Lymphdrainage-Gerät – wofür ist es, wie wählt man es?
Kompressions- und Drucktherapie-Geräte ermöglichen die Behandlung von Patienten mit Störungen des Lymph- und Blutkreislaufs und reduzieren effektiv Schwellungen und spannungsbedingte Schmerzen.
Das lymphdrainage gerät ist in unserem Land unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt – etwa Druck-, Wellen- oder Kompressionstherapiegerät. Gemeint ist jedoch dasselbe Gerät. Es wird in ärztlichen Praxen, in der kosmetischen/pflegenden Praxis und auch zur Anwendung zu Hause verwendet. In diesem Artikel schildere ich, was vor dem Kauf eines lymphdrainage geräts wissenswert ist.
Die in Ungarn gebräuchliche Bezeichnung „lymphdrainage gerät“ kann irreführend sein, denn das Gerät ist nicht nur für Lymphpatienten sinnvoll, sondern bei zahlreichen Zuständen anwendbar! Zum Beispiel bei Fettödemen (Lipödem), venöser Insuffizienz, schwangerschaftsbedingten Krampfaderbeschwerden, postthrombotischem Syndrom), Schwellungen der Gliedmaßen nach Schlaganfall, zur Verbesserung der Muskelregeneration und auch im Wellness-Bereich.
Wofür dient die Lymphdrainage?
Die lymphdrainage, insbesondere die maschinelle Lymphdrainage bzw. pneumatische Kompressionstherapie, ist eine Behandlungsform, die besonders nützlich bei Lymphödemen und vielen anderen (gefäßbedingten) Durchblutungsstörungen sein kann.
Das lymphdrainage gerät verbessert den Fluss der Lymphflüssigkeit im Lymphsystem und unterstützt den Abtransport überschüssiger Flüssigkeit aus dem Gewebe. Dadurch werden Ödeme und Schwellungen reduziert.
Die Behandlung wirkt nicht nur auf das Lymphsystem, sondern fördert auch die Durchblutung, was bei venöser Insuffizienz besonders hilfreich sein kann.
Das lymphdrainage gerät ist nicht dazu gedacht, die Muskeln kräftig durchzukneten – es ersetzt keinen Sportmassagetherapeuten! Wenn du eine starke Muskelmassage möchtest, gehe zu einer Massage. Das lymphdrainage gerät dient der Unterstützung und Verbesserung der Blut- und Lymphzirkulation; es sollten daher maximal 60–80 Hgmm Druck angewendet werden.
Was ist ein lymphdrainage gerät?
Das lymphdrainage gerät ist im Grunde ein medizinischer Luftkompressor. Der Druck lässt sich sehr präzise an die Bedürfnisse der medizinischen Behandlung anpassen.
Verschiedene Behandlungsmanschetten können angeschlossen werden, in deren Luftkammern Luft eingeblasen wird. Die einzelnen Kammern können einzeln, nacheinander oder gemeinsam aufgeblasen werden. Die aufgeblasene Luftkammer erzeugt die gewünschte Wirkung: Sie komprimiert das Gewebe und bewirkt so die Verschiebung und Umlenkung von Blut und Lymphe.
Wie wählst du die passende Ausstattung?
Du musst mehrere Entscheidungen treffen.
- Welches lymphdrainage gerät?
- Welche Manschetten werden benötigt und in welcher Größe?
- Brauchst du zusätzliches Zubehör?
1. Welches lymphdrainage gerät solltest du wählen?
Ein Gerät brauchst du in jedem Fall; entscheidend ist zuerst, welches lymphdrainage gerät du kaufst.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen den Geräten
- Verwendungszweck
- Anzahl der behandelten Luftkammern
- Programmierbarkeit und Feinheit der Druckregelung
1. Verwendungszweck.
Es gibt Geräte, die für den Heimgebrauch und solche, die für den Einsatz in Einrichtungen konzipiert sind.
