TENS‑Behandlung – Schmerzlinderung ohne Medikamente
Bei Schmerzen greifen die meisten sofort zu Tabletten, also zu einem Schmerzmittel. Wenn nur 1–2 Pillen nötig sind, ist das kein Problem. Wer jedoch dauerhaft Medikamente einnehmen muss, muss mit dem Auftreten von Nebenwirkungen rechnen. Natürlich weiß ich, dass die meisten sich nicht mit dem Morgen beschäftigen… Hauptsache, es tut jetzt nicht weh. Dabei gibt es eine Alternative: Die TENS‑Behandlung ist eine wirksame und zudem nebenwirkungsfreie Methode zur Schmerzlinderung!
Stechen in der Schulter, Rückenschmerzen? Hört das Handgelenks‑ oder Knieschmerzen nicht auf?
Die meisten Ärztinnen und Ärzte empfehlen für solche Probleme meist dasselbe: „Nehmen Sie ein Schmerzmittel!“. Auch in Werbungen und Patienteninfos wird diese Botschaft häufig vermittelt. Du solltest jedoch wissen, dass Tabletten nicht nur die Schmerzen beeinflussen, sondern auf den ganzen Körper wirken! Eine andauernde Einnahme kann zu unerwünschten Folgen führen. Schmerzmittel verursachen nach einer Weile bei fast allen Nebenwirkungen – Magen‑Darm‑Beschwerden, vermehrte Magensäure, Magengeschwür, in schweren Fällen Magenblutungen oder Beeinträchtigung der weißen Blutkörperchen und damit geschwächte Abwehrmechanismen.
Daten zeigen, dass die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln das Risiko für Herztod und Schlaganfall (Stroke) vervierfachen kann.
Wenn dich chronische Schmerzen quälen, ist es in deinem Interesse, eine Lösung zu finden, die deinen Bedarf an Medikamenten reduziert und gleichzeitig eine effektive Schmerzlinderung bietet. Die TENS‑Behandlung ist genau so ein Verfahren und nachweislich nebenwirkungsfrei.
TENS‑Behandlung und Schmerzlinderung – wogegen ist sie wirksam?
Vor allem bei folgenden Beschwerden anwenden
- Schmerzen durch akute Muskel‑ und Gelenkverletzungen
- Muskelzerrung,
- Muskelkater, Myalgie,
- Prellung,
- Verstauchung,
- Gelenksentzündung,
- Gelenkeinblutung,
- Sehnenscheidenentzündung,
- Periarthritis,
- Hexenschuss (Lumbago)
- Ischias,
- Neuralgien: Ischias, Brachialgie, Interkostalneuralgie, Trigeminus‑Neuralgie, postherpetische Neuralgie (Schmerzen nach Gürtelrose), Narbenschmerz,
- Schmerzen durch Phantomschmerz usw.
- Schmerzen durch chronische (seit Wochen/Monaten bestehende) Muskel‑ und Gelenkerkrankungen
- Bandscheibenvorfall,
- Tonus‑ bzw. Sehnen‑Muskelversteifung (Kontraktur),
- Arthritis,
- Arthrose,
- Rheuma,
- Ellenbogenreizungen (Tennis‑ und Golferellenbogen),
- Nacken‑, Lenden‑ und Brustbereich,
- Handgelenk‑, Ellbogen‑, Handgelenks‑Probleme
- Hüft‑, Knie‑, Sprunggelenk‑ und Fußgelenksschmerzen usw.
- Weitere Schmerzen
- Bei Kopfschmerzen und Migräne ist das "gewöhnliche" TENS nicht anwendbar. Für diese Indikation gibt es spezielle Elektrotherapie‑Geräte (z. B. Cefaly).
- Myalgie,
- Postoperative Schmerzen,
- Gynäkologisch bedingte und Menstruationsschmerzen,
- Bei Tumorschmerzen als Ergänzung zur medikamentösen Therapie. Obwohl TENS die tumorbasierten Schmerzen meist nicht vollständig beseitigt, kann der Bedarf an Schmerzmitteln verringert werden.
Die kleinen, leichten TENS‑Geräte kannst du jederzeit zuhause verwenden. Genau dann, wenn du es für richtig hältst, so oft wie nötig.
