Entzündung der Plantarfaszie, also Plantarfasziitis
Die Entzündung der Plantarfaszie (medizinisch Plantarfasziitis) ist eine der häufigsten Ursachen für Fuß- und Fersenschmerzen. Unter der Fußsohle verläuft eine dicke bindegewebige Platte (früher Faszie) von den Zehen bis zum Fersenbein. Ihre Entzündung tritt vor allem an den Stellen auf, wo sie am Knochen ansetzt, also am Fersenbein oder vorn an den Zehengrundgelenken. Das erste Symptom ist stechender Schmerz bei den ersten Schritten am Morgen. Nach einigen Schritten "läuft es sich ein", mit der Zeit dauern die Schmerzen jedoch immer länger an. Es ist sehr schwer, sie vollständig loszuwerden. Eine Behandlung ist auch zu Hause möglich, aber sei darauf gefasst, dass eine konsequente Therapie Wochen bis eher Monate lang nötig ist, um vollständig zu heilen.
Was ist die Plantarfaszie?
Die Plantarfaszie (fascia plantaris) ist eine starke bindegewebige Platte, die vom Fersenbein bis zu den Köpfen der Mittelfußknochen (den Zehengrundgelenken) verläuft. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Erhaltung des Fußgewölbes. Eine Hauptaufgabe der Plantarfaszie ist die Dämpfung der beim Gehen entstehenden "Aufprallvibrationen". Dabei ist ihre Elastizität entscheidend.
Symptome der Plantarfasziitis
Das Leitsymptom einer Entzündung der Plantarfaszie ist Fußschmerz. Bestimmte Bereiche der Fußsohle sind sehr druckempfindlich. Der Fußschmerz ist meist am stärksten dort, wo die Faszie am Fersenbein ansetzt, oder vorn an der Basis der Zehen (manchmal nur an einem Zeh).
Die Entzündung führt zu einer Verdickung und Versteifung der Faszie. Dadurch verschlechtert sich ihre Funktion und die Entzündung wird aufrechterhalten, was chronisch werden kann. Sie quält Betroffene oft monatelang oder noch länger.
Problem durch Überlastung
Die Entzündung der Plantarfaszie ist eine Folgeerscheinung. Sie zeigt, dass die Faszie übermäßig belastet wurde und dadurch die Entzündung entstanden ist.
Es ist offensichtlich, dass Sportler, die viel laufen und springen, besonders häufig betroffen sind.
Sie kann aber nicht nur bei Sportlern auftreten. Jeder kann betroffen sein, wenn das plantare Band erhöhten Belastungen ausgesetzt ist. Personen, die den ganzen Tag auf den Beinen sind – z. B. Handwerker, Lehrer oder Kellner – sind ebenfalls häufig betroffen, da sie viel gehen oder auf harten Untergründen stehen.
Ungeeignetes Schuhwerk kann die Ursache sein. In letzter Zeit erhielt ich öfter Nachrichten wie: „Meine Fußsohle tut sehr weh. In den letzten zwei Wochen waren wir im Urlaub und ich bin die ganze Zeit in Flip-Flops gelaufen. Jetzt kann ich kaum gehen.“
Übergewicht allein ist ebenfalls ein großes Risiko. Die Belastung auf das Fußgewölbe und damit auf die Faszie nimmt zu, daher stellt Adipositas ein erhöhtes Risiko dar. Auch flache, dünne Sommerschuhe oder das Barfußlaufen können Ursache sein.
Bei wiederholter Kraftwirkung (Laufen, Absprung, Landung usw.) oder ungleichmäßiger Belastung entstehen auch bei gesunden Menschen Mikroverletzungen im Bindegewebe. Bei andauernder Belastung, insbesondere wenn Dehnung und Regeneration vernachlässigt werden, kann daraus leicht eine chronische Erkrankung werden.
Strebe die vollständige Genesung an!
Bei der Behandlung darfst du dich nicht nur auf die schmerzhafte Stelle konzentrieren, sondern musst die Ursachen der Überlastung der Plantarfaszie beheben.
