Was ist Rhizarthrose?
Genau diese außergewöhnliche Bewegungsfreiheit macht das Gelenk auch verletzlich. Wenn Sie einen Schlüssel greifen, eine Flasche öffnen oder einen kleinen Gegenstand mit dem Pinzettengriff anheben, wird die Kraft fast immer über dieses kleine Gelenk geleitet. Über Jahrzehnte können sich dadurch Belastungen von mehreren Tonnen ansammeln. Kein Wunder, wenn der Knorpel schließlich verschleißt, die stabilisierenden Bänder ausleiern und sich die Gelenkflächen gegeneinander verschieben.
Die Erkrankung tritt typischerweise nach dem 50. Lebensjahr auf und ist bei Frauen 6–10-mal häufiger als bei Männern. Betroffene berichten meist über Schmerzen an der Daumenbasis, eine verminderte Greifkraft und Schwierigkeiten beim Pinzettengriff. In schwereren Fällen entsteht auch eine sichtbare Fehlstellung: Die Daumenbasis tritt hervor, während sich der obere Teil des Daumens in die entgegengesetzte Richtung spannt.
Kerngedanke
Rhizarthrose ist nicht einfach nur „Verschleiß“, sondern ein Zusammenspiel aus einer Störung des Gleichgewichts von Knorpel, Bändern und den stabilisierenden Muskeln des Gelenks. Deshalb zielt eine wirksame Behandlung zu Hause gleichzeitig in zwei Richtungen: auf die Stärkung der gelenkstabilisierenden Muskeln (Physiotherapie + Muskelstimulation) und auf die Verringerung der Entzündung (Laser-, Magnetfeld- und Ultraschalltherapie).
Wie können die Behandlungen unterstützen?
Therapiegeräte für zu Hause wirken nicht von allein: Jedes unterstützt einen bestimmten biologischen Prozess. Die folgenden vier Mechanismen zeigen, warum es sinnvoll ist, stabilisierende und entzündungshemmende Verfahren zu kombinieren. Jeder Mechanismus trägt auf einem anderen Weg und über anderes Gewebe dazu bei, dass Ihr Gelenk die alltägliche Belastung besser verkraftet.
Die kleinen Muskeln rund um das Gelenk – insbesondere der sogenannte erste dorsale interossäre Muskel (FDI) sowie die eigenen Daumenmuskeln (Thenargruppe) – funktionieren wie Seile, die eine Zeltplane spannen. Wenn sie schwächer werden, verschieben sich die Gelenkflächen gegeneinander und jede Bewegung verursacht Schmerzen. Eine fluoroskopische Untersuchung zeigte, dass das Anspannen des FDI-Muskels das verschobene Ende des Mittelhandknochens des Daumens wieder in seine Position ziehen kann. Die gezielte Kräftigung dieses Muskels stellt somit eine echte, messbare mechanische Unterstützung dar.1,2
Physiotherapie ist auch allein wirksam: Studien zufolge können regelmäßige, gezielte Übungen die Schmerzen deutlich verringern und die Funktion der Hand verbessern.3 Die elektrische Muskelstimulation (EMS/NMES) kann dies ergänzen. Damit erreichen Sie auch kleine Muskeln, die sich willentlich nur schwer gezielt anspannen lassen. Beide Methoden zusammen – aktive Übungen plus passive Stimulation – funktionieren ähnlich wie die Kombination aus Krafttraining und Massage: Die eine Methode trainiert den Muskel, die andere erhält seinen Tonus.
Die Softlasertherapie (LLLT oder Photobiomodulation) arbeitet mit rotem oder nahinfrarotem Licht einer bestimmten Wellenlänge und niedriger Intensität. Das Licht dringt durch die Haut in tiefer liegendes Gewebe ein und wirkt dort in den Mitochondrien der Zellen. Es funktioniert wie eine Art „innerer Energieschalter“: Die gesteigerte ATP-Produktion der Zellen kann die Verringerung von Entzündungen und die Regeneration des Gewebes unterstützen.
