TENS-Tappchen bzw. TENS-Elektrode
Die TENS-Elektrode (im allgemeinen Sprachgebrauch oft als TENS-Tappchen bezeichnet) ist ein unverzichtbares Zubehör für häusliche Elektrotherapiebehandlungen (z. B. TENS – Nervenstimulation, Schmerzlinderung; EMS – Muskelstimulation; Mikrostrom – schmerzlindernde und die Heilung fördernde Behandlung; denervierte – Behandlung peripherer Lähmungen). Über das auf der Haut aufgebrachte TENS-Tappchen gelangt der Impuls vom Gerät in deinen Körper. Ohne es gibt es weder Behandlung noch Wirkung. In diesem Artikel fasse ich die wichtigsten Informationen zusammen, die dir bei der richtigen Wahl helfen.
Hauptmerkmale der TENS-Elektrode
- Art der Anbringung (selbstklebend, Carbon-Silikon bzw. Gummi-Elektrode)
- Anschlusstyp (PIN, SNAP, Klemme, andere)
- Größe und Form (quadratisch, rechteckig, rund, oval, sonstige)
- Schichten (Deckschicht, Gel, Leiterbahn, Kleberschicht)
- Leitfähigkeit/Leistung.
Nach Art der Anbringung
Selbstklebend
Für Geräte zur häuslichen Elektrotherapie liefert der Hersteller in der Regel immer selbstklebende Elektroden mit.
Zum einen lassen sie sich am einfachsten anbringen, da eine Seite klebend ist und in einem Zug auf die Haut gedrückt werden kann und dort haftet. Diese Elektroden sind mit Gel versehen, d. h. man muss sie nicht gesondert befeuchten oder mit Kontaktgel bestreichen.
Mit der selbstklebenden Elektrode lässt sich die effektivste Behandlung durchführen (gerade weil sie gleichmäßig gegelet ist, großflächig haftet und eng an der Haut anliegt).
Die Kleberschicht verschleißt im Gebrauch und haftet nach und nach weniger. Irgendwann bleibt die Elektrode nicht mehr an ihrem Platz – dann muss sie ersetzt werden. Die selbstklebende Elektrode ist also ein Verbrauchsartikel, den man regelmäßig austauschen muss.
Carbon-Silikon, also Gummi-Elektrode
Wenn du das Gerät häufig nutzt und wiederkehrende Kosten vermeiden willst, kannst du anstelle der selbstklebenden Elektrode eine Gummi-Elektrode wählen.
Das hat aber Nachteile: Zum einen ist sie nicht so leicht anzubringen, weil sie keine klebende Oberfläche hat. Sie muss mit einem externen Band an Ort und Stelle fixiert werden. Die Gummi-Elektrode ist daher an den Extremitäten gut einsetzbar, an anderen Stellen des Körpers (z. B. Rücken, Schultern, Hals, Brustkorb) aber relativ schwer zu fixieren.
Gummi-Elektroden sind „trocken“ und leiten den Strom nicht gut. Sie benötigen Befeuchtung. Man kann eine separate Schaumstoffhülle erwerben, die angefeuchtet werden muss, oder Kontaktgel auf die hautseitige Seite der Elektrode auftragen.
Mit Gummi-Elektroden sind nicht so präzise Behandlungen möglich wie mit selbstklebenden Elektroden, aber sie stellen einen guten Kompromiss dar. Sie können für schmerzlindernde und allgemeine Muskelstimulationen geeignet sein. Für Probleme, die eine sehr präzise Behandlung erfordern, wie z. B. die Behandlung gelähmter Muskeln, sind sie nicht geeignet.
Bei Mikrostrombehandlungen können keine Gummi-Elektroden verwendet werden.
Der Anschlusstyp
Die Kabel der Hersteller von elektrotherapeutischen Geräten haben in der Regel
- PIN (Tülle) oder
- SNAP (Patent) oder
- andere, nicht standardisierte Anschlüsse.
Die größeren Hersteller mit medizinischer Qualität verwenden in der Regel standardisierte PIN- oder SNAP-Anschlüsse, sodass du an diese Geräte jede PIN- oder SNAP-Elektrode anschließen kannst. Achte nur darauf, welche Endung das Kabel deines Geräts hat.
Einige Hersteller aus dem Gesundheits-/Wellness-Bereich (z. B. Omron, Beurer, Vivamax) verwenden nicht standardisierte Anschlüsse. An diese passen standardisierte Elektroden nicht.
Das ist eine Marketingmaßnahme: Du kaufst das Gerät günstig und stellst später fest, dass eine Ersatz-Elektrode 8–9.000 Forint kostet. Wenn du das Gerät regelmäßig verwenden musst, wird es dadurch deutlich teurer.
