Rheumatoide Arthritis
Die rheumatoide Arthritis (kurz Rheuma) ist eine chronische Polyarthritis und eine der schwersten rheumatologischen Erkrankungen, die zudem mit starken Schmerzen verbunden ist. In Ungarn sind etwa 80.000 bis 100.000 Menschen betroffen. Zwar kann die Erkrankung in seltenen Fällen zurückgehen, doch bei den meisten Patienten verschlechtert sich der Zustand mit der Zeit kontinuierlich. Rheumatoide Arthritis erschwert selbst einfachste tägliche Aktivitäten.
Was verursacht rheumatoide Arthritis?
Rheuma ist eine anhaltende Entzündung, die mehrere Gelenke gleichzeitig betrifft. Bei Frauen tritt sie dreimal häufiger auf als bei Männern.
Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Sowohl erbliche als auch äußere Faktoren können an der Entstehung beteiligt sein. Besteht eine Kombination mehrerer Faktoren (z. B. Rauchen, Einnahme von Verhütungsmitteln, Stress, Infektionen), steigt die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer rheumatoiden Arthritis. Dieser Mix aus genetischer Veranlagung und Umwelt- sowie Lebensstilfaktoren kann direkt zu dieser Autoimmunerkrankung führen.
Bei rheumatoider Arthritis lässt sich eine gestörte Funktion der weißen Blutkörperchen beobachten. Das Immunsystem „verwechselt" Teile des Gelenks, insbesondere die Gewebeschicht, die das Gelenk umgibt, als fremd und leitet einen Abwehrprozess ein. Dabei greift der Körper seine eigenen Zellen und Gewebe an (Autoimmunprozess), was eine Entzündung verursacht und das Gelenk langsam zerstört.
Während der Entzündung wird die die Gelenkkapsel auskleidende Membran stark durchblutet, die Gelenke schwellen an, werden heiß und schmerzhaft. Die entzündungsfördernden Enzyme zerstören nach und nach den Gelenkknorpel und die Knochen.

Der Verlauf rheumatoider Arthritis
Der entzündliche Prozess kann langsam beginnen, mit morgendlicher Steifheit und schmerzhaften Schwellungen der Handgelenke (symmetrisch beidseitig), schlechtem Allgemeinbefinden und Gewichtsverlust. Er kann aber auch plötzlich mit starken Schmerzen, Fieber, Schwellungen der kleinen Gelenke von Händen und Füßen sowie der Handgelenke, Knie-, Schulter- und Sprunggelenke beginnen und Entzündungen verursachen, die das Gehen unmöglich machen.
Wichtig ist, dass Sie bei Auftreten dieser Symptome umgehend einen Arzt aufsuchen. Zwar ist rheumatoide Arthritis nach heutigem Stand der Medizin nicht heilbar, doch durch frühzeitige Diagnose und rechtzeitige Behandlung kann die Erkrankung kontrolliert werden, sodass die Lebensqualität erhalten bleibt.
Lebensstil-Empfehlungen
Rheumatoide Arthritis lässt sich leider nicht heilen, aber es gibt verschiedene Methoden, um sie angemessen zu managen; zudem stehen den Patienten Hilfsmittel zur Verfügung, mit denen sie die mit der Erkrankung verbundenen Schmerzen selbst lindern können.
Zusätzlich zur vom Arzt verordneten medikamentösen Behandlung sind wichtig
- regelmäßige körperliche Bewegung, um die Gelenke mobil zu halten;
- die Erhaltung eines idealen Körpergewichts, da Übergewicht zusätzliche Belastung für die Gelenke darstellt;
- während der Entzündungsruhephasen sind Wärmetherapie, warme Schlammpackungen und Paraffinbehandlungen an den Gelenken sehr nützlich, da Wärme Schmerzen lindern und die Gelenkbänder und Muskeln entspannen kann;
- bei akuten Schüben lindert Kühlung der entzündeten Gelenke Schmerzen und Muskelkrämpfe.
Optionen zur häuslichen Behandlung rheumatoider Arthritis
Rheuma verursacht nahezu ständige Schmerzen. Betroffene können jedoch auf moderne medizintechnische Möglichkeiten zurückgreifen. Physiotherapeutische Geräte für zu Hause unterstützen die Verbesserung der Lebensqualität.
- Die TENS-Geräte sowie Mikrostromgeräte wenden milde elektrische Impulse an, um Schmerzfreiheit zu erzielen, die mehrere Stunden anhalten kann;
- Paraffinbehandlungen sind sehr effektiv zur Linderung rheumatischer Schmerzen in kleinen Gelenken;
- Die Ultraschall-Therapiegeräte sorgen dank ihrer entzündungshemmenden Wirkung für Schmerzlinderung, erwärmen das Gelenk und lockern die Gelenkbänder. Nach 10–15 Behandlungen sollte eine mehrmonatige Pause eingelegt werden;
- Die Low-Level-Laser-Therapiegeräte haben eine starke schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung und fördern die Regeneration des Gelenks. Low-Level-Laser ist eine der ersten Methoden zur Behandlung von Rheuma.