Bei der Rhizarthrose ist das besonders interessant, weil das Gelenk direkt unter der Haut liegt – in einer Tiefe von wenigen Millimetern. Das Laserlicht erreicht das Zielgewebe daher mit guter Wirksamkeit. Systematische Übersichten aus dem Jahr 2025 zufolge ist die Photobiomodulation bei Hand-OA als ergänzende Behandlung vielversprechend, auch wenn die optimale Dosis noch genauer bestimmt werden muss.4
Die Therapie mit einem gepulsten elektromagnetischen Feld (PEMF) durchdringt die Hand und damit auch die Gelenke. Ihre Wirkung setzt auf der Ebene der Zellmembranen ein. Das pulsierende Magnetfeld kann die Funktion der Ionenkanäle beeinflussen und dadurch das Abklingen entzündlicher Prozesse sowie den Stoffwechsel der Knorpelzellen unterstützen.
2025 wurde die erste doppelblinde, randomisierte kontrollierte Studie veröffentlicht, in der die Magnetfeldtherapie gezielt bei Menschen mit Rhizarthrose untersucht wurde. Die Teilnehmenden trugen vier Wochen lang jede Nacht acht Stunden lang ein PEMF-Gerät. Interessanterweise wurde die Verringerung der Schmerzen erst nach dem Behandlungszeitraum, in der sechsten Woche, statistisch nachweisbar. Das deutet darauf hin, dass die Magnetfeldtherapie kein schnell wirkendes Schmerzmittel ist, sondern ein Verfahren mit langsamer einsetzendem, aber möglicherweise anhaltendem Effekt.5,6
Therapeutischer Ultraschall ist eine hochfrequente, für das menschliche Ohr nicht hörbare Schallwelle. Sie erzeugt im Gewebe kleine mechanische Schwingungen und eine leichte Wärmeentwicklung. Stellen Sie sich das wie eine Massage auf mikroskopischer Ebene vor, die das Bindegewebe rund um Knorpel, Bänder und Muskelansätze „bearbeitet“. Diese Mikrovibration kann die Durchblutung, den Flüssigkeitsaustausch zwischen den Zellen und den Abtransport entzündlicher Stoffe unterstützen.
Die 2020 gestartete SUR-Studie (Study of Medical Ultrasound for Rhizarthrosis) kann in naher Zukunft detaillierte Daten speziell zur Rhizarthrose liefern (die Untersuchungen laufen noch). Bis dahin gilt Ultraschall bei der Behandlung von Hand-OA als anerkanntes und gut verträgliches Verfahren, insbesondere als Teil kombinierter physiotherapeutischer Programme.7
Welche Therapien für zu Hause gibt es?
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick darüber, welches Ziel die einzelnen Methoden haben und wie sie sich in ein umfassendes Programm für zu Hause einfügen lassen. Beachten Sie: Die vier Hauptpfeiler wirken nach unterschiedlichen Mechanismen. Sie schließen einander daher nicht aus, sondern ergänzen sich.