Größe und Form
Auf dem Markt findest du die unterschiedlichsten Größen und Formen. Die häufigsten Formen und Größen sind:
- Quadrat (4×4 oder 5×5 cm)
- Rechteck (5×9 oder 5×10 cm)
- Kreis (Durchmesser 2,3, 3, 5 cm)
- Oval (3×5, 7,5×13 cm)
- Schmetterling und andere Formen.
Berücksichtige bei der Größenwahl die zu behandelnde Fläche!
Offensichtlich passt ein 7,5×13 cm großes Oval nicht ins Gesicht; hier sind eher runde Elektroden mit 2,5–3 cm Durchmesser geeignet.
Für die Wade hingegen ist die größere 7,5×13 cm ovale Elektrode gut geeignet.
Für allgemeine schmerzlindernde Behandlungen (TENS oder MENS) ist eine 4–5 cm große quadratische Elektrode passend. Dieselben empfehle ich für Nacken, Schultern, Armmuskelstimulation und auch für den motorischen Punkt (bei größeren Muskeln: Oberschenkel, Bauch, Brust, Rücken).
5×9 bzw. 5×10 cm Elektroden empfehle ich als weiter entfernt positionierte Elektroden bei der Muskelstimulation.
Beachte, dass für die Stimulation üblicherweise eine Stromdichte von etwa 2 mA/cm2 empfohlen wird. Eine 5×5 cm Elektrode hat also 25 cm2, damit liegt die empfohlene maximale Stromstärke bei 50 mA.
Je kleiner die Elektrode, desto stärker konzentriert sich der Strom auf eine kleinere Fläche. Höhere Stromstärken empfinden Patienten als unangenehmer.
Schichten und Materialien der selbstklebenden TENS-Tappchen
Die Materialien und die Dicke der Elektrode bestimmen ihre Flexibilität. Je dicker und steifer eine Elektrode ist, desto weniger passt sie sich den Körperkonturen an.
Billige Elektroden bestehen meist aus drei Schichten: Kleber, Gel und Deckschicht. Der Strom wird in die Gelschicht geleitet und breitet sich dort aus.
Besserer Qualität (Markentypen: PALS, UltraStim, ValueTrode) enthalten zwei Gelschichten, Kleber, eine Leiter- bzw. Leiterschicht und eine Deckschicht. Die doppelte Gelschicht sorgt für eine gleichmäßigere Stromverteilung, wodurch das unangenehme, stechende Gefühl während der Behandlung reduziert wird.
Die Deckschicht besteht meist aus Textil, Schaumstoff, Papier oder speziellen Materialien.
Dickere und stabilere Elektroden liegen an größeren Muskeln – Oberschenkel, Rücken, Bauch, Gesäß – besser an. Für dünne Bereiche wie Handgelenk oder Hals sind sie jedoch weniger geeignet, weil sie sich nicht gut an starke Hautfalten anpassen.
Günstige (in der Regel chinesische) Elektroden sind steif und schlagen an den Rändern in den Hautfalten hoch. Dadurch konzentriert sich die Stromabgabe auf kleine Bereiche, was die Behandlung unangenehm macht.
Die PALS-Elektroden repräsentieren das höchste Niveau. Sie enthalten ein Edelstahlnetz, sind äußerst dünn und flexibel. Das flächendeckende Netz gewährleistet eine perfekte Stromverteilung über die gesamte Oberfläche.
Bei den UltraStim-Elektroden besteht die Leiterschicht aus einem Silberfaser-Netz. Auch dies ermöglicht eine ausgezeichnete Stromverteilung, ist jedoch etwas steifer.
Die ValueTrode-Elektroden für allgemeine Zwecke haben keine separaten Leitfasern. Der Strom wird in die doppelte Gelschicht geleitet, die eine gute Verteilung bietet, die Elektrode ist aber steifer.
Wie wählst du eine selbstklebende TENS-Elektrode aus?
Der elektrische Impuls ruft die gewünschte Reaktion in deinem Körper hervor, wenn seine Intensität (Stromstärke) angemessen ist. Je höher die Intensität, desto unangenehmer kann das Gefühl während der Behandlung sein. Ab einer bestimmten Stromstärke verhindert der Schmerz das Fortsetzen der Behandlung.
Ist die Elektrode von schlechter Qualität, ist ihre Leitfähigkeit schlecht. Du musst am Gerät eine höhere Stromstärke einstellen, um Wirkung zu erzielen – das erhöht jedoch das Schmerzempfinden. Ist der Impuls dagegen nicht kräftig genug, bleibt die Wirkung aus.
Eine Elektrode mit besserer Leitfähigkeit liefert auch bei geringerer Stromstärke einen ausreichenden Impuls an deinen Körper. Das ermöglicht effektivere Behandlungen.