In Praxen für Lymphödeme findet man in der Regel robuste Geräte, die für ganztägigen Dauerbetrieb ausgelegt sind. Da in solchen Einrichtungen höchste Präzision erforderlich ist, verwenden Praxisgeräte 6-, 8- oder 12-Luftkammer-Manschetten. Solche Geräte können anderthalb bis zwei Millionen Forint kosten (Power Q-8120). Praxisassistenten sind mit diesen Geräten vertraut und sagen daher oft Patienten, dass nur 6–12 Luftkammer-Geräte geeignet seien. Das ist jedoch nicht immer der Fall!
Für zu Hause werden einfachere, für 1–2 Stunden täglichen Betrieb ausgelegte, leichte Geräte mit in der Regel 4 Luftkammern empfohlen. Diese sind in etwa im Bereich von 150.000–300.000 Forint erhältlich; Zubehör ist meist bereits enthalten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Schweregrad deines Zustands.
Sind die Symptome mild und bestehen keine Komplikationen (keine Wunde, kein Ulkus), genügen einfache und günstige Geräte (Power Q-1000 Plus und Power Q-2200). Zudem sind einfache Geräte meist leicht zu bedienen und daher auch für ältere, weniger technikaffine Personen geeignet. Für diese ist ein einfaches Gerät besser, als das Ödem unbehandelt zu lassen.
Bei erheblichem Übergewicht, mittelschwerem oder schwerem Ödem oder ulzerativen Komplikationen reicht ein Basismodell nicht aus. In solchen Fällen empfehle ich Geräte mit mehr Einstellmöglichkeiten und höherer Behandlungspräzision (z. B. Power Q-2200 oder Power Q-1000 Premium). Solche Geräte sind auch dann zu wählen, wenn du an Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen leidest, weil in diesen Fällen eine präzise druckgeregelte Behandlung sehr wichtig ist.
Ein weiterer Unterschied ist das Gewicht des Geräts.
Die vier Luftkammer-Geräte für den Heimgebrauch wiegen 2–3 kg und sind sogar für Reisen geeignet.
6–12 oder mehr Luftkammer-Geräte sind deutlich größer und wiegen oft 10 kg oder mehr.
2. Anzahl der Luftkammern
Die Anzahl der Luftkammern der Behandlungsmanschette ist wichtig für die Präzision der Therapie. Je mehr Luftkammern eine Manschette hat, desto feiner lässt sich die Lymphumlenkung steuern. Eine präzisere Behandlung erzielt schnelleres Ergebnis mit kürzerer Behandlungszeit.
Mit steigender Anzahl an Luftkammern steigen jedoch auch die Kosten für Gerät und Manschetten stark an, und die Bedienung und Einstellung des Geräts werden komplizierter. Wenn dein Budget es zulässt, wähle ein Gerät mit möglichst vielen Luftkammern (Power Q-8120).
Ich bin jedoch überzeugt, dass für die tägliche Heimanwendung in den meisten Fällen ein 4-Luftkammer-Gerät völlig ausreichend ist.
3. Programmierbarkeit
Die Programme der Geräte werden von einem Drucksensor gesteuert. Der Kompressor pumpt Luft in eine Luftkammer und stoppt, sobald der eingestellte Druck erreicht ist; dann beginnt er, die nächste Kammer zu füllen.
Die einfachsten Heimgeräte (Power Q-1000 Plus) bieten in der Regel nur ein „Programm“: Die Kammern der Manschette werden von unten nach oben aufgeblasen (bei Beinmanschetten zuerst die Kammer am Fußgelenk, dann die Unterschenkelkammer, weiter am Knie und bis zur Oberschenkelkammer). Der Druck ist in allen Luftkammern gleich. Bei solchen Geräten kannst du nur den Behandlungsdruck und die Behandlungsdauer einstellen. Solche einfachen Geräte kannst du erfolgreich bei milden Ödemen, Krampfaderbeschwerden und postthrombotischen Zuständen einsetzen.
Ist dein Ödem schwerer oder älter, füllt es sich schnell wieder auf oder liegen Komplikationen (z. B. Flüssigkeitsabsonderung, Ulkus) vor, ist ein Basismodell nur sehr eingeschränkt geeignet. Wenn es finanziell möglich ist, wähle ein Gerät mit höherer Funktionalität. Diese sind wirksamer als Basismodelle, kosten aber auch mehr.
