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Lymphmassagegerät – wofür ist es, wie wählt man?

Lymphmassagegerät – wofür ist es, wie wählt man?

Das Lymphmassagegerät ist in unserem Land unter mehreren Bezeichnungen bekannt – etwa als Druck-, Wellen- oder Kompressionstherapiegerät. Dabei handelt es sich jedoch stets um dasselbe Gerät. Es wird in ärztlichen Praxen, in kosmetischen Anwendungen und auch für die häusliche Anwendung eingesetzt. In diesem Artikel informiere ich über das, was du vor dem Kauf eines Lymphmassagegeräts wissen solltest.

Kompressionstherapie
Dr. Zátrok Zsolt
Dr. Zátrok Zsolt

Einleitung A nyirokmasszázs gép – nem csak nyirokbetegeknek

Die in unserem Land gebräuchliche Bezeichnung „nyirokmasszázs gép" kann irreführend sein, denn das Gerät ist nicht ausschließlich für Lymphpatienten geeignet, sondern bei zahlreichen Zuständen hilfreich: Fettödeme (Lipödem), venöse Insuffizienz, schwangerschaftsbedingte Krampfaderbeschwerden, postthrombotisches Syndrom, Schwellungen der Extremitäten nach Schlaganfall, Verbesserung der Muskelregeneration und auch Anwendungen im Wellness-Bereich.

Kerngedanke Kerngedanke

Das Lymphmassagegerät ist ein multifunktionales medizintechnisches Gerät: dieselbe Zentraleinheit kann bei Lymphödem, Lipödem, venösen Beschwerden, schwangerschaftsbedingten Krampfadern und zur Sportregeneration verwendet werden. Die Kaufentscheidung basiert im Wesentlichen auf drei Punkten: welches Gerät, welche Manschette, welche Zubehörteile.

Wofür dient die Lymphmassage?

Die Lymphmassage, insbesondere die maschinelle Lymphmassage bzw. pneumatische Kompressionstherapie, ist eine Behandlungsform, die besonders nützlich bei Lymphödemen und vielen anderen (gefäßbedingten) Durchblutungsstörungen sein kann.

Die maschinelle Lymphmassage verbessert den Fluss der Lymphflüssigkeit im Lymphsystem und unterstützt den Abtransport überschüssiger Flüssigkeit aus dem Gewebe. Dadurch werden Ödeme und Schwellungen reduziert.

Die Behandlung wirkt nicht nur auf das Lymphsystem, sondern fördert auch die Durchblutung, was bei venöser Insuffizienz besonders hilfreich sein kann.

Das Lymphmassagegerät ist nicht dafür gedacht, die Muskeln kräftig durchzukneten – es ersetzt keinen Sportmassagetherapeuten! Wenn du eine starke Muskelmassage möchtest, suche eine Massagebehandlung auf. Das Gerät dient der Unterstützung und Verbesserung der Blut- und Lymphzirkulation; daher sollten maximal 60–80 Hgmm Druck verwendet werden.

Mechanismus Was ist ein Lymphmassagegerät?

Das Lymphmassagegerät ist im Grunde ein medizinischer Luftkompressor. Der Druck lässt sich sehr präzise an die Anforderungen der medizinischen Behandlung anpassen.

Verschiedene Behandlungsmanschetten können angeschlossen werden, deren Luftkammern mit Luft befüllt werden. Die einzelnen Kammern können einzeln, nacheinander oder gemeinsam aufgeblasen werden. Die aufgeblasene Luftkammer erzeugt die gewünschte Wirkung: Sie komprimiert das Gewebe und bewirkt so die Verschiebung und Umlenkung von Blut und Lymphe.

Wie wählst du die passende Ausstattung?

Du musst mehrere Entscheidungen treffen:

  1. Welches Lymphmassagegerät?
  2. Welche Manschetten werden benötigt und in welcher Größe?
  3. Brauchst du zusätzliches Zubehör?

1. Welches Lymphmassagegerät solltest du wählen?

Ein Gerät brauchst du in jedem Fall; entscheidend ist zuerst, welches Lymphmassagegerät du kaufst.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen den Geräten:

  1. Verwendungszweck
  2. Anzahl der behandelten Luftkammern
  3. Programmierbarkeit und Feinheit der Druckregelung

1. Verwendungszweck

Es gibt Geräte für den Heimgebrauch und solche, die für den Einsatz in Einrichtungen konzipiert sind.

