Ursachen chronischer Schmerzen und Behandlungsmöglichkeiten
Viele leiden unter anhaltenden Schmerzen. Chronische Schmerzen bezeichnen Schmerzen, die länger als sechs Monate andauern; deren Stärke kann von sehr mild bis quälend reichen und sie können konstant oder episodisch auftreten. Sie können nahezu dauerhaft sein und Monate oder sogar Jahre andauern, wodurch chronische Schmerzen die Betroffenen sowohl körperlich als auch psychisch stark belasten. Am häufigsten treten sie als Rücken-, Lenden- oder Gelenkschmerzen auf, können aber in vielen anderen Formen erscheinen, etwa als Gesichts- oder Stirnhöhlenschmerzen, Sehnenentzündung, Tennisarm, Ischias oder Karpaltunnelsyndrom. Was kannst du zuhause tun, um chronische Schmerzen zu lindern?
Ursachen chronischer Schmerzen
Chronische Schmerzen können durch Erkrankungen oder durch Störungen infolge eines falschen Lebensstils verursacht werden. Beispielsweise führen schlechte Ernährung, übermäßige Kalorienzufuhr oder Bewegungsmangel zu Übergewicht, das die Gelenke belastet und mit der Zeit zu anhaltenden Rücken-, Lenden-, Hüft-, Knie- oder Knöchelschmerzen führt.
Bei schmerzhaften Beschwerden infolge von Fettleibigkeit hilft eine Umstellung des Lebensstils, die auslösenden Ursachen zu beseitigen und somit das Risiko chronischer Schmerzen zu verringern. Die Aufrechterhaltung körperlicher Aktivität und eine gesunde Ernährung tragen erheblich zur Vorbeugung chronischer Schmerzen bei und verbessern die Lebensqualität der Betroffenen.
Generell sind ein aktiver Lebensstil und gesunde Ernährung wichtig. Je nach Schmerz solltest du spazieren gehen, joggen, Yoga machen, schwimmen oder Fahrrad fahren. Die regelmäßige Bewegung der Muskeln vermindert muskuloskelettale Schmerzen.
Chronische Schmerzen verschlechtern die Lebensqualität
Was immer die Ursache chronischer Schmerzen ist: Sie verschlechtern stets die Lebensqualität erheblich. Das anhaltende Unbehagen verursacht Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Erschöpfung, schwächt das Immunsystem und erhöht so die Anfälligkeit für weitere Erkrankungen. Die ständige Schmerzbelastung und die daraus resultierende Unfähigkeit zur körperlichen Aktivität erhöhen Stress und Angst und können in schweren Fällen zu Depressionen führen.
Möglichkeiten zur Behandlung chronischer Schmerzen
Schmerz ist ein äußerst komplexes Phänomen, daher ist seine Behandlung nicht einfach: Die Zusammenarbeit von Patient und Ärzten ist der einzige Weg. Wenn der Patient die ärztlichen Empfehlungen nicht umsetzt, bleiben die therapeutischen Maßnahmen meist wenig wirkungsvoll. Die Beseitigung der auslösenden Ursache hat oberste Priorität.
Lebensstiländerung
Du selbst kannst am meisten zur Verbesserung deines Zustands beitragen. Durch Änderungen deines Lebensstils – insbesondere Ernährung und körperliche Aktivität – kannst du zur Besserung beitragen oder zumindest den Zustand stabil halten.
Medikamente
Die medikamentöse Schmerzbehandlung ist bei akuten Schmerzen wirksam, auf lange Sicht muss man jedoch bestimmte Folgen berücksichtigen. Bei längerer Anwendung entsteht Gewöhnung und die Wirkung nimmt ab. Dadurch muss die Dosis erhöht werden, was wiederum zu verstärkten Nebenwirkungen führt.
Physiotherapie
Der Vorteil physiotherapeutischer Verfahren ist, dass sie medikamentenfrei sind und daher keine Medikamentennebenwirkungen zu erwarten sind. Die Behandlungen können nicht nur in einer Praxis, sondern auch sicher zuhause, ohne Anwesenheit eines Arztes durchgeführt werden. Effektive Geräte sind kaum größer als ein Mobiltelefon.
Zur Schmerzlinderung eignen sich unter anderem TENS- und MENS-(Nervenstimulations-)Behandlungen, EMS – Muskelstimulation, Ultraschalltherapie, Softlaser-Therapie, Magnettherapie, Tiefenwärme- und Kältetherapie. Alle besitzen eine schmerzlindernde Wirkung, jedoch sind unterschiedliche Verfahren je nach Schmerzart verschieden gut geeignet.
Produktempfehlungen zur Schmerzbehandlung
Die EMS, Muskelstimulation-Behandlung ist wirksam bei Erkrankungen von Muskeln und Gelenken. Sie kann bei Sportverletzungen, Bänderdehnungen, Muskelverspannungen und Muskelschwäche angewendet werden.
Die Softlaser-Behandlung, die Ultraschalltherapie und die Tiefenwärmetherapie führen Energie in die behandelte Region, erwärmen die Muskeln und verbessern die Durchblutung, wodurch Schmerzen reduziert und die Heilung beschleunigt wird.
Die Kältetherapie kühlt die behandelte Region und eignet sich zur Reduktion frischer Muskel- und Gelenksverletzungen sowie Entzündungen. Die schmerzlindernde Wirkung der Kühlung tritt ein, wenn die Hauttemperatur des betroffenen Bereichs in kurzer Zeit um mindestens 15 °C sinkt.
Bei chronischen Gelenkschmerzen, zum Beispiel rheumatoider Arthritis, wende Wärmetherapie an.
Chirurgischer Eingriff
Die Operation ist eine radikale Methode zur Schmerzlinderung. Üblicherweise wird sie in Erwägung gezogen, wenn andere Methoden versagt haben oder wenn der Eingriff medizinisch notwendig ist. Schmerzverursachende Nervenendigungen werden durch Hitze oder Vereisung zerstört. Die Methode ist sicher, aber dauerhaft und kann nicht nur die Schmerzwahrnehmung, sondern auch andere Nerven schädigen, beispielsweise deine Kälte-, Wärme- oder Tastrezeptoren.
Meine Empfehlungen:
- Strebe danach, die Ursache der Schmerzen herauszufinden
- Ist die Ursache bekannt, kann eine gezielte Behandlung erfolgen
- Beginne immer mit der risikoärmsten physiotherapeutischen Methode und betrachte eine Operation nur als letzten Ausweg!