Was ist Mikrostrom und wodurch unterscheidet er sich von TENS oder EMS?
Wenn du schon einmal eine TENS‑ oder EMS‑Behandlung ausprobiert hast, kennst du das: Auf der Haut spürst du ein Kribbeln und die Muskeln zucken sichtbar. Mikrostrom ist anders. Es ist eine extrem feine elektrische Therapie, die die meisten Menschen praktisch nicht wahrnehmen. Sie wirkt dennoch — allerdings auf einer anderen Ebene: Sie unterstützt die feinen regenerativen Prozesse von Zellen und Gewebe.
Die internationale Abkürzung für Mikrostrom ist MENS (Microcurrent Electrical Neuromuscular Stimulation). Die Stromstärke ist tausendmal geringer als bei TENS oder EMS. Genau das macht Mikrostrom geeignet für Bereiche, in denen klassische Elektrotherapie zu unangenehm wäre: entzündete Gelenke, frisch heilende Haut, um frische Wunden herum, schmerzhafte Muskeln.
Die Methode ist eine wichtige Modalität im Portfolio von MediMarket. Über die Behandlung von Gelenkschmerzen schreibe ich im Artikel Mikrostrom und Gelenksentzündung, zu praktischen Aspekten (Elektrodenplatzierung, Programmauswahl, typische Fehler) im Artikel Mikrostrom‑Behandlung in der Praxis. Die Unterschiede zwischen TENS, EMS und MENS vergleiche ich im Artikel TENS, EMS und MENS im Vergleich. Die gesamte Methodik findest du auf der Seite Elektrotherapie‑Methoden.
Kernaussage
Mikrostrom ersetzt nicht das schmerzlindernde TENS oder das muskelstärkende EMS — es ist eine separate elektrotherapeutische Methode mit anderem Zweck. Aktuelle Studien zeigen den größten Nutzen bei akuten Knieschmerzen [2], chronischen Wunden (Unterschenkelulzera, Dekubitus) [3][4] und der Reduktion von Muskelkater bei Sportlern [7]. Für zuhause eignen sich besonders die Geräte Premium 400, Globus Genesy 1500/3000 und TensCare UniPro — alle verfügen über werksseitige MENS‑Programme.
Wie kann Mikrostrom in deinem Körper wirken?
Studien [5] legen nahe, dass Mikrostrom auf drei unterschiedlichen Wegen deine Beschwerden lindern kann. Es handelt sich nicht um Sofortwunder — die Wirkung baut sich über Wochen auf und ist immer ergänzend zu anderen Behandlungen (Medikamente, Physiotherapie, Wundversorgung).
In deinem Körper steuern natürliche elektrische Signale die Zellheilung. Bei einer Verletzung verändert sich dieses Signal — der sogenannte "Injury current", der die Wundheilung einleitet. Die Mikrostrom‑Behandlung ahmt dieses natürliche Signal nach und kann so die Heilung des Gewebes rund um die Wunde unterstützen. Studien [3] zeigen, dass Mikrostrom kombiniert mit standardmäßiger Wundversorgung zu kleineren Wundflächen und kürzerer Heilungsdauer führen kann als die Standardversorgung allein. Besonders bei schwer heilenden Wunden (Unterschenkelulzera, diabetische Fußulzera) und altersbedingten Dekubiti [4] wurde ein Nutzen beobachtet.
Studien [1][5] deuten darauf hin, dass Mikrostrom entzündliche Prozesse mit Schmerzen moderat abschwächen — nicht systemisch wie ein Tabletten‑Entzündungshemmer, sondern lokal und schonend. Das kann erklären, warum du nach einigen Wochen regelmäßiger Behandlung weniger Knieschmerzen [2] oder reduzierte Rötung und Schwellung um eine schwer heilende Wunde bemerkst [9]. Wichtig: Die Entzündungsreduktion ist nicht sofort und ersetzt keine medikamentöse Therapie. Wenn ein Gelenk heiß, stark gerötet oder mit Fieber verbunden ist, oder eine Wunde großflächige Rötung zeigt — dann such bitte sofort ärztliche Hilfe, statt zuhause zu behandeln.
Mikrostrom beeinflusst feinfühlig das Schmerzsignal — er "leiser" das Signal, bevor es das Gehirn erreicht. Eine aktuelle Studie [6] berichtet, dass Personen mit chronischen Muskel‑ und Rückenschmerzen während der Behandlung spürbar weniger Schmerz angaben. Bei akuten Knieschmerzen [2] war eine Schmerzminderung ab der 3. Woche messbar. Klinische Studien verwendeten typischerweise täglich 1–3 Stunden, mehrfach pro Woche. Die Methode ist ein ergänzendes Werkzeug — sie ersetzt keine ärztliche Diagnose oder verordnete Schmerzmittel.