Kaufe keine chinesischen Billig-Elektroden, es sei denn, du möchtest dich zum Fakir ausbilden – minderwertige Elektroden garantieren unangenehme und gleichzeitig wirkungslose Behandlungen.
Generell gilt: Wenn du es dir finanziell leisten kannst, wähle die beste Qualität, also PALS-Elektroden. Wenn der Preis wichtig ist, gehe wie unten beschrieben vor.
Für schmerzlindernde Behandlungen (TENS und Mikrostrom)
In der Regel sind ValueTrode-Elektroden ausreichend. Für TENS und Mikrostrombehandlungen eignen sich Elektroden mit 40–50 mm Durchmesser. Klebe sie um die Schmerzzone herum und führe die Stimulation so durch.
Für Bell-Lähmung und kosmetische Behandlungen im Gesicht
Für Gesicht und Hals werden Elektroden mit kleinem Durchmesser (25–30 mm) benötigt, da die Muskeln klein sind und wegen Platzmangels keine größeren Elektroden so platziert werden können, dass dazwischen ein paar Zentimeter Abstand bleiben.
Ich empfehle die 32 mm ValueTrode Round oder die 25 mm PALS Round Elektroden für das Gesicht.
Für den Einsatz bei denervierten (gelähmten) Muskeln
Das geschädigte Nervengewebe ist empfindlich. Je hochwertiger die Elektrode, desto schonender bist du zum Nerv. Daher empfiehlt es sich, PALS- oder UltraStim-Elektroden zu verwenden.
Je nach zu behandelndem Muskel kannst du 25–32 mm runde Elektroden (z. B. bei Fazialisparese) oder 5×5 und 5×9 cm Elektroden (z. B. bei Peroneus-Lähmung) verwenden.
Für Muskelstimulation
Bei der Muskelstimulation gibt es zwei Richtungen bezüglich der empfohlenen Elektrodagröße: Manche favorisieren möglichst große Elektroden, andere empfehlen den Einsatz unterschiedlicher Größen.
Die Befürworter größerer Elektroden argumentieren, dass mit zunehmender Elektrodenfläche der Strom leichter in den Muskel verteilt wird, der Komfort steigt, höhere Stromintensitäten erreicht werden können und somit stärkere Muskelkontraktionen möglich sind.
Befürworter verschiedener Größen sagen, die kleinere Elektrode solle auf den Muskelbauch (insbesondere den hervortretenden Teil) gesetzt werden. Mit der kleineren Elektrode konzentriert sich eine höhere Stromstärke auf die motorische Endplatte (Motorneuron), die sich in der Regel in der Mitte des Muskels befindet. Außerdem könne so ein tiefer liegender Anteil des Muskels erreicht werden, bevor der Strom das benachbarte, anders platzierte Elektrodensegment erreicht.
Beide Varianten solltest du ausprobieren und anhand deiner Erfahrungen entscheiden, welche du als effektiver empfindest.
| PALS | UltraStim | ValueTrode | Günstig-anonym | |
| Anzahl der Anwendungen | 15–20 | 20–25 | 15–20 | 5–10 |
| Gelschichten | doppelt | doppelt | doppelt | einfach |
| Leiterfaser | Edelstahlnetz | Silberfaser-Netz | keine | keine |
| Für TENS-Behandlung | Ausgezeichnet | Ausgezeichnet | Ausgezeichnet | Geeignet |
| Für MENS-Behandlung | Ausgezeichnet | Ausgezeichnet | Geeignet | Schwach |
| Für Muskelstimulation | Ausgezeichnet | Ausgezeichnet | Geeignet | Geeignet |
| Für denervierte Behandlung | Ausgezeichnet | Ausgezeichnet | Geeignet | Nicht geeignet |
| Bei Fazialisparese (Gesichtsnervlähmung) | Ausgezeichnet | Ausgezeichnet | Geeignet | Nicht geeignet |
| Formbeständigkeit | Flexibel | Etwas steifer | Steif | Steif |
Die Lebensdauer der selbstklebenden TENS-Elektrode (Tappchen) kannst du durch sorgfältige Nutzung verlängern
Die mit deinem Gerät gelieferten Elektroden sind – je nach Qualität – nach wenigen Anwendungen bis hin zu 20–30 Anwendungen wiederverwendbar. Es kommt jedoch der Zeitpunkt, an dem sie nicht mehr kleben, austrocknen und die Impulse nicht mehr ausreichend weitergeben. Dann musst du neue Elektroden kaufen, was bei häufiger Nutzung wiederkehrende Kosten bedeutet.

- Die Elektroden werden auf einer Kunststofffolie aufgeklebt geliefert.