In Praxen für Lymphödeme findet man in der Regel robuste, für ganztägigen Dauerbetrieb ausgelegte Geräte. Da in solchen Einrichtungen höchste Präzision erforderlich ist, verwenden Praxisgeräte 6-, 8- oder 12-Luftkammer-Manschetten. Solche Geräte können anderthalb bis zwei Millionen Forint kosten (Power Q-8120). Praxisassistenten sind mit diesen Geräten vertraut und sagen daher oft Patienten, dass nur 6–12 Luftkammer-Geräte geeignet seien. Das ist jedoch nicht immer der Fall!

Für zu Hause werden einfachere, für 1–2 Stunden täglichen Betrieb ausgelegte, leichte Geräte mit in der Regel 4 Luftkammern empfohlen. Diese sind ungefähr im Bereich von 150.000–300.000 Forint erhältlich; das notwendige Zubehör ist oft bereits enthalten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Schwere deines Zustands.

Sind die Symptome mild und bestehen keine Komplikationen (keine Wunde, kein Ulkus), genügen einfache und günstige Geräte (Power Q-1000 Plus und Power Q-2200). Zudem sind einfache Geräte meist leicht zu bedienen und daher auch für ältere, weniger technikaffine Personen geeignet. Für diese ist ein einfaches Gerät besser, als das Ödem unbehandelt zu lassen.

Bei erheblichem Übergewicht, mittelschwerem oder schwerem Ödem oder ulzerativen Komplikationen reicht ein Basismodell nicht aus. In solchen Fällen empfehle ich Geräte mit mehr Einstellmöglichkeiten und höherer Behandlungspräzision (z. B. Power Q-2200 oder Power Q-1000 Premium). Solche Geräte sind auch dann zu wählen, wenn du an Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen leidest, weil in diesen Fällen eine präzise druckgeregelte Behandlung sehr wichtig ist.

Noch ein Unterschied: das Gewicht des Geräts.

Die vier Luftkammer-Geräte für den Heimgebrauch wiegen 2–3 kg und sind sogar für Reisen geeignet. 6–12 oder mehr Luftkammer-Geräte sind deutlich größer und wiegen oft 10 kg oder mehr.

2. Anzahl der Luftkammern

Die Anzahl der Luftkammern der Behandlungsmanschette ist wichtig für die Präzision der Therapie. Je mehr Luftkammern eine Manschette hat, desto feiner lässt sich die Lymphumlenkung steuern. Eine präzisere Behandlung erzielt schnelleres Ergebnis mit kürzerer Behandlungszeit.

Mit steigender Anzahl an Luftkammern steigen jedoch auch die Kosten für Gerät und Manschetten stark an, und die Bedienung und Einstellung des Geräts werden komplizierter. Wenn dein Budget es zulässt, wähle ein Gerät mit möglichst vielen Luftkammern (Power Q-8120).

Ich bin jedoch überzeugt, dass für die tägliche Heimanwendung in den meisten Fällen ein 4-Luftkammer-Gerät völlig ausreichend ist.

3. Programmierbarkeit

Die Programme der Geräte werden von einem Drucksensor gesteuert. Der Kompressor pumpt Luft in eine Luftkammer und stoppt, sobald der eingestellte Druck erreicht ist; dann beginnt er, die nächste Kammer zu füllen.

Die einfachsten Heimgeräte (Power Q-1000 Plus) bieten in der Regel nur ein „Programm“: Die Kammern der Manschette werden von unten nach oben aufgeblasen (bei Beinmanschetten zuerst die Kammer am Fußgelenk, dann die Unterschenkelkammer, weiter am Knie und bis zur Oberschenkelkammer). Der Druck ist in allen Luftkammern gleich. Bei solchen Geräten kannst du nur den Behandlungsdruck und die Behandlungsdauer einstellen. Solche einfachen Geräte kannst du erfolgreich bei milden Ödemen, Krampfaderbeschwerden und postthrombotischen Zuständen einsetzen.

Ist dein Ödem schwerer oder älter, füllt es sich schnell wieder auf oder liegen Komplikationen (z. B. Flüssigkeitsabsonderung, Ulkus) vor, ist ein Basismodell nur sehr eingeschränkt geeignet. Wenn es finanziell möglich ist, wähle ein Gerät mit höherer Funktionalität. Diese sind wirksamer als Basismodelle, kosten aber auch mehr.

Mittelklasse-Geräte (Power Q-2200) bieten bereits mehrere Aufblassprogramme, jedoch ist der Druck in den Luftkammern der Manschette noch einheitlich einstellbar.