Du musst schlecht stützendes Schuhwerk austauschen. Das Übergewicht und die Überlastung müssen reduziert werden. Die Spannung der Wadenmuskulatur muss gelockert werden. Durch vernachlässigte und langdauernde Entzündungen entstehen viele Mikroverletzungen und feine Risse in der Faszie. Die Heilung erfolgt mit Narbengewebe, das weniger elastisch ist, sodass die ursprüngliche Funktion nie vollständig wiederhergestellt werden kann. Je mehr Narbengewebe vorhanden ist, desto größer kann der Funktionsverlust sein.
Wenn die Heilung nur unvollständig ist, kannst du wegen der Schmerzen dein Gewicht nicht auf den Fuß bringen. Du hinkst und belastest dadurch die weiteren Gelenke des Beins falsch. Mit der Zeit werden Knöchel, Knie, Hüfte und Wirbelsäule ebenfalls schmerzen!
Fußschmerz zuhause lindern
Eine Entzündung der Plantarfaszie lässt sich in der Regel innerhalb einiger Wochen bis Monate weitgehend beheben. Wenn du Schmerzen bemerkst, beginne so früh wie möglich mit konservativer Behandlung! Hier sind einige Maßnahmen, mit denen du die Heilung unterstützen kannst.
Wechselnde Kälte-Wärme-Therapie
Lege für 10–15 Minuten eine mit Eis gefüllte Tüte auf die schmerzhafte Stelle. Nicht direkt auf die Haut, da sonst Erfrierungen auftreten können. Hier kannst du über die positiven Effekte des Kühlens lesen.
Kühlen reduziert die Entzündung, und wenn du das Eis entfernst, erwärmt der Körper die abgekühlte Stelle wieder – das führt zu einer Steigerung der Durchblutung. Das fördert entzündungshemmende Prozesse.
Nach 10–15 Minuten Kälte lass die Muskeln wieder aufwärmen (Pause ca. 1 Stunde). Wiederhole das 3–4-mal. Eine Überkühlung ist nicht gut, daher wende diese Methode nicht länger als 2–3 Tage hintereinander an und kühle nicht länger als 15 Minuten pro Anwendung.
Eine andere Methode ist, eine 0,5-Liter-Wasserflasche mit Wasser zu füllen und einzufrieren. Setz dich auf einen Stuhl, stell die gefrorene Flasche vor dich auf den Boden und stell den schmerzenden Fuß darauf. Rolle die Flasche vor und zurück. Sie massiert die Fußsohle und kühlt gleichzeitig kräftig. Belaste sie nicht mit deinem vollen Körpergewicht – Ziel ist nicht, Schmerz zu erzeugen, sondern die Faszie zu dehnen, zu lockern und zu kühlen. Mache diese Übung 2 bis maximal 5 Minuten.
Reduziere die Belastung
Setze Trainingsarten mit Lauf- und Sprungbelastung aus (Schwimmen oder Radfahren sind erlaubt). Wenn du trainierst, achte besonders auf das Dehnen und Entspannen nach dem Training. Dehne vor allem sorgfältig deine Wadenmuskulatur. Verwende auch eine Faszienrolle (Schaumstoffrolle).
Trage keine Schuhe mit dünner Sohle! Tausche abgetretene Arbeitsschuhe gegen solche mit niedrigem Absatz, die das Fußgewölbe gut stützen und Vibrationen dämpfen. Lege eine Silikonpolsterung unter die Ferse im Schuh – das „polstert“ den schmerzhaften Punkt. Trage keine High Heels. Laufe nicht barfuß, besonders nicht auf harten Oberflächen, auch nicht in der Wohnung.
Abgenutzte Laufschuhe sollten ersetzt werden. Laufschuhe sind nach etwa 600–800 km Nutzung auszutauschen.
Die durch Übergewicht entstandene Überlastung kann allein die Plantarfasziitis auslösen. Halte dein gesundes Körpergewicht oder bring es wieder zurück.
