NUR FÜR GESUNDHEITSFACHKRÄFTE
Das Ami Pro wird NICHT an Privatpersonen verkauft. Das Gerät darf ausschließlich an medizinische Praxen, Physiotherapeuten, Logopäden, Neurorehabilitations-Therapeuten, ambulante Fachzentren oder Krankenhäuser abgegeben werden. Die elektrische Therapie der Dysphagie darf nur unter Anleitung des behandelnden Arztes und nach dessen Einweisung mit den vorgegebenen Programmen erfolgen. Eine Anwendung zu Hause ist nur nach ärztlicher Anweisung und unter Anleitung sowie anhand eines vom Fachpersonal eingestellten Protokolls möglich.
Hersteller-Indikationen im Überblick
Gemäß der Hersteller-Bedienungsanleitung ist das Ami Pro für Behandlungen an der vorderen Hals- und Gesichtspartie indiziert: zur Verhinderung von Schluckatrophie und zur Rehabilitation der am Schlucken beteiligten Muskulatur, bei Dysphagie jeglicher Ätiologie, ausgenommen mechanische Ursachen, die eine Operation erfordern (z. B. obstruktive Tumoren). Die nachfolgenden Hauptätiologien sind in den Hersteller-Indikationen aufgeführt:
Der klinische Fachmann entscheidet, ob und in welcher Phase eines NMES-Protokolls die Behandlung abhängig vom Zustand des Patienten, dem Schlaganfalltyp (ischämisch oder hämorrhagisch), dem neurologischen Status und der klinischen Schluckbeurteilung indiziert ist. Die Behandlung ist Teil einer komplexen Rehabilitation (Logopädie, Physiotherapie, Neurologie).
Rehabilitation der Dysphagie, die durch strahlentherapiebedingte Gewebeveränderungen (Fibrose, Stenose) entstanden ist. WICHTIG: Bei mechanischer Obstruktion (noch vorhandener Tumor) darf NMES NICHT angewandt werden – strukturelle Maßnahmen (Chirurgie, endoskopische Intervention) haben Vorrang. Der Kliniker bewertet die strukturelle Stabilität vor Beginn eines NMES-Protokolls.
Allgemeine Kategorie in der Indikationsliste, die neurologische oder muskuloskeletale Zustände abdeckt, welche die Schluckmuskulatur betreffen. Die konkrete Diagnose und Protokollauswahl liegen in der Kompetenz des behandelnden Neurologen, Logopäden oder Rehabilitationsarztes. Je nach Krankheitsstadium kann NMES in bestimmten Phasen indiziert sein – der Kliniker entscheidet, ob die Behandlung beim jeweiligen Patienten angezeigt ist.
Rehabilitation von Schluckstörungen nach langem Intensivaufenthalt (Intubation, Tracheostomie) oder anoxischer Hirnschädigung. Einsatz auf Rehabilitationsstationen oder in subakuten Neurorehabilitationszentren mit dem dem Patientenstatus entsprechenden Protokoll.
Beinhaltet Zustände nach schweren kardiovaskulären oder zerebrovaskulären Ereignissen, die mit Schluckkomplikationen einhergehen können. Nach klinischer Einschätzung durch den behandelnden Arzt einleitbar – die kardiovaskuläre Stabilität des Patienten muss überprüft werden.
Atemwegserkrankungen, bei denen eine gestörte Atmungs-Schluck-Koordination zu Schluckkomplikationen führt. NMES-Protokolle können mit Atemtherapie kombiniert werden – Einsatz in einem multidisziplinären Team aus Pneumologen und Logopäden.
Dysphagie infolge medizinischer Eingriffe (Anästhesie, Operation, medikamentös) kann entsprechend dem Zustand des Patienten behandelt werden. Einsatz im Rahmen postoperativer Rehabilitationsprotokolle – die Indikationsstellung obliegt dem behandelnden Arzt.
Neurologische Zustände im Zusammenhang mit der Geburt sowie Schluckrehabilitation nach Kopf- oder Halsverletzungen. Pädiatrische Anwendungen sind ausschließlich in spezialisierten Kinder-Neurorehabilitationszentren und unter Aufsicht eines Kinderarztes oder Kinder-Logopäden möglich. Die Rehabilitation Erwachsener nach Kopf-Hals-Trauma erfolgt nach dem jeweiligen klinischen Protokoll.