Am effektivsten sind Geräte, bei denen der Druck jeder einzelnen Luftkammer der Behandlungsmanschette einstellbar ist, die Haltezeit des Drucks regulierbar ist und auch die Pausenlängen zwischen Aufblaszyklen einstellbar sind. Medizinische Studien zeigen, dass eine effektivere Behandlung des Lymphödems erreicht wird, wenn in den unteren Luftkammern ein höherer Druck als weiter oben eingestellt wird. Ebenso wichtig ist, dass die Druckhaltezeit so einstellbar ist, dass ein Zyklus mindestens 45 Sekunden dauert.

Höherwertige Geräte sind in der Lage, für jede Luftkammer unterschiedliche Drücke einzustellen (Power Q-1000 Premium).

Dies ist besonders bei der Behandlung der unteren Extremitäten bedeutsam. Eine Druckgradienteneinstellung – also höherer Druck am Fuß, der nach oben hin abnimmt – macht die Behandlung effektiver, da die Lymphe so schneller abfließen kann.

Außerdem ist bei einem präziseren Gerät (Power Q-1000 Premium) die Druckhaltezeit einstellbar. Sobald der Druck in einer Luftkammer den eingestellten Wert erreicht hat, hält das Gerät den Druck für eine eingestellte Dauer, sodass die Kompression länger anhält und die Lymphverschiebung effizienter erfolgt. Einstellbare Druckhaltezeiten sorgen also für effektivere Behandlungen.

2. Behandlungsmanschetten

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahl der passenden Behandlungsmanschetten.

Lymphmassage-Behandlungen mit Lymphmassagegerät

Natürlich solltest du eine Manschette wählen, die zu deinem Problem passt. Ein Lymphödem kann bei jedem unterschiedliche Bereiche betreffen; zudem beeinflussen individuelle Körperform und -größe die Auswahl.

Ist dein Arm betroffen, brauchst du eine Armmanschette in passender Größe. Für Bein- und Rumpfbehandlungen benötigst du andere Manschetten.

Bei den meisten Herstellern sind im Allgemeinen Arm-, Bein-, Taillen- und Hosenmanschetten für die Geräte erhältlich, jeweils in mehreren Größen.

In dieser Abbildung siehst du die Auswahl an Manschetten – natürlich empfiehlt nicht jeder Hersteller alle Varianten.

Auswahl Behandlungsmanschetten

Wähle die für dich passende Größe! Messe dazu deine Umfangswerte und vergleiche sie mit der Größentabelle.

Armmanschette

Ein Armlymphödem ist meist einseitig, daher brauchst du oft nur eine Manschette. Kaufst du das Gerät als Sportler zur Verbesserung der Muskelregeneration, lohnt sich der Erwerb von 2 Armmanschetten, damit du beide Arme gleichzeitig behandeln kannst. Die Armmanschette hat Klettverschlüsse, mit denen sie unter der gegenüberliegenden Achsel fixiert werden kann.

Knielange Beinmanschette

Diese bis etwa zum Knie reichende Manschette ist speziell für die Behandlung des postthrombotischen Syndroms nach Thrombosen geeignet. Ihre Anwendung kann 3–4 Monate nach einer Thrombose begonnen werden, um die Restsymptome der Thrombose zu behandeln. Bei Lymphödemen ist diese Manschette nur dann anwendbar, wenn die Schwellung sich auf Fuß bis maximal Knöchel beschränkt. Bei höherem Befall ist eine lange Manschette erforderlich.

Oberschenkellange Beinmanschette

Diese Manschette eignet sich hervorragend zur Behandlung von Beinlymphödemen, venösen Erkrankungen und Zuständen nach Thrombosen. Für Sportler zur Verbesserung der Muskelregeneration geeignet. Je nachdem, ob das Ödem einseitig oder beidseitig auftritt, kannst du eine einzelne Manschette oder ein Paar erwerben. Wenn Standardgrößen nicht passen, kann die Größe mit Vergrößerungen angepasst werden.

Taillenmanschette

Kaufe diese, wenn dein Lymphödem bis zur Oberschenkeloberkante reicht. Dann muss neben dem Bein auch der Rumpf behandelt werden. Die Manschette wird taillenförmig angelegt, beginnend dort, wo die Oberschenkelmanschette oben endet. Sie wird auch bei Cellulite-Behandlungen eingesetzt – in diesem Fall ist allerdings die Hosenmanschette oft wirksamer.

Hosenmanschette

Sie macht die Behandlung des oberen Oberschenkels, des Gesäßbereichs und des unteren Bauchbereichs effektiver. Optimal als Ergänzung für kosmetische Behandlungen, besonders bei Cellulite sowie nach Kavitation.

Das vollständige Manschetten- und Zubehörangebot findest du in der Kategorie Lymphmassage Zubehör.

