Restless‑Legs‑Syndrom
Die Symptome des Restless‑Legs‑Syndroms treten typischerweise am Abend oder in der Nacht auf, während du sitzt oder bereits liegst. Du spürst plötzlich einen überwältigenden Drang, deine Beine zu bewegen. Bewegung lindert dieses unangenehme Gefühl vorübergehend. Die auch als Willis‑Ekbom‑Krankheit bezeichnete Erkrankung kann in jedem Alter auftreten und verschlechtert sich im Allgemeinen mit zunehmendem Alter. Sie stört den Schlafzyklus und die Erholung, was Auswirkungen auf [...] haben kann.
Die Symptome des Restless‑Legs‑Syndroms treten typischerweise am Abend oder in der Nacht auf, während du sitzt oder bereits liegst. Du spürst plötzlich einen überwältigenden Drang, deine Beine zu bewegen. Bewegung lindert dieses unangenehme Gefühl vorübergehend. Die auch als Willis‑Ekbom‑Krankheit bezeichnete Erkrankung kann in jedem Alter auftreten und verschlechtert sich in der Regel im Laufe der Jahre. Sie stört den Schlafzyklus und beeinträchtigt die Erholung, was sich auch auf alltägliche Aktivitäten auswirken kann. Die Erkrankung ist nicht immer leicht zu erkennen, weil Betroffene die zwanghafte Beinbewegung während des Schlafs oft nicht wahrnehmen, höchstens durch häufiges Aufwachen. Medikamente wirken nur bei einem Teil der Patienten. Einfache Hausmittel (z. B. Muskelstimulation) und Änderungen des Lebensstils können helfen, die Symptome zu lindern.
Die Symptome des Restless‑Legs‑Syndroms
Das Hauptsymptom ist der Drang, die Beine zu bewegen. Häufige Begleitmerkmale können außerdem die folgenden sein:
- Gefühle nach Ruhephasen beginnend: Typischerweise beginnen die Beschwerden nach längerer Liege‑ oder Sitzzeit, selbst tagsüber im Auto, im Flugzeug oder im Kino.
- Linderung durch Bewegung: Dehnen, Schütteln der Beine, Umherlaufen oder Gehen reduzieren die Beschwerden.
- Verschlimmerung am Abend: Die Symptome treten vor allem nachts auf.
- Nächtliche Beinbewegungen: Dies kann mit einer anderen, häufigeren Störung zusammenhängen, der periodischen Bewegungsstörung im Schlaf, bei der die Beine während der Ruhezeiten zucken und treten, mitunter die ganze Nacht hindurch.
Die Symptome des Restless‑Legs‑Syndroms werden typischerweise als abnorme, unangenehme Empfindungen im Bein oder Fuß beschrieben. Meistens treten sie beidseitig auf. Seltener sind auch die Arme betroffen.
Das Gefühl sitzt in der Regel nicht auf der Haut, sondern im Inneren der Gliedmaße und wird mit folgenden Begriffen beschrieben:
- Ziehen
- Spannung
- Kribbeln
- Pulsieren
- Schmerz
- ähnlich einem Stromschlag
- Jucken
Manchmal ist das Gefühl schwer zu beschreiben. Betroffene beschreiben es im Allgemeinen nicht als Muskelkrampf oder Taubheit. Konsistent geben sie jedoch an, dass sie ihre Beine bewegen müssen, oft unwillkürlich. Häufig schwankt die Schwere der Symptome. Manchmal verschwinden die Beschwerden für eine Weile und kehren später zurück.
Ursachen
Die Ursache des Restless‑Legs‑Syndroms bleibt häufig unbekannt. Die Erkrankung betrifft etwa 10 Prozent der europäischen Bevölkerung. Forschende vermuten, dass ein Ungleichgewicht des Gehirnchemikalien Dopamin, das an der Bewegungskoordination beteiligt ist, eine Rolle spielen könnte.
Vererbung
Manchmal tritt eine familiäre Häufung auf, besonders wenn die Erkrankung vor dem 40. Lebensjahr beginnt. Wenn bei Eltern oder Geschwistern die Erkrankung diagnostiziert wurde, ist das Risiko deutlich erhöht, dass auch du betroffen bist. Forscher haben Chromosomenregionen identifiziert, an denen Gene liegen könnten, die mit der Erkrankung zusammenhängen.
Schwangerschaft
Schwangerschaft oder hormonelle Veränderungen können die Anzeichen und Symptome vorübergehend verschlimmern. Bei einigen Frauen tritt das Restless‑Legs‑Syndrom erstmals in der Schwangerschaft auf, vor allem im letzten Trimester. Die Beschwerden verschwinden jedoch meist nach der Geburt.
Risikofaktoren
Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, auch im Kindesalter. Sie wird mit zunehmendem Alter häufiger und ist bei Frauen verbreiteter als bei Männern.
Einer der wichtigsten Faktoren ist Eisenmangel; zudem spielen verschiedene Stoffwechselstörungen eine Rolle, zum Beispiel Urämie, die im Zusammenhang mit Nierenschwäche auftritt (hier sammeln sich aufgrund eingeschränkter Nierenfunktion Stoffwechselprodukte im Blut an). Diese Stoffwechselprobleme schädigen die Nervenfunktionen.