Hinweis: Die obige Aufzählung beruht auf der Hersteller-Bedienungsanleitung und Produktdokumentation. Die konkrete Indikationsstellung, die Auswahl des geeigneten Protokolls und die Anwendung liegen stets in der Verantwortung des behandelnden Fachpersonals (behandelnder Arzt, Physiotherapeut, Logopäde, Neurorehabilitations-Therapeut) unter Berücksichtigung des individuellen Patientenstatus, des Ausschlusses von Kontraindikationen und der klinischen Diagnose.
Die Programmgruppen des Ami Pro im Detail
3 Programme mit festen Parametern – die Parameter sind nicht veränderbar. Einstiegsniveau zur Einführung in NMES-ähnliche Muskelstimulation. Beim Wechsel in ein neues Protokoll empfiehlt es sich, hier zu beginnen und je nach Patienten-Toleranz zu Dysphagie 2 oder den einstellbaren Programmen überzugehen.
36 Programme mit festen Parametern, aufgeteilt in verschiedene Arbeitszyklustypen (Verhältnis Arbeitszeit–Pausenzeit). Ermöglicht die Auswahl des für den Patienten passenden Arbeitszyklus – z. B. schonender 1:5 oder intensiver 1:2 bzw. 1:3. Besonders nützlich zur Steuerung von Muskelermüdung und stufenweiser Progression.
5 dedizierte Action-Now-Programme. Die Muskelkontraktion startet NUR, wenn der Anwender (Behandler oder Patient) die spezielle Taste gedrückt hält. Dadurch lässt sich NMES mit der freiwilligen Schluckversuchen synchronisieren – es entsteht ein Biofeedback-System. Aus Sicht des motorischen Wiedererlernens (Neuroplastizität) gilt dies als besonders effektiv. Besonders wertvoll bei Schlaganfallrehabilitation und komplexen motorischen Lernaufgaben.
36 Programme mit einstellbaren Parametern – bietet erfahrenen Fachkräften vollständige Kontrolle:
- Arbeitszyklus: freier Einstellbereich für Verhältnis Arbeitszeit–Pause.
- Behandlungsdauer: wählbar 30, 45 oder 60 Minuten.
- Impulsbreite: frei einstellbar zwischen 80–260 μs.
- Frequenz: frei einstellbar zwischen 1–80 Hz.
- Gesamtdauer: die gesamte Behandlungszeit.
Geeignet zur präzisen Reproduktion spezieller klinischer Protokolle (Forschung, evidenzbasierte Methoden). AUSSCHLIEßLICH für erfahrene NMES-Fachkräfte empfohlen – Einsteiger sollten diese Programme meiden.
20 dedizierte Programme zur facialen Rehabilitation, in drei Unterkategorien:
- Standard: Basisstimulation der mimischen Muskulatur gemäß Herstellerindikationen.
- Advanced: fortgeschrittene, tiefere Muskelstimulation für erfahrene Protokolle.
- Action Now: biofeedbackähnlich, synchronisiert mit freiwilligen Versuchen für motorisches Wiedererlernen.
Die Auswahl der Gesichtstherapieprogramme orientiert sich an den rehabilitativen Anforderungen. Die konkrete Indikation und Protokollwahl liegen in der Verantwortung des behandelnden Fachpersonals (Physiotherapeut, Logopäde, Neurologe).
Häufige Fragen
NEIN. Das Ami Pro wird aufgrund klinischer Parameter (z. B. anatomisch präzise Platzierung der Schmetterlings-Elektroden, korrekte Intensität und Programmauswahl) sowie der Notwendigkeit der Patientenüberwachung AUSSCHLIESSLICH an Gesundheitsfachkräfte verkauft: medizinische Praxen, Physiotherapeuten, Logopäden, Neurorehabilitations-Therapeuten, Fachzentren, Krankenhäuser. Zum Kauf ist ein Nachweis der beruflichen Qualifikation erforderlich.
Heimanwendung ist nur auf Anweisung des behandelnden Arztes und anhand eines vom Fachpersonal eingestellten Protokolls möglich – der Patient oder Angehörige darf ausschließlich die eingelernten, fest parametrierten Programme starten.