Bei welchen Beschwerden wird Mikrostrom empfohlen?
Finde deine Beschwerde in der folgenden Liste. In jedem Abschnitt steht, was du realistischerweise von einer Mikrostrom‑Behandlung erwarten kannst und was nicht.
Bei akuten Knieschmerzen — z. B. durch Verletzung, Sportüberlastung oder Arthrose — kann Mikrostrom laut aktuellen Studien [1][2] erhebliche Unterstützung als Ergänzung zur Physiotherapie bieten. Typischerweise spürst du Veränderungen gegen Ende der 3. Woche, wenn du das Gerät täglich über mehrere Stunden anwendest. Wichtig: Knieschmerzen sollten zuerst ärztlich abgeklärt werden — Knorpelverletzung, mechanische Schäden oder entzündliche Erkrankungen benötigen jeweils andere Behandlungen. Mikrostrom ist zusätzlich zu Bewegungsprogrammen, Gewichtsreduktion und verordneten Medikamenten einsetzbar, aber kein Ersatz.
Wenn du seit Monaten eine Wunde hast, die nicht abheilt — Unterschenkelulzerus, chronische Fersenwunde, diabetisches Fußulkus — kann Mikrostrom die Heilung beschleunigen. Aktuelle Forschung [3] zeigt, dass die Kombination aus Mikrostrom und standardmäßiger Wundversorgung zu kleinerer Wundfläche und schnellerer Heilung führt als die Standardversorgung allein. Wichtig: Die Versorgung schwer heilender Wunden ist Aufgabe des Hausarztes und Wundtherapeuten — Mikrostrom ergänzt die fachärztliche Behandlung, um die Heilung zu fördern. Detaillierte Informationen findest du im Artikel Unterschenkelulzera mit elektrischer Behandlung.
Wenn ein zu pflegendes Familienmitglied an Druckgeschwüren leidet, kann Mikrostrom als Ergänzung zur Wundversorgung helfen. Eine aktuelle Studie [4] zeigte, dass sich die Heilungsparameter bei regelmäßiger Mikrostrom‑Behandlung schon nach einigen Wochen deutlich verbessern können. Wichtig: Dekubitus erfordert immer fachärztliche Betreuung (Wundpflege, Hausarzt). Mikrostrom allein löst das Problem nicht — Positionswechsel, geeignete Matratzen, Ernährung und Hygiene sind vorrangig.
Wenn du sportlich aktiv bist und Muskelkater dich bis zur nächsten Einheit belastet, kann Mikrostrom das Muskelkater‑Empfinden in den ersten 1–2 Tagen deutlich reduzieren [7]. Wichtig: Die aerobe Leistungsfähigkeit (Laufen, Radfahren) wird durch Mikrostrom nicht direkt erhöht — Mikrostrom ersetzt nicht das Training, sondern erleichtert die Regeneration. Siehe auch: Elektrische Muskelstimulation für Sportler.
Bei monatelangen oder jahrelangen Rücken‑ oder Muskelschmerzen, bei denen Schmerzmittel nur noch teilweise helfen, kann Mikrostrom eine medikamentenfreie Unterstützung für zuhause sein. Eine aktuelle Studie [6] berichtet, dass Betroffene während der Behandlung deutlich geringere Schmerzen angaben. Wichtig: Rückenschmerzen haben sehr unterschiedliche Ursachen (Bandscheibenproblem, Muskelverspannung, Wirbelsäulendegeneration) — deshalb ist zuerst eine ärztliche Diagnose erforderlich. Detaillierte Anwendungen für Gelenke beschreibe ich im Artikel Mikrostrom und Gelenksentzündung.
Bei frischem Narbengewebe oder Hautsteifigkeit — nach chirurgischen Narben oder bei chronischen Hautproblemen — kann Mikrostrom die Elastizität des Bindegewebes unterstützen. Eine Studie [8] zeigte bei chronischen Bindegewebserkrankungen eine Verbesserung der Handfunktion. Die kosmetische Anwendung (Gesichtsmuskelstimulation, Tonus feiner mimischer Muskeln) beschreibe ich im Artikel G‑Pulse Gesichtsbehandlungen. Wichtig: Hierbei handelt es sich um langsam sichtbare, milde Effekte, die ausschließlich ergänzend und nicht als alleinige ästhetische Methode eingesetzt werden sollten.
