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Tinnitus: Ursachen, Arten und Behandlung – Softlaser-Protokoll für zu Hause

Tinnitus: Ursachen, Arten und Behandlung – Softlaser-Protokoll für zu Hause

Klingeln, Summen, Brummen, Zischen – vielleicht ein pochendes Geräusch im Takt Ihres Herzschlags –, das nur Sie hören, weil es keine äußere Schallquelle gibt. Das ist Tinnitus, auf Deutsch Ohrgeräusch. Tinnitus ist sehr häufig: 10–15 % der Erwachsenen erleben ihn in irgendeiner Form. In 1–2 % der Fälle beeinträchtigt er den Alltag – Schlaf, Konzentration und seelisches Gleichgewicht – so stark, dass eine Behandlung erforderlich ist.

Lasertherapie
Ohr | Hören
Dr. Zátrok Zsolt
Dr. Zátrok Zsolt

Definition Was ist Tinnitus (Ohrgeräusch)?

 

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Tinnitus ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom. Ein Hinweis, hinter dem viele verschiedene Ursachen stehen können – vom Ohrenschmalzpfropf über Lärmschäden bis hin zu Durchblutungsstörungen. Deshalb gibt es auch kein einzelnes „Medikament gegen Ohrgeräusche“: Die Behandlung hängt immer von der Ursache und der Art der Beschwerden ab. Dieser Artikel führt Sie durch die Ursachen, Arten und heute verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten – einschließlich eines ausführlichen Protokolls für die Softlaser-Behandlung zu Hause.

Kerngedanke Kerngedanke

Der erste Schritt bei der Behandlung von Ohrgeräuschen ist niemals ein Gerät oder eine Tablette, sondern eine HNO-ärztliche Untersuchung: Die Ursache muss geklärt und behandelbare Grunderkrankungen müssen ausgeschlossen werden. Danach gibt es jedoch Möglichkeiten – chronischer Tinnitus verschwindet selten vollständig, aber seine belastende Wirkung lässt sich bei den meisten Menschen durch eine sinnvolle Kombination verschiedener Methoden deutlich verringern.

Was kann Ohrgeräusche verursachen?

Klicken Sie auf den Punkt, der zu Ihrer Situation passt – die genaue Ursache kann jedoch nur eine fachärztliche Untersuchung klären.

Dies ist der häufigste Hintergrund. Die Sinneshaarzellen im Innenohr funktionieren durch Lärm, Alter oder andere Schäden schlechter – und das Gehirn gleicht den fehlenden Schalleingang gewissermaßen durch „Verstärkung“ aus. Das nehmen wir als Brummen oder Klingeln wahr. Typische Auslöser sind ein lauter Arbeitsplatz, Konzerte oder Kopfhörer mit hoher Lautstärke. Altersbedingter Hörverlust (Presbyakusis) geht häufig mit hochfrequentem Klingeln einher.

Zu den am einfachsten behandelbaren Ursachen gehören ein Ohrenschmalzpfropf, eine Gehörgangs- oder Mittelohrentzündung, Flüssigkeit im Mittelohr, eine Funktionsstörung der Eustachischen Röhre oder ein Problem des Trommelfells. Dazu zählen auch Otosklerose (Fixierung des Steigbügels) und Morbus Ménière, der mit anfallsartigem Schwindel, einem Druckgefühl im Ohr und schwankendem Hörvermögen einhergeht. Bei diesen Ursachen kann die Behandlung der Grunderkrankung auch die Ohrgeräusche lindern – deshalb ist die Untersuchung so wichtig.

Auch eine Durchblutungsstörung der feinen Gefäße im Innenohr – etwa durch Arteriosklerose, Bluthochdruck oder Diabetes – kann eine häufige Ursache sein. Eine besondere Form ist der pulsatile Tinnitus: Wenn das Geräusch im Takt des Herzschlags pulsiert, liegt meist eine tatsächliche Strömungsursache in den Gefäßen von Kopf oder Hals vor (Verengung, turbulente Strömung oder venöse Veränderung). Diese Form sollte daher immer bildgebend abgeklärt werden.

