Ursachen von Rückenschmerzen
Rückenschmerzen sind heutzutage einer der häufigsten Gründe, weshalb Menschen einen Arzt aufsuchen. Sie quälen dich schon beim Aufwachen, hören bei der Arbeit nicht auf und auch zu Hause im Sessel werden sie nicht besser. Im Gegenteil: Je mehr du ruhst, desto stärker schmerzen sie oft. Schauen wir uns die Erkenntnisse an, die helfen können, Rückenschmerzen zu vermeiden.
Rückenschmerzen können durch Verletzungen, falsche Bewegungen oder eine Reihe von Krankheiten verursacht werden. Sie können in jedem Alter auftreten, das Risiko steigt jedoch mit dem Alter (meistens nicht direkt durch das Alter selbst).

Rückenschmerzen können mit den Knochen der Wirbelsäule, den Bandscheiben dazwischen, den Bändern und den rückenstabilisierenden Muskeln zusammenhängen, ebenso mit den Nerven, die zwischen den Wirbeln austreten, mit inneren Organen und der Haut.
Die Hauptursachen von Rückenschmerzen
Dein Rücken ist eine komplexe Struktur aus Wirbeln, Bändern, Sehnen, Bandscheiben und Muskeln. Die Wirbelsäule sorgt für aufrechte Haltung und gibt Brustkorb und Bauchwand Halt zum Schutz der inneren Organe.
Zwischen den Wirbeln liegen Bandscheiben, die einerseits die Lücken füllen, andererseits Stöße dämpfen. Die Stabilität dieser Struktur hängt von der Kraft deiner rückenstabilisierenden Muskulatur ab. Solange diese Muskeln stark und trainiert sind, tragen sie dein Gewicht. Auf die Wirbel und die Bandscheiben wirkt nur so viel Belastung, wie sie verkraften können, und du hast keine Beschwerden.
Durch sitzende oder stehende Tätigkeit und zu wenig Bewegung werden die Stützmuskeln schwächer, die Bandscheiben tragen immer mehr Last. Das schafft die Grundlage für die Entstehung von Rückenschmerzen.
Bewegung und Körperhaltung
Oft wird der Schmerz durch etwas „Harmloses“ ausgelöst. Zum Beispiel, wenn du den ganzen Tag vor dem Monitor hockst, als Fahrer im Fahrersitz sitzt, als Friseur die Arme hochhältst oder sich wiederholende Bewegungen neben einem Fließband ausführst. Am Ende der Schicht verhärten sich Bänder und Muskeln, und du spürst einen ziehenden Schmerz.
Eine plötzliche Bewegung, Ausrutschen, das Wegdrücken, Heben oder Schleppen eines schweren Gegenstandes, aber auch ein Niesen kann Rückenschmerzen auslösen.
Ist deine Matratze zu hart oder zu weich für dich, überdehnt oder „ebnet“ sie die normale Krümmung deiner Wirbelsäule. Wenn du beim Aufwachen Nacken-, Rücken- oder Lendenschmerzen spürst, deutet das auf eine ungeeignete Matratzenhärte hin.
Es ist nicht sicher, dass du und dein Partner die gleiche Matratze braucht! Unterschiedliche Körpergröße, Gewicht und Statur erfordern oft verschiedene Matratzen.
Schmerz ausgehend von der Muskulatur
Eine häufige Ursache von Rückenschmerzen ist eine Zerrung, Verrenkung oder Verletzung der Rückenmuskulatur, verursacht durch falsche Hebetechnik, das Heben zu schwerer Gegenstände oder durch eine plötzliche Bewegung.
Der Schmerz entsteht durch die verletzten, verspannten Muskeln und Bänder.
Rückenschmerzen aus den Wirbelgelenken
Wie jedes Gelenk deines Körpers können auch die Wirbelgelenke von entzündlichen Erkrankungen (Arthritis) betroffen sein. Dies kann zur Einengung des Spinalkanals (Stenose) führen, wodurch Rückenmark und Nerven in immer enger werdenden knöchernen Kanälen „eingeklemmt“ werden.
Auch abnorme Wirbelsäulenkrümmungen haben ähnliche Folgen. Bei Skoliose, also seitlicher Krümmung der Wirbelsäule, gerät auf der einen Seite ein Nerv unter Druck, während auf der anderen Seite Muskeln und Bänder überdehnt sind und Schmerzen verursachen.
Rückenschmerzen durch Bandscheiben
Auch die Bandscheiben können Beschwerden verursachen. Der faserige Ring, der die Bandscheibe umgibt, wird geschwächt und der gallertige Kern tritt heraus – ähnlich wie bei einem beschädigten Autoreifen die Innenlage herausdrückt.
In schwereren Fällen reißt der Ring und der Kern „quillt heraus“. Etwa so, wie man bei einem Krapfen die Marmelade herausdrücken kann.
Ob es sich um einen Vorfall oder einen vollständigen Austritt handelt: Rückenmark oder die aus dem Rückenmark austretenden Nerven werden unter Druck gesetzt. Die Beschwerden hängen davon ab, ob die Schädigung der Bandscheibe vorne, hinten oder seitlich erfolgt.
Radikuläre Symptome
Plötzliche, blitzartig einschießende, sehr starke Rückenschmerzen deuten meist darauf hin, dass ein Nerv, der zwischen den Wirbeln austritt, unter Druck geraten ist.