Mittelklassige lymphdrainage geräte (Power Q-2200) bieten bereits mehrere Aufblassprogramme, jedoch ist der Druck in den Luftkammern der Manschette noch einheitlich einstellbar.
Am effektivsten sind Geräte, bei denen der Druck jeder einzelnen Luftkammer der Behandlungsmanschette einstellbar ist, die Haltezeit des Drucks regulierbar ist und auch die Pausenlängen zwischen Aufblaszyklen einstellbar sind. Medizinische Studien zeigen, dass eine effektivere Behandlung des Lymphödems erreicht wird, wenn in den unteren Luftkammern ein höherer Druck als Richtung oben ansteigt. Ebenso wichtig ist, dass die Druckhaltezeit so einstellbar ist, dass ein Zyklus mindestens 45 Sekunden dauert.
Höherwertige Geräte sind in der Lage, für jede Luftkammer unterschiedliche Drücke einzustellen (Power Q-1000 Premium).
Das ist vor allem bei der Behandlung der unteren Extremitäten von Bedeutung. Eine Druckgradienteneinstellung – d. h. höherer Druck am Fuß, der nach oben hin abnimmt – macht die Behandlung effektiver, da die Lymphe so schneller abfließen kann.
Außerdem ist bei einem präziseren Gerät (Power Q-1000 Premium) die Druckhaltezeit einstellbar. Sobald der Druck in einer Luftkammer den eingestellten Wert erreicht hat, hält das Gerät den Druck für eine eingestellte Dauer, sodass die Kompression länger anhält und die Lymphverschiebung effizienter erfolgt. Einstellbare Druckhaltezeiten sorgen also für effektivere Behandlungen.
2. Behandlungsmanschetten
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahl der passenden Behandlungsmanschetten.
Natürlich solltest du eine Manschette wählen, die zu deinem Problem passt. Ein Lymphödem kann bei jedem unterschiedliche Bereiche betreffen; zudem beeinflussen individuelle Körperform und -größe die Auswahl.
Ist dein Arm betroffen, brauchst du eine Armmanschette in passender Größe. Für Bein- und Rumpfbehandlungen benötigst du andere Manschetten.
Bei den meisten Herstellern sind im Allgemeinen Arm-, Bein-, Taillen- und Hosenmanschetten für die Geräte erhältlich, jeweils in mehreren Größen.
In dieser Abbildung siehst du die Auswahl an Manschetten – natürlich empfiehlt nicht jeder Hersteller alle Varianten.
Wähle die für dich passende Größe! Messe dazu deine Umfangswerte und vergleiche sie mit der Größentabelle.
Armmanschette
Ein Armlymphödem ist meist einseitig, daher brauchst du oft nur eine Manschette. Kaufst du das Gerät als Sportler zur Verbesserung der Muskelregeneration, lohnt sich der Erwerb von 2 Armmanschetten, damit du beide Arme gleichzeitig behandeln kannst. Die Armmanschette hat Klettverschlüsse, mit denen sie unter der gegenüberliegenden Achsel fixiert werden kann.
Knielange Beinmanschette
Diese bis etwa zum Knie reichende Manschette ist speziell für die Behandlung des postthrombotischen Syndroms nach Thrombosen geeignet. Ihre Anwendung kann 3–4 Monate nach einer Thrombose begonnen werden, um die Restsymptome der Thrombose zu behandeln. Bei Lymphödemen ist diese Manschette nur dann anwendbar, wenn die Schwellung sich auf Fuß bis maximal Knöchel beschränkt. Bei höherem Befall ist eine lange Manschette erforderlich.
Oberschenkellange Beinmanschette
Diese Manschette eignet sich hervorragend zur Behandlung von Beinlymphödemen, venösen Erkrankungen und Zuständen nach Thrombosen. Für Sportler zur Verbesserung der Muskelregeneration geeignet. Je nachdem, ob das Ödem einseitig oder beidseitig auftritt, kannst du eine einzelne Manschette oder ein Paar erwerben. Wenn Standardgrößen nicht passen, kann die Größe mit Vergrößerungen angepasst werden.
