Fersensporn
Die am Fersenbein auftretende Knochenanlagerung (Knochenwucherung) wird im Volksmund „Fersensporn“ genannt. Ein Sporn bildet sich dort, wo Sehnen und Bänder am Fersenbein ansetzen. Im Plantarbereich der Ferse setzen die Bänder des Fußgewölbes an, während hinten die Achillessehne anhaftet. Die Wucherung und vermehrte Knochenbildung können durch chronische Entzündungen ausgelöst werden. Der unterhalb der Achillessehne gelegene hintere Sporn tritt häufig bei regelmäßigen Läufern auf, während der plantare Sporn bei jedem auftreten kann. Die durch den Fersensporn verursachten Schmerzen sind äußerst unangenehm, dauern lange an und lassen sich nur schwer lindern.
Entstehung des Fersensporns
Knochenvorsprünge am Fersenbein entstehen dort, wo Knochen und die daran ansetzenden Muskeln dicht beieinander liegen und aufeinander reiben. Wird dieser Bereich regelmäßig wiederholtem Druck ausgesetzt (zum Beispiel durch erhöhtes Körpergewicht, längere Laufstrecken oder das Gehen auf hartem Untergrund in Schuhen ohne geeignete Fersenpolster etc.), entzündet sich aufgrund der starken Belastung die Umgebung der Ansatzstellen. Bei andauernder Entzündung lagert sich im Laufe der Zeit Kalk am Knochen ab. Dies erhöht den Druck auf die Sehnen und verstärkt die Symptome zunehmend.
Die beste Heillösung wäre völlige Ruhigstellung. Die wochenlange Immobilität ist allerdings für die meisten kaum realisierbar. Beim Gehen bewegen sich jedoch sowohl die Achillessehne als auch der plantare Teil des Fersenbeins. Das Gehen verschlimmert also die Symptome und behindert die Heilung. Deshalb ist der Fersensporn mit lang anhaltenden, quälenden Beschwerden verbunden, die den Alltag der Betroffenen stark beeinträchtigen.

Diagnostik des Fersensporns
Die Diagnose eines Fersensporns ist in der Regel nicht sehr kompliziert. Die Schilderung der Beschwerden durch den Patienten und die körperliche Untersuchung sind meist ausreichend. Mit einer Röntgenaufnahme kann man selbstverständlich einfach das Vorhandensein des Knochenvorsprungs nachweisen. Auf dem obigen Bild ist der ausgeprägte Knochenkamm an der plantaren Seite des Fersenbeins deutlich erkennbar. Weitere Untersuchungen sind selten erforderlich. Wichtig ist jedoch, dass sich der Sporn langsam entwickelt. Trotz typischer Schmerzen kann daher noch kein Knochenvorsprung nachweisbar sein. Damit ist nach einer über längere Zeit anhaltenden schmerzhaften Entzündung zu rechnen.
Für die Behandlungsstrategie ist es nahezu unerheblich, ob sich ein Vorsprung gebildet hat. Die Reduktion von Entzündung und Schmerzen steht im Vordergrund.
Behandlung des Fersensporns
Medizinische Behandlungen
Dabei handelt es sich in erster Linie um lokal verabreichte steroidale und nichtsteroidale Entzündungshemmer. Sie können als Salbe oder in Form von Injektionen direkt in das entzündete Gebiet angewendet werden.
Die Röntgenbestrahlung des Fersenbeins ist eine häufig angewandte Methode, obwohl es keine überzeugenden Daten zur positiven Wirkung gibt. Eines ist sicher: so wenig radioaktive Strahlung wie möglich ist ratsam.
Die Stoßwellentherapie stellt eine sehr effektive physikalische Methode dar, doch selten beseitigen einige Sitzungen in der Praxis die Beschwerden durch den Fersensporn vollständig. Für den Heimgebrauch sind bisher keine Geräte verfügbar.
Bei anhaltenden Symptomen sind verschiedene operative Eingriffe möglich, bei denen die Sehnen (Faszien) vom Knochen gelöst und der überschüssige Knochen abgetragen werden, bevor die Bänder wieder fixiert werden. Das erneute Anwachsen der Sehnen ist ein langer Prozess, sodass das betroffene Glied mehrere Wochen vollständig geschont werden muss.
Physiotherapeutische Behandlungen für Zuhause
Es gibt verschiedene Methoden. Einzelanwendungen sind wirksam, kombiniert führen sie jedoch zum besten Ergebnis.
Eine einfache Polsterung der Ferse mit einer Einlage oder Fersenkeile entlastet die Beschwerden beim Gehen und verteilt den Druck auf die entzündete Stelle.
Nachtschiene: nächtliche Fixierung des Fußgelenks in dorsaler Streckung über acht Wochen. Eine oft angewandte Methode, die jedoch für den Patienten recht unbequem ist und den Schlaf stört. Sie sorgt in den ersten Tagen für eine schnelle Schmerzlinderung.
Schmerzstillende TENS-Therapie: TENS ist eine effektive symptomatische Behandlung bei muskuloskelettalen Erkrankungen. Es lindert Schmerzen schnell, hat jedoch keine heilende Wirkung. Die Anwendung lässt sich in der erforderlichen Frequenz wiederholen und verursacht sicher keine Nebenwirkungen.
Wechselwarm-/Kältetherapie: Abwechselndes Kühlen und Wärmen regt die Durchblutung an und unterstützt so entzündungshemmende Heilungsprozesse. Bei leichten Symptomen lohnt sich der Versuch mit dem speziell für die Fußbehandlung entwickelten Thermedic-Fußgerät.
Ultraschallbehandlung: Ultraschall ist eine mechanische Energieform, die im Gewebe absorbiert wird, die Durchblutung anregt und damit die Heilungsprozesse fördert. Ultraschall darf nicht unbegrenzt angewendet werden! Man muss einige Regeln zur Behandlungsdauer und Intensität kennen. Weitere Informationen finden Sie in diesem Artikel.

Niedrigenergielaser-Therapie: Heutzutage gilt der Einsatz von Niedrigenergielasern als möglicherweise die effektivste Methode bei muskuloskelettalen Erkrankungen. Dazu zählt auch der Fersensporn. Das in das Gewebe eingestrahlte Licht (Laser) löst verschiedene günstige Effekte im Gewebe aus. Zwar erzeugt es eine gewisse Wärme und verbessert die Durchblutung, seine heilende Wirkung entfaltet es jedoch auf zellulärer Ebene. Die im Gewebe entstehenden Mikroströme durch die Laserbestrahlung stellen das Membranpotenzial der erkrankten, entzündeten Zellen wieder her und katalysieren dadurch zelluläre Prozesse. Die Heilung wird beschleunigt, der Entzündungsprozess nimmt ab und endet schließlich.

Kombinationsbehandlung: In der physikalischen Therapie wird die kombinierte Anwendung der genannten Verfahren empfohlen. Die Behandlung umfasst Wechselwarm-/Kältetherapie, Ultraschall, Niedrigenergielaser sowie regelmäßige spezielle Dehnübungen.
Trotz der abgestimmten Behandlung verursacht der Fersensporn jedoch eine sehr hartnäckige Entzündung. Im Alltag wirkt das Gehen der Heilung stets entgegen. Daher erfordert das Abklingen der Symptome Durchhaltevermögen und oft monatelange Behandlung.