Produktempfehlung: TENS‑Geräte
In unserem Onlineshop finden Sie eine breite Auswahl an elektrotherapeutischen Geräten, die auch TENS‑Programme bieten und somit zur medikamentenfreien und nebenwirkungsarmen Linderung von muskuloskelettalen Schmerzen eingesetzt werden können.
Was ist TENS und wie funktioniert die TENS‑Behandlung?
TENS ist ein Akronym für das englische ‚Transcutaneous Electric Nerve Stimulation‘ (auf Deutsch: „transkutane elektrische Nervenstimulation“).
TENS ist eine Form der Elektrotherapie, bei der das betroffene Schmerzgebiet mit einer Reihe schwacher elektrischer Impulse behandelt wird. Die Impulse treffen auf die Nervenendigungen in der Haut und bewirken:
- die Unterbrechung der Weiterleitung von Schmerzsignalen zum Gehirn,
- eine erhöhte Produktion von Endorphinen (körpereigene Schmerzmittel),
- und damit eine Verringerung oder das Verschwinden des Schmerzempfindens.
In vielen Fällen reicht die TENS‑Behandlung allein aus, um Schmerzfreiheit zu erreichen. In Kombination mit medikamentöser Schmerztherapie addieren sich die Effekte, sodass weniger Medikamente benötigt werden. Das ist besonders wichtig bei chronischen Erkrankungen, die langfristig und in hoher Dosis behandelt werden müssen. Es ist nicht egal, wie viele chemische Substanzen du deinem Körper langfristig zuführst.
Eine kurzzeitige TENS‑Behandlung von 20–30 Minuten kann dich stundenlang von unangenehmen Schmerzen befreien. Der größte Vorteil der Behandlung ist die medikamentenfreie und nebenwirkungsarme Schmerzlinderung.
Wichtige Hinweise vor einer TENS‑Behandlung
- Bei akut aufgetretenen, neuen Schmerzen behandle nie zuerst mit einem TENS‑Gerät, sondern suche ärztlichen Rat, damit die Ursache geklärt wird.
- Allgemein gilt: Behandle nur Schmerzen, deren Ursache du kennst.
- Wenn ein Arzt Schmerzmittel empfohlen hat, kannst du statt des Medikaments auch eine TENS‑Behandlung wählen.
- Nur geistig urteilsfähige Patientinnen und Patienten sollten ein TENS‑Gerät selbstständig benutzen.
- Bei vorhandenem Schrittmacher ist TENS in der Regel nicht empfohlen. Es ist nicht ausgeschlossen, erfordert aber eine gründliche individuelle Abwägung. Offensichtlich darfst du das Gerät in der Nähe des Schrittmachers – also am Brustkorb, Rücken, an Schultern oder Hals – nicht anwenden; eine Anwendung an Bein, Hüfte oder Handgelenk kann eventuell in Erwägung gezogen werden.
- Während der Schwangerschaft ist das Anbringen von Elektroden am Rumpf, Bauch oder Becken kontraindiziert. Eine kürzlich erschienene Studie besagt, dass TENS in der Schwangerschaft nicht ideal (nicht erste Wahl) ist, jedoch unter entsprechender Vorsicht anwendbar sein kann.
- Die TENS‑Schmerzlinderung während der Arbeit (z. B. im Bürostuhl) ist sicher und wirksam. Beim Autofahren, Bedienen von schweren Maschinen oder Arbeiten in großer Höhe darfst du es jedoch niemals nutzen!
- Wenn du gegen Elektroden‑Gele oder Klebstoff allergisch bist, verwende keine selbstklebenden Elektroden. Nutze stattdessen Gummi‑ bzw. Silikon‑Elektroden.
- Klebe Elektroden nicht auf Hautpartien mit Hautveränderungen (z. B. entzündeter Haut, Erysipel‑Bereiche, Ekzeme).
- Auf der vorderen Halsseite oder über der Carotis (Halsarterie) darf nicht behandelt werden.
- Elektroden dürfen niemals auf die Augen gesetzt werden.