| Methode | Worauf wirkt sie? | Typische tägliche Dauer | Wann ist sie sinnvoll? |
|---|---|---|---|
| Physiotherapie | Muskelkraft, Stabilisierung, Gelenkposition | 10–15 Minuten | In jeder Phase, der Grundpfeiler der Behandlung |
| EMS / Muskelstimulation | Aktivierung kleiner stabilisierender Muskeln | 15–20 Minuten | Wenn die Muskeln bereits schwach sind oder sich nur schwer gezielt aktivieren lassen |
| Softlaser | Zelluläre Entzündungshemmung, Regeneration | 5–10 Minuten | In einer aktiven Entzündungsphase, in Behandlungszyklen |
| Magnetfeldtherapie (PEMF) | Entzündung, Knorpelzellstoffwechsel | 30–60 Minuten oder über Nacht | Bei chronischen, anhaltenden Beschwerden, als Langzeitbehandlung |
| Therapeutischer Ultraschall | Weichteile, Mikrozirkulation, Gelenkkapsel | 5–8 Minuten | Bei einem steifen, geschwollenen Gelenk, in Behandlungszyklen |
| TENS (nur symptomatisch) | Schmerzlinderung über Nervenfasern | 20–30 Minuten nach Bedarf | Bei akuten Schmerzen, als Ergänzung – dient nur der symptomatischen Linderung |
Wichtige Unterscheidung
TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation) und EMS (elektrische Muskelstimulation) funktionieren häufig mit demselben Gerät, dienen aber völlig unterschiedlichen Zielen. TENS „beruhigt“ die schmerzleitenden Nervenfasern und lindert Schmerzen symptomatisch, trägt jedoch nicht zur Stabilisierung des Gelenks bei. EMS hingegen bewegt den Muskel und trägt damit aktiv zu einer langfristigen Verbesserung bei. Bei der Behandlung der Rhizarthrose liegt der Schwerpunkt eindeutig auf EMS und entzündungshemmenden physiotherapeutischen Verfahren.
Die Wächter des Gelenks: gezielte Muskelkräftigung
Das Training der gelenkstabilisierenden Muskeln ist der wichtigste Pfeiler der Behandlung. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2024 an postmenopausalen Frauen zeigte, dass gezielte Muskelkräftigung und Propriozeptionstraining die Schmerzen deutlich verringern und die Funktion der Hand verbessern. 3,8 Die folgenden Übungen können Sie täglich 10–15 Minuten zu Hause durchführen.
Legen Sie Ihre Handfläche auf den Tisch und spreizen Sie die Finger ganz natürlich. Legen Sie den Zeigefinger der anderen Hand an das Gelenk zwischen Daumen und Zeigefinger, in den Bereich der „Schwimmhaut“. Versuchen Sie nun, Ihren Zeigefinger in Richtung Daumen zu bewegen, während Sie gegen den Finger der anderen Hand drücken. Der Finger bewegt sich dabei nicht, der Muskel spannt sich nur an. Halten Sie die Spannung 5 Sekunden und entspannen Sie 3 Sekunden. Wiederholen Sie dies 10-mal, zweimal täglich. Diese isometrische Kräftigung zielt direkt auf den gelenkstabilisierenden FDI-Muskel.
Berühren Sie mit der Daumenspitze nacheinander die Spitzen von Zeige-, Mittel-, Ring- und kleinem Finger und bilden Sie dabei jeweils ein „O“. Führen Sie die Bewegung langsam und bestimmt aus und achten Sie auf die Arbeit der Muskeln an der Daumenbasis. 10 Wiederholungen in beide Richtungen, zweimal täglich. Dieses klassische Oppositionstraining kräftigt die eigenen Daumenmuskeln (Thenargruppe).
Schließen Sie die Augen und versuchen Sie, den Daumen allein mithilfe Ihrer Wahrnehmung in verschiedene Positionen zu bringen: gestreckt, gebeugt, zur Mitte der Handfläche und zur Seite. Halten Sie jede Position 3–5 Sekunden. Bei dieser Übung lernen die Gelenkrezeptoren, also die Propriozeption, wieder zu arbeiten. Studien aus dem Jahr 2024 zufolge kann sie die Funktion der Hand besonders gut verbessern.8
Verwenden Sie eine kleine runde PALS-Elektrode (2.5cm) oder einen Motorpunktstift. Eine Elektrode platzieren Sie an der Daumenbasis, die andere am Daumenballen. Damit stimulieren Sie die eigenen Daumenmuskeln. Beginnen Sie mit niedriger Intensität und steigern Sie sie allmählich bis zu einer sichtbaren, aber nicht schmerzhaften Kontraktion. 15–20 Minuten, 3–5-mal pro Woche. EMS ist besonders hilfreich, wenn Sie bei der Physiotherapie das Gefühl haben, den Muskel „nicht greifen“ zu können. Die Stimulation zeigt Ihnen, wie sich die richtige Aktivierung anfühlt.