Was wirst du spüren? Wodurch unterscheidet sich das von TENS?
Wenn du bisher nur TENS‑ oder EMS‑Behandlungen kennst, kann die erste Mikrostrom‑Sitzung überraschend sein. Hier spürst du den Strom nicht. Gelegentlich kann an der Grenze des behandelten Areals ein leichtes Kribbeln auftreten, aber das stechende Kribbeln von TENS oder das Muskelzucken von EMS bleibt aus. Genau diese Feinheit macht Mikrostrom geeignet für sehr empfindliche oder schmerzhafte Bereiche: frische Haut, entzündete Gelenke, Bereiche um akute Wunden — dort wäre TENS oft zu intensiv.
| Merkmal | TENS | EMS | MENS (Mikrostrom) |
|---|---|---|---|
| Was wirst du spüren | Kribbeln | Muskelzucken | in der Regel nichts |
| Wofür geeignet | Schmerzlinderung | Muskelaufbau, Regeneration | Unterstützung der zellulären Regeneration |
| Dauer einer Behandlung | 20–30 Minuten | 20–30 Minuten | 20–60 Minuten, häufig mehrere Stunden/Tag |
| Wann spürst du eine Wirkung | sofort | nach 4–6 Wochen | nach 2–4 Wochen |
| Heimgeräte | TensCare UniPro, Dolito | Globus Elite SII, Rehalito, Myolito | Premium 400, Genesy 1500/3000, TensCare UniPro |
Den ausführlichen methodischen Vergleich findest du im Artikel TENS, EMS und MENS.
Wie sieht eine Mikrostrom‑Kur zuhause aus?
Wenn du dich entschieden hast, zu beginnen, sieht eine typische Heimkur so aus:
| Parameter | Typischer Wert | Was bedeutet das für dich? |
|---|---|---|
| Was wirst du spüren | in der Regel nichts | Mikrostrom ist so fein, dass du ihn nicht fühlst – das ist normal |
| Dauer einer Behandlung | 30–60 Minuten | Kann beim Fernsehen, Lesen oder Arbeiten erfolgen |
| Wie oft am Tag | 1–3 Mal | Morgens, nachmittags, abends – je nachdem, wie es in deinen Tag passt |
| Wie lange insgesamt | 4–8 Wochen | Geduld ist erforderlich – die Wirkung zeigt sich nach 2–4 Wochen |
| Wo platzierst du die Elektroden | jeweils beidseits der schmerzenden Stelle | Über und unter der Beschwerdezone – Details im Praxisartikel |
Die genaue Elektrodenplatzierung und häufige Anfängerfehler erkläre ich im Artikel Mikrostrom‑Behandlung in der Praxis.
Mit welchem Heimgerät solltest du starten?
- Premium 400 – 4‑kanalig, auf muskuloskelettale Rehabilitation und Mikrostrom‑Programme abgestimmt.
- Globus Genesy 1500 – ein hochwertiges Multifunktionsgerät mit nahezu vollständigem Spektrum elektrischer Anwendungen, ideal wenn du ein vielseitiges Gerät suchst.
- TensCare UniPro – kompakt, 2 Kanäle, einfache Bedienung – wenn dir Einfachheit und moderater Preis wichtig sind.
Kernaussage
Die typische Heim‑Mikrostrom‑Routine: 20–40 Minuten Behandlung, 1–3x täglich, über 4–8 Wochen. Die Geräte sind für lange Einsatzzeiten ausgelegt (niedriger Verbrauch, schonende Elektroden). Die Wirkung zeigt sich nach 2–4 Wochen und Mikrostrom ist stets eine ergänzende Maßnahme zur üblichen Versorgung — kein Ersatz.
Was solltest du nicht von Mikrostrom erwarten?
Damit du nicht enttäuscht wirst, hier realistische Erwartungen:
- Schnellere Knochenheilung – dafür hat keine Heim‑Mikrostrom‑Kur überzeugend gearbeitet. Knochenbehandlungen sind chirurgische und physiotherapeutische Fachaufgaben.
- Knorpelregeneration – bei Arthrose ist die "Wiederherstellung" von Knorpel mit Mikrostrom leider keine realistische Erwartung. Schmerzen können sich bessern, aber der Knorpelzustand kehrt nicht zurück.