NEIN. Das Ami Pro darf AUSSCHLIESSLICH bei funktioneller (motorischer, sensorimotorischer, sensibler) Dysphagie eingesetzt werden. Mechanische Obstruktionen – nicht operativ entfernte Tumoren, schwere Strukturen, Fremdkörper etc. – sind KONTRAINDIKATIONEN. Diese erfordern vorrangig strukturelle Interventionen (Chirurgie, endoskopische Maßnahmen). Funktionelle Rehabilitation darf erst nach Entfernung der Obstruktion begonnen werden.
"Action Now" synchronisiert die NMES-Stimulation mit dem freiwilligen Schluckversuch des Patienten. Klinisch ist das wichtig, weil:
- Motorisches Lernen (Neuroplastizität): neue motorische Muster werden am effektivsten konditioniert, wenn der freiwillige Versuch zeitlich mit afferentem Feedback (durch NMES ausgelöste Muskelkontraktionen) zusammenfällt.
- Aktive Patientenbeteiligung: im Gegensatz zur passiven NMES ist der Patient aktiv in die Rehabilitation eingebunden.
- Klinische Studien: synchronisierte Stimulationsprotokolle zeigten bessere funktionelle Ergebnisse als passive NMES.
Action Now ist besonders wichtig bei post-stroke-Dysphagie.
NEIN. Die NMES-Behandlung mit dem Ami Pro ist eine ERGÄNZZUNG der klassischen Dysphagie-Rehabilitation – niemals ein Ersatz. Klinische Protokolle empfehlen immer einen kombinierten Ansatz:
- Klassische logopädische Übungen: Shaker, Mendelsohn-Manöver, effortful swallow, McNeill MDTP, Zungenbasis-Manöver.
- Anpassung der Nahrungsaufnahme: Texturanpassungen (IDDSI), Positionierung, Hilfsmittel.
- NMES als Ergänzung: zusätzlich und mit stufenweiser Progression.
Der kombinierte Ansatz ist in der klinischen Praxis die etablierte Basis der Dysphagie-Rehabilitation – NMES ist ein ergänzendes Element eines multidisziplinären Behandlungsplans.
Die Schmetterlings-Geometrie ist an die Oberflächenanatomie der suprahyoidalen und infrahyoidalen Halsmuskulatur angepasst. Die Lage und Ausrichtung der subkutanen Halsmuskeln ist spezifisch – klassische quadratische oder rechteckige Pads decken dies nicht optimal ab. Die Schmetterlingsform:
- deckt die Zone unter und über dem Zungenbein gleichzeitig ab.
- verringert das Risiko der Überlagerung mit Atemwegen und Gefäßen.
- unterstützt die elektrodenplatzierung gemäß klinischer Protokolle.
Es wird empfohlen, ausschließlich die originalen Globus-Schmetterlings-Elektroden zu verwenden – andere Elektrodenarten werden in klinischen Protokollen NICHT empfohlen.
Typische Integration des Ami Pro in eine Klinik:
- Multidisziplinäres Team: Neurologe + Logopäde + Physiotherapeut + Pflegepersonal in Zusammenarbeit.
- Assessment: klinische Schluckbeurteilung + FEES oder VFSS zur Fundierung der Programmwahl.
- Protokollwahl: Auswahl des passenden Programms (Dysphagie 1/2/3 oder Einstellbar) entsprechend dem Patientenstatus.
- Tägliche Behandlung: typischerweise 30–45 Minuten, 1–2 Mal täglich.
- Kombination mit klassischen Übungen: vor oder nach der NMES.
- Wirkungsbeurteilung: wöchentlich oder zweiwöchentlich klinische Schluckbeurteilung.
- Dokumentation: alle Protokollparameter und die Patienten-Toleranz müssen dokumentiert werden.
Ja, es wird besonders für private Logopädie-Praxen empfohlen, die klinische Dysphagie-Behandlung anbieten, sowie für Neurorehabilitationszentren und Physiotherapie-Praxen. Die 100 Programme und die Action-Now-Funktion decken komplexe Rehabilitationsanforderungen ab. Typische Patienten entsprechen den Herstellerindikationen: post-stroke, nach Kopf-Hals-Trauma oder Strahlenfibrose, sowie neurologische oder muskuloskeletale Erkrankungen.