Therapiegeräte für zu Hause bei Rhizarthrose
Für jede der vier Haupttechnologien gibt es Geräte für die Anwendung zu Hause. Die folgende Übersicht hilft Ihnen bei der Orientierung:
EMS- / Muskelstimulationsgeräte
Zur gezielten Aktivierung der gelenkstabilisierenden Muskeln. Die meisten Modelle bieten sowohl EMS- als auch TENS-Funktionen. Damit können Sie Stabilisierung und Schmerzlinderung mit einem Gerät unterstützen. Achten Sie auf Geräte mit Elektroden, die speziell für die Hand und kleine Gelenke entwickelt wurden.
Softlasergeräte für zu Hause
Bei kleinen Gelenken lässt sich der Laser direkt auf den schmerzenden Punkt richten. Für die Anwendung zu Hause sind Geräte mit einer Wellenlänge von 808 nm und mittlerer Leistung am häufigsten. Ein Behandlungszyklus dauert typischerweise 5–10 Minuten, täglich oder jeden zweiten Tag.
Magnetfeldtherapiegeräte
Das pulsierende Magnetfeld kann einen größeren Bereich durchdringen. Kleine Gelenke lassen sich mit speziellen Handapplikatoren oder Geräten mit niedriger Intensität behandeln, die für eine längere Anwendung ausgelegt sind. Bei chronischen, anhaltenden Beschwerden kann diese Methode sinnvoll sein, da sich ihre Wirkung langsam, aber anhaltend entwickelt.
Therapeutische Ultraschallgeräte
Therapeutische Ultraschallgeräte für zu Hause arbeiten mit einer Frequenz von 1 oder 3 MHz. Bei kleinen Gelenken ist 3 MHz geeignet, weil diese höhere Frequenz in oberflächlicherem Gewebe wirkt. Das Gerät wird mit Gel und langsamen kreisenden Bewegungen angewendet.
Bevor Sie mit der Behandlung beginnen
Bevor Sie mit einer Therapie zu Hause beginnen, sollten Sie mit einem Arzt darüber sprechen. Bei bestimmten Erkrankungen sind die folgenden Methoden nicht empfohlen oder nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen anwendbar.
Wann ist Vorsicht geboten?
- Herzschrittmacher oder implantiertes elektrisches Gerät – EMS, TENS und Magnetfeldtherapie sind in diesem Fall meist nicht anwendbar, da sie die Funktion des Implantats stören können.
- Aktive bösartige Erkrankung im Behandlungsbereich – die Wärmeentwicklung von Ultraschall und Laser sowie durchblutungsfördernde Wirkungen sind in diesem Fall nicht angezeigt.
- Schwangerschaft – bei Magnetfeld-, Ultraschall- und Lasertherapie ist eine Schwangerschaft im Bauch- und Beckenbereich eine eindeutige Gegenanzeige. Die Anwendung an der Hand setzt eine ärztliche Beratung voraus.
- Akute Entzündung oder Infektion – wenn die Daumenbasis heiß, gerötet und geschwollen ist und pochende Schmerzen verursacht, kann eine akute Entzündung vorliegen. Zunächst muss die Ursache geklärt werden. In der aktiven Phase sind die meisten physiotherapeutischen Behandlungen nicht angezeigt.
- Frische Operationswunde im Behandlungsbereich – warten Sie mit dem Beginn einer Therapie zu Hause, bis die Operationswunde vollständig verheilt ist. Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen hierzu eine Empfehlung geben.
