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Behandlung der Trigeminusneuralgie (Gesichtsneuralgie) mit Softlaser

Wenn Sie jemals diesen blitzartigen, quälenden Schmerz im Gesicht erlebt haben, der aus dem Nichts zuschlägt – beim Essen, Sprechen oder schon durch eine leichte Brise –, dann wissen Sie, wie hilflos Trigeminusneuralgie macht. Dieser Zustand gehört zu den heftigsten Schmerz­erlebnissen, die ein Mensch ertragen kann. Die gute Nachricht: die Softlaser-Therapie kann eine wirksame, medikamentenfreie Hilfe zur Linderung Ihrer Beschwerden sein.

Was ist Trigeminusneuralgie (Gesichtsneuralgie)?

Die Trigeminusneuralgie – medizinisch Nervus trigeminus Neuralgie – ist eine Funktionsstörung des V. Hirnnervs (Nervus trigeminus). Dieser Nerv teilt sich in drei Äste und versorgt Ihr Gesicht mit sensiblen Fasern: der obere Ast versorgt Stirn und Augenbereich, der mittlere Ast die Wange, der untere Ast das Unterkiefergebiet.

Die Schmerzen sind typischerweise einseitig und so intensiv, dass viele Betroffene von „suizidalem Schmerz" sprechen. Typische Merkmale sind:

  • Plötzlich auftretende, blitzartige Schmerzattacken
  • Extrem starke Schmerzen, die von Sekunden bis Minuten andauern
  • Triggerpunkte – das Berühren bestimmter Gesichtspartien kann eine Attacke auslösen
  • Alltägliche Aktivitäten (Essen, Trinken, Sprechen, Zähneputzen) können provozieren
  • Zwischen den Attacken oft beschwerdefreie Intervalle
A trigeminus ideg (nervus trigeminus) három ága és beidegzési területei az arcon
Der Nervus trigeminus mit seinen drei Ästen: der obere Ast (V1) versorgt Stirn und Augenregion, der mittlere Ast (V2) die Wange, der untere Ast (V3) den Kieferbereich.

Die Erkrankung tritt am häufigsten nach dem 50. Lebensjahr auf und betrifft Frauen häufiger als Männer. Ursachen können ein auf den Nerv drückendes Gefäß, Multiple Sklerose oder seltener Tumoren sein – deshalb ist die genaue Diagnosestellung Aufgabe eines Arztes.

Konventionelle Behandlungsoptionen und ihre Grenzen

Die Erstlinientherapie bei Trigeminusneuralgie ist in der Regel medikamentös: Antiepileptika (Carbamazepin, Oxcarbazepin) können die Häufigkeit und Intensität der Anfälle verringern. Diese Medikamente verursachen jedoch oft Nebenwirkungen – Schwindel, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen – und ihre Wirksamkeit kann mit der Zeit abnehmen.

In schweren Fällen kommen chirurgische Eingriffe in Betracht, die jedoch invasiv sind und Risiken bergen. Deshalb suchen immer mehr Menschen nach ergänzenden, nicht-invasiven Lösungen – hier setzt die Softlaser-/Lasertherapie an.

Wie kann Softlaser/Lasertherapie bei Trigeminusneuralgie helfen?

Die Softlaser-Therapie (auch Photobiomodulation oder LLLT) nutzt die heilende Wirkung von niederenergetischem Laserlicht. Die Methode wurde in den 1960er Jahren vom ungarischen Arzt-Forscher Endre Mester entdeckt, und seither haben Tausende von wissenschaftlichen Studien ihre Wirksamkeit untersucht.

Bei der Behandlung der Trigeminusneuralgie kann die Softlaser-Therapie über mehrere Mechanismen positive Effekte entfalten:

Schmerzlindernde Wirkung

Das Laserlicht stimuliert die Ausschüttung von Endorphinen – das sind körpereigene, starke Schmerzlinderer. Außerdem reduziert es die Empfindlichkeit von Schmerzrezeptoren und verringert die Spiegel schmerzvermittelnder Substanzen (Histamin, Bradykinin, Prostaglandin E2).

Entzündungshemmende Wirkung

Entzündungen und Schwellungen um den Nerv verschlechtern häufig die Symptome. Die Softlaser-/Lasertherapie reduziert das Ödem in der betroffenen Region und entlastet so den Nerv.

Unterstützung der Nervenregeneration

Die Photobiomodulation fördert die Energieproduktion der Zellen (ATP), was die Regeneration und Funktion von Nervenzellen positiv beeinflussen kann.

Was sagt die Wissenschaft?

Mehrere systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen haben die Wirksamkeit von Lasertherapie bei Trigeminusneuralgie untersucht. Eine systematische Übersicht aus 2024 analysierte 13 randomisierte klinische Studien und kam zu dem Schluss, dass die Lasertherapie – insbesondere der Einsatz von Diodenlasern – die Schmerzintensität und -häufigkeit bei Patienten mit Trigeminusneuralgie positiv beeinflussen kann (PubMed: 38544777).