Im Allgemeinen ist das Restless‑Legs‑Syndrom jedoch nicht mit einer schweren Grunderkrankung verbunden. Es kann aber mit anderen Erkrankungen einhergehen, wie etwa:
- Periphere Neuropathie: Eine Schädigung der Nerven in Händen und Füßen, die meist durch chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Alkoholmissbrauch entsteht.
- Eisenmangel: Er kann das Restless‑Legs‑Syndrom ohne ausgeprägte Anämie verursachen oder verschlechtern. Wenn nicht genügend Eisen zur Verfügung steht, kommt es zu Problemen bei der Blutbildung: die Anzahl gesunder roter Blutkörperchen, die das Gewebe mit Sauerstoff versorgen, nimmt ab. Eisenmangel kann durch Magen‑ oder Darmblutungen, starke Menstruationsblutungen oder häufige Blutspenden entstehen.
- Niereninsuffizienz: Bei Nierenfunktionsstörungen kann ebenfalls Eisenmangel mit häufig begleitender Anämie auftreten. Wenn die Nieren nicht richtig arbeiten, sinken die Eisenspeicher im Blut. Dies und andere chemische Veränderungen im Körper können das Restless‑Legs‑Syndrom verursachen oder verschlimmern.
- Erkrankungen des Rückenmarks: Verletzungen oder Veränderungen des Rückenmarks können mit den Symptomen in Zusammenhang stehen. Auch Eingriffe am Rückenmark, etwa zur Schmerzlinderung, erhöhen das Entstehungsrisiko.
Hinter den Beschwerden können auch neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson stehen. Auch hier liegt die Ursache meist in einer Schädigung der peripheren Nerven. Rheumatoide Arthritis kann ähnliche Symptome hervorrufen, ebenso kann Angst die Beschwerden auslösen.
Komplikationen
Das Restless‑Legs‑Syndrom ist nicht lebensbedrohlich und führt in der Regel nicht zu anderen schweren Erkrankungen. Die Symptome reichen von kaum störend bis hin zur Arbeitsunfähigkeit. Schwer Betroffene haben Schwierigkeiten einzuschlafen oder im Tiefschlaf zu verbleiben. Durch die gestörte Erholung kann das Restless‑Legs‑Syndrom die Lebensqualität erheblich mindern und zu Depressionen führen. Schlafstörungen äußern sich durch übermäßige Tagesschläfrigkeit und können auch das Nickerchen am Nachmittag verhindern.
Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?
Manche Menschen suchen nie einen Arzt auf, weil sie befürchten, nicht ernst genommen zu werden. Ein dauerhaftes Restless‑Legs‑Syndrom birgt jedoch Risiken, weil die gestörte Nachtruhe zu Tagesschläfrigkeit, verringerter Konzentrations‑ und Leistungsfähigkeit führt. Zunehmende Müdigkeit kann die Lebensqualität direkt beeinträchtigen. Sprich auf jeden Fall mit deinem Arzt, wenn du denkst, dass du betroffen sein könntest.
Ärzte führen neurologische Untersuchungen durch und veranlassen Bluttests, insbesondere zur Abklärung eines Eisenmangels, um andere mögliche Ursachen deiner Symptome auszuschließen.
Behandlung des Restless‑Legs‑Syndroms
Manchmal führen die Beseitigung auslösender Faktoren, wie etwa die Behandlung eines Eisenmangels, zu einer deutlichen Linderung der Symptome. Die Korrektur eines Eisenmangels kann orale oder intravenöse Eisentherapie umfassen. Das erfolgt jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht und nachdem dein Arzt den Eisenspiegel in deinem Blut überprüft hat.
Wenn du an einem isolierten Restless‑Legs‑Syndrom leidest, konzentriert sich die Behandlung auf Lebensstiländerungen. Sind diese nicht ausreichend wirksam, kann dein Arzt Medikamente verschreiben.
Medikamente
Es gibt mehrere verschreibungspflichtige Medikamente, die ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt wurden, aber auch zur Behandlung von unruhigen Beinen eingesetzt werden. Es gibt verschiedene pharmakologische Gruppen.
Dopaminerg wirkende Mittel: Diese Wirkstoffe erhöhen den Spiegel des Neurotransmitters Dopamin im Gehirn. Sie werden sowohl bei mäßigen als auch bei schweren Fällen eingesetzt. Kurzzeitnebenwirkungen sind meist mild, z. B. Übelkeit, Schwindel und Müdigkeit. Sie können jedoch auch Impulskontrollstörungen wie zwanghaftes Glücksspiel oder erhöhte Tagesschläfrigkeit verursachen.
Calcium‑kanal‑beeinflussende Medikamente: Diese Medikamente wirken nur bei einem Teil der Patienten.
