Rehabilitation nach Kreuzbandriss
Ein Riss des vorderen Kreuzbandes gehört zu den häufigsten Verletzungen bei Sportlern. Für sie ist die richtige Rehabilitation besonders wichtig, damit sie so schnell wie möglich ohne erhöhtes Verletzungsrisiko zum Wettkampf zurückkehren können. Für Nicht-Sportler dient die Rehabilitation dazu, die Muskelkraft zu erhalten und die Muskulatur wieder aufzubauen, damit das Knie so bald wie möglich voll funktionsfähig wird.
Folgen eines Kreuzbandrisses
Natürlich reißt ein Kreuzband nicht nur bei Profi-Sportlern! Gerade Freizeitaktivitäten (z. B. Skifahren, Freundschaftsfußball oder Basketball, Geländeläufe, Tennis) oder ein Autounfall können ebenfalls zu einer Kreuzbandverletzung führen.
In einem solchen Fall stehen Ihnen zwei Wege offen: eine Operation oder eine so weitgehende Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur, dass diese die Funktion des vorderen Kreuzbandes ganz oder teilweise übernimmt.
Wie auch immer Sie sich entscheiden, Ihre Rehabilitation wird mehrere Monate dauern. Bereits während der anschließenden Immobilisation beginnt der Muskelabbau, da das Bein nur teilweise oder gar nicht belastet werden kann. Innerhalb von 2–3 Wochen können Sie einen Rückgang von Muskelmasse und Muskelkraft im Vergleich zur gesunden Seite bemerken.
Physiotherapie und ihre Bedeutung
Die Aufgabe der Physiotherapie ist die Verbesserung des Bewegungsausmaßes und der Bewegungskoordination sowie die Rückgewinnung von Muskelkraft und Muskelmasse.
Suchen Sie am besten bereits vor der Operation eine Physiotherapeutin oder einen Physiotherapeuten auf, die/der Ihnen bei der OP-Vorbereitung hilft und vor allem die Rehabilitation nach dem Eingriff begleitet. Physiotherapie bedeutet nicht nur die wenigen Minuten täglicher Übungen, die Sie vielleicht in der Klinik gezeigt bekommen! Der Therapeut zeigt Ihnen ein paar Übungen, die Sie mehrmals täglich selbst durchführen müssen. Nicht nur 5 Minuten – auch wenn das beim ersten Mal vielleicht alles ist, was Sie schaffen –, sondern über die Zeit mit zunehmender Dauer und Intensität.
Die Wirksamkeit der Physiotherapie können Sie mit einfachen Hilfsmitteln erhöhen. Ein Beispiel ist der Knee Pulley, der hilft, den Bewegungsumfang des Knies zu vergrößern.
Dieses Produkt ist sehr effektiv, um Knieverletzungen vorzubeugen und die Erholung nach einer Verletzung zu unterstützen. Es spielt eine große Rolle in der postoperativen Rehabilitation, eignet sich aber auch, um ein längere Zeit immobilisiertes Knie wieder zu mobilisieren. Das Gerät kann an nahezu jedem Türrahmen befestigt werden: eine spezielle Verankerung fixiert es an der Tür, ohne die Tür zu beschädigen.

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und bringen Sie den Fuß in den Knöchelriemen. Ziehen Sie am Griff: Dadurch entsteht eine Drehbewegung am Knie, die den Bewegungsumfang verbessert. Der Knöchelriemen hält Ihren Fuß in der richtigen Position. Die Seillänge kann am Griff verstellt werden.
Auch Widerstandsbänder und -schlaufen sind sehr hilfreich. Führen Sie Ihre Übungen mit diesen Hilfsmitteln durch. Die Bewegung gegen den Widerstand der Gummibänder beschleunigt den Kraftaufbau. Hier finden Sie Widerstandsgeräte zur Kräftigung.
Unterstützung der Rehabilitation
Der Erfolg der Rehabilitation bemisst sich daran, wann und in welchem Umfang Sie die Muskelmasse und -kraft im operierten Bein zurückgewinnen. Nur so sind die Physiotherapie und die funktionellen Übungen effektiv durchführbar!