- Vollständiger Ersatz von Schmerzmitteln – Mikrostrom ergänzt medikamentöse Therapien, ersetzt sie aber nicht. Änderungen der Medikation besprichst du ausschließlich mit deinem behandelnden Arzt.
- Eigenständige Behandlung rheumatoider Arthritis – das ist eine komplexe Autoimmunerkrankung; rheumatologische Betreuung und spezifische Medikamente sind erforderlich. Mikrostrom kann allenfalls unterstützend auf Schmerzen wirken.
- Systemische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck – diese benötigen internistische Behandlung; lokale Mikrostrom‑Anwendungen beeinflussen sie nicht.
- Konkrete Prozent‑Angaben (z. B. „500% mehr ATP“) – solche exakten Behauptungen stammen meist aus Werbetexten; am Menschen wurden diese Zahlen nicht verlässlich gemessen. Betrachte sie als Marketing‑Aussagen.
Wann solltest du keine Heim‑Mikrostrom‑Behandlung beginnen?
Aufgrund der niedrigen Intensität ist Mikrostrom aus Sicherheitsgründen günstig, aber nicht frei von Risiken. Allgemeine elektrotherapeutische Kontraindikationen gelten auch hier – Details findest du in den Artikeln Kontraindikationen elektrischer Behandlung und Elektrische Behandlung und Implantate.
- Du hast einen Herzschrittmacher, ICD oder ein implantiertes Nervensystem‑Stimulator – nur mit Zustimmung eines Kardiologen/Arrhythmologen verwenden.
- Im zu behandelnden Bereich befindet sich ein Tumor – nicht mit Mikrostrom behandeln.
- Du bist schwanger – aus Sicherheitsgründen vermeiden.
- Du hast ein Blutgerinnsel im Behandlungsbereich – wegen Embolisationsrisiko verboten.
- Frische Wunde, Ekzem oder Hautinfektion an der Elektrodenstelle (wenn die Wunde nicht indikationsgerecht ist) – warte, bis die Haut abgeheilt ist.
- Vorderer Halsbereich – in der Nähe der Halsschlagader keine Elektroden platzieren.
- Dein Beschwerdebild ist mit Fieber verbunden oder die Ursache ist unklar – zuerst ärztlich abklären.
- Schlecht eingestellte Epilepsie – erfordert individuelle ärztliche Beurteilung.
- Auf der betroffenen Haut spürst du keine Temperaturunterschiede – dann ist eine sichere Behandlung schwierig.
Bei neuen, sich verschlechternden oder ungewöhnlichen Beschwerden immer zuerst den Arzt aufsuchen, erst danach Mikrostrom verwenden.
Die Stellung von Mikrostrom innerhalb der Elektrotherapie
Mikrostrom ist eine von vielen elektrotherapeutischen Optionen – er ersetzt nicht andere bewährte Methoden, sondern ergänzt sie. Die folgenden Links helfen dir, Mikrostrom im Gesamtkontext einzuordnen:
- Elektrotherapie‑Methoden – Überblick über die gesamte Methodik.
- TENS, EMS und MENS – was, wann, für wen? – Vergleich der drei Grundmodalitäten.
- TENS – Schmerzlinderung – wenn kurzfristige, spürbare Schmerzlinderung das Ziel ist.
- EMS – Muskelaufbau und Regeneration – wenn Muskelmasse und Kraft das Ziel sind.
- Mikrostrom und Gelenksentzündung – fokussiert auf Gelenkbeschwerden.
- Mikrostrom‑Behandlung in der Praxis – Elektrodenplatzierung, Programme.
- G‑Pulse Gesichtsbehandlungen – kosmetische Anwendungen.
- Unterschenkelulzera mit elektrischer Behandlung – Kontext zur Wundheilung.
Häufige Fragen zur Mikrostrom‑Therapie
In der Regel nein. Mikrostrom ist so fein, dass die meisten Menschen nichts fühlen. Einige Geräte können an der Behandlungsgrenze ein leichtes Kribbeln erzeugen, aber das stechende Kribbeln von TENS oder das Muskelzucken von EMS bleibt aus. Das ist normal und bedeutet nicht, dass die Therapie wirkungslos ist.
Geduld ist erforderlich. Studien zeigen, dass spürbare Verbesserungen nach 2–4 Wochen regelmäßiger Behandlung beginnen: Bei Knieschmerzen [2] etwa ab der 3. Woche, bei Wundheilung [4] meist nach rund zwei Wochen. Bei Sportregeneration [7] kann die Reduktion von Muskelkater bereits in den ersten 1–2 Tagen auftreten.