Calcium spielt neben der Stabilität der Knochen eine entscheidende Rolle für die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln, für Muskelkontraktionen und sogar für die Blutgerinnung. 99 Prozent des Calciums im Körper befinden sich im Knochengewebe, das zugleich als Calciumspeicher fungiert. Das restliche Calcium findet sich im Blut und in den Zellen, wo seine Konzentration nur innerhalb enger Grenzen schwanken darf, da nur innerhalb dieses Bereichs physiologische Funktionen zuverlässig erfüllt werden. Ein zu niedriger Calciumspiegel kann Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen und Gefühlsstörungen verursachen, weil die Erregbarkeit der Nerven und Muskeln erhöht ist und sie auf geringere Reize stärker reagieren.
Opioide: Sie können leichte bis schwere Symptome lindern, bergen jedoch bei längerer Anwendung ein Abhängigkeitspotenzial.
Muskelrelaxanzien und Schlafmittel: Sie helfen beim nächtlichen Einschlafen, beseitigen jedoch nicht das unangenehme Gefühl unruhiger Beine und können Tagesmüdigkeit verursachen. Diese Medikamente werden meist nur dann eingesetzt, wenn andere Behandlungen keine Erleichterung bringen.
Es kann mehrere Versuche erfordern, das für dich passende Medikament oder die richtige Medikamentenkombination zu finden.
Vorsicht mit Medikamenten!
Es kommt vor, dass dopaminerge Medikamente, die die Symptome zunächst lindern, im Laufe der Zeit wirkungslos werden oder du feststellst, dass die Symptome früher am Tag wieder auftreten oder sogar die Arme betreffen. Dies nennt man Augmentation (Verstärkung/Ausbreitung). In solchen Fällen muss auf ein anderes Medikament gewechselt werden.
Während der Schwangerschaft werden die genannten Medikamente nicht empfohlen. Ihre Anwendung ist nur bei schweren Symptomen und in der Regel erst im letzten Schwangerschaftsdrittel zu erwägen.
Einige Medikamente können die Symptome verschlechtern. Dazu gehören bestimmte Antidepressiva, einige Neuroleptika, bestimmte Antiemetika sowie einige Erkältungs‑ und Allergiemedikamente. Wenn möglich, solltest du diese meiden.
Lebensstil und Hausmittel
Einfache Änderungen des Lebensstils können helfen, die Symptome zu lindern. Die genannten Methoden sind nicht immer wissenschaftlich eindeutig belegt; Betroffene berichten jedoch, dass sie ihnen geholfen haben. Es ist nicht sicher, ob sie auch bei dir wirken, aber du kannst sie beruhigt ausprobieren.
- Probiere Bäder und Massagen: Warmes Wasser und das Massieren der betroffenen Muskeln entspannen diese.
- Wende warme oder kühle Umschläge an: Wärme‑ oder Kältepackungen beziehungsweise deren Wechsel können das unangenehme Gefühl lindern.
- Gute Schlafgewohnheiten entwickeln: Müdigkeit verschlechtert die Symptome, daher ist guter Schlaf wichtig. Das Zimmer sollte kühl und ruhig sein, das Bett bequem. Versuche, regelmäßig zur gleichen Zeit zu Bett zu gehen und aufzustehen, und schlafe nachts mindestens sieben Stunden.
- Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann die Symptome lindern, übermäßiges oder zu spätes intensives Training kann die Beschwerden jedoch verschlechtern.
- Meide Koffein: Eine Reduktion des Koffeinkonsums kann manchmal helfen. Vermeide für einige Wochen koffeinhaltige Produkte, einschließlich Schokolade, Kaffee, Tee und Erfrischungsgetränke, um zu sehen, ob es einen Effekt gibt.
- Ernährung: Experimentiere mit deiner Ernährung. Verzichte vollständig (oder reduziere zumindest auf ein Minimum) auf Koffein, Alkohol, raffinierten Zucker und reduziere das Rauchen.
Die größten Veränderungen für deine Gesundheit erreichst du oft durch die scheinbar kleinsten Schritte. Wenn etwas zur Gewohnheit in deinem Leben wird, denkst du vielleicht nicht daran, dass genau diese oft harmlos erscheinenden Routinen auf lange Sicht deinem Körper die größte Mühe bereiten, sein natürliches Gleichgewicht wiederzufinden. Wie man so sagt: „Der Schlüssel zur Veränderung liegt immer in deiner Hand.“
Elektrische Muskelstimulation (EMS)
Bestimmte Programme der elektrischen Muskelstimulation können helfen, wiederkehrende Beschwerden zu verhindern. Führe etwa 1–2 Stunden vor der üblichen Auftretenszeit der Symptome eine muskelentspannende, entspannende oder die Durchblutung sowie Regeneration fördernde Behandlung durch. Diese Anwendungen verbessern die Durchblutung und Ernährung der Muskeln und beruhigen die Nerven, die zu den Muskeln führen. Zusammengenommen reduzieren sie die erhöhte Aktivität.
Vermeide Programme, die die Muskelkraft erhöhen oder starke Muskelkontraktionen auslösen! Die eingesetzte Stromintensität sollte mild bis maximal mittelstark sein. Geeignete Geräte zur Behandlung des Restless‑Legs‑Syndroms findest du hier.