Wenige Menschen wissen, dass Reize aus dem Kiefergelenk (TMD), der Kaumuskulatur und der Halswirbelsäule die Funktion des Hörsystems beeinflussen können – dies wird als somatosensorischer Tinnitus bezeichnet. Ein Hinweis darauf ist, wenn sich das Ohrgeräusch beim Zähnepressen, Kauen, Drehen des Kopfes oder Bewegen des Kiefers verändert. In diesem Fall können eine Aufbissschiene, Physiotherapie und die Entspannung der Nacken-Schulter-Region auch die Ohrgeräusche verbessern.6

Bestimmte Medikamente – hoch dosierte Salicylate, einige entzündungshemmende Mittel, Aminoglykosid-Antibiotika, bestimmte Diuretika, Chemotherapeutika und Chininderivate – können bei hoher Dosierung oder langfristiger Einnahme Ohrgeräusche und Hörminderung verursachen. Wichtig: Setzen Sie ein Medikament deswegen niemals eigenmächtig ab. Besprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt, ob es eine Alternative gibt.

Seltener steckt eine neurologische Veränderung dahinter: Migräne, Multiple Sklerose oder ein Schlaganfall – sowie der seltene, aber auszuschließende Tumor des Hörnervs (Vestibularisschwannom), der typischerweise mit einseitigen Ohrgeräuschen und Hörminderung einhergeht. Deshalb nimmt die Fachärztin oder der Facharzt einseitige und asymmetrische Beschwerden ernst.

Stress ist selten die einzige Ursache, aber fast immer ein verstärkender Faktor. Dadurch beginnt ein tückischer Kreislauf: Das Ohrgeräusch verursacht Stress und Schlafstörungen, während Stress und Schlafmangel das Geräusch weiter verstärken. Ein Ziel der Behandlung ist es, genau diesen Kreislauf zu durchbrechen. Deshalb sind die weiter unten vorgestellten Methoden der Klang- und Verhaltenstherapie so wichtig.

Arten des Tinnitus – was sagt die Art des Geräuschs aus?

Die Art, Seite und Dauer des Geräuschs verraten viel über die mögliche Ursache. So können Sie sich orientieren:

Merkmal Was nehmen Sie wahr? Worauf kann es hinweisen?
Nicht pulsierend (kontinuierlich) Pfeifen, Klingeln, Brummen, Rauschen Die häufigste Form – Hörminderung, Lärmschädigung, Ohrenerkrankung oder Medikamentenwirkung
Pulsierend (pulssynchron) Im Takt des Herzschlags pulsierendes Rauschen oder Pochen Vaskuläre Strömungsstörung – sollte immer abgeklärt werden
Bei Bewegung veränderlich Das Geräusch verändert sich beim Zähnepressen, Kauen oder Drehen des Kopfes Somatosensorische Ursache – Kiefer (TMD), Halswirbelsäule oder Muskelverspannung
Akut (Tage bis Wochen) Frisches Pfeifen, zum Beispiel nach einem Konzert Häufig vorübergehend – bei begleitender Hörminderung ist jedoch eine dringende Untersuchung erforderlich
Chronisch (3+ Monate) Anhaltendes Ohrgeräusch „Das geht schon von selbst vorbei“ ist jetzt keine Strategie mehr – es braucht einen Behandlungsplan
Einseitig Nur in einem Ohr Ein wichtigeres Warnsignal, besonders bei begleitender Hörminderung oder Schwindel

Achtung Wann sollten Sie dringend zum Arzt?

Wenn das Ohrgeräusch plötzlich zusammen mit einer einseitigen Hörminderung auftritt, ist innerhalb von 24 Stunden eine dringende fachärztliche Versorgung erforderlich – das Zeitfenster bei einem plötzlichen sensorineuralen Hörverlust ist kurz. Dringend abklärungsbedürftig sind außerdem pulsierende Ohrgeräusche sowie Tinnitus in Verbindung mit Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, Ohrfluss oder einer Gesichtslähmung. Warten Sie damit nicht auf den nächsten freien Termin.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ich möchte ehrlich sein: Für chronischen Tinnitus gibt es heute keine Behandlung, die wie eine „Ausschalten-Taste“ funktioniert. Es gibt jedoch mehrere Methoden mit unterschiedlich starker Evidenz. In Kombination können sie die belastende Wirkung des Ohrgeräuschs bei den meisten Menschen deutlich verringern. So sieht die Übersicht aus:

Methode Was bewirkt sie? Evidenz
Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) Sie beseitigt nicht das Geräusch, sondern verändert den Umgang damit und verringert Belastung und Angst Stark
Klangtherapie, weißes Rauschen Drängt das Ohrgeräusch durch einen äußeren Klang in den Hintergrund; kostengünstig und sofort verfügbar Mittel bis stark
Hörgerät Doppelte Wirkung: Es verbessert das Hören und überdeckt durch verstärkte Umgebungsgeräusche den inneren Klang Mittel bis stark (bei zusätzlicher Hörminderung)
Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) Beratung plus leises Hintergrundgeräusch: Das Gehirn lernt, den Klang nicht mehr zu beachten; Programm über 12–24 Monate Mittel
Softlaser (Photobiomodulation) Unterstützung der Durchblutung und des Zellstoffwechsels im Innenohr durch Licht Begrenzt bis uneinheitlich: kurzfristig vielversprechend, Langzeitwirkung unklar
Ginkgo biloba, B12, Magnesium Unterstützung von Durchblutung und Nervenfunktion; bei einem Mangel sinnvoll Schwach bis mittel

Forschungen zufolge bringt die Kombination am meisten: Verhaltenstherapie, Klangtherapie und – bei Hörminderung – ein Hörgerät bilden gemeinsam das am stärksten evidenzbasierte Behandlungspaket.2 Methoden für zu Hause (Softlaser, weißes Rauschen und Stressmanagement) können dies ergänzen.

Wirkweise Softlaser bei Tinnitus: Wie kann er wirken?

Laserlicht mit niedriger Intensität dringt in das Gewebe ein und kann die Energieproduktion der Zellen (ATP-Bildung) sowie die Kapillardurchblutung unterstützen. Außerdem kann es lokale Entzündungsprozesse abschwächen. Bei Tinnitus besteht das Ziel darin, die Blutversorgung und den Stoffwechsel im Innenohr – in der Cochlea und ihren Sinneszellen – zu verbessern. Die Methode wird seit den 1990er-Jahren erforscht, vor allem in österreichischen, deutschen und dänischen Zentren.

Nach den klinischen Erfahrungen zeigt der Softlaser bei durchblutungsbedingten Ohrgeräuschen die vielversprechendsten Ergebnisse – also dann, wenn eine Durchblutungsstörung im Innenohr zugrunde liegt. Auch bei Formen nach einer Lärmschädigung und bei altersbedingtem Tinnitus wurde die Methode mit günstigen Teilergebnissen untersucht.5 Sie ist jedoch nicht für jeden geeignet: Vor Beginn der Behandlung muss eine HNO-Ärztin oder ein HNO-Arzt behandelbare Grunderkrankungen ausschließen – zum Beispiel einen Hörnervtumor oder eine Otosklerose.

Eine wichtige Erkenntnis der Untersuchungen ist, dass ein Teil der nach kurzen Behandlungsserien erreichten Verbesserung innerhalb von 3–6 Monaten nachlassen kann.3 Die Erklärung liegt nahe: Wenn das Licht die Mikrozirkulation unterstützt, kann sich nach Ende der Behandlung die ursprüngliche Durchblutung wieder einstellen. Deshalb sollte man den Softlaser bei Tinnitus nicht als einmalige Kur, sondern eher als regelmäßige Erhaltungstherapie betrachten – ähnlich wie eine Bewegungstherapie. Eine wichtige Einschränkung ist allerdings, dass die langfristige, erhaltende Anwendung bisher noch nicht in kontrollierten Studien geprüft wurde. Was wir darüber wissen, beruht auf klinischen Beobachtungen.

Zu Hause Ablauf der Softlaser-Behandlung zu Hause

Wenn die Untersuchung erfolgt ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt keine Gegenanzeige festgestellt hat, besteht die Behandlung zu Hause aus zwei Phasen. Behandeln Sie beide Ohren – auch wenn nur eines Ohrgeräusche macht!