Taillenmanschette
Kaufe diese, wenn dein Lymphödem bis zur Oberschenkeloberkante reicht. Dann muss neben dem Bein auch der Rumpf behandelt werden. Die Manschette wird taillenförmig angelegt, beginnend dort, wo die Oberschenkelmanschette oben endet. Sie wird auch bei Cellulite-Behandlungen eingesetzt – in diesem Fall ist allerdings die Hosenmanschette oft wirksamer.
Hosenmanschette
Sie macht die Behandlung des oberen Oberschenkels, des Gesäßbereichs und des unteren Bauchbereichs effektiver. Optimal als Ergänzung für kosmetische Behandlungen, besonders bei Cellulite sowie nach Kavitation.
Wie oft kann die maschinelle Lymphdrainage angewendet werden?
Die maschinelle Lymphdrainage ist bei Bedarf anzuwenden. Das heißt: Sobald du Spannung oder Schwellung spürst, beginne möglichst früh mit der Behandlung.
Wartest du, bis die Spannung stark ist und die Schwellung zunimmt, ist es viel schwieriger, sie zurückzudrängen!
Je nachdem, wie schnell sich die Schwellung wieder füllt, kannst du mehrmals täglich behandeln! Üblicherweise genügen 20–30 Minuten pro Anwendung, und die tägliche Gesamtdauer (am selben Gliedmaß) sollte 120 Minuten nicht überschreiten.
Mehrere kurze Behandlungen sind empfehlenswerter als eine lange.
Der geeignete Behandlungsdruck
Wie bereits erwähnt: Das lymphdrainage gerät dient der Verbesserung von Lymph- und Blutkreislauf. Die Lymphdrainage ersetzt keine Sportmassage – es darf daher kein starker, schmerzhafter Druck eingestellt werden. Ziel der Lymphdrainage ist die Förderung der venösen und lymphatischen Zirkulation; hierfür sind niedrige Drücke nötig.
Den meisten medizinischen Studien zufolge ist während der Lymphdrainage ein Druck zwischen 40 und 60 Hgmm ausreichend. Natürlich gilt: Je niedriger der angewandte Druck, desto länger dauert es, bis die Wirkung erreicht ist. (Wenn du mit dem Auto 60 km/h fährst, kommst du langsamer ans Ziel als mit 120 km/h.)
Hoher Druck über 100 Hgmm verschlechtert deinen Zustand und macht das Lymphödem mit der Zeit unbehandelbar!
Zudem kann zu hoher Druck das Herz belasten. Bei Herzerkrankungen oder Bluthochdruck sei daher besonders vorsichtig; hier empfiehlt sich ein Druck unter 60 Hgmm. Auch dieser niedrige Druck kann beim Lymphödem effektiv sein!
Wenn dein Gerät dies zulässt, stelle den Manschettendruck so ein, dass in den unteren Luftkammern ein höherer Druck herrscht und nach oben hin abnimmt. Bei einer 4-Luftkammer-Manschette z. B. 60–50–50–40 Hgmm (Fuß – Wade – Knie – Oberschenkel), bei einer 6-Luftkammer-Manschette z. B. 60–60–50–50–40–40 Hgmm pro Luftkammer.
Die Behandlungsdauer sollte jeweils 20–30 Minuten betragen. In der Regel ist eine Reduktion der Schwellung innerhalb von 10–15 Tagen erreichbar.
Das bedeutet jedoch nicht, dass du nicht weiter behandeln musst! Die Schwellung kehrt zurück, daher musst du das lymphdrainage gerät möglicherweise lebenslang täglich verwenden. So kannst du das Volumen reduzieren und ständige Beschwerden vermeiden.