Dabei spielt die Muskelstimulation eine Schlüsselrolle. Leider erhält man darüber nur sehr wenig Information. Kreuzbandoperationen erfordern heute meist nur noch einen Krankenhausaufenthalt von ein bis zwei Tagen. Sie kommen schnell nach Hause. Aber damit ist es nicht getan: eigentlich sollte jetzt erst Ihre mehrmonatige Rehabilitation beginnen. Das ist nicht die Aufgabe des Krankenhauses, sondern zum Teil der Reha-Praxis, vor allem aber Ihre Verantwortung. Wenn Sie nicht trainieren und keine Muskelstimulation durchführen, wird Ihre Heilung nur unvollständig sein. Sie werden feststellen, dass Ihr Knie unsicher ist und frühere körperliche Aktivitäten „ausweglos“ erscheinen – wodurch Sie weniger Sport treiben und die Situation sich weiter verschlechtert.
Die Rolle der Muskelstimulation
Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben die Rolle der Muskelstimulation in der Rehabilitation untersucht und die Ergebnisse sind überzeugend. Personen, die Muskelstimulation in ihrer Rehabilitation verwendeten, erreichten deutlich größere Muskelkraft und eine geringere Differenz der Muskelkraft zwischen beiden Beinen als diejenigen, die keine Stimulation nutzten.
Bei Leistungssportlern beginnen die Behandlungen oft bereits zwei bis drei Tage nach der Operation, bei Normalpersonen einige Tage später (üblich sind 5–7 Tage). Für den Beginn der Stimulation muss eine Bedingung erfüllt sein: Das Kniegelenk muss die volle Streckung erreichen.
Damit das ersetzte Band nicht beschädigt wird, sollten Sie die Muskelstimulation in den ersten Tagen „passiv“ anwenden, also ohne Bewegung im Gelenk. Später (abhängig vom Heilungszustand, meist ab Tag 10–14) kann die Stimulation mit aktiven Bewegungen kombiniert werden (z. B. gestrecktes Beinheben, später Kniebeugung und -streckung, dann vorsichtig aus dem Stand mit Kniebeugen).
Die Heilung verläuft effektiver, wenn Sie die Muskelstimulation bereits in der Zeit vor der Operation nutzen. Es ist wichtig, wie viel Muskelmasse Sie vor dem Eingriff besitzen, denn durch die anschließende Inaktivität geht Muskulatur verloren. Sind Ihre Oberschenkel kräftig, beginnt die Rehabilitation aus einer besseren Ausgangslage.
Wahrscheinlich fragen Sie sich jetzt, wie man die Muskelstimulation anwenden soll?
Die Wirkung richtet sich wesentlich nach der korrekten Platzierung der Elektroden. Bei einem vorderen Kreuzbandriss sollten Sie sich auf den Quadrizeps und die Beinbeuger (Hamstrings) konzentrieren.
Zunächst gilt es, die Ausdauer für Stabilität zu verbessern, danach sollten schrittweise Kraft- und auch einige Hypertrophieprogramme in die Behandlungen integriert werden. Es ist ein Fehler, ausschließlich Hypertrophieprogramme zu verwenden, denn diese stärken andere Muskelfasern als jene, die für die Gelenkstabilität wichtig sind!
Ich habe einen Vorschlag zur Kräftigung des Quadrizeps erstellt. Das tägliche Programm können Sie mindestens einmal, besser 2–3 Mal täglich durchführen (je nach Zeit). Wenn möglich, behandeln Sie täglich, mindestens jedoch an 4–5 Tagen pro Woche. Erhöhen Sie die Stromintensität innerhalb einer Sitzung und versuchen Sie auch von Sitzung zu Sitzung die Intensität zu steigern. Die Kurdauer beträgt 8–12 Wochen!
Studien zeigen, dass die Muskelstimulation effektiver ist, wenn während der Behandlung Übungen durchgeführt werden. Zu Beginn sind liegende Übungen mit gestrecktem Bein erlaubt, später können Aufstehen aus dem Sitzen bzw. Kniebeugen folgen. Solche Übungen sollten frühestens ab der dritten Woche in Ihr Programm aufgenommen werden.
Bei den funktionellen Übungen sind kabellose Muskelstimulatoren bequemer zu verwenden als kabelgebundene Geräte.
Elektrische Muskelstimulation und Rehabilitation nach Kreuzbandoperation
Die elektrische Muskelstimulation ist ein wesentliches Instrument in der Kreuzbandrehabilitation, da sie nachweislich die Muskelkraft schnell und effektiv wiederherstellt. Muskelstimulatoren sind heute erschwinglich und können für den Heimgebrauch angeschafft werden.
Es lohnt sich, eine/n Physiotherapeuten/in aufzusuchen, der/die Ihnen die Anwendung des Geräts zeigt, das Anlegen der Elektroden demonstriert und hilft, die richtigen Programme mit passender Frequenz und Intensität auszuwählen.