Was ist die Peyronie-Krankheit?
Die Erektion des Penis entsteht dadurch, dass bei sexueller Stimulation Blut in die längs verlaufenden, schwammartigen Schwellkörper (sogenannte Corpus cavernosum oder Schwellkörper) fließt. Die Schwellkörper weiten sich, der Druck steigt und der Penis wird zunehmend hart. Bei der Peyronie-Krankheit bildet sich in der bindegewebigen Hülle der Schwellkörper ein Knoten: die Anzahl elastischer Fasern nimmt ab, während Fibrin und Kollagen zunehmen und sich zwischen ihnen Verkalkungen bilden können. Dadurch wird der Knoten knorpel- oder knochenhart – diese Veränderung wird als „Plaque” bezeichnet.

Die Krümmung ist vor allem im erigierten Zustand sichtbar (in schweren Fällen auch in Ruhe), denn die Plaque verhindert, dass die Hülle des Schwellkörpers die während der Erektion nötige Volumenzunahme mitmacht. Auf der Plaque-Seite dehnt sich das Gewebe daher nicht aus, die Form verzieht sich und der Penis krümmt sich. Das kann Schmerzen, Erektionsstörungen und sogar Impotenz verursachen.
Mit zunehmender Krümmung verschlechtert sich das Problem (Winkelangaben sind als Richtwerte zu verstehen):
- bei kleiner Krümmung von 5–20° ist Geschlechtsverkehr in der Regel noch möglich,
- bei 20–45° kann er bereits erschwert sein,
- bei über 45° ist er häufig nicht mehr möglich.

Was verursacht die Peyronie-Krankheit?
Die genaue Ursache der Peyronie-Krankheit ist bislang nicht vollständig geklärt. Nach gängiger Auffassung steht eine gestörte Wundheilung nach wiederholten, kleinen (mikroskopischen) Verletzungen des Penis im Hintergrund: Für die Plaquebildung spielt das Protein Fibrin eine Rolle, das normalerweise an der Blutgerinnung und an der Narbenbildung beteiligt ist. Wenn an der Verletzungsstelle Fibrin abgelagert und nicht ausreichend abgebaut wird, kann sich bindegewebige Plaque bilden.
Prädisponierende Faktoren
An der Plaquebildung können Diabetes und Rauchen (durch Erhöhung des Fibrinspiegels), chronische Prostatitis, chronische Veränderungen der Drüsen um die Harnröhre sowie wiederholte Mikrotraumen während des Geschlechtsverkehrs beteiligt sein.
Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?
Allgemein gilt: Je früher die Behandlung beginnt, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Wenn du monatelang wartest, könntest du die Phase verpassen, in der der Prozess noch gut beeinflussbar ist. In einem kleinen Teil der Fälle kann sich das Problem von selbst bessern, häufiger bleibt es jedoch ohne Behandlung bestehen.
Wenn sich die Form deines Penis in letzter Zeit verändert hat, er sich gebogen hat oder du einen Knoten tastest, suche möglichst bald eine urologische oder andrologische (Männerarzt-)Praxis auf. Im frühen Stadium ist die Peyronie-Krankheit mit bestimmten Methoden besser behandelbar; mit zunehmender Zeit – insbesondere nach Verkalkung der Plaque – sinken die Chancen nicht-chirurgischer Behandlungen.
Wie kann die Peyronie-Krankheit behandelt werden?
Die Behandlung der Peyronie-Krankheit (PD) ist nach wie vor herausfordernd: Es gibt keinen einheitlichen „Goldstandard“, also keine Methode, die in allen Fällen sichere Erfolge garantiert. Systematische Übersichtsarbeiten zeigen, dass die Evidenz für nicht-chirurgische Optionen unterschiedlich stark ist – mechanische (Zug-/Vakuum-)Geräte und einige intraläsionale (in die Plaque injizierte) Therapien zeigten die vielversprechendsten Effekte auf die Krümmung.2 Ein Teil der Behandlung kann nur in der Arztpraxis erfolgen, es gibt jedoch auch häusliche Verfahren, die du unter Anleitung deines Arztes anwenden kannst.
Bei oral einzunehmenden Medikamenten zielt die Behandlung darauf ab, die Größe der Plaque, Schmerzen und die Krümmung zu verringern. Ein Nachteil ist, dass ein großer Teil des Wirkstoffs im Verdauungstrakt abgebaut wird und nur wenig davon den Penis erreicht – daher ist die Wirksamkeit systemisch gegebener Präparate begrenzt.