Empfohlener Druckbereich
Das Ziel der Anwendung des lymphdrainage geräts ist die Verbesserung der Blut- und Lymphzirkulation, wofür kein hoher Druck erforderlich ist – hohe Drücke sind sogar schädlich. Führe die Behandlungen nach Anweisung deines behandelnden Arztes oder Therapeuten durch. Hast du keine spezifische Anleitung erhalten, orientiere dich an den allgemeinen Richtlinien.
| Zustand | Druck (Hgmm) | Behandlungsdauer (Minuten) | Manschette |
| Arm-Lymphödem | 30-60 | 20-30 | Armmanschette |
| Bein-Lymphödem | 30-60 | 20-30 | Bein-, Taillen- oder Hosenmanschette |
| Fettödeme (Lipödem) | 50-85 | 30-40 | Bein-, Hosenmanschette |
| Venöse Insuffizienz | 40-50 | 30 | Bein-, knielange Manschette |
| „Schwere Beine” | 40-50 | 30 | Bein-, knielange Manschette |
| Venöses Ulkus | 30-50 | 40-60 | Bein-, knielange Manschette |
| Postthrombotischer Zustand | 50-60 | 50-60 | Bein-, knielange Manschette |
| Muskelregeneration nach Training | 80-90 | 20-30 | Bein-, Hosen- oder Armmanschette |
Häufig gestellte Fragen
Wann darf die maschinelle Lymphdrainage nicht angewendet werden?
In einigen Fällen ist die maschinelle Lymphdrainage kontraindiziert, in anderen Fällen muss sie mit größerer Vorsicht und niedrigerem Druck angewendet werden.
Auf keinen Fall darf sie bei frischer tiefen Venenthrombose am betroffenen Bein oder Körperabschnitt angewendet werden. Äußerer Druck könnte das Blutgerinnsel auslösen und eine lebensgefährliche Lungenembolie verursachen.
Bei bakteriellen oder pilzbedingten Hautentzündungen kann die Massage die Krankheitserreger verteilen und so die Ausbreitung der Entzündung begünstigen.
Bei Herzschwäche, Zustand nach Herzinfarkt, Kardiomyopathie oder trotz Behandlung hohem Blutdruck ist die maschinelle Lymphdrainage nur mit erhöhter Vorsicht anwendbar. In diesen Fällen verwende niemals mehrere Manschetten gleichzeitig, sondern immer nur eine. So dauert die Behandlung zwar länger, doch die zusätzlich in den Kreislauf zurückgeführte Flüssigkeitsmenge belastet das Herz nicht übermäßig und erhöht nicht das Risiko. Weiteres Vorsichtsprinzip: Begrenze den Behandlungsdruck auf 40–50 Hgmm, also mit kleinerem Druck, aber einige Minuten länger behandeln („du kommst zwar langsamer voran, aber du erreichst das Ziel dennoch“).
Ich habe ein altes ein-Kammer-Kompressionsgerät – kann ich es zur Behandlung von lymphödem verwenden?
Die erste Generation der Kompressionsgeräte zielte auf die Behandlung von Arm-, Bein- oder Fußödemen ab. Die Manschette wurde gleichzeitig aufgeblasen und entlüftet. Anfangs wurden diese Geräte als Standardtherapie beim Lymphödem eingesetzt. Schnell zeigte sich jedoch, dass die gleichzeitige vollständige Aufblasung einen zu starken Druck erzeugt, der in angeborenen Lymphödemen über Jahre hinweg die Lymphgefäße und Lymphknoten schädigen kann. Daher raten Lymphtherapeuten ausdrücklich von der Verwendung alter Pumpen ab.
Moderne Geräte der neuesten Generation blasen die Manschette nicht mehr gleichzeitig auf, sondern schrittweise. Der Manschettendruck ist sehr präzise regelbar und kann so an den Zustand des Patienten angepasst werden. Verwende ein zeitgemäßes Gerät!
Mein Therapeut sagt, maschinelle Lymphdrainage sei verboten. Stimmt das?
Es gibt kein einziges Medikament, Gerät oder Verfahren, das bei allen Patienten die gleiche Wirkung hätte!
Es gab und gibt Kliniker, Therapeuten und Patienten, die mit dem Gerät keine guten Ergebnisse erzielten und dessen Anwendung nicht empfehlen. Jedem Misserfolg stehen jedoch hunderte erfolgreiche Anwendungen gegenüber. Die Geräte sind nicht für jeden geeignet, und der Erfolg hängt davon ab, wie präzise das Gerät ist und welche Einstellungen verwendet werden.