Dies kann ein kurzfristiges „Einklemmen“ sein, ausgelöst durch eine falsche Bewegung, plötzliche Drehung, Ausrutschen oder das Heben eines schweren Gegenstandes. Solche Beschwerden können zwar Tage bis Wochen andauern (z. B. Lumbago, Ischias), klingen aber langsam ab, wenn der Nerv wieder vom Druck befreit wird.
Auf einen schweren Bandscheibenvorfall deutet hin, wenn die Schmerzen nicht nachlassen oder Gefühlsstörungen bzw. Ausfälle in der Bewegung auftreten. Dann liegt eine Veränderung vor, die nicht von selbst verschwindet und den Nervenwurzeln dauerhaft Druck macht. Meist ist in solchen Fällen ein operativer Eingriff erforderlich.
Auch ein Wirbelsäulentumor kann zu radikulären Symptomen führen, wenn das wachsende Tumorgewebe die Nerven zusammendrückt.
Bei Osteoporose wird die Knochensubstanz der Wirbel geschwächt und die Wirbel können zusammensinken und die Nerven beeinträchtigen.
Organische Ursachen und Sonstiges
Bestimmte Brust‑ und Bauchkrankheiten können sich ebenfalls in Form von Rückenschmerzen äußern. Ein Herzinfarkt zum Beispiel zeigt sich oft zunächst als in den Rücken ausstrahlender Schmerz. Ein Nierensteinanfall äußert sich typischerweise als schmerzhafte Lendenregion.
Gürtelrose (Herpes zoster) verursacht entlang des Verlaufs spinaler Nerven streifenförmige Schmerzen. Sie breiten sich immer nur einseitig aus und halten strikt die Körpermittellinie ein.
Eine Entzündung oder Infektion des Rückenmarks oder des Gehirns kann ebenfalls zu Hals‑ und Rückenschmerzen führen; das wird aber wegen anderer Symptome wie Fieber oder allgemeiner Schwäche meist schnell erkannt.
Risikofaktoren
Alles, was die Schwächung der Rücken‑ und stützenden Wirbelsäulenmuskulatur fördert, erhöht das Risiko für Rückenschmerzen, weil damit die Belastung auf die Wirbel steigt.
- Bewegungsmangel, zu wenig Training, Vernachlässigung der Rücken‑ und Stützmuskulatur
- sitzende oder stehende Tätigkeiten
- Übergewicht belastet die Wirbelsäule zusätzlich (selbst bei starker Rückenmuskulatur kann es Beschwerden verursachen)
- monotone körperliche Arbeit, besonders bei schlechter Körperhaltung
- genetische Faktoren, z. B. eine allgemein schwache Bindegewebsstruktur, erhöhen das Risiko
- während der Schwangerschaft können das zunehmende Gewicht des Fötus und die veränderte Haltung Rückenschmerzen verursachen, die nach der Geburt meist verschwinden.
- Wichtig! Anhaltender Stress, Anspannung oder Angst können sich zuerst durch Verspannungen, Steifheit und Schmerzen der Hals‑ und Rückenmuskulatur bemerkbar machen!
Rückenschmerzen sind oft vermeidbar
Wie du siehst, entstehen Rückenschmerzen meist aus Gründen, die du vermeiden bzw. vorbeugen kannst.
Vermeide Fettleibigkeit, denn das zusätzliche Gewicht muss deine Wirbelsäule tragen — sie ist auf ein normales Körpergewicht „ausgelegt“, nicht auf Übergewicht!
Wenn du schon morgens mit Rückenschmerzen aufwachst, ist wahrscheinlich die Härte deiner Matratze nicht geeignet. Wechsel sie. Vielleicht brauchst du eine härtere — oder eine weichere Matratze!
Wenn deine Schultern, dein Nacken oder Rücken am Ende des Arbeitstages verspannt sind, bedenke, dass Stress die Beschwerden verursachen kann. Suche nach einem anderen Job oder löse die belastenden Spannungen, wo es möglich ist (z. B. ist ein boshaftes, herrisches Verhalten eines Chefs meist nur durch einen Arbeitsplatzwechsel zu beseitigen, während eine vergiftete Beziehung zu einem Kollegen vielleicht zu klären ist).
Ist deine Arbeit monoton, stehst oder sitzt du viel oder arbeitest lange in einer starren Position, dann ist Bewegung für dich besonders wichtig! Ich weiß, dass du abends müde bist und es schwerfällt anzufangen. Aber glaub mir: Mit der Zeit wird dir Bewegung guttun und dich vor vielen Beschwerden im weiteren Leben bewahren!
Du liegst falsch, wenn du denkst, Rückenschmerzen ließen sich allein mit Tabletten, Spritzen oder Hokuspokus dauerhaft beseitigen! Diese Maßnahmen haben keinen Einfluss auf deine rückenstabilisierenden Muskeln.
Aber hier kommt die gute Nachricht: Die Kraft deiner Rückenmuskulatur kannst du durch regelmäßige Bewegung, Gymnastik oder Yoga auch noch mit 100 Jahren aufbauen und erhalten. Das heißt: Rückenschmerzen sind in den meisten Fällen vermeidbar!
Wenn du aber zu faul zum Trainieren bist, dann benutze ein Muskelstimulation-Gerät. Zwar empfehle ich in erster Linie körperliche Aktivität, aber wenn du es nicht schaffst, ist ein Stimulationsgerät eine effektive „Ersatzlösung“, mit der du deine Beschwerden lindern kannst.