Ursachen von Schulterschmerzen
Schulterschmerzen bezeichnen die Empfindlichkeit des Schultergelenks und seiner Umgebung. Die Schulter besteht eigentlich nicht aus einem, sondern aus mehreren Gelenken, die durch Sehnen und Muskeln zusammengehalten und verbunden sind. Dadurch haben die Arme einen großen Bewegungsumfang. Neben der Mobilität der Schulter besteht jedoch auch eine Anfälligkeit: Aufgrund ihrer Struktur kann sie instabil werden. Zudem entstehen durch das Aufeinandertreffen von Weichteilen und Knochen schmerzhafte Zustände […]
Schulterschmerzen bezeichnen die Empfindlichkeit des Schultergelenks und seiner Umgebung. Die Schulter besteht eigentlich nicht aus einem, sondern aus mehreren Gelenken, die durch Sehnen und Muskeln zusammengehalten und verbunden sind. Dadurch haben die Arme einen großen Bewegungsumfang. Neben der Mobilität der Schulter besteht jedoch auch eine Anfälligkeit: Aufgrund ihrer Struktur kann sie instabil werden. Zudem entstehen durch das Aufeinandertreffen von Weichteilen und Knochen schmerzhafte Zustände.
Schulterschmerzen können bei Armbewegung, im Liegen oder dauerhaft auftreten. Sie können vorübergehend, wiederkehrend oder andauernd sein.
Der Schmerz kann vom Schultergelenk selbst oder von den umgebenden Muskeln, Bändern und Sehnen ausgehen. Ursache können Anspannung (Stress), Muskelkrampf, Überlastung, Verletzung oder Entzündung sein. DIESER Schmerz verschlimmert sich in der Regel bei jeder auch noch so kleinen Bewegung des Arms oder der Schulter.
Verschiedene Erkrankungen und Zustände der Brust- oder Bauchorgane, wie Herzkrankheiten oder Gallenblasenerkrankungen, können ebenfalls Schulterschmerzen verursachen. In diesem Fall sprechen wir von "ausstrahlenden" Schmerzen, die sich bei Schulterbewegung jedoch nicht verändern oder verstärken.
Im Folgenden liste ich die häufigsten Ursachen (alphabetisch geordnet).
Ursachen für Schulterschmerzen können sein
Frozen Shoulder (Eingefrorene Schulter)
Ein Zustand, der durch Steifigkeit und Schmerzen im Schultergelenk gekennzeichnet ist. Das Bindegewebe um das Gelenk verdickt sich und verkleinert den Bewegungsumfang. Zeichen und Symptome beginnen meist schrittweise, verschlimmern sich über die Zeit und lassen in der Regel innerhalb von 1–3 Jahren nach.
Das Risiko steigt, wenn Sie sich von einer Erkrankung oder einem Eingriff erholen, der die Bewegung Ihrer Arme verhindert – zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder einer Mastektomie (Brustentfernung).
Verletzung des Plexus brachialis (Armgeflecht)
Der Plexus brachialis ist das Nervenbündel, das Signale vom Rückenmark zur Schulter, zum Arm und zur Hand sendet. Eine Verletzung tritt auf, wenn diese Nerven gedehnt, eingeklemmt oder im schlimmsten Fall gerissen oder vom Rückenmark abgerissen werden.
Leichtere Verletzungen des Plexus brachialis treten häufig bei Kontaktsportarten auf. Babys können bei der Geburt im Geburtskanal eine solche Verletzung erleiden. Auch Entzündungen oder Tumoren können den Plexus brachialis beeinträchtigen.
Schwerwiegende Verletzungen entstehen meist bei Auto-, Motorrad- oder Fahrradunfällen. In schweren Fällen kann der Arm gelähmt werden, doch eine Operation kann helfen, einige Funktionen wiederherzustellen.
Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
Betroffen sind die kleinen, mit Flüssigkeit gefüllten Säcke (Bursae), die Knochen, Sehnen und Muskeln in der Nähe von Gelenken polstern und die Reibung zwischen beweglichen Teilen des Körpers reduzieren. Bursitis entsteht, wenn diese Schleimbeutel entzündet sind.
Häufig betroffen sind Schulter, Ellbogen und Hüfte, aber auch Knie, Ferse und die Basis der großen Zehe. Sie tritt oft in der Nähe von Gelenken auf, die häufig wiederholte Bewegungen ausführen.
Die Behandlung besteht in der Regel aus Ruhigstellung des betroffenen Gelenks und Schutz vor weiterer Verletzung. In den meisten Fällen klingen die Schmerzen bei richtiger Behandlung innerhalb weniger Wochen ab, doch wiederkehrende Schübe sind häufig.