- Gerinnungsstörung oder Behandlung mit Blutverdünnern – bei Ultraschall- und Magnetfeldtherapie ist besondere Vorsicht geboten. Eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt wird empfohlen.
- Epilepsie – bei Elektrotherapiegeräten (EMS, TENS) ist die Anwendung am Kopf ausdrücklich verboten. Die Anwendung an den Gliedmaßen erfordert eine ärztliche Einschätzung.
Wichtiger Hinweis
Therapiegeräte für zu Hause dienen als Ergänzung der herkömmlichen ärztlichen Behandlung und ersetzen diese nicht. Wenn Ihre Beschwerden Ihre Lebensqualität deutlich beeinträchtigen, sich Ihr Zustand plötzlich verschlechtert oder Sie auch nach 4–6 Wochen Behandlung keine Verbesserung feststellen, wenden Sie sich unbedingt an Ihren behandelnden Arzt oder einen auf Handchirurgie spezialisierten Arzt.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Die folgenden ausgewählten Studien bilden die Evidenzgrundlage für die oben genannten Empfehlungen. Alle sind öffentlich über PubMed zugänglich. Den vollständigen Text finden Sie über die verlinkten Quellen.
Meta-Analyse aus dem Jahr 2024 – Wirkung von Übungen bei CMC-I-Arthrose
Karanasios und Mitarbeitende zeigten in einer zusammengefassten Analyse von 14 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 1280 Patienten und einem Durchschnittsalter von 62,2 Jahren, dass übungsbasierte Interventionen die Schmerzintensität und die funktionelle Beeinträchtigung des Handgelenks im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrollgruppe deutlich verringern. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Healthcare.3
Randomisierte Studie aus dem Jahr 2024 – PNF + Kräftigung bei postmenopausalen Frauen
Campos-Villegas und Mitarbeitende verglichen bei postmenopausalen Frauen mit Rhizarthrose die Wirksamkeit der propriozeptiven neuromuskulären Fazilitation (PNF) mit einem Krafttraining. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Methoden zur Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung beitragen. Sie unterstreichen die Bedeutung eines gezielten Muskeltrainings. Die Studie wurde im Journal of Hand Ther veröffentlicht.8
Studienprotokoll aus dem Jahr 2022 – der FDI-Muskel als zentraler Stabilisator
Die Untersuchung von Tossini und Mitarbeitenden erläutert ausführlich, warum die gezielte Kräftigung des ersten dorsalen interossären Muskels (FDI) wirksamer sein kann als das Training der herkömmlichen Muskeln für Abspreizung und Streckung des Daumens. Biomechanische und elektromyografische Untersuchungen bestätigen, dass dieser Muskel beim CMC-I-Gelenk eine entscheidende stabilisierende Rolle spielt.2
RCT aus dem Jahr 2025 – pulsierendes Magnetfeld bei Rhizarthrose
In der doppelblinden, randomisierten kontrollierten Studie von Durtschi und Mitarbeitenden trugen 61 Patienten mit Rhizarthrose vier Wochen lang jede Nacht acht Stunden ein PEMF-Gerät. Die durchschnittliche tägliche Schmerzintensität war in der PEMF-Gruppe in der sechsten Woche signifikant stärker reduziert als in der Scheinbehandlungsgruppe (P = 0,02). Das deutet auf eine anhaltende, über den Behandlungszeitraum hinausgehende schmerzlindernde Wirkung hin. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Hand veröffentlicht.5
Systematische Übersicht aus dem Jahr 2025 – umfassende Behandlung von Hand-OA
Die 2025 veröffentlichte systematische Übersicht von Kjeken und Mitarbeitenden bewertete alle nicht medikamentösen, medikamentösen und chirurgischen Behandlungen der Hand-OA. Unter den nicht medikamentösen Maßnahmen zeigten bestimmte Kombinationen aus Übungen und entzündungshemmenden physiotherapeutischen Verfahren (Magnetfeld, Laser) laut der in RMD Open veröffentlichten Analyse das günstigste Verhältnis von Wirkung und Nebenwirkungen.4
Praktische Tipps
Aus klinischen Studien und Alltagserfahrungen lassen sich die folgenden Grundsätze ableiten. Sie sind besonders wichtig, wenn Sie zu Hause mit der Behandlung beginnen möchten.