- Ziehe sie vorsichtig von der Folie ab. Berühre nicht die Klebeseite, denn das reduziert die Haftwirkung.
- Achte darauf, dass die Klebeseite nicht auf den Boden gelangt und klebe sie nicht auf Kleidung, da Verunreinigungen die Haftung schnell verschlechtern.
- Wasche vor dem Aufkleben die zu behandelnde Hautpartie mit lauwarmem Seifenwasser (fettfrei machen) und trockne sie gründlich. Klebe eine Elektrode nur auf völlig trockene Haut.
- Ziehe die Elektrode nach der Anwendung mit einem Ruck von der Haut ab und klebe sie sofort zur Aufbewahrung zurück auf die Kunststofffolie. Ziehe nicht am Kabel, denn das Kabel könnte ausreißen!
- Bewahre die TENS-Tappchen im Kühlschrank auf! Nicht im Gefrierfach, sondern im normalen Kühlschrank. Das verlängert die Lebensdauer.
- Wenn die Oberfläche der Elektrode bereits trocken aussieht, kannst du einen Tropfen Wasser auf die Elektrode geben, damit du noch ein paar Anwendungen mehr erhältst.
- Irgendwann klebt die Elektrode überhaupt nicht mehr. Dann kann die Lebensdauer mit Kontaktgel und Fixierpflaster verlängert werden.
- Das lohnt sich nicht zu lange, denn eine trockene Elektrode überträgt den Impuls nicht und die Behandlung wird schwächer oder bleibt wirkungslos.
- Es kommt der Moment, an dem du die selbstklebende Elektrode gegen eine neue austauschen musst.
Wenn du die oben genannten Hinweise beachtest und anwendest, kannst du die Lebensdauer der TENS-Tappchen maximieren und gleichzeitig die Effektivität der Behandlung erhalten, während du deine Kosten optimierst.
Die TENS-Elektrode ist ein Verbrauchsartikel, der nach einigen Anwendungen verschleißt und ausgetauscht werden muss! (Sie ist wie Benzin im Auto – je mehr du das Auto benutzt, desto schneller muss der Tank wieder aufgefüllt werden). Die TENS-Elektrode ist ein hygienisches Produkt; geöffnete Packungen sind nicht umtauschbar (wie gebrauchte Papiertaschentücher).
Ich habe ein Video zu selbstklebenden TENS-Elektroden gemacht. Schau dir das Video an, klicke auf die Wiedergabetaste. Wenn du lieber liest, dann scrolle weiter nach unten!
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Lässt sich die selbstklebende Elektrode ersetzen?
Wenn du wiederkehrende Kosten vermeiden willst, kannst du auch „dauerhafte“ Elektroden verwenden. Diese bestehen meist aus Gummi-Carbon-Silikon, sind nahezu unverwüstlich und können über Jahre genutzt werden. Sie kleben nicht und sind nicht gegelet. Zur Fixierung benötigst du ein Klettgummiband oder ein separates Klebeverband (z. B. Leukoplast). Diese Elektroden können nicht trocken verwendet werden: Du musst Kontaktgel auftragen, damit der Impuls durch die Haut übertragen wird (ohne Gel wird die Behandlung brennen bzw. stechen).
- Für Bauch-Buttock-Oberschenkel-Behandlungen kannst du speziell geformte großflächige Elektroden wählen (FastPads, Flexible Elektrode).
- Die Behandlung der Lenden- und Bauchmuskulatur kannst du mit einem elektrotherapeutischen Gürtel vereinfachen (FastBand-Gürtel, UltraStim Belt).
- Für Muskelstimulation kannst du Silikon-Carbon-Elektroden verwenden.
- Inkontinenz kann mit in die Vagina bzw. in den After einzuführenden Sonden behandelt werden (Vaginal- bzw. Rektalsonden).
- Für Iontophorese werden Elektroden mit Schaumstoffüberzug verwendet.
Gummi-Elektrode und deren Anwendung
In diesem Film zeige ich eine Lösung, mit der du selbstklebende Elektroden ersetzen kannst. Die Gummi-(Carbon-Silikon)-Elektrode geht nicht kaputt und kann jahrelang verwendet werden – hat aber Grenzen.
Sie lässt sich z. B. nicht überall befestigen (Rumpf, Rücken) – ist aber hervorragend für die Extremitäten geeignet. Für allgemeine schmerzlindernde Behandlung und Muskelstimulation ist sie sehr gut, ich empfehle sie jedoch nicht für Nervenverletzungen, Lähmungen oder spezielle sportliche Muskelaufbauten – hierfür solltest du die bestmögliche Elektrode wählen!
Gummi-Elektroden kannst du hier bestellen.