Das Medikament wird direkt um die Plaque herum injiziert. Dies darf nur unter sterilen Bedingungen und von einem erfahrenen Arzt durchgeführt werden. Systematische Übersichten listen intraläsionale Behandlungen unter den am besten dokumentierten nicht-chirurgischen Methoden, obwohl auch hier die Evidenz heterogen ist.2
Ziel dieser Behandlung ist Rehabilitation, nicht sexuelle Lustgewinnung: Die mechanische "Trainings"-Beanspruchung der Schwellkörper zur Wiederherstellung der Gewebeelastizität kann mit einer vakuumbasierten Penispumpe erfolgen. Systematische Übersichten zeigen, dass mechanische (Zug-/Vakuum-)Geräte zur Verbesserung der Krümmung beigetragen haben; Raheem und Mitarbeiter (2010) dokumentierten ebenfalls eine penisstabilisierende Wirkung.2,3
Durchführung (unter ärztlicher Anleitung): Das in die aufgesetzte Röhre erzeugte Vakuum löst innerhalb von 60–90 Sekunden eine Erektion aus, die 2–3 Minuten gehalten werden soll; nach Ablassen des Vakuums verschwindet die Erektion. Diese Übung sollte 4–5 Mal täglich wiederholt werden. Das Verfahren erfordert keinen Kompressionsring, da es nicht um das Hinauszögern der Erektion, sondern um die Gewebeumschichtung geht.
Regelmäßiges Training kann die arterielle Durchblutung des Penis und des umliegenden Gewebes verbessern und so die natürlichen Reparaturprozesse unterstützen; einige Hypothesen sehen zudem eine Aktivierung von Makrophagen, die überschüssiges fibrinöses Material abbauen und zur Auflockerung der Plaque beitragen können.
Das speziell für Trainingszwecke entwickelte Gerät Rehabi PVT gilt als besonders geeignet. Andere Geräte dieser Produktgruppe können ebenfalls verwendet werden, auch wenn deren Hauptzweck oft die Behandlung erektiler Dysfunktion ist. Hier findest du vakuumbasierte Penispumpen →
Bei der Fonophorese werden die Schwingungen des Ultraschalls genutzt, um auf die Haut aufgebrachte Wirkstoffe in tiefere Gewebeschichten zu transportieren. Das Medikament wird als Creme oder Gel auf die Haut über der Plaque aufgebracht, anschließend wird der Schallkopf mit niedriger Intensität 2–3 Minuten lang in langsamen, kreisenden Bewegungen über die Plaque geführt.
Ultraschallgestützte Fonophorese wird in der Regel in physiotherapeutischen Praxen angewendet, kann nach entsprechender Instruktion und mit einem therapeutischen Ultraschallgerät jedoch auch zu Hause durchgeführt werden. Wichtig ist: Die Evidenz für topische/kombinierte Methoden bei Peyronie ist begrenzt, daher sollte die Anwendung stets mit dem behandelnden Arzt abgestimmt und nur mit dem von ihm empfohlenen Präparat erfolgen.2
Ein geeignetes Gerät könnte das SonicRelief-Therapie-Ultraschallgerät sein.
Die Iontophorese verwendet einen schwachen, als sicher geltenden elektrischen Strom. Geladene (ionische) Wirkstoffe wandern im elektrischen Feld zwischen den Polen und können so ohne Nadelstich direkt in das zu behandelnde Gebiet transportiert werden. Iontophorese-Behandlungen werden in physiotherapeutischen Praxen angeboten, nach entsprechender Aufklärung sind sie aber auch zu Hause mit einem Iontophorese-Gerät durchführbar – ein mögliches Gerät wäre z. B. das Genesy SII.
