Thrombose – wenn deine Vene verstopft
Eine Thrombose entsteht meist an deinem Bein, am häufigsten in der Wade. Oft handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Zustand! Den Daten zufolge sind es in Ungarn jährlich 16–20 Tausend Betroffene, und mehrere Tausend sterben an den Folgen der Komplikationen.
Thrombose bedeutet, dass das Blut innerhalb eines Gefäßes „gerinnt“. Ein Blutpfropf (medizinisch Thrombus) bildet sich, der die Vene ganz oder teilweise wie ein Pfropfen verschließen kann. Daraus folgt, dass das Blut nicht mehr zum Herzen abfließen kann, es kommt zu zunehmend spannungsbedingten Schmerzen und Schwellungen.

Die Thrombose kann sein
- Oberflächlich. In diesem Fall bildet sich der Blutpfropf in Venen nahe der Hautoberfläche. Eine oberflächliche Venenthrombose ist meist milder, kann oft „am Bein auskuriert“ werden und verschwindet meistens von selbst.
- Tiefe Venenthrombose. Bei einer tiefen Venenthrombose bildet sich der Pfropf in den tiefer verlaufenden Venen zwischen den Muskeln. Das ist schwerwiegend und kann lebensbedrohliche Folgen haben!
Ursachen der Entstehung einer Thrombose
Viele prädisponierende Faktoren sind bekannt. Das Risiko ist höher, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen.
- Verletzung der Gefäßwand
- Veränderung bzw. Verlangsamung des Blutflusses
- Veränderung der Blutzusammensetzung, verstärkte Gerinnungsneigung

Risikofaktoren
Zu den Risikofaktoren für die Entstehung einer Thrombose gehören:
- Längere Bettruhe. Anhaltende Bettruhe, zum Beispiel nach einer Operation im Krankenhaus oder wegen Gipsbehandlung nach einem Knochenbruch: Die Muskeln pumpen das venöse Blut nicht, der Fluss verlangsamt sich und das Blut kann gerinnen.
- Langes Sitzen. Stundenlanges Sitzen im Auto oder im Flugzeug kann ein erhebliches Risiko darstellen. Durch die Bewegungsunfähigkeit steht der Kreislauf in den Beinen still und das Blut kann gerinnen. Deshalb solltest du auch während der Reise regelmäßig anhalten, aufstehen und deine Beine bewegen.
- Verletzung der Vene oder Operation. Dies kann das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen. Unter Narkose erweitern sich die Venen – bei langen Operationen ist das Risiko der Bildung eines Blutpfropfs erhöht.
- Krebserkrankungen. Bei manchen Krebsarten steigt die Menge gerinnungsfördernder Stoffe im Blut an. Außerdem kann eine wachsende Tumormasse benachbarte Venen zusammendrücken und so eine Thrombose begünstigen.
- Vererbliche Gerinnungsstörung.
- Herzinsuffizienz. Dann pumpt das Herz wegen seiner Schwäche das Blut langsamer als nötig, was den Blutfluss verlangsamt.
- Herzschrittmacher oder ein zentraler Venenkatheter können die Gefäßwand reizen und den Blutfluss verlangsamen.
- Antibabypillen können die Gerinnungsneigung des Blutes erhöhen.
- Rauchen beeinträchtigt Gerinnung und Durchblutung in hohem Maße.
- Schwangerschaft – obwohl keine Krankheit, kann der im Uterus wachsende Fötus die Becken- und Beinvenen zusammendrücken und so deren Blutfluss verlangsamen.
- Schwere Fettleibigkeit wirkt sich ungünstig auf die Durchblutung aus.
- Frühere Thrombose. Wer schon einmal eine tiefe Venenthrombose hatte, hat ein erhöhtes Risiko für ein Wiederauftreten.
Die ersten Symptome einer Thrombose
Eine Thrombose entwickelt sich oft schleichend und unbemerkt. In den meisten Fällen gibt es keine klar sichtbaren Vorzeichen. Die Erkrankung beginnt meist damit, dass
- dein Knöchel, dein Fuß oder deine Wade anschwillt;
- du starke Schmerzen im betroffenen Bereich empfindest;
- die Haut rötet sich und der geschwollene Bereich sich warm anfühlt.
Was zu tun ist bei Verdacht auf Thrombose
Wenn du die oben genannten Symptome bemerkst, suche sofort einen Arzt auf!
Wenn der Thromboseprozess bereits begonnen hat, kannst du zu Hause nichts mehr dagegen tun; Aufschub verschlimmert nur die Lage.
Die Behandlung einer frischen tiefen Venenthrombose darf ausschließlich im Krankenhaus erfolgen, wo Fachleute mit Blutverdünnern, durch die Verbesserung der Durchblutung oder gegebenenfalls mit kathetergestützten Eingriffen helfen.
Komplikationen der Thrombose
Eine schwere Komplikation kann die Lungenembolie sein
Glücklicherweise entwickelt sie sich nur in einem Teil der Fälle.
Wenn sich der in der Vene entstandene Blutpfropf (Thrombus) ganz löst oder sich ein Stück davon ablöst, gelangt es mit dem Blutstrom zum Herzen und von dort in die Lunge – dieser Vorgang heißt Embolisation. Den in die Lunge gelangten Blutpfropf nennt man Lungenembolie.

Der Blutpfropf verschließt je nach Größe eine Lungenarterie, was plötzlich auftretende, schwere und lebensgefährliche Zustände hervorrufen kann. Der Verschluss eines großen Lungengefäßes führt oft unmittelbar zum Tod, ein kleineres Embolus hingegen kann zum Absterben des betroffenen Lungenareals (Lungeninfarkt) führen und heilt in jedem Fall mit Folgen.
Zustand nach Thrombose (postthrombotisches Syndrom).
Eine überstandene Thrombose hinterlässt leider immer einen „Restzustand“, mit dem du ein Leben lang zurechtkommen musst.
Wenn du die akute Phase erfolgreich überstanden hast, liegt dein weiteres Schicksal hauptsächlich in deinen eigenen Händen.
Die Balance der von der Thrombose „hinterlassenen“ Beschwerden zu halten und ein Wiederauftreten zu verhindern, kann dir niemand abnehmen. Du musst dich jeden Tag kontinuierlich darum kümmern.