Wie oft kann die maschinelle Lymphmassage angewendet werden?

Die maschinelle Lymphmassage ist bei Bedarf anzuwenden. Das heißt: Sobald du Spannung oder Schwellung spürst, beginne möglichst früh mit der Behandlung.

Wartest du, bis die Spannung stark ist und die Schwellung zunimmt, ist es viel schwieriger, sie zurückzudrängen!

Je nachdem, wie schnell sich die Schwellung wieder füllt, kannst du mehrmals täglich behandeln! Üblicherweise genügen 20–30 Minuten pro Anwendung, und die tägliche Gesamtdauer (am selben Gliedmaß) sollte 120 Minuten nicht überschreiten.

Mehrere kurze Behandlungen sind empfehlenswerter als eine lange.

Der geeignete Behandlungsdruck

Wie bereits erwähnt: Das Lymphmassagegerät dient der Verbesserung von Lymph- und Blutkreislauf. Die Lymphmassage ersetzt keine Sportmassage – es darf daher kein starker, schmerzhafter Druck eingestellt werden. Ziel der Lymphmassage ist die Förderung der venösen und lymphatischen Zirkulation; hierfür sind niedrige Drücke nötig.

Den meisten medizinischen Studien zufolge ist während der Lymphmassage ein Druck zwischen 20 und 60 Hgmm ausreichend. Natürlich gilt: Je niedriger der angewandte Druck, desto länger dauert es, bis die Wirkung erreicht ist. (Wenn du mit dem Auto 60 km/h fährst, kommst du langsamer ans Ziel als mit 120 km/h.)

Hoher Druck über 100 Hgmm verschlechtert deinen Zustand und macht das Lymphödem mit der Zeit unbehandelbar!

Zudem kann zu hoher Druck das Herz belasten. Bei Herzerkrankungen oder Bluthochdruck sei daher besonders vorsichtig; hier empfiehlt sich ein Druck unter 60 Hgmm. Auch dieser niedrigere Druck kann beim Lymphödem effektiv sein!

Wenn dein Gerät dies zulässt, stelle den Manschettendruck so ein, dass in den unteren Luftkammern ein höherer Druck herrscht und nach oben hin abnimmt. Bei einer 4-Luftkammer-Manschette z. B. 60–50–50–40 Hgmm (Fuß – Wade – Knie – Oberschenkel), bei einer 6-Luftkammer-Manschette z. B. 60–60–50–50–40–40 Hgmm pro Luftkammer.

Die Behandlungsdauer sollte jeweils 20–30 Minuten betragen. In der Regel ist eine Reduktion der Schwellung innerhalb von 10–15 Tagen erreichbar.

Das bedeutet jedoch nicht, dass du nicht weiter behandeln musst! Die Schwellung kehrt zurück, daher musst du das Lymphmassagegerät möglicherweise lebenslang täglich verwenden. So kannst du das Volumen reduzieren und ständige Beschwerden vermeiden.

Empfohlener Druckbereich

Das Ziel der Anwendung des Lymphmassagegeräts ist die Verbesserung der Blut- und Lymphzirkulation, wofür kein hoher Druck erforderlich ist – hohe Drücke sind sogar schädlich. Führe die Behandlungen nach Anweisung deines behandelnden Arztes oder Therapeuten durch. Hast du keine spezifische Anleitung erhalten, orientiere dich an den allgemeinen Richtlinien.

Zustand Druck (Hgmm) Behandlungszeit (Minuten) Manschette
Arm-Lymphödem 30–60 20–30 Arm
Bein-Lymphödem 30–60 20–30 Bein, Rumpf, Hosenmanschette
Fettödeme (Lipödem) 30–80 30–40 Bein, Hosenmanschette
Venöse Insuffizienz 40–50 30 Bein, knielange Manschette
„Schwere Beine” 40–50 30 Bein, knielange Manschette
Venöses Ulkus 30–50 20–45 Bein, knielange Manschette
Postthrombotischer Zustand 20–50 20–40 Bein, knielange Manschette
Muskelregeneration nach Training 80–90 20–30 Bein, Hosen- oder Armmanschette

Forschung Klinische Evidenzen zur Wirksamkeit der pneumatischen Kompression

Bei der Auswahl eines Lymphmassagegeräts hilft nicht nur die Erfahrung, sondern auch die wissenschaftliche Evidenz. Die folgenden Studien stützen die Protokollwahl für verschiedene Indikationen.