Beim Kauf ist der Nachweis des Gesundheitsfachpersonen-Status (Logopädie-/Physiotherapie-Abschluss, Praxisbetriebserlaubnis) erforderlich.
Klinischer Workflow – Schritt für Schritt
Patientenassessment und Klärung der Diagnose
Vor Beginn eines NMES-Protokolls ist stets die Ätiologie der Dysphagie abzuklären (klinisches Assessment, FEES/VFSS). Der Ausschluss obstruktiver (tumoröser, struktureller) Ursachen ist zwingend. Die Beurteilung der motorisch-sensorischen Funktion legt fest, welche Programmkategorie (Dysphagie 1/2/3, Einstellbar) geeignet ist.
Gerätevorbereitung (Netzanschluss)
Das Ami Pro wird mit einem 220-V-Netzadapter betrieben – es ist nicht akkubetrieben und für die klinische Anwendung optimiert. Schließen Sie den Netzadapter an. Verbinden Sie die Kabel mit den entsprechenden Kanälen (1–4).
Platzierung der Schmetterlings-Elektrode an Hals/Gesicht
Die Schmetterlings-Elektrode ist an die suprahyoidale und infrahyoidale Muskulatur angepasst. Die präzise Platzierung richtet sich nach dem gewählten Protokoll und der Halsanatomie des Patienten – sie liegt in der Verantwortung des behandelnden Fachpersonals. Vorab muss die Haut gereinigt ( entfettet ) werden, um eine gute Leitfähigkeit zu gewährleisten.
Programmauswahl
Aus den 100 Programmen wählen Sie das passende anhand des Patientenstatus und des klinischen Ziels:
- Dysphagie 1 (3 Programme, feste Parameter): Einsteigerprotokolle.
- Dysphagie 2 (36 Programme): Arbeitszyklus-Variationen, feste Parameter.
- Dysphagie 3 (5 Programme, Action Now): biofeedbackähnlich, synchronisiert mit freiwilligen Versuchen.
- Einstellbar (36 Programme): vollständige Parametrierung für Fachpersonal (Arbeitszyklus, Behandlungsdauer 30/45/60 Minuten, Impulsbreite, Frequenz).
- Gesichtsbehandlung (20 Programme): für die faciale Rehabilitation.
Schonende Intensitätsanpassung (max. 20 mA)
Der Intensitätsbereich des Ami Pro liegt bei 0–20 mA – speziell für schonende Halsstimulation. Die Intensität wird schrittweise erhöht, basierend auf dem Feedback des Patienten. Ein guter Wert ist eine spürbare, aber NICHT schmerzhafte Muskelkontraktion. Bei bilateralen Protokollen ist eine symmetrische Einstellung der 4 Kanäle wichtig.
Verwendung der "Action Now"-Funktion (motorisches Lernen)
In den Dysphagie-3- oder den Gesicht-Action-Now-Programmen startet die Stimulation nur, wenn der Anwender (Behandler oder Patient) die spezielle Taste gedrückt hält. So lässt sich die Stimulation mit dem freiwilligen Schluckversuch synchronisieren – die Grundlage für motorisches Wiedererlernen (Neuroplastizität). Klinische Protokolle betonen die Koordination von patienteninitiiertem Versuch und Stimulation als besonders vorteilhaft.
Kombination mit klassischen logopädischen Übungen
Sich ergänzend zur NMES – sie ersetzt nicht die klassische Dysphagie-Therapie:
- Shaker-Übung: isometrisch-isotonisches Kopfhebungsprotokoll.
- Mendelsohn-Manöver
- Effortful swallow: kraftvoller, konzentrierter Schluck.
- McNeill Dysphagia Therapy Program (MDTP): intensives, zielgerichtetes Schema.
- Therapiepositionierung, Anpassung der Ernährung: Grundlage der Patientensicherheit.
Der kombinierte Ansatz ist Basis der klinischen Praxis – NMES ist kein alleinstehendes Verfahren, sondern Teil eines komplexen Rehabilitationsplans.
