Lebensstilmedizin. Ein Umdenken in der Heilung ist nötig!
Immer mehr Menschen stellen die heutige medizinische Praxis infrage – insbesondere die Tendenz, fast jedes Problem mit Medikamenten „zu lösen“. Bei den meisten chronisch Erkrankten bringt eine „lebenslange“ medikamentöse Therapie kaum bessere Ergebnisse als gar nichts. Medikamente bewegen nämlich nicht deine Muskeln oder Gelenke. Sie ändern auch nicht, was du isst oder welche schädlichen Gewohnheiten dich zerstören. Das öffentliche Denken über Heilung ist veraltet und überholt. Alles ruft nach einem Umdenken. Die Lebensstilmedizin ist eine neue Richtung, die für die heutzutage häufigsten Erkrankungen oft bessere Lösungen bietet, als man von Tabletten und Operationen erwarten kann.
Lebensstilmedizin – ein Umdenken in der Behandlung ist nötig
Die moderne Medizin hat unbestreitbar viele Leben gerettet. Bei Unfällen, Infektionen oder wenn ein operativer Eingriff nötig ist, gibt es keine Alternative: Ärztinnen und Ärzte können deinen Zustand schnell und effektiv wiederherstellen.
Wenn es jedoch um chronische, langfristige Erkrankungen geht, ist der traditionelle „Tablettenansatz" allein oft unzureichend. Medikamente lindern die Symptome, ändern aber nicht die zugrunde liegenden Ursachen.
Eine Tablette bewegt sich nicht für dich, schläft nicht für dich und wählt nicht die gesunden Lebensmittel für dich aus.
Was ist Lebensstilmedizin?
Lebensstilmedizin (Lifestyle Medicine) ist ein wissenschaftlich fundierter, neuer Ansatz, der nicht nur die Symptome behandelt, sondern auch die Ursachen von Erkrankungen angeht.
Studien zeigen, dass Zustände wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Adipositas zum großen Teil Folge von Lebensstilfehlern sind.
Wenn du in diesen Bereichen Änderungen vornimmst, kann häufig die Medikamenteneinnahme reduziert werden, der Verlauf der Erkrankung verlangsamt und in manchen Fällen teilweise rückgängig gemacht werden.
Die Säulen der Lebensstilmedizin
Die grundlegenden Bereiche, in denen auch du Entscheidungen treffen kannst:
- Ernährung – Wenn du möglichst viele frische, pflanzliche Lebensmittel isst, senkst du das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Bewegung – Regelmäßige Aktivität ist wie Wartung für deinen Körper: Sie verbessert die Durchblutung, stärkt die Muskeln und baut Stress ab.
- Schlaf – Ohne qualitativ guten Schlaf gibt es keine Regeneration. Es ist, als würdest du nachts an einer Tankstelle das Auftanken verpassen.
- Mentales Wohlbefinden – Wenn du auf deine seelische Gesundheit achtest, wirst du widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten.
- Soziale Beziehungen – Unterstützung durch Freunde und Familie stärkt und ist nachweislich ein Schutzfaktor gegen Depressionen.
- Vermeidung schädlicher Substanzen – Rauchen, Alkohol und Drogen schwächen die Wirkung jeder Behandlung.
Was kann sie zur Behandlung beitragen?
Lebensstilmedizin ersetzt nicht die akute medizinische Versorgung. Bei einem Unfall, einer Blinddarmentzündung oder wenn ein Tumor diagnostiziert wird, benötigst du sofort eine fachärztliche Behandlung.
Bei langfristigen, chronischen Erkrankungen kann sie jedoch enorm helfen.
- So hat sich gezeigt, dass Lebensstilprogramme bei Herzerkrankungen den Zustand der Patientinnen und Patienten deutlich verbessern können, während eine rein medikamentöse Therapie ihn oft nur stabilisiert.
- Ähnliche Erfahrungen gibt es bei Diabetikern: Viele konnten ihre Insulindosis durch tiefgreifende Änderungen ihres Lebensstils reduzieren.
Beispiele aus dem Alltag
- Ernährung: Wenn du als Diabetiker statt Süßigkeiten ballaststoffreiche Lebensmittel (Gemüse, Vollkornprodukte) wählst, kann sich dein Blutzuckerspiegel innerhalb weniger Wochen stabilisieren.
- Bewegung: Wenn du einen sitzenden Beruf hast und beginnst, täglich 30 Minuten zu gehen, wirst du nach 2–3 Monaten oft eine verbesserte Ausdauer und einen niedrigeren Blutdruck spüren.
- Mentale Gesundheit: Regelmäßige Atemübungen und Entspannungstechniken senken den Spiegel der Stresshormone, sodass du ruhiger und energiegeladener wirst.
Warum ist ein Umdenken wichtig?
Das Gesundheitssystem konzentriert sich heute oft auf die Reduktion von Symptomen. Langfristig ist es jedoch für dich und die Gesellschaft viel vorteilhafter, die Ursachen der Probleme zu beseitigen.
Dafür ist jedoch ein Umdenken erforderlich:
- Deine Ärztin oder dein Arzt sollte der Lebensstilberatung mehr Gewicht beimessen,
- du solltest die Möglichkeit von Veränderungen ernst nehmen,
- und die Gesellschaft sollte Prävention unterstützen – zum Beispiel gesunde Ernährung in Schulen oder städtische Räume, in denen man sich sicher bewegen kann.
Zusammenfassung
Lebensstilmedizin ist kein Wundermittel, sondern ein wissenschaftlich fundiertes ergänzendes Instrument. Sie hilft, chronische Erkrankungen vorzubeugen, zu behandeln und in vielen Fällen zurückzudrehen.
Sie wirkt nicht anstelle von Medikamenten, sondern neben ihnen und kann deren Notwendigkeit verringern.
Die Entscheidung liegt in deinen Händen. Deine täglichen Gewohnheiten bestimmen, ob Medikamente dein ganzes Leben lang eine Zwangslage bleiben oder nur eine vorübergehende Hilfe sein werden.
Eine Botschaft an dich: Wenn du die Schritte gehst – dich bewegst, auf die Ernährung achtest, dich ausruhst und deine Beziehungen pflegst – wird die Wirkung der Medikamente sich vervielfachen.