Su und Mitarbeiter (2025) – BCRL Meta-Analyse, 1397 Patienten

14 randomisierte klinische Studien zeigen, dass prophylaktische pneumatische Kompression das Auftreten eines brustkrebsassoziierten Lymphödems signifikant reduziert (RR=0,36; 95% CI 0,22–0,58). Optimales Protokoll: ≤40 mmHg Druck, >2 Wochen Behandlung, ≤24 Monate nach der Operation.1

Pajero Otero und Mitarbeiter (2022) – CPT+IPC vs. Kinesio Tape, BCRL

Bei 43 BCRL-Patientinnen erzielte die komplexe Physiotherapie + intermittierende pneumatische Kompression signifikant größere Volumenreduktionen (-2,2%) als Kinesio Tape (-0,9%, p=0,002). IPC ist somit ein validiertes Element des Behandlungsprotokolls.2

Kulchitskaya und Mitarbeiter (2024) – RCT zur Mikrozirkulation, 60 Patienten

Bei Patienten mit Lymphödem der unteren Extremitäten (Stadium I–III) verbesserte häusliche IPC in Kombination mit Basistherapie signifikant die Endothelfunktion, reduzierte arterioläre Spasmen und erhöhte die Kapillarperfusion. Das erklärt, warum Patienten bereits nach den ersten Anwendungen Linderung verspüren.3

Die klinische Evidenzbasis ist somit eindeutig: korrekt ausgewählte und eingestellte pneumatische Kompression ist nachweislich wirksam bei der Behandlung von Lymphödem, Lipödem und venösen Beschwerden – ergänzend zu Kompressionsbekleidung und Lebensstilmaßnahmen.

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Warnung Wann NICHt verwendet werden darf die maschinelle Lymphmassage?

Die maschinelle Lymphmassage ist in einigen Fällen kontraindiziert, in anderen Fällen muss sie mit größerer Vorsicht und niedrigerem Druck angewendet werden.

  • Frische tiefe Venenthrombose – an dem Bein bzw. Körperabschnitt, wo die Thrombose aufgetreten ist. Äußerer Druck könnte das Blutgerinnsel „ausstoßen" und eine potenziell lebensgefährliche Lungenembolie verursachen.
  • Bakterielle oder Pilzhautentzündung (Erysipel, Cellulitis) – die Massage kann die Erreger verteilen und so die Entzündung ausbreiten. Nach antibiotischer Behandlung und ärztlicher Freigabe kann wieder begonnen werden.
  • Herzinsuffizienz, Zustand nach Herzinfarkt, Kardiomyopathie – erhöhte Vorsicht, nur eine Manschette gleichzeitig, niedriger Druck (40–50 Hgmm).
  • Unbehandelter Bluthochdruck – erst nach Stabilisierung, mit niedrigem Druck und unter ärztlicher Aufsicht.
  • Aktiver maligner Tumor im Behandlungsgebiet – nur mit Zustimmung des Onkologen.
  • Aktive Hautinfektion (Erysipel/Cellulitis) – bei lokaler Schwellung, Schmerzen, Rötung, Eiter oder roten Strängen die Pumpe nicht verwenden, sondern sofort ärztlichen Rat einholen.
  • Säuglinge und Kinder unter 6 Jahren – nicht empfohlen; stattdessen allgemeine dekongestive Therapie (Bandagierung, Kompressionsstrümpfe, manuelle Lymphdrainage).

Info Wichtig

Die pneumatische Kompression ist ein Baustein eines komplexen Behandlungskonzepts und ersetzt nicht die ärztliche oder physiotherapeutische Versorgung. Bei neuen Beschwerden, zunehmender Schwellung, Schmerzen oder Hautveränderungen konsultiere deinen behandelnden Arzt.

FAQ Häufig gestellte Fragen

Die erste Generation der Kompressionsgeräte zielte auf die Behandlung von Arm-, Bein- oder Fußödemen ab. Die Manschette wurde gleichzeitig aufgeblasen und entlüftet. Anfangs wurden diese Geräte als Standardtherapie beim Lymphödem eingesetzt. Schnell zeigte sich jedoch, dass die gleichzeitige vollständige Aufblasung einen zu starken Druck erzeugt, der in angeborenen Lymphödemen über Jahre hinweg die Lymphgefäße und Lymphknoten schädigen kann. Daher raten Lymphtherapeuten ausdrücklich von der Verwendung alter Pumpen ab.

Es gibt kein einziges Medikament, Gerät oder Verfahren, das bei allen Patienten die gleiche Wirkung hätte! Es gab und gibt Kliniker, Therapeuten und Patienten, die mit dem Gerät keine guten Ergebnisse erzielten und dessen Anwendung nicht empfehlen. Jedem Misserfolg stehen jedoch hunderte erfolgreiche Anwendungen gegenüber. Die Geräte sind nicht für jeden geeignet, und der Erfolg hängt davon ab, wie präzise das Gerät ist und welche Einstellungen verwendet werden.