Dehne und massiere deine Waden!!!!
In vielen Fällen wird die Entzündung der Plantarfaszie durch verspannte Wadenmuskeln verursacht (bedingt durch langes Stehen oder intensive sportliche Belastung). Über das Achillessehnenansatz zieht die gespannte Wade das Fersenbein nach vorne und die Plantarfaszie steht auch in Ruhe unter Spannung. Wenn du auftrittst, steigt diese Spannung so weit, dass Faszienfasern reißen und eine andauernde Entzündung entsteht.
Wenn die Wadenmuskulatur entspannt wird, richtet sich das Fersenbein wieder aus, die Spannung in der Plantarfaszie verschwindet und damit verschwindet auch die auslösende Ursache der Entzündung. Dann musst du nur noch die Entzündung selbst abklingen lassen.
Das Entspannen der Wadenmuskeln gelingt durch Massage, Rollen (Faszienrolle) und Muskelstimulation. Ich halte die Muskelstimulation für besonders effektiv.
Das Massieren der Plantarfaszie selbst kann ebenfalls helfen. Setz dich im Schneidersitz hin, nimm den schmerzenden Fuß in beide Hände und massiere den schmerzhaften Bereich mit deinen Daumen. Es ist kein starker Druck nötig; Ziel der Fußsohlenmassage ist die Förderung der Durchblutung. Das wirkt heilungsfördernd. 2–3 Mal täglich 5 Minuten Massage reichen aus.
Medikamentenfreie Behandlungsoptionen
Die Entzündung ist eine physiologische Reaktion mit dem Ziel der Heilung. Besteht sie jedoch lange, schränkt sie die Zellfunktion ein, die Energieproduktion stoppt, es werden nicht genügend Proteine zur Regeneration gebildet usw.
Bei einer Plantarfaszienentzündung muss als erstes der Entzündungszustand reduziert werden.
Das ist nicht einfach, weil du deinen Fuß bei jedem Schritt ständig belastest und damit gegen den Heilungsprozess arbeitest.
Ein weiteres Problem ist, dass die Durchblutung von Bändern und Sehnen schlechter ist als die anderer Gewebe.
Physiotherapeutische Methoden, die die Durchblutung der Fußsohle steigern, beschleunigen die Heilung.
Förderung der Durchblutung hat oberste Priorität
Die Basis der Heilung einer Entzündung ist eine gute Durchblutung – sie transportiert Abbauprodukte ab und bringt heilende Stoffe. Je mehr Methoden du kombinierst, desto besser unterstützen sie sich gegenseitig und desto schneller heilt es.
Behandle mit therapeutischem Ultraschall!
Verwende ein therapeutisches Ultraschall-Gerät mit 1 MHz Frequenz. Ultraschall hat hervorragende entzündungshemmende Wirkung. Er erwärmt das behandelte Gewebe, entspannt die verspannte Faszie und beschleunigt die Durchblutung, was das Abklingen der Entzündung fördert.
Das M-Sonic 950 therapeutische Ultraschall-Gerät ist für den Heimgebrauch geeignet, während für die Praxis das MediSound 3000 geeignet ist.
Eine Anwendung pro Tag genügt. Wende eine niedrige Intensität an (die Plantarfaszie liegt nahe der Oberfläche). Behandle 5–8 Minuten über dem schmerzhaften Bereich. Verwende immer Ultraschallgel und bewege den Applikator kontinuierlich und langsam! Behandle weiter bis zur vollständigen Heilung, auch wenn der Schmerz bereits abgeklungen ist.
Verwende ein Muskelstimulation-Gerät!
Die Wirkung der elektrischen Muskelstimulation ist zweifach: Zum einen fördert sie über die Verbesserung der Durchblutung die Heilung, zum anderen reduziert das Lockern der Wadenmuskulatur die Spannung der Faszie.
