Sinne erwies sich eine gezielte Behandlung der Gelenkkapsel mit korrekter Dosis als entscheidend für die Wirkung.4 Die Schlussfolgerung für beide Methoden: bekannte Dosis, regelmäßige Behandlung – so erzielen sie die in Studien gemessenen Ergebnisse.

Zusammenfassung Zusammenfassung

Worum geht es in diesem Artikel? Ein vollständiger Leitfaden zur Kniearthrose: Ursachen und Stadien, Beschwerden, Vorbeugung und alle Stufen der Behandlung – vom nachweislich wirksamsten Bewegungs- und Gewichtsprogramm über Medikamente und Therapiegeräte für die Heimanwendung bis zur Entscheidung über eine Operation.

Für wen ist er gedacht? Für Menschen, die gerade die Diagnose Gelenkknorpelverschleiß erhalten haben und nach einem Plan suchen – und für Menschen, die seit Jahren damit leben, aber mehr aus ihrer Behandlung machen möchten.

Die wichtigste Botschaft: Der Verschleiß lässt sich nicht rückgängig machen – Schmerzen und Beweglichkeit hängen jedoch zu einem großen Teil nicht vom Verschleiß ab, sondern von beeinflussbaren Faktoren: Muskelkraft, Körpergewicht und Entzündung. Bewegung wirkt wie ein Medikament, Gewichtsabnahme verringert Belastung und Entzündung zugleich, und Geräte für die Heimanwendung (Laser, Magnetfeldtherapie, EMS, TENS) machen dieses Grundprogramm schmerzfrei durchführbar.

Der nächste Schritt: Beginnen Sie nach gesicherter Diagnose mit dem dreiteiligen Grundprogramm: täglich gelenkschonende Bewegung plus zwei- bis dreimal wöchentlich Kräftigung der Oberschenkel plus Gewichtsregulierung. In schmerzhaften Phasen können Sie eine kurartige Gerätetherapie ergänzen. Nach einem Monat konsequenter Routine werden Sie einen Unterschied spüren.

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Wissenschaftliche Quellen

  1. Fransen M, McConnell S, Harmer AR, et al. (2015). Exercise for osteoarthritis of the knee. Cochrane Database of Systematic Reviews. DOI: 10.1002/14651858.CD004376.pub3
  2. Messier SP, Mihalko SL, Legault C, et al. (2013). Effects of intensive diet and exercise on knee joint loads, inflammation, and clinical outcomes among overweight and obese adults with knee osteoarthritis: the IDEA randomized clinical trial. JAMA. DOI: 10.1001/jama.2013.277669
  3. Stausholm MB, Naterstad IF, Joensen J, et al. (2019). Efficacy of low-level laser therapy on pain and disability in knee osteoarthritis: systematic review and meta-analysis of randomised placebo-controlled trials. BMJ Open. DOI: 10.1136/bmjopen-2019-031142
  4. Bjordal JM, Couppé C, Chow RT, et al. (2003). A systematic review of low level laser therapy with location-specific doses for pain from chronic joint disorders. Australian Journal of Physiotherapy. DOI: 10.1016/s0004-9514(14)60127-6
  5. Tong J, Chen Z, Sun G, et al. (2022). The efficacy of pulsed electromagnetic fields on pain, stiffness, and physical function in osteoarthritis: a systematic review and meta-analysis. Pain Research & Management. DOI: 10.1155/2022/9939891
  6. Peng L, Wang K, Zeng Y, et al. (2021). Effect of neuromuscular electrical stimulation after total knee arthroplasty: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Frontiers in Medicine. DOI: 10.3389/fmed.2021.779019
Dr. Zátrok Zsolt

Dr. Zsolt Zátrok

Arzt, Medizintechnik-Experte, Blogger

Die Informationen in diesem Artikel dienen der Orientierung. Therapiegeräte für die Heimanwendung sind als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung bestimmt und ersetzen diese nicht. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt.

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