Fehlerhafte Einstellungen können schaden (zu hoher Druck) oder keine Wirkung zeigen (zu einfaches Gerät, zu kurze Behandlungszeit usw.). DER SCHLÜSSEL IST EIN HOCHWERTIGES GERÄT UND EINE RICHTIG EINGESTELLTE BEHANDLUNG!

So pauschal ist das nicht richtig! Wie oben bereits erwähnt, kann eine schlecht eingestellte Behandlung Komplikationen verursachen, während bei patientengerechter Einstellung kein Schaden entsteht.

Das neueste medizinische Fachbuch ("Evidenzbasierte Physiotherapie", Bender Tamás, 2017) stellt die Wirksamkeit der manuellen Lymphdrainage in Frage, während zahlreiche Studien die Wirksamkeit maschineller Verfahren belegen. Meiner Ansicht nach gibt es kein Wunderverfahren. Die maschinelle Lymphmassage kann allein etwa 60–70 % der Symptome zurückdrängen. Ergänzend sind weitere Maßnahmen notwendig, z. B. Bandagierung und das Tragen von Kompressionsstrümpfen, manuelle Lymphdrainage durch einen Therapeuten, Selbstmassage usw. Mein Artikel über häusliche Behandlungsmöglichkeiten behandelt dieses Thema ausführlich.

Jede dieser Maßnahmen trägt einige Prozent zur Besserung bei. Je mehr du in deine Therapie einbeziehst, desto näher kommst du deinem normalen Umfang. Ich halte es nicht für richtig, wenn ein Therapeut aufgrund falscher oder unvollständiger Informationen eine potenziell hilfreiche Behandlung untersagt. Wird ein Lymphödem nicht angemessen behandelt, leidet der Patient darunter.

Fakten zeigen, dass das Lymphmassagegerät eine wirksame Hilfe zur Rückdrängung von Symptomen ist; falsche Informationen können Patienten verunsichern. Wichtig ist, dass du sicherstellst, dass dein Gerät die nötigen Funktionen hat, und dass du es korrekt anwendest! Das ist nicht kompliziert. In meinem Blog findest du mehrere Artikel und Filme zum Thema.

Am besten geeignet sind die Geräte, bei denen ein Druckgradient einstellbar ist. Dein Gerät ist dadurch nicht wirkungslos, dass es keinen Druckgradienten bietet, aber es ist weniger effektiv als Geräte, die diese Funktion haben.

Im Gegensatz zum Gefäßsystem verfügt das Lymphsystem nicht über eine eingebaute Pumpe. Im Gefäßsystem pumpt das Herz das Blut. Das Lymphsystem stützt sich auf die Muskeln; deren Kontraktionen halten die Lymphe in Bewegung. Wenn sich ein Muskel zusammenzieht, drückt er auf die Lymphgefäße und bewegt die Lymphe nach oben. Die wechselnde Kompression imitiert diese natürliche Funktion des Muskelpumpmechanismus und unterstützt so den Lymphfluss.

Deine Muskeln stehen unter Kontrolle deines Gehirns. Ein paar Prozent deiner Muskelfasern sind selbst im Tiefschlaf noch aktiv und führen feine Kontraktionen aus. Diese Zuckungen spürst du nicht, sind aber ausreichend, um Lymph- und teilweise Blutfluss aufrechtzuerhalten. Daher bleibt der Fluss auch im Schlaf bestehen.

Ein guter Anhaltspunkt ist die Messung deines Blutdrucks. Ist dein Blutdruck z. B. 120/80, so steht die 120 für den Druck, wenn das Herz gerade kontrahiert und Blut in die Arterien presst. Der Wert 80 ist der Druck in der Entspannungsphase zwischen zwei Herzkontraktionen.

Der Behandlungsdruck sollte NIE höher eingestellt werden als der diastolische (untere) Wert! Tatsächlich sollte er mindestens 20–30 % darunter liegen. Bei 120/80 sollte der maximale Druck in der unteren Kammer daher etwa 55–65 Hgmm betragen und in Richtung Oberschenkel/Arm abnehmen. Einige Therapeuten bevorzugen am Arm noch niedrigere Werte (maximal 40–50 Hgmm).

Hoher Druck veranlasst eine rasche Verschiebung großer Flüssigkeitsmengen, was das Gewebe stromaufwärts überlastet. Regelmäßiger hoher Druck kann deinen Zustand daher verschlechtern. Höherer Druck ist nicht besser.

