Die Peyronie-Krankheit greift die „Männlichkeit“ an
Die Peyronie-Krankheit ist eine Erkrankung des Penis. Harte Knoten bilden sich im Penis, die eine zunehmende Krümmung verursachen. In einigen Fällen ist dies schmerzhaft und in fortgeschrittenen Stadien kann es den Geschlechtsverkehr unmöglich machen. Trotzdem suchen nur wenige Betroffene wegen Schamgefühls einen Arzt auf. Wenn du solche Beschwerden bemerkst, wende dich an einen Arzt – ein Urologe oder Androloge ist der richtige Ansprechpartner. Je früher du mit der Behandlung beginnst, desto größer ist die Chance, das Fortschreiten zu stoppen oder die Beschwerden zu beseitigen. Lies die Details!
Was ist die Peyronie-Krankheit?
Eine Erektion des Penis entsteht dadurch, dass bei sexueller Reizung Blut in die längs verlaufenden schwammigen Schwellkörper (sogenannte Schwellkörper) strömt. Die Schwellkörper weiten sich, der Druck steigt und der Penis wird immer fester. Die Peyronie-Krankheit ist ein Knoten in der bindegewebigen Schicht, die die Schwellkörper umhüllt. Die Zahl der elastischen Fasern nimmt ab, während Fibrin und Kollagen zunehmen und sich zwischen ihnen Kalk ablagert. Dadurch wird der Knoten knorpel-/knochenhart – man bezeichnet ihn als „Plaque“.

Die Krümmung ist hauptsächlich im erigierten Zustand sichtbar (in schweren Fällen auch im Ruhezustand), weil die Plaque nicht zulässt, dass die Hülle der Schwellkörper die Größenveränderung bei der Erektion mitmacht. Auf der Plaque-Seite dehnt sich das Gewebe daher nicht aus, seine Form verzieht sich und es kommt zur Krümmung. Das kann Schmerzen, Erektionsstörungen und sogar Impotenz verursachen.
Mit zunehmender Krümmung verschlechtert sich das Problem:
- Bei einer Krümmung zwischen 5–20° ist Geschlechtsverkehr meist noch möglich,
- bei 20–45° ist er bereits erschwert,
- bei über 45° ist er meist unmöglich.

Die Entstehungsursache der Peyronie-Krankheit ist bisher nicht genau geklärt. Für die Bildung der Penis-Plaque ist der Stoff Fibrin verantwortlich. Dieses Protein spielt eine wichtige Rolle für den Erhalt gesunder Zustände (unter anderem bei der Blutgerinnung und bei der Narbenbildung). Zu viel Fibrin kann zur Bildung von Blutgerinnseln führen und Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenembolie verursachen.
Bei Peyronie führt eine mikroskopische Verletzung am Penis (oder aus sonstigen Gründen) dazu, dass Fibrin aus dem Blutkreislauf in den Penis gelangt und sich dort ablagert. Das bildet die Grundlage für die Plaque-Bildung.
Zur Entstehung der Peyronie-Krankheit tragen außerdem bei:
- Diabetes und Rauchen, die den Fibrinspiegel erhöhen,
- chronische Prostatitis,
- chronische Veränderungen der Drüsen rund um die Harnröhre,
- stark erhöhte sexuelle Aktivität.
Wann solltest du zum Arzt gehen?
ALLGEMEIN GILT: je früher die Behandlung beginnt, desto größer sind die Erfolgschancen. Wenn du die Behandlung über Monate hinauszögerst, könntest du die Zeit verpassen, in der der Prozess noch umkehrbar ist.
In einigen Fällen (leider seltener) verschwindet das Problem von selbst. Häufiger ist jedoch, dass man ohne Behandlung nicht davon frei wird.
Wenn sich die Form deines Penis in letzter Zeit verändert hat, er sich gebogen hat oder du einen Knoten ertastest, suche baldmöglichst eine urologische oder andrologische (Männerarzt-)Praxis auf. In einem frühen Stadium kann Peyronie mit bestimmten Medikamenten behandelt werden; je länger du wartest, desto geringer werden die Chancen auf eine geeignete Behandlung.
Wie kann man die Peyronie-Krankheit behandeln?
Die Behandlung der Peyronie (PD) ist für Ärzte ein therapeutisches Dilemma, und es gibt keinen „Goldstandard“, also derzeit keine Behandlung, die sichere Erfolge garantiert.
Einige Behandlungen können nur in der Arztpraxis durchgeführt werden, aber es gibt auch Verfahren für zu Hause, die du unter Anleitung deines Arztes anwenden kannst.
Medikamente
Bei oral eingenommenen Medikamenten zielt die Behandlung darauf ab, die Größe der Plaque, die Schmerzen des Penis und die Krümmung zu verringern. Ein großer Nachteil von oral eingenommenen Präparaten ist, dass ein erheblicher Teil im Verdauungssystem abgebaut wird und nur ein sehr kleiner Teil dorthin gelangt, wo er gebraucht wird: in den Penis.
Injektion in die Läsion (Intraläsionale Injektion)
Das Medikament wird um die Plaque herum injiziert. Ja, die Nadel wird direkt in den Penis gestochen… Das darf selbstverständlich nur unter größter Sterilität und von einem fachkundigen Arzt durchgeführt werden, aber es ist trotzdem keine angenehme Methode.
Schwellkörper-Training
Bei dieser Behandlung geht es nicht um sexuelle Lustgewinnung, sondern um Rehabilitation. Das körperliche „Training“ der den Penis flexibel machenden Schwellkörper lässt sich sehr effektiv mit einer vakuumbasierten Penis-Pumpe durchführen.