Beginnen Sie mit der Stabilisierung
Der häufigste Fehler besteht darin, dass Betroffene nur eine Schmerzlinderung suchen (TENS, Laseranwendung bei Schmerzattacken) und die stabilisierende Muskelkräftigung auslassen. Der Schlüssel zu einer langfristigen Verbesserung liegt jedoch darin, die Funktion der Muskeln rund um das Gelenk wiederherzustellen. Planen Sie mindestens 6–8 Wochen ein: So lange dauert es, bis die Wirkung des Muskeltrainings spürbar wird. Geben Sie in den ersten Wochen nicht auf.
Kombinieren Sie die Methoden
Ein ideales tägliches bzw. wöchentliches Protokoll könnte so aussehen: morgens 10 Minuten Physiotherapie, tagsüber 15–20 Minuten EMS (3-4-mal pro Woche), bei Schmerzen Laser- oder Ultraschallbehandlung des betroffenen Gelenks (5–8 Minuten), über Nacht Magnetfeldtherapie, sofern ein geeignetes Gerät zur Verfügung steht. Eine alleinige Behandlung mit nur einer Methode erzielt selten die Wirkung, die ein kombinierter Ansatz erreichen kann.
Schonen Sie das Gelenk
Neben der Behandlung ist es wichtig, die alltäglichen Bewegungen zu überdenken. Verwenden Sie beim Öffnen von Flaschen einen Öffner oder eine Zange. Balancieren Sie ein Marmeladenglas in der Mitte der Handfläche. Halten Sie das Mobiltelefon nicht nur mit zwei Fingern. Eine einfache Daumenorthese, besonders für die Nacht, kann während der aktiven Behandlungsphase ebenfalls eine große Hilfe sein.
Häufig gestellte Fragen
Eine schmerzlindernde Wirkung von Laser, TENS und Ultraschall kann nach einigen Behandlungen bemerkbar sein. Eine Verbesserung der Muskelkraft und Stabilisierung wird dagegen meist erst nach 4–6 Wochen regelmäßigem Training spürbar. Bei der Magnetfeldtherapie wurde in der Studie aus dem Jahr 2025 eine anhaltende Wirkung in der sechsten Woche eindeutig nachgewiesen. Planen Sie daher eher langfristig.
Ja. Im Allgemeinen ist der kombinierte Ansatz am sinnvollsten. Stabilisierung durch Physiotherapie und EMS sowie Entzündungshemmung durch Laser, Magnetfeld und Ultraschall schließen einander nicht aus, sondern ergänzen sich. Sie können an einem Tag sogar 2–3 verschiedene Methoden anwenden. Achten Sie jedoch auf ausreichende Pausen zwischen den einzelnen Behandlungen.
TENS lindert Schmerzen wirksam auf symptomatischer Ebene, behandelt aber nicht deren Ursache: die Instabilität und Entzündung des Gelenks. Wenn Sie ausschließlich TENS anwenden, kann sich das Gelenk weiter verschlechtern und die schmerzlindernde Wirkung nach einiger Zeit nachlassen. TENS ist deshalb höchstens eine ergänzende, symptomatische Maßnahme. Eine wirkliche Verbesserung hängt von Muskelkräftigung und entzündungshemmenden Therapien ab.
Beginnen Sie in einer akuten, bereits bei Berührung schmerzhaften Phase mit den schonendsten Maßnahmen: Schonen Sie die Hand mit einer Orthese, legen Sie eine kalte Kompresse auf und beginnen Sie erst mit aktiven Übungen, wenn die Schmerzen nachgelassen haben. Laser- und schonende Magnetfeldtherapie können auch in dieser Phase angewendet werden, da sie keine starke Berührung erfordern. Deshalb können sie in der frühen Behandlungsphase hilfreich sein.