- Bei Epilepsie wird in der Regel keine Stimulation angewandt – konsultiere deinen behandelnden Arzt.
TENS‑Behandlungsstellen
Das TENS‑Gerät ist nahezu überall am Körper einfach einsetzbar!
Das Wichtigste zur Platzierung der Elektroden ist: Die Elektroden werden je nach Schmerzgebiet angebracht. Du solltest das schmerzhafte Areal „umzingeln“, das heißt: die Elektrode nicht direkt auf die schmerzende Stelle kleben!
Das bedeutet, dass die Platzierung immer an deine Beschwerden angepasst sein muss. Die Abbildungen in der Bedienungsanleitung dienen nur als Orientierung.
Elektroden werden immer paarweise verwendet. Eine einzelne Elektrode reicht nicht! Die beiden Elektroden eines Paares müssen mit den beiden Enden desselben Kabels verbunden sein. Zwischen ihnen „wandern“ später die schmerzlindernden Impulse.
Die Elektroden dürfen niemals miteinander in Kontakt kommen; halte stets einen Abstand von mindestens 2–3 cm. Je weiter die Paarelektroden auseinanderstehen, desto höher muss die Stromstärke sein; bei Abständen über ca. 20 cm nimmt die Wirksamkeit ab.
Die Hersteller liefern meist einige Plazierungs‑Abbildungen mit, aber wenn du meinen Vorschlägen folgst, kannst du überall am Körper behandeln – auch an Stellen, für die du keine spezifische Abbildung findest.
Wenn du es ganz genau machen willst: Platziere die positive Elektrode weiter vom Rumpf entfernt und die negative näher. Z. B. beim Handgelenk: die positive Elektrode distal in die Handfläche, die negative proximal über dem Handgelenk. Manche Ärzte messen dem etwas Bedeutung bei, andere sagen, die Polarität sei bei TENS nicht wesentlich.
In diesem Video zeige ich, wo die Elektroden aufgeklebt werden.
TENS‑Modi
Sobald die Elektroden an ihrem Platz und das Kabel angeschlossen sind, schalte dein Gerät ein und wähle das Behandlungsprogramm.
Eine Geräte‑Variante zeigt nur Programmnumer an, und du musst im Handbuch nachsehen, welche Zahl für welches Programm steht. Z. B. steht im Handbuch, dass das konventionelle TENS Programm die Nummer „3“ hat. Dann wähle auf dem Gerät Programm 3 und starte mit Start oder OK.
Die andere Gerätetypen haben ein Menü, in dem du aus einer Programmliste das passende auswählst.
TENS‑Programme unterscheiden sich in den Einstellungen der elektrischen Impulse und wirken daher unterschiedlich. Es ist wichtig, die Programme situationsgerecht zu wählen.
Konventionelles (hochfrequentes) TENS‑Programm
Es blockiert die Weiterleitung von Schmerzsignalen zum Gehirn. Die Wirkung setzt schnell ein, hält aber meist nur 30–120 Minuten. Nach 3–4 Behandlungen lässt die Wirkung oft nach oder verschwindet, weil das Gehirn sich daran gewöhnt. Nach einer Pause von 1–2 Wochen ist das Programm wieder für einige Anwendungen wirksam.
Endorphin (niederfrequentes) TENS‑Programm
Es regt die Produktion körpereigener Schmerzmittel (Endorphine) an. Die Wirkung setzt langsamer ein, kann aber 2–8 Stunden anhalten. Nach einigen Anwendungen lässt die Wirkung nach oder verschwindet durch Gewöhnung; eine Pause von 1–2 Wochen macht es wieder für einige Behandlungen wirksam.
Burst (oder pulsiertes) TENS‑Programm
Das Programm gibt für wenige Sekunden hohe Frequenzimpulse ab und wechselt dann wieder in einen niedrigen Bereich, wiederholt sich. Daher vereint es die Vorteile des konventionellen und des Endorphin‑Programms. Ursprünglich wurde es zur Vermeidung von Gewöhnung entwickelt, aber auch hier kann nach 1–2 Wochen eine Wirkungsminderung auftreten. Nach einer kurzen Pause ist es wieder wirksam.