Eine frühere Literaturübersicht aus 2014 berichtete ebenfalls von positiven Ergebnissen: in den meisten Studien führte die Laserbehandlung zu einer deutlichen Schmerzreduktion im Vergleich zu Placebo oder medikamentöser Behandlung, ohne nennenswerte Nebenwirkungen (PubMed: 25024832).

Wichtig zu beachten ist, dass die Ergebnisse zwar ermutigend sind, die Forschenden aber betonen, dass es noch keinen einheitlichen, standardisierten Behandlungsprotokoll gibt und weitere hochwertige klinische Studien erforderlich sind.

Wie führen Sie die Softlaser-Behandlung zu Hause durch?

Die häusliche Softlaser-Behandlung ist einfach und sicher, wenn Sie die grundlegenden Regeln einhalten.

Behandlungspunkte

Entlang der drei Äste des Nervus trigeminus sollte behandelt werden – Sie müssen jedoch nicht alle Punkte gleichzeitig behandeln! Behandeln Sie nur die Bereiche, in denen der Schmerz auftritt:

  • Oberer Ast (V1): Stirn, über den Augenbrauen, Schläfenbereich
  • Mittlerer Ast (V2): Wange, neben der Nase, oberhalb der Oberlippe
  • Unterer Ast (V3): Kiefer, unter der Unterlippe, Kinn
  • Ausgangspunkt: Bereich vor dem Ohr (wo der Nerv den Schädel verlässt)
Lágylézer kezelési pontok arcidegzsába esetén
Softlaser-Behandlungspunkte entlang des Verlaufs des Nervus trigeminus. Sie müssen nicht alle Punkte behandeln – nur die Bereiche, in denen Schmerzen auftreten.

Behandlungsparameter

Mit Geräten der Klasse 3 (z. B. Personal Laser L400, Energy Laser L500 Pro) behandeln Sie die Punkte jeweils 30–60 Sekunden. Platzieren Sie die Behandlungssonde direkt auf der Haut mit leichtem Druck.

Behandlungsfrequenz

  • Akute Phase: 1–2-mal täglich
  • Erhaltungsbehandlung: jeden zweiten Tag oder 2–3-mal pro Woche
  • Eine Kur: üblicherweise 10–20 Anwendungen, je nach individuellem Verlauf

Kombinierte Behandlung mit Mikrostrom

Die Wirksamkeit der Softlaser-Therapie kann durch Mikrostrombehandlung (Mikrostrom/MENS) verbessert werden. Mikrostrom kann zur Wiederherstellung der Zellmembran und zur Reduktion von Entzündungen beitragen. Dafür können Geräte wie das Globus Genesy 300 Pro oder Premium 400 verwendet werden, mit 20–30-minütigen Anwendungen, 2–3-mal täglich.

Für TENS-/Mikrostrom-Behandlungen finden Sie mögliche Elektrodenpositionen in der folgenden Abbildung. Die negative Elektrode platzieren Sie immer vor dem Ohr, die positive Elektrode entsprechend der Ausdehnung des Schmerzes:

TENS és mikroáram kezelési pontok arcidegzsába esetén
Elektrodenplatzierung für TENS/Mikrostrom: Die negative Elektrode am Bereich vor dem Ohr, die positive Elektrode entlang des schmerzhaften Bereichs.

Bevor Sie mit der Behandlung beginnen

Zur sicheren Anwendung sollten Sie die Kontraindikationen kennen. Ausführlichere Informationen finden Sie im Artikel zu Kontraindikationen der Softlaser-/Lasertherapie.

Wann sollten Sie den Softlaser NICHT verwenden?

  • Nie direkt ins Auge leuchten – tragen Sie immer eine Schutzbrille
  • An Tumorbereichen nicht anwenden
  • Bei aktiven Infektionen oder Fieber erst nach Abheilung anwenden
  • Während der Schwangerschaft den Bauch- und Lendenbereich meiden
  • Über der Schilddrüse nicht anwenden
  • Bei Einnahme von photosensibilisierenden Medikamenten Rücksprache mit dem Arzt halten
  • Bei Epilepsie vorsichtig sein – pulsierendes Licht kann bei empfindlichen Personen einen Anfall auslösen

Mögliche Nebenwirkungen

Die Softlaser-/Lasertherapie wird in der Regel sehr gut vertragen und hat keine schweren Nebenwirkungen. Selten kann auftreten:

  • Leichte, vorübergehende Rötung der behandelten Hautpartie
  • Vorübergehendes Wärmegefühl
  • Selten: Kopfschmerzen nach der Behandlung

Diese Symptome klingen meist schnell wieder ab. Bei ungewöhnlichen Reaktionen setzen Sie die Behandlung aus und konsultieren Sie einen Arzt.

