Mammographie – was Sie wissen müssen
Durch die regelmäßige Inanspruchnahme von Screening-Untersuchungen könnte die hohe Entstehungsrate von Brustkrebs verhindert werden, der als führende Krebserkrankung bei Frauen zwischen 45 und 65 Jahren gilt. Darüber hinaus kann die „Selbstuntersuchung“ ebenfalls eine wichtige Rolle dabei spielen, die Zahl der an Brustkrebs Verstorbenen zu verringern. Bildgebende Untersuchungen wie der Brustultraschall oder die Mammographie können die frühe Diagnose unterstützen […]
Durch die regelmäßige Inanspruchnahme von Screening-Untersuchungen könnte die hohe Entstehungsrate von Brustkrebs verhindert werden, der als führende Krebserkrankung bei Frauen zwischen 45 und 65 Jahren gilt. Darüber hinaus kann die „Selbstuntersuchung“ ebenfalls eine wichtige Rolle dabei spielen, die Zahl der an Brustkrebs Verstorbenen zu verringern. Bildgebende Untersuchungen wie der Brustultraschall oder die Mammographie können die frühe Diagnose unterstützen.
Interessanterweise ist Brustkrebs vor allem in der westlichen Welt verbreitet: In Europa und den Vereinigten Staaten tritt er deutlich häufiger auf als in Entwicklungsländern und in östlichen Regionen.
Mammographie – Methode zur Untersuchung der Brust
Bei der Mammographie werden Röntgenaufnahmen der Brüste angefertigt. Diese dienen entweder dem Brustkrebsscreening oder diagnostischen Zwecken, zum Beispiel zur Abklärung bestimmter Symptome oder auffälliger Befunde aus anderen bildgebenden Verfahren.
Während der Aufnahme wird die Brust zwischen zwei festen Flächen komprimiert, damit das Brustgewebe sich entfalten lässt. Anschließend entstehen schwarz-weiße Röntgenbilder, die auf einem Computerbildschirm angezeigt und auf Anzeichen für bösartige Veränderungen untersucht werden. Die Aufnahmen werden mit einem speziell für Mammographien entwickelten Röntgengerät gemacht. Zur Erzielung guter Bildqualität und zur Minimierung der Strahlenbelastung werden die Brüste einzeln mithilfe spezieller Kunststoffplatten zusammengedrückt, und es werden jeweils zweidimensionale Aufnahmen aus zwei Richtungen erstellt. Die konventionelle Mammographie ist in der Regel nicht schmerzhaft, das Zusammendrücken der Brüste kann jedoch unangenehm sein. Eine Technikerin oder ein Techniker hilft dabei, Kopf, Arme und Rumpf so zu positionieren, dass das Gerät die Brust ungehindert erfassen kann.
Die Mammographie spielt eine Schlüsselrolle bei der Brustkrebsfrüherkennung, da sie Veränderungen erkennt, bevor diese Symptome verursachen. Es ist wissenschaftlich belegt, dass sie die Sterblichkeit durch Brustkrebs reduziert.
Bei der konventionellen Aufnahme entsteht also ein zweidimensionales Bild der Brust. Eine neuere Variante, die 3D-Mammographie, erstellt dreidimensionale Bilder des Brustgewebes. Einige Einrichtungen bieten neben der herkömmlichen 2D-Mammographie bereits auch die 3D-Mammographie für das Brustkrebsscreening an.
Wann wird sie angewendet?
Der mammographischen Untersuchung geht eine ausführliche Anamnese zu persönlichen und familiären Vorerkrankungen und eine Einschätzung möglicher Risikofaktoren sowie eine körperliche Untersuchung voraus. Danach werden von beiden Brüsten jeweils zweidimensionale Mammographieaufnahmen aus zwei Richtungen angefertigt; dieser Schritt dauert in der Regel etwa 5 Minuten.
Das Röntgengerät verwendet eine niederenergetische ionisierende Strahlung, sodass die Strahlenbelastung gering ist.
Screening-Mammographie
Eine Screening-Untersuchung bedeutet, dass die Untersuchung durchgeführt wird, obwohl Sie keine Beschwerden haben und beschwerdefrei sind. Ziel ist es, bösartige Veränderungen der Brust möglichst früh zu erkennen. Wird ein Tumor im Frühstadium entdeckt, ist die Behandlung einfacher, weniger invasiv und erfolgreicher.
Brustkrebs kann bereits in relativ jungen Jahren auftreten; die Fallzahlen steigen bei Personen über 35 Jahren an. Mit steigendem Alter nehmen diese Zahlen weiter zu: Das Auftreten von Brusttumoren verdoppelt sich ab 45 Jahren und vervierfacht sich ab 65 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, hängt von vielen Faktoren ab (Bruststruktur, familiäre Veranlagung, hormoneller Status), insgesamt wird jedoch empfohlen, mit regelmäßigen, jährlichen Brustscreenings ab dem 40. Lebensjahr zu beginnen. Wenn in der Familie Brustkrebs aufgetreten ist, kann es sinnvoll sein, Brustuntersuchungen (Mammographie, Ultraschall) bereits früher, etwa ab 35 Jahren, zu beginnen.