Ausrenkung (Luxation)
Eine Verletzung, bei der der Oberarmknochen aus der schalenförmigen Gelenkpfanne der Schulter (Schulterblatt) springt. Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers und daher anfällig für Ausrenkungen.
Bei einer Luxation werden die Bänder des Gelenks so stark gedehnt, dass die die Gelenkspartner bildenden Knochen aus ihrer Position springen. Die Form des Gelenks verändert sich, es ist kaum oder gar nicht beweglich. Starkschmerz und Schwellung treten auf.
Impingement-Syndrom (Wurfschulter)
Auch bekannt als Engpass-Syndrom, Schwimmers- oder Werferschulter. Die Erkrankung wird durch das Einklemmen der Sehnen der Rotatorenmanschette beim Durchgang über das Schulterdach verursacht. Sie entsteht häufig nach teilweisem Riss der Rotatorenmanschetten-Sehnen oder durch ständige Überbelastung im Laufe der Zeit.
Sehnenscheidenentzündung
Entzündung oder Reizung von Sehnen – den dicken faserigen "Strängen", die Muskel mit Knochen verbinden. Dieser Zustand verursacht Schmerzen und Empfindlichkeit direkt in der Nähe des betroffenen Gelenks.
Kann in jeder Sehne auftreten; am häufigsten sind Schulter, Ellbogen, Handgelenk, Knie und Ferse betroffen. Einige gebräuchliche Bezeichnungen für verschiedene Sehnenentzündungen sind:
- Tennisarm (Tennisellbogen)
- Golferellenbogen
- Werferschulter
- Schwimmerschulter
- Springerknie (Patellarsehnenentzündung)
Die meisten Fälle lassen sich erfolgreich durch Ruhigstellung, Physiotherapie und schmerzlindernde Medikamente behandeln. Führt die Entzündung zu einem Sehnenriss, kann eine Operation erforderlich sein.
Sehnenriss
Armbruch
Einer oder mehrere der drei Armknochen – Elle, Speiche und Oberarmknochen (Humerus) – sind betroffen. Eine der häufigsten Ursachen für Armbrüche ist das Fallen auf eine ausgestreckte Hand.
Wenden Sie sich in einem solchen Fall sofort an einen Arzt. Es ist wichtig, dass ein Bruch so schnell wie möglich behandelt wird, damit er richtig heilt.
Die Therapie hängt von Ort und Schwere der Verletzung ab. Bei einem einfachen Bruch genügen Verband, Kühlen und Ruhe. Es kann jedoch erforderlich sein, den Knochen in der Notaufnahme wieder einzurenken (Reposition).
Bei komplizierteren Brüchen kann eine Operation nötig sein, um die Bruchstücke wieder zu vereinen und Drähte, Platten, Nägel oder Schrauben einzusetzen, damit der Knochen während der Heilung an der richtigen Stelle bleibt.
Schlüsselbeinbruch
Eine häufige Verletzung, besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen. Das Schlüsselbein verbindet den oberen Brustkorb mit dem Schulterblatt. Häufige Ursachen für einen Bruch sind Stürze, Sportverletzungen und Traumata bei Verkehrsunfällen; typischerweise treten Schmerzen und Schwellung an der Bruchstelle auf. Bei Neugeborenen kann das Schlüsselbein bei der Geburt verletzt werden.
Bei einem gebrochenen Schlüsselbein suchen Sie sofort einen Arzt auf. In den meisten Fällen heilt es gut mit Eis, Schmerzmitteln, Verband, Physiotherapie und Zeit. Ein komplizierter Bruch kann jedoch eine Operation erfordern, um den Knochen auszurichten und Platten, Schrauben oder Nägel einzusetzen.
Thoracic-Outlet-Syndrom (Mediastinalausgangssyndrom)
Eine Gruppe von Störungen, die auftreten, wenn Blutgefäße oder Nerven im Raum zwischen Schlüsselbein und erster Rippe (Brustaustrittsöffnung) eingeklemmt werden. Dieser enge Kanal ist voll von Blutgefäßen, Nerven und Muskeln, deren Kompression Schulterschmerzen, Nackenschmerzen und Taubheitsgefühle in den Fingern verursachen kann.
Häufige Ursachen sind Traumata durch Autounfälle, wiederkehrende Verletzungen bei beruflichen oder sportlichen Aktivitäten, bestimmte anatomische Varianten (z. B. eine zusätzliche Rippe) und Schwangerschaft. Manchmal können Ärzte die Ursache nicht sicher feststellen.