Die Auswahl und Verordnung der zu verwendenden Mittel obliegt dem behandelnden Arzt; Iontophorese erfordert wasserlösliche Wirkstoffe (z. B. Verapamil, Lidocain, Dexamethason oder Kombinationen davon). Studien legen nahe, dass eine Verapamil-Behandlung früh begonnen werden sollte, wenn die Krümmung noch unter 30° liegt und die Plaque noch nicht verkalkt ist; Patienten, deren Plaque nach drei Monaten Verapamil-Behandlung nicht ansprach, wurden später häufiger operiert. Systematische Übersichten bewerten die Gesamteffekte der Iontophorese jedoch als uneinheitlich und begrenzt, weshalb die Entscheidung immer gemeinsam mit dem Arzt getroffen werden sollte.4
Die Softlaser-Therapie wird in einigen Fällen als ergänzende physiotherapeutische Heimtherapie eingesetzt. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass die wissenschaftliche Evidenz für Softlaser bei Peyronie begrenzt ist; daher sollte Softlaser nicht als primäre, alleinige Behandlung angesehen werden, sondern nur ergänzend und stets in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Bei Zustimmung des Arztes ist eine regelmäßige, ausdauernde Anwendung entscheidend.
Mehr Informationen zur Softlaser-Therapie und zu Geräten findest du in der Softlaser-Kategorie; ein mögliches Gerät ist das Personal Laser L400.
Eine Operation sollte erst nach mindestens drei Monaten stabilen Zustands in Erwägung gezogen werden. Dabei wird entweder die Plaque entfernt oder auf der gegenüberliegenden Seite das Bindegewebe verkürzt. Operative Eingriffe können Restbeschwerden hinterlassen (z. B. Inkontinenz, Erektionsstörungen) und sind daher meist die letzte Option, wenn nicht-chirurgische Maßnahmen keinen Erfolg zeigen.
Häufig gestellte Fragen
In einem kleinen Teil der Fälle kann sich der Prozess von selbst zurückbilden, häufiger bleibt er jedoch ohne Behandlung bestehen. Deshalb ist es ratsam, die Beschwerden frühzeitig abklären zu lassen – in einem frühen Stadium ist die Erkrankung besser beeinflussbar.
Systematische Übersichten zeigen, dass mechanische (Zug-/Vakuum-) Geräte unter den nicht-chirurgischen, häuslich anwendbaren Methoden die vielversprechendsten Ergebnisse hinsichtlich der Krümmung zeigten.2,3 Die Evidenz für Iontophorese und topische Methoden ist gemischt, die des Softlasers begrenzt. Beginne jegliche Heimtherapie nur in Absprache mit deinem behandelnden Arzt.
Nein. Ziel des Trainings ist die Umverteilung des Gewebes und die Unterstützung der Durchblutung, nicht das Aufrechterhalten der Erektion. Deshalb wird kein Kompressionsring verwendet. Für diesen Zweck wurde das Rehabi PVT entwickelt.
Bestimmte Methoden (Schwellkörper-Training, Ultraschall, Iontophorese) können nach entsprechender Aufklärung auch zu Hause durchgeführt werden – jedoch stets unter ärztlicher Anleitung und nur mit den vom Arzt empfohlenen Mitteln. Vor Beginn einer Behandlung solltest du immer die Meinung eines Urologen oder Andrologen einholen.
Zusammenfassung
Die Peyronie-Krankheit verursacht eine durch Plaque bedingte Krümmung des Penis, die mit Schmerzen und Erektionsstörungen einhergehen kann. Es gibt keine für alle Fälle sichere Behandlung, aber frühe Therapie bietet die besten Chancen. Unter den nicht-chirurgischen Optionen haben mechanische (Vakuum-/Zug-) Geräte die vielversprechendste Evidenz zur Verringerung der Krümmung; mehrere häusliche Verfahren (Ultraschall, Iontophorese) kommen ebenfalls in Frage, stets jedoch unter ärztlicher Anleitung und mit den vom Arzt empfohlenen Präparaten. Bei anhaltenden oder sich verschlechternden Beschwerden suche einen Urologen oder Andrologen auf.
Quellen
- European Association of Urology. EAU Guidelines on Sexual and Reproductive Health (Peyronie's Disease). uroweb.org
- Randhawa K, Shukla CJ. (2023). A systematic review of non-surgical management in Peyronie's disease. Int J Impot Res. PMC10499596
- Raheem AA, Garaffa G, Raheem TA, et al. (2010). The role of vacuum pump therapy to mechanically straighten the penis in Peyronie's disease. BJU Int. 106(8):1178–1180. PubMed: 20438558
- Di Stasi SM, Giannantoni A, Stephen RL, et al. (2004). A prospective, randomized study using transdermal electromotive administration of verapamil and dexamethasone for Peyronie's disease. J Urol. 171(4):1605–1608. J Urol / ScienceDirect