Es gibt Ausnahmen, etwa bei Fibrose, wo zum Aufweichen des festen Gewebes höhere Drücke nötig sein können. Bei schwer fibrotischen Zuständen sollte die Druckbehandlung unbedingt unter der Anleitung eines fachkundigen Therapeuten erfolgen.

Wenn du nur eine Behandlung pro Tag einplanen kannst, führe sie vor dem Schlafengehen durch. Du hast vielleicht bemerkt, dass das Ödem morgens deutlich geringer ist (während des Schlafs „entleert" sich das Gliedmaß).

Wenn möglich, teile die Behandlung auf zwei Sitzungen auf: eine am frühen Nachmittag und eine am Abend. Eine Sitzung kann je nach gewünschtem Ergebnis 20 Minuten bis zu einer Stunde dauern. Niedrigerer Druck benötigt längere Zeit, um Wirkung zu zeigen. Für die meisten Betroffenen sind täglich eine halbe bis maximal zwei Stunden ausreichend. Längere Behandlungen nur auf Anraten eines Therapeuten.

Mehrere kurze Sitzungen sind vorteilhaft, da die Schwellung dadurch weniger schwankt. Wartest du lange mit der Behandlung und ist viel Ödem vorhanden, ist die Reduktion schwieriger. Häufigere Behandlung verhindert übermäßiges Wiederauftreten.

Jeder Fall ist individuell und braucht eine entsprechende Behandlung! Änderungen der Therapie nur nach Empfehlung des Lymphtherapeuten.

Das Gerät kann bei venösen Ulzera oder offenen Hautwunden angewendet werden, sofern keine Infektion vorliegt und keine Zeichen einer Cellulitis sichtbar sind. Die Wunde selbst oder das Ulkus muss dabei bedeckt (verbandstechnisch geschützt) sein. Die Behandlungsmanschette ist nach jeder Anwendung zu reinigen und zu desinfizieren.

Bei aktiver Hautinfektion oder Entzündung (z. B. Erysipel) ist Kompressionsmassage kontraindiziert, da der Druck die Erreger oberflächlich verteilen oder sogar in den Blutkreislauf drücken und so eine Sepsis auslösen könnte.

Warnzeichen einer aktiven Infektion: lokale Schwellung, Schmerzen, Rötung, Eiterbildung, rote Striemen auf der Haut. Wenn eines dieser Symptome vorliegt, verwende die Pumpe nicht und konsultiere sofort einen Arzt. Eine Infektion erfordert eine antibiotische Therapie.

Wahrscheinlich hat er die Empfehlung nicht gründlich überdacht oder kennt nicht genau, wie ein Kompressionsgerät wirkt. Durch das Lymphödem steht das Bein stark unter Spannung, was eine schwere Durchblutungsstörung zur Folge hat. Die schlechte Zirkulation führt dazu, dass Verletzungen an einem lymphödematösen Bein leicht infizieren und sehr schwer heilen.

Wird die gespanntstehende Schwellung nicht reduziert – was durch maschinelle Behandlung möglich wäre –, ist nicht zu erwarten, dass die Heilung eintritt, denn die schlechte Durchblutung verursacht gerade die fehlende Heilung. Bei Ulzera kann die Heilung durch Verbesserung der Zirkulation und Reduktion der Spannung – also durch maschinelle Massage – erreicht werden.

Die Kosmetikerin ist normalerweise nicht befugt, Lymphkrankheiten zu behandeln, doch das ist nur das kleinere Problem. Größer ist, wenn sie nicht hinreichend geschult ist und nicht weiß, was sie tut. Schmerzen und Verhärtung nach der Behandlung deuten darauf hin, dass mit zu hohem Druck behandelt wurde.

Eine einmal falsch durchgeführte Behandlung verursacht wahrscheinlich keinen bleibenden Schaden. Wenn solche Behandlungen jedoch regelmäßig erfolgen, kann sich dein Zustand schnell verschlechtern und das Ödem innerhalb weniger Monate unbeherrschbar werden. Suche einen fachkundigen Spezialisten auf!

Die Schmerzen und die Entzündung der Gefäße deuten darauf hin, dass die Behandlung mit zu hohem Druck und mangelnder Sorgfalt durchgeführt wurde. Deine erweiterten, geschlängelten Venen wurden durch das Gerät unangemessen gereizt. Kühle das Bein 2–3 Tage und belaste es nur vorsichtig (kein intensives Training, aber spazierengehen ist erlaubt). Bis zur Abheilung der oberflächlichen Venenentzündung sind weder weitere maschinelle noch manuelle Massagen erlaubt.