Moduliertes (kontinuierlich wechselndes Impuls‑Profil) TENS‑Programm
Das Programm variiert kontinuierlich Frequenz, Impulsdauer und Intensität, sodass wenig bis keine Gewöhnung entsteht. Es vereint die Vorteile von Konventionell und Endorphin. Die Schmerzlinderung lässt sich nahezu überall am Körper einsetzen (Ausnahme: Gehirnschädel, quer über dem Herzen, über Schilddrüse, über Halsarterien). Lege die Elektroden einfach um den Schmerz, wähle eines der genannten Programme und genieße die Wirkung. Probiere alle aus und beobachte, welches für dich am besten funktioniert.
Anwendung des TENS‑Geräts
Nachdem du die TENS‑Pads angebracht und ein Programm gewählt hast, bleibt eine Aufgabe: Stelle die Stromintensität (also die Stärke der Behandlung) ein.
Da die Nervenendigungen in der Haut unterschiedlich empfindlich sind, muss jede Person ihre passende Intensität selbst finden. Zu niedrige Intensität (du spürst nichts) ist wirkungslos, zu hoch eingestellte Intensität kann schmerzhaft sein. Die goldene Mitte ist optimal. Du solltest die „Ameisenlaufen‑ähnlichen“ Impulse deutlich spüren, ohne dass sie Schmerzen verursachen. Eine zu hohe Intensität kann Muskelzuckungen auslösen, die nicht notwendig sind.
Mein Vorschlag: Wenn die Elektroden auf der Haut sind, erhöhe die Intensität langsam. Anfangs fühlst du nur ein leichtes Kribbeln, dann ein Zwicken, das in Schmerz übergehen kann. Die Schmerzschwelle ist individuell! Jeder fühlt sie bei anderen Werten. Wenn du merkst, dass du nicht mehr verträgst, hast du die Schmerzgrenze bestimmt. Liegt diese z. B. bei 30 mA, dann führe die TENS‑Behandlung mit etwa 20–24 mA durch. Liegt die Schwelle bei 60 mA, dann ist ein Wert um 40 mA gut (also ungefähr 2/3 der Schmerzschwelle).
Bei Verwendung einer 5×5 cm Elektrode sollte die maximale Stromstärke 50–60 mA nicht überschreiten!
Wenn du bei 50 mA nichts fühlst, bedeutet das, dass deine Haut extrem trocken, verhornt ist und einen hohen Widerstand hat. Deshalb ist die Behandlung wenig effektiv. In diesem Fall führe die Behandlung nach dem Baden durch, wenn die Haut durch das Wasser aufgeweicht ist. Zudem hilft ausreichende Befeuchtung: Trink vor der Behandlung ein großes Glas Wasser!!! Lies diesen Beitrag.
Wenn das erledigt ist, beginnt das Gerät zu behandeln. Jedes Programm hat eine empfohlene Dauer, die auf ärztlichen Empfehlungen basiert. Nach Ablauf schaltet das Gerät ab. Du kannst die Behandlungszeit verlängern, aber in der Regel nicht verkürzen. Für die Wirkungsausbildung braucht man bei den meisten Geräten und Programmen meist 20–30 Minuten oder länger. Mit einer 5‑minütigen ‚Sofortbehandlung‘ erreichst du meist nichts.
Die Dauer der Schmerzfreiheit hängt vor allem von den Programmeinstellungen ab
- Eine kurzzeitige Behandlung mit hoher Frequenz bewirkt eine sofortige, aber nicht lang anhaltende Schmerzlinderung.
- Mit niedrigen Frequenzen dauert es länger, bis die Schmerzlinderung einsetzt (nach 30–40 Minuten), dafür kann die Wirkung deutlich länger anhalten – bis zu 24 Stunden.
Wie wirken die TENS‑Impulse auf das Nervensystem?
Die TENS‑Impulse greifen an mehreren Stellen in die Verarbeitung von Schmerzsignalen ein.
Gate‑Theorie
Der Schmerztor‑Mechanismus ist mit den Aβ‑sensiblen Fasern verbunden. Die wiederholte Stimulation dieser Fasern reduziert oder blockiert die Weiterleitung von Schmerzsignalen über das Rückenmark zum Gehirn. Wenn das Schmerzsignal nicht weitergeleitet wird, entsteht auch kein Schmerzempfinden.