Phase 1: Punkte rund um das Ohr

Im ersten Schritt behandeln Sie die Akupunkturpunkte rund um das Ohr: Setzen Sie den Behandlungskopf senkrecht auf die Haut und geben Sie an jedem Punkt 4 Joule Energie ab (mit dem Personal Laser L400 dauert dies 10 Sekunden; das Gerät gibt alle 10 Sekunden ein Tonsignal ab, sodass Sie leicht mitzählen können). Die Lage der Punkte zeigt die folgende Abbildung:

Behandlungspunkte bei Tinnitus rund um das Ohr

Phase 2: Bestrahlung des Gehörgangs

Das Ziel ist, das Innenohr durch den Gehörgang zu erreichen. Vorbereitung: Reinigen Sie den Gehörgang (Ohrenschmalz absorbiert das Licht), entfernen Sie gegebenenfalls den Fokussieraufsatz und tragen Sie die mit dem Gerät gelieferte Schutzbrille. Richten Sie das Licht in den Gehörgang und bewegen Sie das Gerät langsam und kontinuierlich: Neigen Sie es um einige Grad und beschreiben Sie mit der Spitze kleine Kreise, damit sich die Energie gleichmäßig verteilt. Beginndosis: 20 Joule (etwa 50 Sekunden), die bei fehlender Reaktion schrittweise auf 30–40 Joule erhöht werden kann (mit dem L400 etwa 1,5–2 Minuten, mit dem L500 Pro etwa 1–1,5 Minuten). Während der Behandlung können Sie eine leichte Wärme sowie knackende oder „schiffshornartige“ Geräusche wahrnehmen – dies sind harmlose Begleiterscheinungen.

Tinnitus-Behandlung mit Personal Laser L400: Laserlicht wird in den Gehörgang gerichtet

Tinnitus-Behandlung mit einem Personal-Laser-Gerät: richtige Haltung des Geräts

Häufigkeit und realistische Erwartungen

Empfohlen werden 2–3 Anwendungen pro Woche. Wenn die Methode bei Ihnen wirkt, zeigen sich erste Anzeichen typischerweise nach 5–10 Behandlungen. Die meisten Veränderungen treten jedoch etwa nach 15–20 Behandlungen auf – die individuelle Streuung ist groß. Wenn Sie eine Verbesserung feststellen, werden zur Erhaltung 1–2 Anwendungen pro Woche empfohlen. Und nun der ehrliche Teil: Die Methode wirkt nicht bei jedem, ein vollständiges Verschwinden ist selten. Das realistische Ziel ist ein leiseres Ohrgeräusch und eine geringere Belastung. Wenn auch die Halswirbelsäule beteiligt ist (das Geräusch verändert sich bei Kopfbewegungen), ergänzen Sie die Behandlung des Knochens hinter dem Ohr (Mastoid) mit 4–8 Joule sowie die Entspannung der Nacken-Schulter-Region.

Tipp Mein Rat: Führen Sie ein Ohrgeräusch-Tagebuch

Bewerten Sie täglich die Stärke und Belastung durch das Ohrgeräusch auf einer Skala von 1 bis 10 und notieren Sie auch die Behandlungen. Nach vier bis sechs Wochen zeigt das Tagebuch, was der tägliche Eindruck verdecken kann: ob die Behandlung bei Ihnen wirkt. Wenn sich nach 15–20 Behandlungen keine Veränderung zeigt, erzwingen Sie nichts. Wenden Sie Ihre Energie lieber der Klangtherapie und dem Stressmanagement zu – diese Methoden setzen an einem anderen Mechanismus an.

Was können Sie zu Hause noch tun?

Sitzen Sie nicht in völliger Stille. Vollständige Stille ist der wichtigste Verbündete des Tinnitus – dann richtet das Gehirn seine Aufmerksamkeit auf den inneren Klang. Leise Hintergrundgeräusche (Radio, Ventilator, App mit weißem Rauschen oder Naturgeräusche) können den ganzen Tag und besonders beim Einschlafen sehr hilfreich sein. Verwenden Sie weißes Rauschen immer leise – gerade so laut, dass das Ohrgeräusch in den Hintergrund tritt.