Es ist nachgewiesen, dass Muskelstimulation die Durchblutung des behandelten Muskels um bis zu 300 % erhöhen kann. Die verbesserte Durchblutung im Unterschenkel wirkt sich günstig auf das nahegelegene Gebiet, also auch auf die Plantarfaszie, aus. Die Behandlung kannst du mindestens einmal täglich, bei Bedarf auch mehrfach anwenden.
Verwende 5x9 oder 5x10 cm ValueTrode-, UltraStim- oder PALS-Elektroden. Klebe ein Paar auf die Wadenmuskulatur.
Die erste Elektrode platzierst du zwei Fingerbreit unterhalb der Kniekehle. Die zweite Elektrode kommt eine Handbreit darunter.
Suche an deinem Gerät eines der Programme wie Kapillarisation, Aufwärmen, Lösung von Muskelsteifigkeit oder aktive Regeneration und starte es.
Stelle eine mittlere Stromstärke ein; in den meisten Fällen liegt diese zwischen 18–24 mA. Es kann individuelle Unterschiede geben, d. h. das kann für dich zu stark oder zu schwach sein. Wichtig ist: Du solltest deutliche Kontraktionen spüren, aber es muss bequem und völlig frei von Unbehagen sein (zu hoher Strom ist schmerzhaft, zu schwacher wirkt nicht). Geeignete Geräte können sein: Genesy 300 Pro, Genesy 600, Genesy 1500, Genesy 3000, Premium 400, Activa 700, Cycling Pro, Runner Pro, Soccer Pro, Triathlon Pro, The Champion
Wende Mikrostrom an!
Mikrostrom ist heute noch weniger verbreitet als andere Elektrotherapien. Dabei ist es eine der wirksamsten Methoden zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung, die du auch zu Hause anwenden kannst. Mehr zur Wirkung von Mikrostrom kannst du hier lesen.
Behandle das schmerzhafte Gebiet 2–3-mal täglich mit dem Mikrostrom-Programm für "Sehnenentzündung". Eine Sitzung dauert 20 Minuten.
Für die Behandlung wird das graue Kabel verwendet, und die Elektroden klebt man abhängig von der Lage von Schmerz und Entzündung auf die Haut.
Auf den Bildern siehst du die häufigsten Stellen: entlang des Außenrandes der Fußsohle oder in ihrer Mitte, längs. Klebe je eine Elektrode über das Fersenbein und an die Übergangszone von Mittelfußknochen zu Zehenknochen.
Ein weiterer häufiger Punkt ist der Fersenansatz der Plantarfaszie (gleichzeitig der Ort von Fersensporn-Schmerzen). Klebe hier die Elektroden seitlich an.
Da manche Globus-Geräte Mikrostrom an 2 Kanälen (Ausgänge 1 und 3 von links am Gerät) liefern, kannst du die beiden Elektrodenpaare gleichzeitig anwenden.
Umkreise einfach die schmerzhafte Stelle längs und quer mit Elektroden.
Geeignete Geräte können sein: Genesy 300 Pro, Genesy 600, Genesy 1500, Genesy 3000, Premium 400, Activa 700, Cycling Pro, Runner Pro, Soccer Pro, Triathlon Pro, The Champion
Wende softlaser gerät an!
Die softlaser gerät-Behandlung hat eine entzündungshemmende Wirkung ähnlich wie Mikrostrom. Sie ist oft noch einfacher anzuwenden als die elektrischen Behandlungen.
Du richtest das Gerät auf den schmerzhaften Punkt und hältst es dort, bis die therapeutische Energiemenge appliziert ist. Die in der Bedienungsanleitung angegebene Behandlungszeit ist maßgeblich; in der Regel dauert die Behandlung der Achillessehne 5–10 Minuten. Höher leistungsfähige softlaser gerät geben die notwendige Energie in kürzerer Zeit ab.
Geeignete Geräte sind z. B.: Personal Laser L400, Energy Laser L500 Pro, Energy Laser L2000 Pro
Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kommen klinische physikalische Therapien wie Stoßwellenbehandlung oder Bestrahlung in Betracht.