Lebensstil-Tipps bei Trigeminusneuralgie

Zusätzlich zur Softlaser-Behandlung ist es sinnvoll, auf einige Dinge zu achten:

  • Vermeiden Sie Triggerfaktoren: starker Wind, Kälte, sehr heiße oder sehr kalte Speisen und Getränke
  • Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste und seien Sie beim Reinigen des Gesichts vorsichtig
  • Ernähren Sie sich bewusst: bevorzugen Sie Lebensmittel, die reich an B-Vitaminen und Magnesium sind; Omega-3-Fettsäuren können sinnvoll sein
  • Stressmanagement: Stress kann Symptome verschlechtern – Entspannungsverfahren und ausreichender Schlaf helfen
  • Führen Sie ein Tagebuch: notieren Sie Attacken und mögliche Auslöser

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn:

  • Die Schmerzen erstmals und sehr stark auftreten
  • Ihre üblichen Medikamente nicht wirken
  • Neue Symptome auftreten (Sehstörungen, andere neurologische Ausfälle)
  • Beide Gesichtshälften betroffen sind
  • Fieber oder allgemeine Krankheitssymptome hinzukommen

Empfohlene Geräte

Softlaser-Geräte

Personal Laser L400
Gerät der Laserklasse 3, 808 nm Wellenlänge, 400 mW Leistung. Sehr gut geeignet zur häuslichen Behandlung der Trigeminusneuralgie. Kompakt und einfach in der Handhabung.

Energy Laser L500 Pro
Gerät der Laserklasse 3, 880 nm Wellenlänge, 500 mW Leistung. Durch die höhere Leistung sind kürzere Behandlungszeiten möglich und eine tiefere Penetration erreichbar.

Ergänzende Geräte (Mikrostrom/TENS)

Globus Genesy 300 Pro
Professionelles Gerät mit TENS-, EMS- und Mikrostromprogrammen. Die Mikrostromprogramme ergänzen die Softlaser-Behandlung zur Linderung der Schmerzen bei Trigeminusneuralgie sehr gut.

Globus Premium 400
Vielseitiges Gerät mit zahlreichen schmerzlindernden und entzündungshemmenden Programmen. Geeignet für TENS- und Mikrostrombehandlungen.

Weitere Anwendungsgebiete der Softlaser-Therapie

Die Softlaser-/Lasertherapie kann eine Vielzahl weiterer Erkrankungen und Beschwerden unterstützen. Für einen Überblick über alle häuslichen Anwendungsgebiete lesen Sie den Artikel Softlaser-Therapie zu Hause – Behandlung von Erkrankungen.

Wenn Sie die Grundlagen der Softlaser-Therapie noch nicht kennen, beginnen Sie mit dem umfassenden Leitfaden zur Softlaser-Therapie.

Zusammenfassung – Kurzübersicht

Worum geht es in diesem Artikel? Ein umfassender Leitfaden zur häuslichen Softlaser-/Lasertherapie bei Trigeminusneuralgie (Gesichtsneuralgie) mit wissenschaftlichem Hintergrund und praktischen Tipps.

Für wen ist der Artikel? Für Patienten mit Trigeminusneuralgie, die eine medikamentenfreie, zu Hause anwendbare ergänzende Therapie suchen.

Hauptbotschaft: Die Softlaser-/Lasertherapie ist wissenschaftlich gestützt und eine sichere Methode, die die Symptome der Trigeminusneuralgie positiv beeinflussen kann. Durch schmerzlindernde, entzündungshemmende und die Nervenregeneration fördernde Effekte kann sie eine wertvolle Ergänzung zur konventionellen Behandlung sein.

Verwandte Themen

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Quellen

  1. Haghighat S, et al. Efficacy of Laser Therapy in Trigeminal Neuralgia: a Systematic Review. J Dent (Shiraz). 2024. PubMed: 38544777
  2. Falaki F, et al. The effect of low-level laser therapy on trigeminal Neuralgia: a review of literature. J Dent Res Dent Clin Dent Prospects. 2014;8(1):1-5. PubMed: 25024832
  3. de Pedro M, et al. Efficacy of Low-Level Laser Therapy for the Therapeutic Management of Neuropathic Orofacial Pain: A Systematic Review. J Oral Facial Pain Headache. 2020;34(1):13-30. PubMed: 31339967

Die im Artikel enthaltenen Informationen dienen nur zu Informationszwecken. Häusliche Therapiegeräte dienen der Ergänzung der ärztlichen Behandlung und ersetzen nicht die fachärztliche Versorgung. Bei Verdacht auf Trigeminusneuralgie wenden Sie sich zunächst an einen Neurologen zur genauen Diagnose und Therapieplanung.

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