Sehnenscheidenentzündung
Fensterputzen, dauerndes Tippen am Handy, langes Arbeiten am Computer, Bodenschrubben. Gemein ist ihnen, dass durch jede dieser Tätigkeiten eine schmerzhafte Erkrankung entstehen kann: die Sehnenscheidenentzündung.
Ein Teil der Muskeln setzt sich in Sehnen fort, die den Muskel an der Knochenoberfläche verankern. Sie überbrücken Gelenke und spielen so eine wichtige Rolle bei der Bewegung. Die Sehnen verlaufen in tunnelartigen Hüllen, den Sehnenscheiden, die durch den in ihnen befindlichen Schleim das Gleiten der Sehnen erleichtern und reibungsfrei machen.
Bei der Sehnenscheidenentzündung entzünden sich diese „Hüllen“ aus verschiedenen Gründen, meist durch körperliche Überlastung. Die Folge ist bewegungsabhängiger Schmerz.
Arten der Sehnenscheidenentzündung
Die Sehnenscheidenentzündung kann fibrinös oder eitrig sein.
- Die fibrinöse Sehnenscheidenentzündung betrifft typischerweise Menschen, die einseitige Tätigkeiten ausüben (Schreibkräfte, Kassierer, Pianisten usw.); lange und monotone Bewegungen lösen sie aus, wodurch die Sehnenscheide entzündet und geschwollen ist und sich die Zusammensetzung der gleitfördernden Substanz verändert. Dieses Problem tritt am häufigsten an den Strecksehnen der Finger (rückseitig der Hand) auf; charakteristisch ist, dass bei Bewegungen der Finger starke Schmerzen auftreten, die Hand unbeholfen wird, der betroffene Bereich druckempfindlich, warm und geschwollen ist. Beim Bewegen der Finger ist über der Sehnenscheide ein knackendes Reiben spürbar.
- Die eitrige Sehnenscheidenentzündung entsteht infolge einer Infektion, zum Beispiel durch Splitter, Dorn oder Nadelstich. Die Symptome treten dann schnell auf, mit starken spontanen Schmerzen und Druckempfindlichkeit, und die Schwellung kann auf benachbarte Finger und den Handrücken übergreifen; zudem kann die eitrige Sehnenscheidenentzündung von hohem Fieber und Schüttelfrost begleitet sein. Es ist wichtig, sie von der fibrinösen Entzündung zu unterscheiden, denn bei eitriger Entzündung sind vollständige Heilung und Erhalt der Fingerfunktion nur bei rechtzeitig eingeleiteter ärztlicher Behandlung gewährleistet!
Behandlungsmöglichkeiten der Sehnenscheidenentzündung
Bei Verdacht auf Sehnenscheidenentzündung solltest du deinen Arzt aufsuchen. Liegt keine eitrige Entzündung vor, kannst du zuhause behandeln.
Für die häusliche Behandlung der Sehnenscheidenentzündung stehen mehrere Methoden zur Verfügung.
- Bring dein Handgelenk zur Ruhe, schone und kühle es (z.B. mit dem Thermedic-Handgelenkgerät).
- Lokale Anwendung von entzündungshemmenden Cremes
- Obwohl entzündungshemmende Medikamente auch oral eingenommen werden können, ist mit nur geringer Wirkung zu rechnen, da nach Passage von Magen, Verdauungsorganen und Leber nur ein Bruchteil des Wirkstoffs tatsächlich die Sehnenscheide erreicht, wo er wirken müsste. In hoher Dosierung ist außerdem mit unangenehmen Nebenwirkungen zu rechnen.
- Physiotherapeutische Geräte zur Behandlung der Symptome:
- TENS- und Mikrostrom-Nervenstimulation können schmerzende Entzündungen medikamenten- und nebenwirkungsfrei lindern.
- Die hochfrequente Puls-Magnetfeldtherapie unterstützt die Behandlung von Veränderungen im Weichgewebe (Muskel, Gelenk, Sehne, Bänder). Die Magnetfeldtherapie ist Teil der medizinischen Physiotherapie und fördert die Heilung bei Erkrankungen des Bewegungsapparats.
- Die Ultraschalltherapie: Durch mechanische Schwingungen, die vom Gewebe aufgenommen werden, wird die Durchblutung im behandelten Bereich beschleunigt, was den Heilungsprozess anregt. Nach 10–15 Behandlungen sollte eine mehrmonatige Pause eingelegt werden.
- Die Softlaserbehandlung reduziert schnell den Schmerz, mindert die Entzündung und beschleunigt den Heilungsprozess.