Durchbrechen Sie den Stresskreislauf. 30 Minuten Bewegung täglich, eine Atemübung (4 Sekunden einatmen – 7 Sekunden halten – 8 Sekunden ausatmen), eine Bildschirmpause am Abend und regelmäßige Schlafenszeiten sind keine „Wellness-Tipps“, sondern helfen, den Teufelskreis aus Ohrgeräusch und Stress zu durchbrechen. Viele Menschen bringen Koffein am Nachmittag und Alkohol mit einer Verstärkung der Beschwerden in Verbindung. Es kann sich lohnen, beides wegzulassen.

Nahrungsergänzungsmittel – mit Maß. Ein Vitamin-B12-Mangel kommt bei Menschen mit Tinnitus häufiger vor. Bei einem Mangel ist eine Ergänzung sinnvoll. Ginkgo biloba (täglich 200 mg standardisierter Extrakt) kann die Durchblutung unterstützen – die Ergebnisse sind uneinheitlich. Magnesium (täglich 200–400 mg) wurde im Zusammenhang mit dem Schutz vor Lärmschäden untersucht. Keines dieser Mittel ist ein Wundermittel. Bei Verdacht auf einen Mangel sollten Sie eine Laboruntersuchung durchführen lassen.

Schützen Sie, was Sie noch haben. Gehörschutz in lauter Umgebung, maximal 60 % Lautstärke bei Kopfhörern und aktiver Lärmschutz am lauten Arbeitsplatz: Bei bestehenden Ohrgeräuschen ist es besonders wichtig, weitere Lärmschäden zu verhindern.

Geeignete Geräte für die Behandlung des Gehörgangs

Für die Laserbehandlung von Ohrgeräuschen benötigen Sie ein Gerät, das ausreichend Energie in den Gehörgang einbringen kann. Ich empfehle zwei für den Heimgebrauch geeignete, CE-zertifizierte Medizinprodukte – das Protokoll kann mit beiden wie oben beschrieben durchgeführt werden.

Personal Laser L400

Personal Laser L400 Softlaser-GerätSoftlaser mit einer Leistung von 400 mW und einer Wellenlänge von 808 nm. Seine Konstruktion eignet sich gut für die Behandlung der Punkte rund um das Ohr und des Gehörgangs. Die Dosis von 40 Joule für den Gehörgang gibt das Gerät in etwa 100 Sekunden ab. Darüber hinaus kann der Softlaser für weitere Anwendungen zu Hause eingesetzt werden, etwa an Gelenken, Wunden und bei Hautproblemen.

Energy-Laser L500 Pro

Energy-Laser L500 Pro Softlaser-GerätGerät mit 500 mW Leistung und einer Wellenlänge von 808 nm. Dank der höheren Leistung kann dieselbe Energiemenge in kürzerer Zeit abgegeben werden (40 Joule in etwa 80 Sekunden). Eine gute Wahl, wenn Sie neben der Ohrbehandlung auch größere Körperbereiche und Gelenke regelmäßig behandeln möchten.

Warnung Bevor Sie mit der Behandlung beginnen

Beginnen Sie eine Behandlung zu Hause nur, wenn eine HNO-Ärztin oder ein HNO-Arzt die Ursache der Ohrgeräusche geklärt und behandelbare Grunderkrankungen ausgeschlossen hat:

  • Nicht abgeklärter Tinnitus – behandeln Sie nicht ohne Diagnose: Hinter dem Symptom kann eine behandelbare Erkrankung stehen.
  • Hörnervtumor (Vestibularisschwannom, Akustikusneurinom) – der Ausschluss ist Voraussetzung für die Behandlung, insbesondere bei einseitigen Beschwerden.
  • Otosklerose und andere behandelbare Ohrenerkrankungen – zuerst muss die Grunderkrankung fachärztlich behandelt werden.
  • Tumorerkrankung im Kopf-Hals-Bereich – eine Laserbehandlung in diesem Bereich ist zu vermeiden.
  • Schwangerschaft – eine Softlaser-Behandlung zu Hause nur nach ärztlicher Rücksprache.