Die Aβ‑Fasern lassen sich am effektivsten bei 90–120 Hz, also relativ hoher Frequenz, stimulieren. Es lässt sich keine exakte Frequenz angeben, die bei allen gleich wirkt. Innerhalb dieses Bereichs muss die für dich beste Frequenz gefunden werden. Zur Wirksamkeit von TENS empfehle ich ein Gerät, das die Frequenzanpassung erlaubt, damit du die optimale Frequenz finden kannst.
Endorphinausschüttung
Endorphin ist ein körpereigenes Schmerzmittel und eines der stärksten Schmerzmoleküle. Wenn Schmerzsignale zum Gehirn wandern, springen sie von Nervenzelle zu Nervenzelle. Endorphine verhindern an den Synapsen die Weiterleitung des Schmerzsignals. Die niederfrequenten „Endorphin‑TENS“‑Impulse erhöhen effektiv die Endorphinproduktion und damit sinkt oder verschwindet der Schmerz.
Bei niedrigen Frequenzen von 2–10 Hz werden Aδ‑Fasern stimuliert. Deren Aktivität steigert die Produktion endogener Opiate (Enkephaline) im Rückenmark. Enkephaline haben eine starke schmerzlindernde Wirkung und dämpfen zusätzlich die Aktivität schmerzleitender Bahnen. Wie bei der Tor‑Theorie gibt es auch hier keine einzige ‚magische‘ Frequenz für alle; jeder muss seine beste Frequenz finden.
Wie findet man die effektivste Frequenz?
Am besten kaufst du ein Gerät, das ein moduliertes TENS‑Programm bietet. In diesem Programm variiert die Impulsfrequenz innerhalb eines bestimmten Bereichs kontinuierlich, z. B. zwischen 90–120 Hz, sodass mit Sicherheit auch die für dich passende Frequenz enthalten ist.
Wenn du kein solches Gerät hast, probiere Frequenzen wie 90, 95, 100 Hz usw. und nutze die Frequenz, bei der du die stärkste Wirkung spürst.
Bedeutung der Frequenz
Die Dauer der Schmerzfreiheit hängt von der angewendeten Frequenz ab. Eine kurzzeitige Behandlung mit hoher Frequenz wirkt schnell, aber nicht lang anhaltend. Niedrige Frequenzen führen langsamer zur Schmerzlinderung (nach 20–40 Minuten), können dafür aber eine lange Wirkung – bis zu 24 Stunden – haben.
Achtung! Einige Hersteller bewerben TENS ausschließlich mit 143 Hz als wirksam. Wie oben beschrieben, lassen sich die schmerzleitenden Fasern am effektivsten in den Bereichen 2–10 Hz bzw. 90–120 Hz stimulieren. Werbung, die ausschließlich 143 Hz als wirksam darstellt, ist irreführend!
Wie oft am Tag kann TENS angewendet werden?
Wichtig: Wenn du die Ursache der Schmerzen nicht kennst, beginn niemals mit einer Behandlung! Die Unterdrückung unbekannter Schmerzen kann gefährlich sein. Beispiel: Dein Bauch schmerzt, du beginnst zu behandeln und der Schmerz verschwindet kurz. Einige Stunden später kehrt er stärker zurück. Dann bringt dich ein Notarztwagen in die Klinik, wo z. B. eine Blinddarmentzündung mit Durchbruch festgestellt werden kann – du hättest dich in Lebensgefahr gebracht.
Ansonsten ist TENS in der Regel völlig ungefährlich und risikoarm. Wenn nötig, kannst du es mehrfach am Tag anwenden. Aber übertreibe nicht! In der Regel helfen 2–3 Anwendungen täglich.
