Piriformis-Syndrom, also Entzündung des Ischiasnervs
Fühlst du Schmerzen tief in deiner Gesäßmuskulatur? Dann sollte man an das Piriformis-Syndrom denken. Der Piriformis-Muskel drückt auf den in der Nähe verlaufenden Ischiasnerv, was zu einer Entzündung des Ischiasnervs und Schmerzen führt. Der Piriformis ist ein flacher, bandartiger Muskel unter der Gesäßmuskulatur, "tief" am Gesäß, in etwa auf Höhe des oberen Beckenknochens. Die Symptome können mit verschiedenen Wirbelsäulenleiden (zum Beispiel Ischias) verwechselt werden, weshalb du oft nicht die passendste Behandlung erhältst.
Der Piriformis ist ein Schlüsselmuskel für die Bewegung der unteren Extremitäten. Er stabilisiert das Hüftgelenk, hebt das Bein zur Seite und dreht gleichzeitig den Oberschenkel nach außen. Er trägt zum Gehen bei und zur Gewichtsverlagerung von einem Bein auf das andere, also zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts. Praktisch bei fast jeder Bewegung wird er eingesetzt, besonders bei solchen, bei denen das Anheben oder Drehen der Oberschenkel erforderlich ist.
Der Ischiasnerv ist ein dicker und langer Nerv im Körper. Er tritt aus der Wirbelsäule aus und verläuft tief, unter dem Piriformis-Muskel, seltener durch ihn hindurch. Er zieht über das Gesäß, den Oberschenkel, den Unterschenkel und teilt sich schließlich in kleinere Äste, die am Fuß enden.

Ursachen des Piriformis-Syndroms
Es gilt allgemein als gesichert, dass die Kompression des Nervs durch Krämpfe oder Verspannungen des Piriformis ausgelöst werden kann. Die Folge ist eine Entzündung des Ischiasnervs und Schmerzen.
Dafür kommen jedoch viele Ursachen infrage. Zum Beispiel Traumata der Gesäßmuskulatur (durch einen Schlag bei einem Unfall, Tritt, Sturz) oder – nach anderer Auffassung – bei Läufern und Radfahrern wiederkehrende Mikrotraumen durch repetitive und langanhaltende Bewegungen. Daraus entsteht eine chronische Entzündung, der Muskel zieht sich reflexartig zusammen, wird steif und wenn der Nerv zu nahe oder "am falschen Ort" liegt, wird er niederdrückt oder unterdrückt, was die Symptome auslöst.
Die Diagnostik ist nicht einfach, da sich keine Veränderungen per Ultraschall, Röntgen oder anderen bildgebenden Verfahren nachweisen lassen. Die Symptome können zudem leicht mit Ischias verwechselt werden. Ein erfahrener Diagnostiker kann das Syndrom durch Analyse bestimmter Bewegungsabläufe erkennen.
Symptome des Piriformis-Syndroms
Tief im Gesäß treten Schmerzen auf. Das kann nur ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl sein. Die Schmerzen können aber auch unangenehm stark sein und entlang des Ischiasnervs ausstrahlen (daher die Verwechslung mit Ischias). Sitzen, Gehen, Treppensteigen, Laufen etc. verstärken die Beschwerden.
Durch starken, tiefen Druck können die Beschwerden unterhalb der Gesäßmuskulatur direkt ausgelöst werden.
Aufgrund der Schmerzen zieht sich der Piriformis reflexartig zusammen und wird steif. In schweren Fällen kann er sich so stark verkürzen, dass das betroffene Bein nach außen gedreht wird und der Fuß seitlich zeigt.
Oft wird das Syndrom nicht erkannt oder falsch diagnostiziert, weil es leicht mit anderen häufigen Störungen wie Bandscheibenvorfall, Diskopathie, lumbaler Wurzelreizung (Einklemmung eines Nerven), Ischias oder Hüftschleimbeutelentzündung verwechselt werden kann. Einer amerikanischen Studie zufolge (1) entstehen mehr als 16 % der Berufsunfähigkeit bei Erwachsenen durch chronische Rückenschmerzen, und davon sind mindestens 6 % tatsächlich Piriformis-Syndrom. Eine korrekte Einschätzung der Symptome ermöglicht eine rechtzeitige und geeignete Behandlung.
Behandlung der Ischiasnerv-Entzündung zu Hause
Basis der konventionellen medizinischen Behandlung ist die teilweise Vermeidung von Bewegung. Es werden Medikamente eingesetzt, etwa nichtsteroidale Entzündungshemmer. Wenn das nicht wirkt, kommen natürlich Steroidinjektionen in Frage, oder bei fehlender Reaktion auch Botulinumtoxin (Botox)-Injektionen. Glücklicherweise wird nur selten eine Operation empfohlen (und durchgeführt).
Auch physiotherapeutische Maßnahmen kommen zum Einsatz, beispielsweise Ultraschallbehandlung. Ein Softlaser wäre hierfür ebenfalls geeignet, aber nicht jeder Softlaser dringt tief genug ein, um diesen Muskel zu erreichen.
Wurde das Piriformis-Syndrom diagnostiziert, kannst du es auch zu Hause selbst behandeln. Du kannst mehrere Behandlungen kombinieren, um die maximale Wirksamkeit zu erzielen.
Ziel der häuslichen Behandlung der Ischiasnerv-Entzündung ist, die Entzündung zu beseitigen und den Piriformis-Muskel zuerst zu entspannen und anschließend zu stärken.
Zu Hause befolge die folgende Strategie:
Trainingsumfang vorübergehend reduzieren
Wenn du die auslösende Ursache immer wieder neu erzeugst, arbeitest du gegen die Heilung. Eine Verringerung der Trainingsbelastung hilft, damit die Heilungsprozesse die Entzündung überwinden können. Werde aber nicht inaktiv!