Info Wichtiger Hinweis

Richten Sie das Laserlicht niemals in die Augen. Tragen Sie bei der Behandlung des Gehörgangs die mit dem Gerät gelieferte Schutzbrille. Über die allgemeinen Gegenanzeigen der Softlasertherapie habe ich in einem eigenen Artikel geschrieben: Gegenanzeigen der Softlasertherapie →

Forschung Was sagen die Forschungen?

„Was hilft bei chronischem Tinnitus am meisten?“

Nach einer aktuellen, umfassenden Übersicht der verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten ist der am stärksten evidenzbasierte Ansatz die Kombination aus kognitiver Verhaltenstherapie (sie verringert die seelische Belastung durch das Ohrgeräusch), Klangtherapie und – bei zusätzlicher Hörminderung – einem Hörgerät.2 Keine dieser Methoden „schaltet“ das Geräusch aus. Sie bewirken vielmehr, dass das Gehirn ihm immer weniger Aufmerksamkeit schenkt und der Alltag wieder mehr Raum bekommt. Das ist heute der realistische Goldstandard in der Tinnitusbehandlung.

„Hilft der Softlaser bei Ohrgeräuschen?“

Diese Frage wurde inzwischen von ungewöhnlich vielen Untersuchungen betrachtet – eine umfassende Analyse aus dem Jahr 2023 fasste die Daten aus 28 Studien mit nahezu 1.500 Teilnehmenden zusammen. Das Ergebnis ist zweigeteilt: Kurzfristig verringerte sich das Ohrgeräusch bei einem Teil der mit Laser behandelten Personen messbar, und die Methode erwies sich als wirksamer als ein Placebo. Die Dauerhaftigkeit der Wirkung ist jedoch nicht belegt. Außerdem verwendeten die Studien so unterschiedliche Einstellungen, dass das optimale Protokoll auch heute nicht eindeutig feststeht.3,4 Auch bei lärmbedingtem Tinnitus wurden günstige Teilergebnisse erzielt.5 Zusammengefasst: eine sichere, zur Erprobung geeignete ergänzende Methode – mit realistischen Erwartungen, kurweise wiederholt und nicht als Wundermittel.

„Können mein Nacken und mein Kiefer tatsächlich Ohrgeräusche auslösen?“

Ja – und dies ist eine der am besten behandelbaren Formen. Eine aktuelle Übersicht zu den Behandlungsergebnissen bei Kiefergelenksproblemen (TMD) kommt zu dem Ergebnis, dass Aufbissschienen und physiotherapeutische Behandlung auch ohrbezogene Begleitsymptome – darunter Ohrgeräusche – verbessern können.6 Wenn sich Ihr Ohrgeräusch beim Zähnepressen, Kauen oder Drehen des Kopfes verändert, sollten Sie diesen Weg mit Unterstützung einer zahnärztlichen gnathologischen Fachkraft und einer Physiotherapeutin oder eines Physiotherapeuten verfolgen. Denn hier lässt sich die Ursache behandeln und nicht nur das Symptom.

FAQ Häufig gestellte Fragen

Akute, frisch aufgetretene Ohrgeräusche – zum Beispiel ein Pfeifen nach einem lauten Konzert – verschwinden häufig innerhalb von Tagen oder Wochen von selbst. Eine chronische Form, die länger als 3 Monate besteht, verschwindet dagegen selten vollständig von allein. Die belastende Wirkung lässt sich mit den vorgestellten Methoden bei den meisten Menschen jedoch deutlich verringern. Statt abzuwarten, ist Handeln die bessere Strategie.

Nachts werden die Umgebungsgeräusche leiser. In der Stille „verstärkt“ das Gehirn den inneren Klang. Zusätzlich verschlechtern abendliche Müdigkeit und Stress die Wahrnehmung. Deshalb kann ein leises Hintergrundgeräusch am Abend gut wirken (weißes Rauschen oder Naturgeräusche neben dem Bett): Es unterdrückt das Ohrgeräusch nicht, sondern nimmt ihm die Bühne.

Nicht bei angemessener Lautstärke. Die Regel lautet: Es sollte gerade so laut sein, dass das Ohrgeräusch in den Hintergrund tritt – niemals lauter. Das Ziel ist nicht, das Geräusch zu „übertönen“, sondern eine neutrale Klangfläche zu schaffen, in der es untergeht.