Nein. Mikrostrom ist eine Ergänzung zu Schmerz‑ und Entzündungsmedikamenten – ändere deine Medikation nicht eigenmächtig. Jede Anpassung besprichst du mit deinem behandelnden Arzt.
Üblich sind 20–60 Minuten pro Sitzung, 1–3 Mal täglich über 4–8 Wochen. In Forschungsstudien [2][4] wurden auch tägliche 3–10‑stündige Anwendungen verwendet — daher sind die Geräte für längere Einsatzzeiten ausgelegt. Für Anfänger sind die werksseitigen Programme mit 20–60 Minuten ein guter Ausgangspunkt. Die genaue Einstellung hängt von deiner Beschwerde und dem Gerät ab — folge der Gebrauchsanweisung oder berate dich mit deinem Physiotherapeuten.
Bei multifunktionalen Geräten (Genesy 1500/3000, TensCare UniPro) werden TENS, EMS und MENS als separate Programme verwendet — nicht gleichzeitig auf demselben Kanal. Du kannst jedoch am selben Tag mehrere Behandlungsarten kombinieren: z. B. morgens EMS für Trainingseffekt, abends MENS zur Regeneration.
Nur mit Zustimmung eines Kardiologen/Arrhythmologen. Auch wenn Mikrostrom sehr fein ist, kann jede elektrische Behandlung in der Nähe aktiver Implantate (Herzschrittmacher, ICD, Nervensystem‑Stimulator) Interferenzen verursachen. Details im Artikel Elektrische Behandlung und Implantate.
Zusammenfassung – was du über Mikrostrom wissen solltest
Mikrostrom (MENS) in Kürze
- Mikrostrom ist im Vergleich zu TENS und EMS tausendmal feiner — in der Regel nicht fühlbar.
- Am nützlichsten bei: akuten Knieschmerzen [2], schwer heilenden Wunden [3], Dekubitus bei älteren Menschen [4] und der Reduktion von Muskelkater bei Sportlern [7].
- Bei chronischen Muskel‑ und Rückenschmerzen [6] sowie chronischen Bindegewebsbeschwerden [8] kann es ergänzend helfen.
- Die Wirkung zeigt sich nach 2–4 Wochen und sollte kurmäßig angewendet werden (täglich 1–3 Anwendungen, 4–8 Wochen).
- Mikrostrom ist immer eine ergänzende Maßnahme zur üblichen Versorgung (Medikamente, Physiotherapie, Wundversorgung) — kein Ersatz.
- Heimgeräte: Premium 400, Globus Genesy 1500, TensCare UniPro.
- Kontraindikationen (Herzschrittmacher, Tumor, Schwangerschaft, Thromben, akutes Fieber) sind strikt zu beachten.
- Bei neuen, sich verschlechternden oder ungewöhnlichen Beschwerden zuerst ärztlich abklären.
Wissenschaftliche Quellen (2020+)
-
Iijima H, Takahashi M.
Microcurrent Therapy as a Therapeutic Modality for Musculoskeletal Pain: A Systematic Review Accelerating the Translation From Clinical Trials to Patient Care.
Archives of Rehabilitation Research and Clinical Translation.
2021;3(3):100145.
PMID: 34589695.
Kurzfassung: Systematische Übersicht zur Rolle der Mikroströmtherapie bei muskuloskelettalen Schmerzen – nach GRADE wurde eine hohe Evidenz für die Behandlung akuter Knieschmerzen festgestellt. -
Lawson D, Lee KH, Kang HB, Yang N, Llewellyn T, Takamatsu S.
Efficacy of microcurrent therapy for treatment of acute knee pain: A randomized double-blinded controlled clinical trial.
Clinical Rehabilitation.
2021;35(3):390-398.
PMID: 33095658.
Kurzfassung: 52‑teilnehmer RCT – tägliche 3‑stündige Mikrostrom‑Behandlung über 4 Wochen; in Woche 3 zeigte sich eine statistisch signifikante Schmerzminderung (NPRS) gegenüber Placebo (p < 0,01). -
Avendaño-Coy J, López-Muñoz P, Serrano-Muñoz D, Comino-Suárez N, Avendaño-López C, Martin-Espinosa N.
Electrical microcurrent stimulation therapy for wound healing: A meta-analysis of randomized clinical trials.
Journal of Tissue Viability.