Nach den aktuellen fachlichen Leitlinien (EULAR, ACR) kommt eine Operation erst infrage, wenn die konservative Behandlung – Physiotherapie, physikalische Therapie, Orthese sowie medikamentöse und injektionsbasierte Behandlung – innerhalb von 6 Monaten keine Verbesserung gebracht hat. Eine gezielte, regelmäßige Therapie zu Hause kann daher wesentlich dazu beitragen, eine Operation hinauszuzögern oder zu vermeiden. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen kann eine Operation, etwa eine Trapeziektomie oder ein Gelenkersatz, jedoch die geeignetste Möglichkeit sein. Dies sollten Sie immer mit einem handchirurgischen Spezialisten abwägen.
Beide Geräte geben elektrische Impulse mit niedriger Frequenz ab, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation) wirkt auf schmerzempfindliche Nervenfasern und lindert Schmerzen symptomatisch. EMS (elektrische Muskelstimulation) lässt dagegen den Muskel kontrahieren und trainiert ihn aktiv. Für die Stabilisierung des Gelenks ist daher EMS wichtig. Die meisten Geräte auf dem Markt bieten beide Betriebsarten, sodass sich beide Ziele mit einem Gerät abdecken lassen.
Zusammenfassung – schneller Überblick
Quellen
- McGee C, O'Brien V, Van Nortwick S, Adams J, Van Heest A (2015). First dorsal interosseous muscle contraction results in radiographic reduction of healthy thumb carpometacarpal joint. Journal of Hand Therapy. PubMed: 26209165
- Tossini NB, Pereira ND, de Oliveira GS, da Silva Serrão PRM (2022). Effect of first dorsal interosseous strengthening on clinical outcomes in patients with thumb osteoarthritis: a study protocol for a randomized controlled clinical trial. Trials. PubMed: 35241133
- Karanasios S, Mertyri D, Karydis F, Gioftsos G (2024). Exercise-Based Interventions Are Effective in the Management of Patients with Thumb Carpometacarpal Osteoarthritis: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Controlled Trials. Healthcare (Basel). PubMed: 38667585
- Kjeken I, Bordvik DH, Osteras N, Haugen IK, et al. (2025). Efficacy and safety of non-pharmacological, pharmacological and surgical treatments for hand osteoarthritis in 2024: a systematic review. RMD Open. PubMed: 39793978
- Durtschi MS, Rajakumar V, Kenney DE, Pham NS, Ladd AL, Chou RC (2025). Clinical Efficacy of Pulsed Electromagnetic Field Therapy on Thumb Carpometacarpal Joint Pain: A Double-Blind, Randomized, Controlled Trial. Hand. PubMed: 41015912
- Wu Z, Ding X, Lei G, Zeng C, Wei J, Li J, Li H, Yang T, Cui Y, Xiong Y, Wang Y, Xie D (2018). Efficacy and safety of the pulsed electromagnetic field in osteoarthritis: a meta-analysis. BMJ Open. PubMed: 30552258
- Bock M, Eisenschenk A, Lorenzen H, Lautenbach M (2020). Study of Medical Ultrasound for Rhizarthrosis (SUR): study protocol for a randomized controlled single-center pilot-trial. Trials. PubMed: 32487163
- Campos-Villegas C, Pérez-Alenda S, Carrasco JJ, Igual-Camacho C, Tomás-Miguel JM, Cortés-Amador S (2024). Effectiveness of proprioceptive neuromuscular facilitation therapy and strength training among post-menopausal women with thumb carpometacarpal osteoarthritis. A randomized trial. Journal of Hand Therapy. PubMed: 35948454