Fehlerhafte Einstellungen können schaden (zu hoher Druck) oder keine Wirkung zeigen (zu einfaches Gerät, zu kurze Behandlungszeit usw.).
DER SCHLÜSSEL IST EIN HOCHWERTIGES GERÄT UND EINE RICHTIG EINGESTELLTE BEHANDLUNG!
Mein Therapeut meint, das Gerät helfe nicht, den Lymphfluss zu starten, und verschlimmere das Ödem.
So pauschal ist das nicht richtig! Wie oben bereits erwähnt, kann eine schlecht eingestellte Behandlung Komplikationen verursachen, während bei patientengerechter Einstellung kein Schaden entsteht.
Das neueste medizinische Fachbuch (Evidenzbasierte Physiotherapie, Bender Tamás, 2017) besagt, dass die Wirksamkeit der manuellen Lymphdrainage durch keine belastbaren medizinischen Daten belegt ist und sie eher aus Tradition angewandt wird.
Im Gegensatz dazu belegen zahlreiche Studien die Wirksamkeit der maschinellen Verfahren.
Meiner Meinung nach gibt es kein „Wunder“-verfahren. Die maschinelle Lymphdrainage kann allein etwa 60–70 % der Symptome zurückdrängen. Ergänzend sind weitere Methoden notwendig, z. B. Bandagierung und das Tragen von Kompressionsstrümpfen, manuelle Lymphdrainage durch einen Therapeuten, Selbstmassage usw. Mein Artikel über häusliche Behandlungsmöglichkeiten behandelt dieses Thema ausführlich.
Jede dieser Maßnahmen trägt ein paar Prozent zur Besserung bei. Je mehr du in deine Therapie einbeziehst, desto näher kommst du deinem normalen Umfang.
Ich halte es nicht für richtig, wenn ein Therapeut aufgrund falscher oder unvollständiger Informationen eine potenziell hilfreiche Behandlung untersagt. Wenn ein Lymphödem nicht angemessen behandelt wird, leidet der Patient darunter.
Fakten zeigen, dass das lymphdrainage gerät eine wirksame Hilfe zur Rückdrängung von Symptomen ist, und falsche oder irreführende Informationen können Patienten unsicher machen. Trotz Gegenmeinungen ist klinisch nachgewiesen, dass hochwertige und richtig eingestellte maschinelle Lymphdrainage Hunderttausenden hilft.
Wichtig ist, dass du sicherstellst, dass dein Gerät die nötigen Funktionen hat, und dass du es korrekt anwendest! Das ist nicht kompliziert. In meinem Blog findest du mehrere Artikel und Filme zum Thema.
Kann man die maschinelle Lymphdrainage bei Kindern anwenden?
Die Anwendung von Kompressionsgeräten wird bei Säuglingen und Kindern unter 6 Jahren nicht empfohlen. In diesem Alter sollte die allgemeine dekongestive Therapie (Bandagierung, Kompressionsstrümpfe, manuelle Lymphdrainage kombiniert) angewendet werden.
Wie wichtig ist der Druckgradient?
Am besten geeignet sind die Geräte, bei denen ein Druckgradient einstellbar ist. Dein Gerät ist dadurch nicht wirkungslos, dass es keinen Druckgradienten bietet, aber es ist weniger effektiv als Geräte, die diese Funktion haben.
Womit lässt sich die maschinelle Behandlung vergleichen?
Im Gegensatz zum Gefäßsystem verfügt das Lymphsystem nicht über eine „eingebaute Pumpe“. Im Gefäßsystem pumpt das Herz das Blut. Das Lymphsystem stützt sich auf die Muskeln; deren Kontraktionen halten die Lymphe in Bewegung. Wenn sich ein Muskel zusammenzieht, drückt er auf die Lymphgefäße und bewegt die Lymphe nach oben. Die wechselnde Kompression imitiert diese natürliche Funktion des Muskelpumpmechanismus und unterstützt so den Lymphfluss.
Ich bewege mich nachts nicht. Wie kann die Lymphzirkulation trotzdem funktionieren?