Der erste Schritt ist immer eine HNO-ärztliche Untersuchung: Hörtest (Audiometrie) und bei Bedarf weitere Abklärungen. Bei pulsierenden Ohrgeräuschen kann auch eine bildgebende Untersuchung erforderlich sein. Wenn Sie das Ohrgeräusch seelisch sehr belastet, ist die Einbeziehung einer psychologischen Fachkraft keine Schwäche. Sie eröffnet den Zugang zur CBT, dem am stärksten evidenzbasierten Behandlungselement.

Sie kann erwogen werden, wenn die Untersuchung abgeschlossen ist, keine behandelbare Grunderkrankung vorliegt und vor allem dann, wenn eine Durchblutungsstörung als Hintergrund wahrscheinlich ist. Die Methode ist sicher und lässt sich gut mit anderen Behandlungen kombinieren. Beginnen Sie jedoch mit realistischen Erwartungen: Ziel ist eine Verringerung des Ohrgeräuschs, nicht seine vollständige Beseitigung. Um die Wirkung zu erhalten, sind wahrscheinlich regelmäßige Anwendungen erforderlich. Das Ohrgeräusch-Tagebuch zeigt nach 15–20 Behandlungen, ob eine Fortsetzung sinnvoll ist.

Zusammenfassung Zusammenfassung – Schneller Überblick

Worum geht es in diesem Artikel? Vollständiger Leitfaden zum Tinnitus: mögliche Ursachen, Hinweise aus der Art des Geräuschs, vorhandene Behandlungsmethoden und deren Evidenz sowie ein ausführliches Schritt-für-Schritt-Protokoll für die Softlaser-Behandlung zu Hause.
Für wen ist der Artikel gedacht? Für alle, deren Ohr klingelt, brummt oder rauscht – von Menschen mit frisch aufgetretenen Beschwerden bis hin zu Menschen, die seit vielen Jahren damit leben.
Kernaussage: Tinnitus ist ein Symptom und keine Erkrankung. Der erste Schritt ist immer eine HNO-ärztliche Untersuchung. Chronische Ohrgeräusche verschwinden selten vollständig, aber durch die Kombination verschiedener Methoden (Klangtherapie, Verhaltenstherapie, Hörgerät, ergänzender Softlaser und Stressmanagement) lässt sich die Belastung bei den meisten Menschen deutlich verringern.
Nächster Schritt: Interessieren Sie sich auch für andere Anwendungen des Softlasers zu Hause? Wissenschaftlicher Überblick zur Softlasertherapie →

Quellen

  1. Saeed S, Khan QU. (2021). The pathological mechanisms and treatments of tinnitus. Discoveries. DOI: 10.15190/d.2021.16
  2. Park KW, Kullar P, Malhotra C, Stankovic KM. (2023). Current and emerging therapies for chronic subjective tinnitus. Journal of Clinical Medicine. PubMed: 37892692
  3. Nikookam Y, et al. (2023). The effect of photobiomodulation on tinnitus: a systematic review. The Journal of Laryngology & Otology. PubMed: 37994052
  4. Abdali HM, et al. (2025). Low-level laser therapy and photobiomodulation for tinnitus. Cureus. DOI: 10.7759/cureus.96234
  5. Mollasadeghi A, et al. (2013). Efficacy of low-level laser therapy in the management of tinnitus due to noise-induced hearing loss. Journal of Lasers in Medical Sciences. PubMed: 24288494
  6. Ferrillo M, et al. (2024). Efficacy of rehabilitative therapies on otologic symptoms in patients with temporomandibular disorders. Journal of Oral Rehabilitation. DOI: 10.1111/joor.13716
Dr. Zátrok Zsolt

Dr. Zsolt Zátrok

Arzt, Medizintechnik-Experte, Blogger

Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Therapiegeräte für die Heimanwendung sind als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung vorgesehen und ersetzen diese nicht. Bei Ohrgeräuschen ist zunächst eine HNO-ärztliche Untersuchung erforderlich, um die Ursache zu klären. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt.

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