Rückenschmerzen – wie kann ich sie reduzieren?
Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen unserer Zeit. Immer mehr Menschen leiden darunter, und oft ist es nicht einfach, sie loszuwerden. Wenn du Rückenschmerzen hast, kannst du hierfür meist dich selbst mitverantwortlich machen. Du hockst stundenlang vor dem Monitor, sitzt dann im Stau im Auto oder im Bus und lässt dich schließlich aufs Sofa fallen, um deine übliche Abendserie zu sehen. Du bewegst dich nicht, vermeidest Sport und trägst etwas Übergewicht. Kein Wunder, dass die untrainierten, geschwächten rückenstabilisierenden Muskeln ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen und die Wirbelsäule nicht mehr ausreichend halten – das ist die Ursache der unangenehmen Rückenschmerzen. Du kannst dich von Rückenschmerzen verabschieden, aber das darfst du nicht von einigen eingenommenen Tabletten erwarten.
Arten von Rückenschmerzen
- Akute Rückenschmerzen entstehen hauptsächlich durch falsche Körperhaltung, Bewegungsmangel oder als Folge einer Entzündung. Die Beseitigung der auslösenden Ursache führt zur Heilung.
Regelmäßiges Rückentraining, Bewegung, der Austausch eines schlechten Stuhls oder das Anheben des Monitors auf Augenhöhe können bereits Abhilfe schaffen.
Wenn du die Ursache jedoch über längere Zeit nicht behebst, kann sich daraus Chronizität entwickeln. - Chronische Rückenschmerzen bedeuten Schmerzen, die seit Monaten anhalten.
Sie sind die Folge einer dauerhaften Muskelschwäche, können aber auch durch entzündliche Erkrankungen ausgelöst werden. Stress kann ebenfalls Rückenschmerzen verursachen.
Wende dich den Rückenschmerzen ab!
Rückenschmerzen mit Medikamenten zu behandeln ist sinnlos! Schmerzmittel können den Schmerz zwar für einige Stunden beseitigen, haben aber keinerlei Wirkung auf die rückenstabilisierenden Muskeln, behandeln also nicht die Ursache. Neben der Einnahme von Medikamenten kehrt dein Schmerz immer wieder zurück – das ist nicht die Lösung!
Außerdem musst du bei dauerhafter Einnahme von Schmerzmitteln mit Nebenwirkungen rechnen. Magen- und Darmbeschwerden, vermehrte Magensäure, Magengeschwür, in schweren Fällen sogar Magenblutungen; durch Schädigung der weißen Blutkörperchen kann außerdem die körpereigene Abwehr gegen Krankheiten beeinträchtigt werden.
Anstelle von Medikamenten kann Kälte- oder auch Wärmetherapie angewendet werden, die bei nahezu allen lumbalen und dorsalen Schmerzen sehr gut wirkt. Durch den Wechsel von Kühlung und Erwärmung verbessert sich die Durchblutung der Muskeln, schmerzverursachende Stoffwechselprodukte werden ausgespült und der Schmerz lässt nach.
Auch diese Maßnahmen stärken die Muskulatur jedoch nicht, das heißt nach einem vorübergehenden positiven Effekt können die Schmerzen wiederkehren.
Die Rolle der rückenstabilisierenden Muskeln
Die rückenstabilisierenden Muskeln spielen eine lebenswichtige Rolle bei der Vorbeugung und Reduzierung von Rückenschmerzen. Wie der Name sagt, ist es ihre Aufgabe, die Wirbelsäule zu halten und ein Zusammendrücken der Wirbel zu verhindern. Damit sie ausreichend Kraft haben, ist regelmäßige körperliche Aktivität erforderlich. Wenn du überhaupt keinen Sport treibst, ist das Risiko für Rückenschmerzen deutlich höher.
Bei beginnenden Rückenschmerzen ist regelmäßiges Rückentraining oder zum Beispiel Yoga die effektivste Methode!
Bei starken und lange bestehenden Schmerzen solltest du allerdings nicht sofort „kopfüber ins Training“ springen, denn plötzliche Anstrengung kann deinen Schmerz verstärken und sogar zu einem Bandscheibenvorfall führen. Zuerst musst du einen Zustand herstellen, in dem du gefahrlos trainieren kannst!
Dafür eignen sich moderne Muskelstimulatoren, die in erster Linie zur Kräftigung der Muskeln und zur Beseitigung muskulär bedingter Schmerzen eingesetzt werden. Mit einem Muskelstimulationsgerät kannst du die rückenstabilisierenden Muskeln stärken, ohne Gewichte heben oder Gymnastikübungen machen zu müssen.
Durch die Stimulation ziehen sich die Muskeln wiederholt zusammen, ähnlich wie beim Training – das heißt die Muskelstimulation erzielt eine dem Training entsprechende Wirkung im Muskel, ohne eine Bewegung im Gelenk zu erzeugen. Durch die Stimulation verdicken sich die Muskelfasern, die Muskelkraft nimmt zu, die Durchblutung verbessert sich und auch die Stoffwechselprozesse werden angeregt.