Deine Muskeln stehen unter Kontrolle deines Gehirns. Ein paar Prozent deiner Muskelfasern sind selbst im Tiefschlaf noch aktiv und führen feine Kontraktionen aus. Diese Zuckungen spürst du nicht, sind aber ausreichend, um Lymph- und teilweise Blutfluss aufrechtzuerhalten. Daher bleibt der Fluss auch im Schlaf bestehen.
Wie stelle ich bei Lymphödem den richtigen Behandlungsdruck ein?
Ein guter Anhaltspunkt ist die Messung deines Blutdrucks. Ist dein Blutdruck z. B. 120/80, so steht die 120 für den Druck, wenn das Herz gerade kontrahiert und Blut in die Arterien presst. Der Wert 80 ist der Druck in der Entspannungsphase zwischen zwei Herzkontraktionen.
Der Behandlungsdruck sollte NIE höher eingestellt werden als der diastolische (untere) Wert! Tatsächlich sollte er mindestens 20–30 % darunter liegen. Bei 120/80 sollte der maximale Druck in der unteren Kammer daher etwa 55–65 Hgmm betragen und in Richtung Oberschenkel/Arm abnehmen.
Einige Therapeuten bevorzugen am Arm noch niedrigere Werte (maximal 40–50 Hgmm).
Hoher Druck veranlasst eine rasche Verschiebung großer Flüssigkeitsmengen, was das Gewebe stromaufwärts überlastet. Regelmäßiger hoher Druck kann deinen Zustand daher verschlechtern. Höherer Druck ist nicht besser.
Es gibt Ausnahmen, etwa bei Fibrose, wo zum Aufweichen des festen Gewebes höhere Drücke nötig sein können. Bei schwer fibrotischen Zuständen sollte die Druckbehandlung unbedingt unter der Anleitung eines fachkundigen Therapeuten erfolgen.
Wie lange soll ich das Gerät täglich verwenden?
Wenn du nur eine Behandlung pro Tag einplanen kannst, führe sie vor dem Schlafengehen durch. Du hast vielleicht bemerkt, dass das Ödem morgens deutlich geringer ist (während des Schlafs „entleert“ sich das Gliedmaß).
Wenn möglich, teile die Behandlung auf zwei Sitzungen auf: eine am frühen Nachmittag und eine am Abend.
Eine Sitzung kann je nach gewünschtem Ergebnis 20 Minuten bis zu einer Stunde dauern. Niedrigerer Druck benötigt längere Zeit, um Wirkung zu zeigen. Für die meisten Betroffenen sind täglich eine halbe bis maximal zwei Stunden ausreichend. Längere Behandlungen nur auf Anraten eines Therapeuten.
Mehrere kurze Sitzungen sind vorteilhaft, da die Schwellung dadurch weniger schwankt. Wartest du lange mit der Behandlung und ist viel Ödem vorhanden, ist die Reduktion schwieriger. Häufigere Behandlung verhindert übermäßiges Wiederauftreten.
Jeder Fall ist individuell und braucht eine entsprechende Behandlung! Änderungen der Therapie nur nach Empfehlung des Lymphtherapeuten.
Kann ich das lymphdrainage gerät bei Ulzera und offenen Wunden anwenden?
Das lymphdrainage gerät kann bei venösen Ulzera oder offenen Hautwunden angewendet werden, sofern keine Infektion vorliegt und keine Zeichen einer Zellulitis sichtbar sind. Die Wunde selbst oder das Ulkus muss dabei bedeckt (verbandstechnisch geschützt) sein. Die Behandlungsmanschette ist nach jeder Anwendung zu reinigen und zu desinfizieren.
Bei aktiver Hautinfektion oder Entzündung (z. B. Erysipel) ist Kompressionsmassage kontraindiziert, da der Druck die Erreger oberflächlich verteilen oder sogar in den Blutkreislauf drücken und so eine Sepsis auslösen könnte.
Warnzeichen einer aktiven Infektion: lokale Schwellung, Schmerzen, Rötung, Eiterbildung, rote Striemen auf der Haut. Wenn eines dieser Symptome vorliegt, verwende die Pumpe nicht und konsultiere sofort einen Arzt. Eine Infektion erfordert eine antibiotische Therapie.
