TENS-Gerät: Welches von den vielen?
TENS bedeutet die Reizung von Nerven über die Haut. Die Nervenbahnen, die Schmerzreize zum Gehirn weiterleiten, können durch elektrische Impulse über die Haut gereizt werden, und durch die Stimulation ermüden die Nervenfasern nach einiger Zeit, die Weiterleitung des Schmerzsignals bricht ab – so wird Schmerzfreiheit erreicht.
Heutzutage bekommst du TENS-Geräte fast überall, sogar im Supermarkt. Nur weil etwas TENS genannt wird, heißt das jedoch noch lange nicht, dass es für dein Problem geeignet ist! Zwischen den einzelnen Geräten kann es erhebliche Unterschiede in der Wirksamkeit geben. Du kannst nicht erwarten, mit einem Gerät für ein paar Euro die von Arthrose oder Rheuma verursachten Schmerzen dauerhaft zu beseitigen. Ich erkläre dir, worin sich die Geräte unterscheiden und worauf du beim Kauf achten solltest.
Mehr zum TENS-Verfahren selbst liest du in meinem Artikel: TENS-Behandlung – Schmerzlinderung ohne Medikamente
Worin unterscheiden sich TENS-Geräte?
- Qualität
- Anzahl der Behandlungs-Kanäle
- Arten der TENS-Programme
- Impulsqualität
- weitere Programme (EMS-Muskelstimulation, Iontophorese, Mikrostrom, etc.)
- zusätzliche Leistungen, z. B. Wireless, spezielle Zubehörteile
Gerätequalität und ihre Bedeutung
Wenn du nach dem Begriff „TENS-Gerät" suchst, zeigt die Ergebnisliste meist die billigsten Geräte. Im Moment kostet das billigste als TENS bezeichnete Ding 2690 Forint. Man sieht dem Teil an, dass es minderwertig ist, aber viele glauben, sie erhalten für 2000 Forint ein Gerät, das ihre Beschwerden wirklich beseitigt. Mit den Worten von Hofi: „Wie alt bist du, mein Kind? 40. Und du glaubst noch an Märchen?”
Die fernöstlichen Hersteller produzieren solche Billigteile millionenfach (entschuldige den Ausdruck, aber es gibt kein passenderes). Ich zeige dir, was sie verursachen können.
Produktempfehlung: Unsere Auswahl an TENS-Geräten
TENS-Gerät | Schmerzlinderndes Gerät, medikamenten- und nebenwirkungsfrei
Das TENS-Gerät ist ein Mittel zur medikamenten- und nebenwirkungsfreien Schmerzlinderung. Vor allem wirksam zur Reduktion von Gelenk- und Muskelschmerzen.
Das TENS-Gerät bietet eine medikamenten- und nebenwirkungsfreie Schmerzlinderung. Schmerzen, die durch Erkrankungen des Bewegungsapparates verursacht werden, können damit reduziert werden. Es gibt einfache Geräte, die nur TENS-Programme anbieten, während leistungsfähigere Geräte die TENS-Programme nur als eine von mehreren Behandlungsoptionen enthalten.
Ich habe ein TENS-Gerät – welches Programm soll ich verwenden?
Ein TENS-Gerät enthält in der Regel mehrere Programme. In den einzelnen Programmen unterscheiden sich die Impuls-Einstellungen, daher wirken sie unterschiedlich. Es ist wichtig zu wissen, welches Programm wann sinnvoll ist.
Konventionelles (hochfrequentes) TENS-Programm
Verhindert die Weiterleitung des Schmerzsignals zum Gehirn.
Die Wirkung setzt schnell ein, hält aber nur 30–120 Minuten an.
Nach 3–4 Behandlungen lässt die Wirkung nach oder verschwindet, weil das Gehirn sich daran gewöhnt. Nach 1–2 Wochen Pause ist es für einige Anwendungen wieder wirksam.
Endorphin (niedrigfrequentes) TENS-Programm
Regt die Produktion körpereigener Schmerzhemmer (Endorphine) an.
Die Wirkung setzt langsamer ein, kann aber 2–8 Stunden andauern.
Nach einigen Behandlungen lässt die Wirkung nach oder verschwindet, weil das Gehirn sich daran gewöhnt. Nach 1–2 Wochen Pause ist es für einige Anwendungen wieder wirksam.
Burst (oder pulsierendes Frequenz-) TENS-Programm
Das Programm gibt für einige Sekunden hohe Frequenzimpulse ab und wechselt dann wieder in den niedrigen Bereich, wiederholt sich.
Es vereint somit die Vorteile der konventionellen und der Endorphin-Programme.
Ursprünglich wurde es zur Vermeidung von Gewöhnung entwickelt, aber auch hier nimmt die Wirkung nach 1–2 Wochen ab. Nach einer kurzen Behandlungspause ist es wieder wirksam.
Moduliertes (kontinuierlich variierendes Impuls-) TENS-Programm
Das Programm variiert kontinuierlich die Impulsfrequenz, -dauer und -intensität, so dass keine oder nur minimale Gewöhnung auftritt.
Es vereint die Vorteile des konventionellen und des Endorphin-Programms.
Die schmerzlindernde Behandlung kannst du an fast jeder Körperstelle einsetzen (Ausnahme: Schädel, quer über dem Herzen, über der Schilddrüse und über den Halsarterien).