Das Vakuum in der auf den Penis aufgesetzten Röhre erzeugt innerhalb von 60–90 Sekunden eine Erektion, die 2–3 Minuten lang aufrechterhalten werden muss. Nach Ablassen des Vakuums verschwindet die Erektion. Dann muss die Übung 4–5 Mal hintereinander täglich wiederholt werden.
Dies verbessert effektiv die arterielle Durchblutung des Penis und des umliegenden Gewebes und fördert damit die Selbstheilungsprozesse des Körpers. Nach Meinung einiger Experten werden auch Makrophagen (bestimmte weiße Blutkörperchen) aktiviert und beginnen, überschüssige fibrinöse Substanz abzubauen, wodurch die Plaque sich auflockern kann.
Hier findest du Vakuum-Penis-Pumpen. Am besten geeignet ist dafür das Rehabi PVT, ein speziell für Trainingszwecke entwickeltes medizinisches Gerät. Auch andere Geräte aus dieser Produktgruppe können verwendet werden, wenngleich die hauptsächliche Zielsetzung von Erektionshilfen oft eher die Behandlung erektiler Dysfunktion ist.
Ultraschallbehandlung
Hier wird eine Wirkung des Ultraschalls, die sogenannte „Phonophorese“, genutzt. Ultraschall wird angewendet, damit die Vibrationen den Wirkstoff durch die Haut in die Schwellkörper "einpressen".
Das Medikament in Form einer Creme oder eines Gels wird auf die Haut über der Plaque aufgetragen, dann wird mit niedriger Intensität 2–3 Minuten lang und in langsamen kreisenden Bewegungen der Ultraschallkopf über der Plaque geführt.
Die ultraschallgestützte Phonophorese wird in der Regel in physiotherapeutischen Praxen durchgeführt, kann aber – nach Erlernen der einfachen Behandlungstechnik und mit entsprechender Aufklärung – auch zuhause mit einem therapeutischen Ultraschall-Gerät sicher angewendet werden.
Ein geeignetes Gerät ist das M-Sonic 950, das du hier erwerben kannst.
Iontophorese
Diese Methode verwendet einen schwachen und ungefährlichen elektrischen Strom.
Geladene (ionische) Wirkstoffe wandern unter Einwirkung eines elektrischen Feldes zwischen den beiden Polen des Stromkreises. Ein großer Vorteil ist, dass der Wirkstoff direkt und in hoher Dosis dorthin gelangt, wo er gebraucht wird – direkt in die Plaque. Und das ganz ohne Nadelstich. Iontophorese-Behandlungen erhältst du ebenfalls in physiotherapeutischen Praxen, sie können aber – nach entsprechender Aufklärung – auch zuhause mit einem Iontophorese-Gerät durchgeführt werden. Zum Beispiel könnte das Genesy SII geeignet sein, das du hier erwerben kannst.
Die Auswahl und Verordnung der für die Iontophorese zu verwendenden Mittel obliegt dem behandelnden Arzt. Für die Iontophorese werden wasserlösliche Wirkstoffe benötigt, wie z. B. Injektionslösungen. Häufig eingesetzte Substanzen sind Verapamil, Lidocain und Dexamethason oder deren "Cocktail".
Studien zufolge sollte eine Verapamil-Behandlung im frühen Stadium begonnen werden, wenn die Krümmung noch unter 30° liegt und die Plaque noch nicht zu verkalken begonnen hat. Patienten, deren Plaque nach drei Monaten Verapamil-Behandlung nicht angesprochen hat, wurden später häufiger operiert.
Softlaser
Die Softlaser-Behandlung reduziert die Plaque-Größe effektiv. Dafür ist eine Behandlung von mindestens 3 Monaten mit täglicher Anwendung (also Ausdauer) erforderlich. Wichtig ist zu wissen, dass die Behandlung danach nicht vollständig abgesetzt werden sollte, sie kann jedoch auf 2–3 Mal pro Woche reduziert werden.
Eine Studie zeigte, dass nach einer erfolgreichen 3-monatigen Therapie bei vollständigem Absetzen die günstige Wirkung nach etwa 9 Monaten verlorengeht. Daher ist eine dauerhafte, regelmäßige Behandlung wichtig.
Ebenso wurde festgestellt, dass die Gabe von Verapamil-Injektionen in den Penis gefolgt von einer andauernden Softlaser-Kombination stärkere Effekte zeigte als Softlaser allein.
Der Softlaser ist eine sichere Behandlungsmethode, die bei langfristiger Anwendung helfen kann.
Für die Behandlung der Plaque kann das Personal Laser L400 Softlaser-Gerät geeignet sein; empfohlen werden 5–8 Joule (20 Sekunden/Punkt). Das Personal Laser L400 findest du hier im Webshop.
Chirurgischer Eingriff
Eine Operation sollte nur nach mindestens 3 Monaten stabilen Zustandes in Erwägung gezogen werden. Dabei wird entweder die Plaque entfernt oder auf der gegenüberliegenden Seite das Bindegewebe verkürzt. Teilweise bleiben Restbeschwerden zurück, z. B. Inkontinenz oder Impotenz… Eine Operation solltest du nur im äußersten Fall in Betracht ziehen…
Ich habe bereits erwähnt, dass du bei den ersten Anzeichen sofort einen Facharzt aufsuchen solltest, denn im frühen Stadium kann die Peyronie-Krankheit behandelbar sein! Wenn Iontophorese oder Ultraschall empfohlen werden, kannst du diese in der Physiotherapie durchführen lassen oder, wenn dir die fehlende Intimität peinlich ist, ein Ultraschall- und/oder Iontophorese-Gerät für zuhause anschaffen und dich sicher selbst behandeln. Verwende für die Behandlung nur solche Mittel, die dein Arzt empfohlen hat!