Wenn die Schmerzursache bekannt ist, die Schmerzen regelmäßig wiederkehren und Ärztinnen/Ärzte zur Einnahme von Schmerzmitteln geraten haben, kannst du TENS statt oder zusätzlich zu Medikamenten einsetzen. Bei wiederkehrenden, immer an derselben Stelle auftretenden Schmerzen musst du nicht ständig die Praxis aufsuchen. Die TENS‑Behandlung reduziert den Schmerz schon bei der ersten Anwendung. Du musst jedoch wissen, dass TENS nur eine schmerzlindernde Wirkung hat – es heilt nicht die Grunderkrankung. Die wirksame Schmerzbeseitigung befreit dich jedoch vom Leiden und verbessert die Lebensqualität.
In den ersten Tagen hat TENS meine Schmerzen reduziert, dann verlor es seine Wirkung – was ist passiert?
Das ist ein häufiges Phänomen! Ich habe viele Kommentare frustrierter TENS‑Besitzer gesehen. Klar ist: Der Fehler liegt meist nicht in der Methode selber, sondern in der falschen Anwendung!
Viele Leute testen die Methode zunächst mit einem billigen Einsteigermodell. Dabei wird nicht bedacht, welche Erkrankung die Schmerzen verursacht, wie groß das betroffene Gebiet ist und wie oft die Anwendung nötig ist. Genau dann treten die Unterschiede zwischen den Geräten zutage.
So wie eine Pfanne zwar ein Kochgeschirr ist, aber nicht geeignet ist, um Suppe darin zu kochen.
Billige TENS‑Geräte bieten meist ausschließlich Programme mit konstanter Frequenz. Gleichmäßig wiederkehrende Impulse erkennt das Gehirn und gewöhnt sich nach einigen Tagen. Die anfängliche starke Wirkung lässt nach und verschwindet. Das ist der Grund, warum Käufer billiger Geräte nach einiger Zeit die Wirkung als ausbleibend empfinden.
Wenn in der Beschreibung deines Geräts nicht „moduliertes TENS“ erwähnt ist, kannst du nur mit einigen Tagen anhaltender Schmerzlinderung rechnen. Wundere dich nicht, wenn ab dem 3.–4. Tag die Wirkung nachlässt. Der Wirkungsverlust ist nicht dauerhaft: Nach einer Pause von 1–2 Wochen wirkt das Gerät wieder einige Anwendungen lang. Solche Geräte eignen sich gut für akute Beschwerden wie steifer Nacken, Zahnschmerzen, Zerrungen, Prellungen, Blutergüsse usw., bei denen die Ursache innerhalb weniger Tage verschwindet und das Gerät so lange ausreichend wirksam ist.
Moderne TENS‑Geräte bieten zur Vermeidung von Gewöhnung MODULIERTE Programme an. Modulierung bedeutet, dass das Gerät die Impulsparameter (Frequenz, Impulsdauer, Intensität) kontinuierlich variiert, sodass das Gehirn die Reize nicht ausblenden kann und keine Gewöhnung eintritt. Daher verlieren modulierte TENS‑Programme ihre Wirksamkeit nicht und eignen sich hervorragend für Schmerzen, die lange bestehen und eine dauerhafte Behandlung erfordern.
Wenn dein Gerät also modulierte TENS‑Programme anbietet, besitzt du ein modernes und vielseitiges Gerät. Du kannst es bei allen Schmerzen anwenden, einschließlich chronischer Beschwerden (z. B. Arthrose, Arthritis, Rheuma) und dabei eine dauerhafte Wirkung erwarten.
Warum kann die erwartete Wirkung ausbleiben?
TENS ist eine Methode zur Schmerzlinderung. Meist wird sie statt oder zur Reduktion von Schmerzmitteln eingesetzt, weil TENS im Gegensatz zu Medikamenten sicher keinerlei schädliche Nebenwirkungen hat. Dennoch wirkt TENS nicht in jedem Fall und nicht garantiert. Schauen wir uns an, warum eine TENS‑Behandlung wirkungslos sein kann.
TENS ist kein Wundermittel!
Bei jeder Methode (sei es TENS, Tablette, Injektion, Operation usw.) gibt es Menschen, bei denen sie nicht wirkt, andere reagieren heftig, und wieder andere sprechen wie erhofft an. Die Wirkung von TENS ist individuell. Bei manchen beseitigt sie die Schmerzen vollständig, bei anderen reduziert sie diese nur teilweise. Auch eine Reduktion ist vorteilhaft, weil weniger Medikamente nötig sind – ein wichtiger Gewinn angesichts möglicher Nebenwirkungen.