Die Behandlung umfasst in der Regel Physiotherapie und Schmerztherapie. Die meisten Betroffenen verbessern sich damit, in manchen Fällen kann jedoch eine Operation erforderlich sein.
Avaskuläre Nekrose
Das Absterben von Knochengewebe aufgrund mangelnder Blutversorgung. Auch Osteonekrose genannt, kann sie zu winzigen Brüchen im Knochen führen, die schließlich zum Zusammenbruch des Knochens führen.
Ein Knochenbruch oder eine ausgekugelte Gelenkverletzung kann die Blutversorgung eines Knochenabschnitts unterbrechen. Avaskuläre Nekrose wird auch mit langfristiger hochdosierter Steroidmedikation und übermäßigem Alkoholkonsum in Verbindung gebracht.
Jeder kann betroffen sein, am häufigsten tritt der Zustand jedoch bei Menschen im Alter von etwa 30 bis 50 Jahren auf.
Zervikale Radikulopathie
Ein Bandscheibenvorfall im Hals- oder oberen Wirbelsäulenbereich kann Schmerzen verursachen, die in Schulter, Arm und Hand ausstrahlen. Diese Schmerzen werden als zervikale Radikulopathie oder Nervenwurzelreizung bezeichnet. Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man auch von eingeklemmten Nerven.
Zervikale Radikulopathie kann brennende, prickelnde Empfindungen sowie Schwäche im Arm, in der Schulter oder in der Hand hervorrufen. In schwereren Fällen kann es zu Gefühlsverlust und Lähmungen kommen.
Osteoarthritis
Die häufigste Form der Arthritis, von der weltweit Millionen Menschen betroffen sind. Sie entsteht, wenn der schützende Knorpel, der die Enden der Knochen polstert, beschädigt wird. Sie kann jedes Gelenk betreffen, am häufigsten sind jedoch die Gelenke der Hände, Knie, Hüfte und Wirbelsäule.
Die Symptome lassen sich meist behandeln, wobei bereits eingetretene Gelenkschäden nicht rückgängig gemacht werden können. Ein aktiver Lebensstil, die Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts und bestimmte Behandlungen können das Fortschreiten verlangsamen und Schmerzen sowie Gelenkfunktionen verbessern.
Polymyalgia rheumatica
Eine entzündliche Erkrankung, die Muskelschmerzen und Steifheit verursacht, besonders in Schultern und Hüften. Zeichen und Symptome treten meist schnell auf und sind morgens oft stärker.
Die meisten Betroffenen sind älter als 65 Jahre; unter 50-Jährige sind selten betroffen.
Sie ist häufig mit einer anderen entzündlichen Erkrankung verbunden, der sogenannten Riesenzellarteriitis, die Kopfschmerzen, Sehstörungen, Kieferschmerzen und Empfindlichkeit der Kopfhaut verursachen kann. Beide Erkrankungen können gemeinsam auftreten.
Verstauchung (Distorsion)
Ein Band oder mehrere Bänder, die ein Gelenk stabilisieren, werden durch eine falsche Bewegung überdehnt. Bänder sind feste Bindegewebsstränge, die Gelenke zusammenhalten und übermäßige Bewegung verhindern.
Am häufigsten sind Bänder am Sprunggelenk betroffen, insbesondere die drei Bänder an der Außenseite. Eine Verstauchung tritt auf, wenn der Fuß nach außen umknickt oder überdreht wird.
Verstauchungen treten auch häufig im Schultergelenk auf.
Bei einer Verstauchung sollte der betroffene Bereich sofort ruhiggestellt werden; Ruhen, Kühlen, Kompression (Bandage) und Hochlagern sind angezeigt. Verstauchungen lassen sich oft zu Hause behandeln; ergänzende Behandlungen wie Softlaser oder Mikrostrom können die Regenerationsprozesse unterstützen. In schweren Fällen kann eine Operation nötig sein, z. B. bei komplett gerissenen Bändern.
Rotatorenmanschetten-Verletzung
Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von Muskeln und Sehnen, die das Schultergelenk umgeben und den Kopf des Oberarmknochens in der Gelenkpfanne stabilisieren. Eine Verletzung der Rotatorenmanschette verursacht dumpfe Schmerzen, die sich häufig verschlimmern, wenn der Arm vom Körper abgewinkelt wird. Das Ausmaß reicht von einer einfachen Entzündung bis zum vollständigen Sehnenriss und führt zu Schmerzen, Schwäche und eingeschränktem Bewegungsumfang.
Diese Art von Verletzung ist häufig und wird mit zunehmendem Alter immer häufiger. Personen, deren Arbeit wiederholtes Heben der Arme über den Kopf erfordert – etwa Maler oder Zimmerleute – können früher betroffen sein.