Ich habe Lymphödem und ein Unterschenkelulkus, mein Arzt verbietet die Anwendung des lymphdrainage geräts. Warum?
Wahrscheinlich hat er die Empfehlung nicht gründlich überdacht oder kennt nicht genau, wie ein Kompressionsgerät wirkt.
Durch das Lymphödem steht das Bein stark unter Spannung, was eine schwere Durchblutungsstörung zur Folge hat. Die schlechte Zirkulation führt dazu, dass Verletzungen an einem lymphödematösen Bein leicht infizieren und sehr schwer heilen.
Wird die gespanntstehende Schwellung nicht reduziert – was durch maschinelle Behandlung möglich wäre –, ist nicht zu erwarten, dass die Heilung eintritt, denn die schlechte Durchblutung verursacht gerade die fehlende Heilung.
Bei Ulzera kann die Heilung durch Verbesserung der Zirkulation und Reduktion der Spannung – also durch maschinelle Massage – erreicht werden.
Ich war in der Kosmetikerpraxis zur Lymphödembehandlung, danach wurde mein Bein hart und ich habe Schmerzen. Was ist die Ursache?
Die Kosmetikerin ist normalerweise nicht befugt, Lymphkrankheiten zu behandeln, doch das ist nur das kleinere Problem. Größer ist, wenn sie nicht hinreichend geschult ist und nicht weiß, was sie tut. Schmerzen und Verhärtung nach der Behandlung deuten darauf hin, dass mit zu hohem Druck behandelt wurde.
Eine einmal falsch durchgeführte Behandlung verursacht wahrscheinlich keinen bleibenden Schaden. Wenn solche Behandlungen jedoch regelmäßig erfolgen, kann sich dein Zustand schnell verschlechtern und das Ödem innerhalb weniger Monate unbeherrschbar werden.
Suche einen fachkundigen Spezialisten auf!
Ich war in der Kosmetikerpraxis, danach entzündeten sich meine Venen und ich habe Schmerzen. Was ist passiert?
Die Schmerzen und die Entzündung der Gefäße deuten darauf hin, dass die Behandlung mit zu hohem Druck und mangelnder Sorgfalt durchgeführt wurde. Deine erweiterten, geschlängelten Venen wurden durch das Gerät unangemessen gereizt. Kühle das Bein 2–3 Tage und belaste es nur vorsichtig (kein intensives Training, aber spazierengehen ist erlaubt). Bis zur Abheilung der oberflächlichen Venenentzündung sind weder weitere maschinelle noch manuelle Massagen erlaubt.
Wende dich an einen Lymphtherapeuten statt an eine fachlich nicht versierte Kosmetikerin!
Während der maschinellen Behandlung bekam ich Kopfschmerzen! Was hat das verursacht?
Das ist eine Folge von zu hohem Behandlungsdruck bzw. der Behandlung eines zu großen Gebiets gleichzeitig (z. B. beide Beine und Rumpf). Dadurch wurde Blut aus deinen Beinen und sogar dem Rumpf verdrängt. Das erhöhte deinen Blutdruck. Kopfschmerz ist nur das erste Anzeichen! Bei anhaltender zu hoher Druckbehandlung kann es nicht nur zu Kopfschmerzen kommen, sondern auch zu Brustenge und Atemnot. Extremfälle können bis zum Herzstillstand führen!!!! Ja – durch falsche Anwendung eines lymphdrainage geräts kann man töten.
Suche eine Behandlungseinrichtung, die auf korrekte Einstellungen und sorgfältige Durchführung achtet. Wenn du während der Behandlung Kopfschmerzen verspürst, unterbreche die Behandlung sofort und informiere das Personal.
Bluthochdruck schließt die maschinelle Behandlung nicht aus, aber es muss mit noch niedrigerem Druck gearbeitet und das behandelte Gebiet reduziert werden. Behandle also nicht beide Beine und den Rumpf gleichzeitig, sondern nacheinander: erst ein Bein, dann das andere und zuletzt den Rumpf. Das sind drei separate Sitzungen und dauert dreimal so lange, verursacht aber keine Beschwerden.