2022;31(2):268-277.
PMID: 34903470.
Kurzfassung: Meta‑Analyse von 8 RCTs (n=337) – Mikrostrom plus Standardwundversorgung ergab durchschnittlich 8,3 cm² kleinere Wundfläche und 7 Tage kürzere Heilungsdauer gegenüber Standardversorgung allein. -
Avendaño-Coy J, Martín-Espinosa NM, Ladriñán-Maestro A, Gómez-Soriano J, Suárez-Miranda MI, López-Muñoz P.
Effectiveness of Microcurrent Therapy for Treating Pressure Ulcers in Older People: A Double-Blind, Controlled, Randomized Clinical Trial.
International Journal of Environmental Research and Public Health.
2022;19(16):10045.
PMID: 36011679.
Kurzfassung: 30‑teilige Doppelblind‑RCT bei Dekubitus – Mikrostrom führte zu 25% besserer PUSH‑Score‑Verbesserung gegenüber Kontrolle, Unterschiede zeigten sich nach ca. 14 Tagen. -
Jonik S, Rothka AJ, Cherin N.
Investigating the therapeutic efficacy of microcurrent therapy: a narrative review.
Therapeutic Advances in Chronic Disease.
2025;16:20406223251361677.
PMID: 40821620.
Kurzfassung: Narrative Übersicht zu vermuteten Wirkmechanismen des Mikrostroms (Membranstabilisierung, Kalziumregulation, Kollagenregeneration, Entzündungsmodulation). -
Martuliak I, Chvála Ľ, Ferenčík M, Fabián V, Slovák M.
Efficacy of Rebox Electrotherapy in Pain Management: A Randomized Double-Blind Sham-Controlled Crossover Trial.
Pain and Therapy.
2025;14(5):1597-1610.
PMID: 40900299.
Kurzfassung: 71‑Teilnehmer RCT, Doppelblind, Sham‑kontrolliert, Crossover bei muskuloskelettalen Schmerzen (v. a. Rücken); durchschnittliche Schmerzminderung 2,2 Punkte auf der NRS gegenüber Sham (p = 0,002). -
Naclerio F, Moreno-Perez D, Seijo M, Karsten B, Larrosa M, García-Merino JÁ, Thirkell J, Larumbe-Zabala E.
Effects of adding post-workout microcurrent in males cross country athletes.
European Journal of Sport Science.
2021;21(12):1708-1717.
PMID: 33295832.
Kurzfassung: 18 männliche Langstreckenläufer, 8‑wöchige Studie mit täglichem 3‑stündigem post‑workout Mikrostrom – signifikante Reduktion von DOMS bei 24 und 48 Stunden sowie günstigere Veränderungen der Körperzusammensetzung. -
Gregory WM, Bagley K, Eng S, McMakin C, Del Galdo F.
Frequency-specific microcurrent improves hand function and Raynaud's symptoms in scleroderma: results of two pilot studies.
Rheumatology (Oxford).
2025;64(10):5504-5508.
PMID: 40465410.
Kurzfassung: Zwei Pilotstudien (n=17) bei systemischer Sklerose mit frequenzspezifischem Mikrostrom – durchschnittlich 40% Verbesserung der Handfunktion (Cochin‑Score, p < 0,001). -
Ofstead CL, Buro BL, Hopkins KM, Eiland JE.
The impact of continuous electrical microcurrent on acute and hard-to-heal wounds: a systematic review.
Journal of Wound Care.
2020;29(Sup7):S6-S15.
PMID: 32654615.
Kurzfassung: Systematische Übersicht zu kontinuierlichem Mikrostrom bei akuten und schwer heilenden Wunden – konsistente Reduktion von Schmerzen und Wundgröße gefunden.
Dieser Artikel dient allgemeinen Information und ersetzt nicht die persönliche ärztliche Beratung. Mikrostromtherapie ist eine ergänzende Behandlung für zuhause; bei neuen, sich verschlechternden oder ungeklärten Symptomen wende dich an deinen behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten. Kontraindikationen (Herzschrittmacher, Tumor, Schwangerschaft, Thromben, Infektion, Fieber) sind strikt einzuhalten. Die vorgestellten Geräte sind als Medizinprodukte mit CE‑Kennzeichnung ausgewiesen; die zitierten klinischen Studien verwendeten unterschiedliche Geräte und Protokolle – die werksseitigen Programme der Heimgeräte sind für typische Anwendersituationen ausgelegt. Die Ergebnisse können individuell variieren.