Wende dich an einen Lymphtherapeuten statt an eine fachlich nicht versierte Kosmetikerin!

Das ist eine Folge von zu hohem Behandlungsdruck bzw. der Behandlung eines zu großen Gebiets gleichzeitig (z. B. beide Beine und Rumpf). Dadurch wurde Blut aus deinen Beinen und sogar dem Rumpf verdrängt. Das erhöhte deinen Blutdruck. Kopfschmerz ist nur das erste Anzeichen! Bei anhaltender zu hoher Druckbehandlung kann es nicht nur zu Kopfschmerzen kommen, sondern auch zu Brustenge und Atemnot. Extremfälle können bis zum Herzstillstand führen. Ja – durch falsche Anwendung eines Lymphmassagegeräts kann man töten.

Suche eine Behandlungseinrichtung, die auf korrekte Einstellungen und sorgfältige Durchführung achtet. Wenn du während der Behandlung Kopfschmerzen verspürst, unterbreche die Behandlung sofort und informiere das Personal.

Bluthochdruck schließt die maschinelle Behandlung nicht aus, aber es muss mit noch niedrigerem Druck gearbeitet und das behandelte Gebiet reduziert werden. Behandle also nicht beide Beine und den Rumpf gleichzeitig, sondern nacheinander: erst ein Bein, dann das andere und zuletzt den Rumpf. Das sind drei separate Sitzungen und dauert dreimal so lange, verursacht aber keine Beschwerden.

Die Anwendung von Kompressionsgeräten wird bei Säuglingen und Kindern unter 6 Jahren nicht empfohlen. In diesem Alter sollte die allgemeine dekongestive Therapie (Bandagierung, Kompressionsstrümpfe, manuelle Lymphdrainage kombiniert) angewendet werden.

Zusammenfassung Zusammenfassung – Kurz: Auswahl des Lymphmassagegeräts

Was ist zu entscheiden? Drei Hauptfragen: welches Gerät (Heimgerät vs. Profi, Anzahl der Luftkammern, Programmierbarkeit), welche Manschette (Arm, Bein, Rumpf, Hosenmanschette, Größe), welches Zubehör.
Für den Heimgebrauch: 4-Luftkammer-Geräte (Power Q-1000 Plus, Q-2200, Q-1000 Premium) für Stadium I–II Lymphödem, Lipödem und venöse Beschwerden.
Für schwerere Zustände: 6- oder 12-Luftkammer Profi-Geräte (Power Q-8060, Q-8120) – feinere sequentielle Muster, Programmspeicherung.
Behandlungsdruck: 40–60 Hgmm als typischer Bereich (bei Sportregeneration 80–90 Hgmm). Über 100 Hgmm darf es niemals gehen!
Kernaussage: Gut eingestellte, hochwertige maschinelle Lymphmassage ist klinisch nachgewiesen wirksam. DER SCHLÜSSEL IST DAS RICHTIGE GERÄT UND DIE PRÄZISE EINSTELLUNG.
Nächster Schritt: Lymphmassagegerät – Multi-Indikation Kategorie →

Quellen

  1. Su L, Huang H, Tong Y, und Mitarbeiter (2025). Intermittent pneumatic compression devices for the prevention and treatment of breast cancer-related lymphedema – a systematic review and meta-analysis. Supportive Care in Cancer. DOI: 10.1007/s00520-025-10159-8
  2. Pajero Otero V, García Delgado E, Martín Cortijo C, und Mitarbeiter (2022). Intensive complex physical therapy combined with intermittent pneumatic compression versus Kinesio taping for treating breast cancer-related lymphedema. European Journal of Cancer Care. DOI: 10.1111/ecc.13625
  3. Kulchitskaya DB, Fesyun AD, Konchugova TV, Apkhanova TV (2024). Influence of intermittent pneumatic compression on microvasculature condition in lymphedema. Voprosy Kurortologii, Fizioterapii, i Lechebnoi Fizicheskoi Kultury. DOI: 10.17116/kurort202410106148
  4. Bender T (2017). Bizonyítékokon alapuló fizioterápia. Ungarisches medizinisches Fachbuch.
Dr. Zátrok Zsolt

Dr. Zátrok Zsolt

Arzt, Medizintechnik-Experte, Blogger

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Pneumatische Kompression und Kompressionsbekleidung ergänzen die medizinische und physiotherapeutische Behandlung, ersetzen diese jedoch nicht. Bei neuen Beschwerden, zunehmender Schwellung, Schmerzen oder Hautveränderungen konsultiere bitte deinen behandelnden Arzt.

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