Diagnostische Mammographie
Auffällige Brustveränderungen können sehr unterschiedlich sein. Beispielsweise ein Knoten in der Brust, Brustschmerzen, ungewöhnliche Veränderungen der Haut, eine Verdickung der Brustwarze oder Ausfluss aus der Brustwarze. In solchen Fällen wird die Mammographie zur Abklärung eingesetzt.
Risiken
Die Risiken und Grenzen der Mammographie sind folgende:
- Die Mammographie bedeutet eine gering dosierte radioaktive Strahlenexposition. Die Vorteile regelmäßiger Mammographien überwiegen in der Regel die Risiken, die mit dieser Strahlenbelastung verbunden sind.
- Wenn auf der Mammographieaufnahme etwas „Verdächtiges“ entdeckt wird, reicht dies allein nicht aus; es sind weitergehende Untersuchungen nötig. Dazu können weitere bildgebende Verfahren wie Ultraschall sowie eine Biopsie (operative Entnahme einer Gewebeprobe aus dem betroffenen Brustbereich) gehören. Die histologische Untersuchung der Probe bestimmt dann das weitere Vorgehen.
In den meisten Fällen sind die in der Mammographie sichtbaren Veränderungen nicht bösartig. Die ergänzenden Untersuchungen sind notwendig, um dies zweifelsfrei festzustellen.
Die Screening-Mammographie kann nicht alle Krebserkrankungen nachweisen: Es kann vorkommen, dass etwas, das bei der körperlichen Untersuchung als Krebs vermutet wird, auf der Mammographie nicht sichtbar ist. Wenn ein Tumor zu klein ist oder sich an einer Stelle befindet, die die Mammographie schwer darstellt, zum Beispiel in der Achselhöhle, kann die Diagnose unsicher bleiben.
Obwohl manche Krebsarten früh mit der Mammographie entdeckt werden können, sind nicht alle Krebsarten heilbar. Einige Brustkrebserkrankungen sind aggressiv, wachsen schnell und streuen rasch in andere Körperregionen.
Wann ist eine Mammographie nicht zu empfehlen?
- während einer Schwangerschaft – in diesem Fall wird vorrangig ein Brustultraschall empfohlen.
- wenn innerhalb eines Jahres bereits eine Mammographie durchgeführt wurde – auch dann ist vorrangig ein Brustultraschall zu empfehlen.
Wie bereiten Sie sich vor?
- Die Untersuchung sollte in den ersten zwei Wochen nach der Menstruation durchgeführt werden, da die Brüste dann weniger empfindlich sind.
- Wenn Sie frühere Untersuchungen hatten, bringen Sie bitte die vorherigen Aufnahmen mit. Der Radiologe kann die früheren Bilder mit den neuen vergleichen.
- Verwenden Sie vor der Untersuchung kein Deo. Deodorants, Antitranspirantien, Puder, Cremes oder Parfüms können metallische Partikel enthalten, die das Bild stören können.
- Bei Brustimplantaten ist die 3D-Mammographie wesentlich aussagekräftiger als die konventionelle Mammographie.
- Die Untersuchung kann auch bei stillenden Müttern durchgeführt werden, allerdings sollte das Stillen erst 24 Stunden nach der Untersuchung wieder aufgenommen werden.
Was wird passieren?
Während der Untersuchung
Sie müssen Schmuck und Ketten ablegen. Ziehen Sie von der Taille aufwärts Ihre Kleidung aus, einschließlich des BHs.
Die Untersuchung erfolgt im Stehen. Sie stellen sich vor das Röntgengerät. Kopf, Arme und Rumpf werden so positioniert, dass das Gerät die Brust ungehindert erfassen kann.
Zur guten Bildqualität und zur Reduktion der Strahlenbelastung werden die Brüste mit speziellen Kunststoffplatten zusammengedrückt und anschließend zweidimensionale Röntgenaufnahmen aus zwei Richtungen gemacht.
Der Druck wird nur für einige Sekunden angewendet. Das ist nicht schädlich, kann jedoch etwas unangenehm sein.
Während der kurzen Röntgenaufnahme müssen Sie stillhalten und die Luft anhalten, damit kein Bewegungsunschärfe entsteht.
Nach der Untersuchung
Sobald von beiden Brüsten Aufnahmen gemacht wurden, überprüft man die Bildqualität. Falls die Aufnahmen aus technischen Gründen nicht geeignet sind, kann es nötig sein, einzelne Aufnahmen zu wiederholen. Der gesamte Vorgang dauert meist weniger als 30 Minuten. Danach können Sie sich wieder anziehen und Ihren üblichen Tätigkeiten nachgehen.
Ein Radiologe oder eine Radiologin wertet die angefertigten Bilder aus. Je nach Ergebnis können weitere bildgebende Verfahren – MRT oder Ultraschall – zur genaueren Diagnosestellung erforderlich sein.
Ergebnisse
Wie bereits erwähnt, entstehen bei der Mammographie schwarz-weiße Aufnahmen des Brustgewebes. Diese sind digitale Bilder, die auf einem Computerbildschirm angezeigt und vom Radiologen analysiert werden.
Der Radiologe sucht nach Hinweisen auf bösartige Veränderungen und nach anderen Zuständen, die weitere Untersuchungen, Beobachtung oder Behandlung erforderlich machen könnten.
Erkundigen Sie sich, wann und wie Ihnen die Ergebnisse mitgeteilt werden; in der Regel sind sie innerhalb weniger Tage nach der Aufnahme verfügbar.