Viele Betroffene können ihre Symptome durch geeignete Maßnahmen so weit unter Kontrolle halten, dass sie zu ihren alltäglichen Aktivitäten zurückkehren können, insbesondere durch physiotherapeutische Übungen, welche die Flexibilität und Kraft der muskeln um das Schultergelenk verbessern.
Manchmal entsteht ein Rotatorenmanschettenriss durch ein einzelnes traumatisches Ereignis. In solchen Fällen sollte so bald wie möglich eine ärztliche Untersuchung erfolgen, damit Fachleute über die mögliche Rolle einer Operation beraten können.
Herzinfarkt (Myokardinfarkt)
Er tritt auf, wenn der Blutfluss in den Arterien, die das Herz versorgen, blockiert ist. Meistens verursacht durch Ablagerungen aus Fett, Cholesterin und anderen Substanzen, die die Koronararterien verengen.
Manchmal bildet sich ein Blutgerinnsel, das den Blutfluss vollständig blockiert. Der dadurch entstehende Sauerstoffmangel kann einen Teil des Herzmuskels schädigen oder zerstören. Dies ist ein Herzinfarkt.
Das Leitsymptom ist meist ein drückender (quälender) Schmerz in der Brust. Häufig strahlt er in den linken Arm, die Schulter, unter das Schulterblatt in den Rücken oder in den Bauchbereich aus. Armbewegungen verändern den Schmerz nicht.
Ein Herzinfarkt kann lebensbedrohlich sein, die Behandlung hat sich jedoch über die Jahre deutlich verbessert. Rufen Sie umgehend den Rettungsdienst oder suchen Sie dringend ärztliche Hilfe, wenn Sie den Verdacht auf einen Herzinfarkt haben.
Septische Arthritis
Eine schmerzhafte Gelenkinfektion, verursacht durch Bakterien, die über den Blutkreislauf aus einer anderen Körperregion ins Gelenk gelangen. Sie kann auch durch eine tiefe Verletzung, etwa einen Tierbiss oder ein Trauma, direkt in das Gelenk eingebracht werden.
Am häufigsten tritt sie bei Säuglingen und älteren Erwachsenen auf. Personen mit künstlichen Gelenken haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Meist ist das Knie betroffen, doch auch Hüfte, Schulter und andere Gelenke können betroffen sein. Die Infektion kann Knorpel und Knochen im Gelenk schnell und schwer schädigen, weshalb eine sofortige Behandlung entscheidend ist.
Zur Therapie wird das Gelenk mit einer Nadel oder operativ entlastet. In der Regel sind zusätzlich Antibiotika erforderlich, um eine vollständige Heilung zu erreichen.
Die oben beschriebenen Ursachen sind häufig mit Schulterschmerzen verbunden. Für eine genaue Diagnose sollten Sie jedoch immer einen Arzt aufsuchen. Nur wenn die Ursache bekannt ist, kann eine geeignete Therapie eingeleitet werden.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Sie Schulterschmerzen mit Atemnot oder drückenden Schmerzen in der Brust verspüren. Dies kann ein Anzeichen für einen Herzinfarkt sein und erfordert umgehende medizinische Versorgung.
Rufen Sie ebenfalls einen Arzt, wenn Ihre Schulterschmerzen durch eine Verletzung verursacht wurden und eines der folgenden Begleitsymptome vorliegt:
- Das Gelenk wirkt deformiert.
- Sie können das Schultergelenk nicht nutzen, den Arm nicht vom Körper wegbewegen.
- Starke Schmerzen.
- Plötzlich auftretende Schwellung.
Vereinbaren Sie einen Untersuchungstermin, wenn Ihre Schulterschmerzen von folgenden Symptomen begleitet werden:
- Schwellung
- Rötung
- Empfindlichkeit und Wärme rund um das Gelenk.
Die Schulter liegt zwar in einer relativ lockeren Gelenkkapsel, ist aber aufgrund ihrer Struktur schwer zugänglich. Äußerlich aufgetragene Salben und Cremes können daher bei Gelenkproblemen oder Entzündungen nur schwer die benötigten Wirkstoffe an den Ort des Geschehens bringen. Auch der Körper selbst kann in diesem Bereich nur schwer verstärkte Durchblutung und Stoffwechsel gewährleisten. Deshalb sind bei Schultergelenksentzündungen lokale Behandlungen oft am zuverlässigsten und mit der kürzesten Heilungsdauer. Sie wirken dort, wo das Problem entstanden ist, belasten den gesamten Organismus nicht unnötig und unterstützen die Heilung effektiver.