Lege einfach die Elektroden um die schmerzhafte Stelle, wähle eines der oben genannten Programme und genieße die Wirkung. Probiere alle aus und beobachte, welches für dich am effektivsten ist.
In den ersten Tagen hat die TENS-Behandlung meine Schmerzen reduziert, doch dann ließ die Wirkung nach — was ist passiert?
Das ist ein häufiges Phänomen! Viele enttäuschte TENS-Besitzer haben mich danach gefragt. Ich muss jedoch klarstellen, dass der Fehler nicht in der TENS-Methode liegt, sondern in der Gewöhnung.
Die billigen TENS-Geräte für ein paar Euro bieten ausschließlich Programme mit konstanter Frequenz (konventionelles und Endorphin-TENS). Diese regelmäßig wiederkehrenden Impulse erkennt unser Gehirn und gewöhnt sich nach einigen Tagen daran.
Die hervorragende Wirkung der ersten Behandlungen nimmt nach einigen Tagen ab und verschwindet dann. Das führt dazu, dass Käufer billiger Geräte das Gerät nach einiger Zeit als wirkungslos empfinden.
Wenn du in der Beschreibung deines Geräts den Begriff „moduliertes TENS" nicht findest, kannst du vom Gerät nur eine wenige Tage anhaltende schmerzlindernde Wirkung erwarten. Wundere dich nicht, wenn es am 3.–4. Tag an Wirksamkeit verliert. Der Wirkverlust ist nicht für immer. Nach 1–2 Wochen ist es wieder für einige Behandlungen wirksam. Solche Geräte solltest du bei einem verspannten Nacken, Zahnschmerzen, Verstauchungen, Prellungen, Blutergüssen usw. einsetzen. Bei diesen Beschwerden verschwindet der anfänglich starke Schmerz oft in 2–3 Tagen, und das Gerät ist so lange wirksam.
Moderne TENS-Geräte bieten zur Vermeidung von Gewöhnung ein MODULIERTES TENS-Programm an. „Modulation" bedeutet, dass das Gerät die Impulsparameter (Frequenz, Impulsdauer, Amplitude) kontinuierlich verändert, sodass das Gehirn sie nicht ausfiltern kann und keine Gewöhnung entsteht. Deshalb verlieren modulierte TENS-Programme ihre Wirksamkeit nicht. Sie sind hervorragend geeignet bei Schmerzen, die schon lange bestehen und eine dauerhafte Behandlung erfordern.
Wenn dein Gerät also ein moduliertes TENS-Programm bietet, besitzt du ein modernes und vielseitiges Gerät. Du kannst es bei allen Schmerzen einsetzen, einschließlich chronischer Schmerzen (z. B. Arthrose, Arthritis, Rheuma), und du kannst dabei eine anhaltende Wirkung erwarten.
Präzisere Impulse verringern die Behandlungsunannehmlichkeiten
Das „Herz" der TENS- und aller anderen Elektrotherapie-Behandlungen ist der gleichmäßige Impuls. Dieser Impulsgenerator erzeugt ihn. Zahlreiche medizinische Studien belegen, dass eines der wichtigsten Elemente einer wirksamen TENS-Behandlung ein möglichst perfekter Rechteckimpuls ist. Die von Billiggeräten abgegebene Impulsform nähert sich der Rechteckwelle nicht einmal an (siehe das Impuls-Beispiel auf der rechten Seite).

Je unvollkommener die Wellenform ist, desto schmerzhafter ist die Stimulation. Billiggeräte stechen, brennen oder verursachen Nesselausschlag. Der Stich ist so stark, dass du die Intensität nicht auf ein wirksames Behandlungsniveau erhöhen kannst. Das heißt: Die Behandlung mit dem Billiggerät ist brennend, schmerzhaft, aber wirkungslos oder nur gering wirksam (viel Lärm um nichts), und sie kann, wie oben erwähnt, Hautschädigungen verursachen.
Bei hochwertigen Geräten ist der Impulsgenerator viel präziser, sodass die Behandlungen schmerzfrei sind und auch empfindliche Haut vollkommen ohne Unannehmlichkeiten behandelt werden kann.
Multifunktionalität: EMS-Muskelstimulation, Iontophorese, Mikrostrom
Es gibt heute nur noch wenige Geräte, die wirklich nur TENS-Programme anbieten.
Die meisten als „TENS" bezeichneten Geräte sind in Wirklichkeit Mehrzweck- (multifunktionale) Geräte. Das heißt: Zusätzlich zur Schmerzlinderung bieten sie auch andere elektrotherapeutische Behandlungen an.
Dies kann Muskelstimulation (EMS), die Denerviert-Behandlung, Iontophorese, Mikrostrombehandlung, Interferenz, Kotz- oder andere Ströme sein.
Auch wenn all dies Elektrotherapie ist, so sind die Methoden doch unterschiedlich und für verschiedene Zwecke geeignet. Es ist wie mit Löffel, Gabel und Messer: Sie sind alle Besteck, haben aber unterschiedliche Funktionen und Vorteile.
Und das ist noch nicht alles: Leistungsfähigere Geräte bieten nicht nur Heilprogramme, sondern auch kosmetische Anwendungen wie Hautstraffung, Cellulite-Behandlung und Körperformung.
Überlege dir beim Kauf eines Geräts gut, wofür du es brauchst.