Kühle die schmerzende Stelle
Lege für 10–15 Minuten einen mit Eis gefüllten Beutel auf die schmerzende Stelle. Nicht direkt auf die Haut, da sonst Erfrierungen auftreten können.
Kühlen reduziert die Entzündung. Wenn du das Eis entfernst, wärmt der Körper die gekühlte Stelle wieder auf, was die Durchblutung beschleunigt. Das fördert die entzündungshemmenden Prozesse.
Nach 10–15 Minuten Kühlen lasse die Muskeln wieder aufwärmen (1 Stunde Pause). Wiederhole das 3–4 Mal.
Eine zu starke Kühlung ist nicht gut, also nutze diese Methode nicht länger als 2–3 Tage und nicht länger als 15 Minuten am Stück.
Behandle mit therapeutischem Ultraschall
Der Piriformis liegt tief, daher verwende therapeutischen Ultraschall mit 1 MHz Frequenz für die Behandlung. Ultraschall hat eine ausgezeichnete entzündungshemmende Wirkung. Er erwärmt das behandelte Gewebe, entspannt den verspannten Muskel und beschleunigt das Abklingen der Entzündung. Behandle 15–20 Tage lang einmal täglich. Verwende mittlere Intensität, 10 Minuten lang (über einem handtellergroßen Bereich oberhalb der schmerzenden Stelle). Verwende bei der Behandlung immer Ultraschallgel!
Wenn du nach 12 Tagen Behandlung noch immer Ultraschall gibst, stoppe die Ultraschallbehandlung – auch wenn deine Beschwerden noch teilweise bestehen. Nicht mehr Ultraschall an derselben Stelle geben. Du musst 3–4 Monate Pause machen, bevor du dort erneut behandeln kannst.
Das M-Sonic 950 therapeutische Ultraschallgerät ist eine geeignete Wahl.
Setze Mikrostrom ein!
Mikrostrom ist heute noch eine weniger verbreitete elektrotherapeutische Methode. Dabei handelt es sich jedoch um eine der wirksamsten Schmerz- und Entzündungsreduktionsmethoden, die auch zu Hause angewendet werden kann. Meiner Meinung nach wird dies in naher Zukunft eine der am weitesten verbreiteten Behandlungsmöglichkeiten sein. Hier kannst du mehr über die Wirkung von Mikrostrom lesen.
Behandle täglich 2–3 Mal, jeweils 20 Minuten.
Die Globus Genesy 300 Pro, der Runner Pro, der Triathlon Pro oder das Premium 400 Gerät können geeignet sein.
Entspanne und stärke den Piriformis!
Das Entspannen und Stärken des Muskels kann auch mit Gymnastikübungen erfolgen. Allerdings brauchst du dafür mehrere Monate. Einige solche Übungen:

Piriformis-Dehnung: Lege dich auf den Rücken. Ziehe ein Knie an, der Fuß bleibt am Boden. Lege das andere Bein darüber. Greife das angezogene Knie und ziehe es langsam in Richtung gegenüberliegender Schulter. Halte einige Sekunden. Wiederhole 20× auf beiden Seiten. Erhöhe die Haltezeit vorsichtig.
Kräftigungsübung 1: Lege dich auf die Seite. Ziehe das Knie so an, dass Hüfte und Knie-Wade einen Winkel von jeweils 60 Grad bilden. Drehe nun den oberen Oberschenkel (hebe das obere Knie an). Halte einige Sekunden und senke es wieder. Achte darauf, dass deine Knöchel während der gesamten Übung in Kontakt bleiben, also den Knöchel nicht anheben! Wiederhole 10× auf beiden Seiten.
Kräftigungsübung 2: Gehe in den Vierfüßlerstand. Hebe ein Knie seitlich an. Halte einige Sekunden. Senke es wieder ab. Wiederhole 10× auf beiden Seiten. Erhöhe die Haltezeit jeden Tag um 1 Sekunde.
Verwende einen Muskelstimulator!
Wenn du keine Monate vom Training aussetzen willst oder schlicht zu faul bist, monatelang zu üben, dann verwende ein elektrisches Muskelstimulationsgerät zur Behandlung des Piriformis-Syndroms. Mit einem Qualitäts-Muskelstimulator kannst du die Muskeln effektiver und schneller entspannen und stärken als beim reinen Training, und so die Beschwerden schneller lindern.
Die Globus-Sport-Muskelstimulatoren (Runner Pro, Cycling Pro, Triathlon Pro) oder das Genesy 300 Pro bieten die nötigen Programme: die Kombination aus Schmerzlinderung, Muskelentspannung und Kräftigung kann bereits in 2–3 Wochen deutliche Verbesserungen bringen. Zur vollständigen Beseitigung der Beschwerden kann bei regelmäßiger Dehnung und Einsatz eines Stimulators dennoch viel Zeit erforderlich sein, oft 2–3 Monate.
Verwende eine Vibrationsmassagepistole!
Der vibrationsstarke Massagekopf, der 30–40 Schwingungen pro Sekunde ausführt, erreicht sehr effektiv tiefliegende Muskeln, also auch den tief im Gesäß liegenden Piriformis. Durch die intensive Massage beschleunigt sich die Durchblutung, der Abtransport von Stoffwechselprodukten beginnt und die Muskelspannung löst sich. Zum 4 Vibe Gerät erhältst du eine kleine Massageaufsatzfläche, die speziell für punktuelle Behandlungen entwickelt wurde. Für eine bestimmte Stelle reicht eine Vibrationsmassage von maximal 1–2 Minuten!!! Du wirst verstehen, warum so kurz genug ist. Sei nicht überrascht, wenn du während der Selbstbehandlung "Sterne siehst"! :)