Wie beim Sport wirkt die Stimulation nicht sofort; erste Effekte zeigen sich erst nach 6–8 Wochen. Du musst also konsequent und regelmäßig die Rückenmuskulatur behandeln. Das kannst du sogar im Bürostuhl oder beim Fernsehen tun! Die gestärkten Muskeln halten die Wirbel, der Druck auf die Nervenwurzeln nimmt ab und damit verschwindet auch der Schmerz.
Die Muskelstimulation und damit die Kräftigung der rückenstabilisierenden Muskeln führt auch dann zu einer Verbesserung, wenn sich deine Körperhaltung am Arbeitsplatz nicht verändert.
Benutze eine Schaumstoffrolle!
Der größte Vorteil einer Schaumstoffrolle ist, dass sie viele Vorteile von Krankengymnastik und Massage gleichzeitig bietet. Zudem ist die Rolle günstiger als jede einzelne Gymnastikstunde oder Massage und trotzdem jahrelang nutzbar. Der Hauptunterschied zwischen dem Rollen mit der Schaumstoffrolle und einer Massage durch einen Therapeuten besteht darin, dass du beim Rollen dein Körpergewicht verwendest, um Muskeln und Faszien gründlich zu bearbeiten. Bei der klassischen Massage übernimmt dies der Masseur mit Händen und Fingern. Natürlich ersetzt die Rolle nicht vollständig Entspannungs- und Dehnungsübungen oder eine professionelle Massage. Für diejenigen, die sich nach jeder Trainingseinheit keine Massage leisten können, lohnt sich die Anschaffung einer Schaumstoffrolle jedoch sehr.
Ergonomic Schaumstoffrolle
Die weichere und bequemere Rolle: Im Vergleich zur traditionellen hohlen Schaumstoffrolle ist ihr Material elastischer.
Die Ergonomic Foam Roller ist perfekt zum Rollen des Rückens (rückennahe Stützmuskulatur). Die mittige Vertiefung reduziert die Belastung der Dornfortsätze.
Ihre gebogene Form ermöglicht mehr als einfache gerade Übungen. Die punktuell verteilten Noppen auf der Oberfläche sorgen für eine entlastende Massage.
Die Schaumstoffrolle hilft beim Lösen von Verklebungen und Knoten, stärkt die Muskulatur jedoch nicht. Dafür sind andere Hilfsmittel notwendig.
Muskelstimulator – verbessert den Zustand der Muskeln
Die Muskelstimulatoren (hier empfehle ich insbesondere Geräte mit 4 Kanälen) sind ausgezeichnet zur Behandlung von Nacken- und Rückenschmerzen sowie lumbalen Schmerzen und sogar bei Beschwerden durch einen Bandscheibenvorfall.
Ich empfehle sie, wenn du unangenehme Schmerzen in den neben der Wirbelsäule gelegenen Muskeln spürst. Das kann im Nacken, Rücken oder auch im Lendenbereich auftreten.
Die Anwendung der Geräte ist sehr einfach. Die dem Gerät beiliegenden Elektroden müssen auf beiden Seiten der Wirbelsäule, oberhalb der rückenstabilisierenden Muskelstränge, aufgeklebt werden. Mit den Programmen "Muskelverspannung lösend" und "Ausdauerkraft" kannst du den Schmerz reduzieren und die Muskeln schrittweise stärken, damit die Beschwerden nicht wiederkehren.
Wenn du den Schmerz beseitigt hast, beginne dann schrittweise regelmäßig zu trainieren, denn nur mit starken Rückenmuskeln kannst du verhindern, dass die Rückenschmerzen zurückkehren!
Vorbereitungen
- Für die Behandlung des ganzen Rückens benötigst du 4 Kabel und 8 Elektroden. Hole diese bereit!
- Für diese Behandlung empfehle ich quadratische Elektroden in der Größe 50×50 mm. (Die Größe kann um einige Millimeter abweichen.)
- Ein Ende der Kabel teilt sich und endet in nadelartigen Metallteilen. Damit kannst du die selbstklebenden TENS-Elektroden anschließen.
- Schließe die Kabelenden und die Elektroden an!
- Das andere Ende der Kabel verfügt über einen Stecker, mit dem du sie an das Gerät anschließen kannst. Stecke sie in das Gerät!
- Die Kabel können unterschiedliche Farben haben. Es ist egal, welches farbige Kabel du in welchen Anschluss des Geräts einsteckst. Die Farben dienen nur dazu, die beiden Enden eines Kabels leicht zu identifizieren. Denn zwischen den Enden desselben farbigen Kabels fließt der Behandlungsstrom, der wirken soll.
Elektrodenpositionen

Führst du jedoch weder Gymnastik noch Stimulation durch, verliert deine Muskulatur innerhalb von 2–3 Wochen wieder die vor der Behandlung erreichte Stärke. Dies kannst du durch regelmäßige Bewegung aufrechterhalten.