Eine medizinische Methode ist sinnvoll, wenn ein deutlich größerer Anteil der Betroffenen einen Nutzen davon hat, als jene, bei denen sie nicht wirkt oder zu starken Nebenwirkungen führt. Die Beurteilung der TENS‑Wirkung ist dadurch erschwert, dass Schmerzen nicht objektiv messbar sind; das Ergebnis wird subjektiv angegeben. Studien zu TENS zeigen jedoch, dass die Mehrheit über positive Effekte berichtet.
Wenn TENS in deinem Fall nicht wirkt, bedeutet das nicht, dass die Methode grundsätzlich schlecht ist, sondern nur, dass du möglicherweise eine andere Methode ausprobieren musst, um die passende zu finden. So wie man im Haushalt für verschiedene Aufgaben unterschiedliche Werkzeuge verwendet.
Falsche Indikation
TENS ist nicht für alles geeignet! Ich habe oft gehört, dass TENS gegen Kopfschmerzen, Tumorschmerzen, Bauchschmerzen, Gallenkoliken, Schmerzen bei Harnwegsinfekten, Nierenkoliken etc. eingesetzt wird – diese Indikationen gehören nicht unbedingt zu den empfohlenen Anwendungsgebieten, es ist also meist nur mit eingeschränkter oder keiner Wirkung zu rechnen.
Es gibt Schmerztypen, bei denen TENS sehr gut wirkt, und andere Zustände, bei denen keine oder nur eine begrenzte Wirkung zu erwarten ist.
Die „Test‑Falle“
Viele kaufen vorsorglich ein billiges Gerät, z. B. im Discounter für wenige Euro. Leider gibt es viele Händler, die qualitativ schlechte, billige Geräte aus Fernost verkaufen. Es ist unklug, medizinische Geräte im Lebensmittelmarkt zu kaufen. Wenn du dort jemanden fragst, wie das Gerät zu bedienen ist, wird der Verkäufer vermutlich nicht erklären können, wie TENS funktioniert.
Schlechtes Geräte‑Design
Die „Seele“ eines TENS‑ oder eines anderen elektrotherapeutischen Verfahrens ist der Impuls. Zahlreiche medizinische Studien zeigen, dass eines der wichtigsten Elemente für eine wirksame TENS‑Behandlung perfekt geformte Rechteckimpulse sind. Die von billigen Geräten erzeugte Impulsform kommt dem Rechteckimpuls oft nicht nahe (siehe Abbildung).
Je unvollkommener die Wellenform, desto unangenehmer wird die Stimulation empfunden. Die Behandlung mit einem minderwertigen Gerät kann stechen, brennen oder kribbeln, sodass du die Intensität nicht auf ein therapeutisch wirksames Niveau erhöhen kannst. Wenn die Intensität jedoch nicht hoch genug ist, bleibt die Wirkung schwach oder aus. Bei billigen Geräten ist also oft mehr Rummel als Nutzen.
Die fernöstlichen Hersteller produzieren diese minderwertigen Geräte massenhaft. Ich möchte zeigen, was sie verursachen können.
Zusammenfassung
TENS wirkt nicht gegen alle Schmerzarten. Prüfe vor der Anwendung, ob die Schmerzform, die du behandeln möchtest, zu den geeigneten Indikationen gehört.
Verwende ein qualitativ gutes Gerät mit modulierten TENS‑Programmen, um Gewöhnung zu vermeiden!
Achte darauf, dass die Elektroden gut haften, oder verwende bei längerem Einsatz ausreichend Kontaktgel.
Auch bei Beachtung all dessen kann es vorkommen, dass TENS bei dir nicht wirkt. Das bedeutet nicht, dass die Methode insgesamt unwirksam ist, sondern nur, dass du nicht zu den Personen gehörst, die davon profitieren.
Für die Mehrheit der Behandelten bringt TENS jedoch einen spürbaren Vorteil, das heißt: Es reduziert Schmerzen zumindest teilweise!
Produktempfehlung: TENS‑Geräte
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