Wohltuende Wirkungen der Wärmetherapie
Gelenkschmerzen sind an sich schon unangenehm, doch können die reflexartige Verkrampfung und Versteifung der die Gelenke umgebenden Muskeln deine Beschwerden weiter verstärken. Bei solchen chronisch werdenden Symptomen ist die einfachste und zugleich kostengünstigste Behandlung die Wärmetherapie. Schauen wir uns an, wie du sie anwenden solltest, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
Wärmetherapie ist eine Behandlung zur Linderung von Schmerzen und Muskelsteifigkeit. Wärmetherapie wird in der Regel zur Reduktion von anhaltenden oder chronischen Schmerzen eingesetzt. Bei frischen (1–3 Tage alten) Verletzungen, insbesondere Muskelverletzungen (Riss, Zerrung, Prellung), solltest du sie NICHT anwenden, da sie das Risiko einer Nachblutung erhöht.
Wärmebehandlung kann feucht sein, z. B. Bäder, Schlammpackungen oder eine Wärmflasche, die meist in institutionellen Einrichtungen angewendet werden. Sie kann trocken sein (z. B. Heizkissen, Decke). Letztere kannst du zu Hause am einfachsten verwenden.
Wie wirkt die Wärmetherapie?
Durch die Wärme öffnen und erweitern sich die Blutgefäße im behandelten Bereich, wodurch die Durchblutung steigt. Die erhöhte Durchblutung fördert die Heilungsprozesse. Durch das Erwärmen entspannt sich die verspannte Muskulatur und wird elastischer.
Wärmetherapie kannst du alleine oder in Kombination mit anderen Behandlungen anwenden. Beispielsweise erleichtert das Erwärmen von Muskeln und Sehnen vor einer Massage oder Krankengymnastik die Mobilisierung und reduziert die Schmerzen.
Was bewirkt die Erwärmung der Körperoberfläche?
- deine Schmerzen nehmen ab
- deine Muskeln entspannen sich, die Muskelsteifigkeit löst sich – das verringert die Schmerzen zusätzlich
- die Durchblutung im behandelten Bereich erhöht sich
- die gesteigerte Durchblutung fördert die Heilungsprozesse
- die gesteigerte Durchblutung beschleunigt den Abtransport von Toxinen und Schadstoffen (schmerzverursachenden Substanzen)
- bereitet Muskeln und Gelenke auf Physiotherapie und Massage vor
Für den Hausgebrauch bestimmte Geräte mit Heizelementen
In der klinischen Praxis werden in der Regel feuchte Wärmebehandlungen (z. B. Wärmflasche) eingesetzt. Das liegt vor allem daran, dass feuchte Wärme unter institutionellen Bedingungen oft angenehmer anzuwenden ist. Sie lässt sich leichter desinfizieren als trockene Heizelemente.
Für den persönlichen Gebrauch zu Hause empfiehlt sich eher trockene Heizelemente. Heutzutage enthalten die meisten dieser Geräte Karbonfasern und sogenannte FIR-Strahler (far infrared). FIR-Strahlen dringen tief (bis zu 5–8 cm) in den Körper ein und erzeugen dort die Wärme genau dort, wo sie benötigt wird. Zahlreiche Hersteller stellen Decken mit Heizelementen her oder Geräte, die der Form des zu behandelnden Gelenks angepasst sind. Bei den meisten Geräten ist die Heizstufe in mehreren Stufen einstellbar, meist im Bereich von 45–60 °C. Höhere Temperaturen können Verletzungen verursachen.
Die Geräte sind mit einem Überhitzungsschutz versehen, das heißt bei Überhitzung schaltet sich das Gerät automatisch ab.
Wie oft kann man Wärmetherapie anwenden?
Lege das Heizelement oder die Wärmekompresse niemals direkt auf die Haut; lasse immer eine dünne Kleidungsschicht oder ein Handtuch dazwischen.
Generell wird empfohlen, dass eine Wärmeanwendung 15–30 Minuten dauern sollte. Danach halten die günstigen Effekte 2–4 Stunden an; dann kann die Behandlung wiederholt werden. Wärmetherapie ist wiederholbar. Unter Berücksichtigung der Erwärmungs- und Abkühlungszeiten passen 1–2, maximal 3 Anwendungen pro Tag in den Tagesablauf.
Wenn du physiotherapeutische Behandlungen (therapeutischer Ultraschall, Softlaser, Magnettherapie, Muskelstimulation usw.) erhältst, ist es sinnvoll, vor den Behandlungen ein wärmetherapeutisches "Aufwärmen" durchzuführen. Das vermindert die mit den Behandlungen verbundenen Unannehmlichkeiten (Muskel- und Sehnenverspannung, Schmerzen) und verstärkt zudem deren Wirkung.