Monitoring, Dokumentation, Wirksamkeitsbewertung
Jede Behandlung muss dokumentiert werden (Programm, Parameter, Behandlungsdauer, Patienten-Toleranz) gemäß klinischem Protokoll. Wöchentliche oder zweiwöchentliche Wirksamkeitsbewertungen (klinische Schluckbeurteilung, ggf. FEES/VFSS) sind notwendig, um das Protokoll beizubehalten oder anzupassen. Der Behandlungsverlauf muss an jedem geplanten Reha-Tag aktuell dokumentiert sein.
Was ist im Paket enthalten?
Das Ami Pro ist ein komplettes klinisches Paket – mit allen Zubehörteilen für die sofortige Integration in den klinischen Alltag.
- 1 Stk Ami Pro neuromuskulärer Elektrostimulator (NMES, 1–4 Kanäle)
- 4 Stk Stimulationskabel
- 4 Stk Schmetterlingsförmige Elektroden (für Halsanatomie konzipiert)
- 1 Stk 220-V-Netzadapter
- 1 Stk Tragetasche
- 1 Stk Bedienungsanleitung (mit klinischen Protokollbeschreibungen)
In der klinischen Umgebung ist die Pflege der Schmetterlings-Elektroden entscheidend, um Kreuzinfektionen zwischen Patienten zu vermeiden:
- Ein Patient / eigener Elektroden-Satz: nach klinischem Protokoll sollte jedem Patienten ein eigener Elektroden-Satz zugeordnet werden.
- Reinigung nach jeder Anwendung: mit zugelassenen Desinfektionsmitteln (alkoholhaltig oder spezifische medizintechnische Reiniger, gemäß Herstellerangaben).
- Lagerung: trocken und frei von Kontamination.
- Austauschzeitpunkt: bei Verlust der Haftfähigkeit oder Beschädigung der Elektrodenoberfläche.
- Ersatz-Schmetterlings-Elektroden: sind über das klinische Bestellportal separat erhältlich.
Für die vollständige klinische Integration des Ami Pro sind als Zubehör bestellbar:
- Ersatz-Schmetterlings-Elektroden: in 4er-Paketen.
- Ersatz-Stimulationskabel: 4er-Sets.
- Ersatz-Netzadapter: zur Sicherstellung der Stromversorgung in der Klinik.
- Klinische Tischhalterung: für ärztliche Praxen.
Technische Daten – im Detail
| Eigenschaft | Wert | Klinische Bedeutung |
|---|---|---|
| Typ | NMES (neuromuskuläre Elektrostimulation) | Spezialgerät zur Dysphagie-Rehabilitation |
| Indikation | Funktionelle Dysphagie-Rehabilitation | Mechanische Ursachen ausgeschlossen |
| Kanäle | 1-4 | Bilateral ausführbare komplexe Protokolle |
| Anzahl Programme | 100 (3 Dysphagie 1 + 36 Dysphagie 2 + 5 Dysphagie 3 + 36 Einstellbar + 20 Gesichtsbehandlung) | Deckt das klinische Dysphagie-Spektrum ab |
| Action Now-Funktion | Ja (Dysphagie 3 + Gesichtsbehandlung Action Now) | Biofeedback-Synchronisation mit freiwilligen Versuchen |
| Elektrodentyp | Schmetterlingsförmig (im Lieferumfang 4 Stk) | Für suprahyoidale/infrahyoidale Halsmuskulatur konzipiert |
| Stromstärke | 0-20 mA | Schonender, halsverträglicher Bereich |
| Frequenz | 1-80 Hz | Vollständiger Bereich für NMES-Protokolle |
| Impulsbreite | 80-260 μs | Deckt die Anforderungen klinischer Dysphagie-Protokolle |
| Wellenform | Rechteckförmig, biphasisch, symmetrisch, kompensiert | Gleichmäßige Signalqualität, keine Polarisation |
| Behandlungsdauer | 30, 45 oder 60 Minuten (bei einstellbaren Programmen) | Entspricht klinischen Protokollstandards |
| Display | 2,6" | Kompakt, in klinischer Umgebung praktisch |
| Stromversorgung | 220 V Netzadapter | Optimiert für kontinuierlichen klinischen Einsatz |
| Abmessungen | 100×160×35 mm | Kompakt, tischgeeignet |
| Gewicht | 450 g | Transportfähig in Tragetasche |
| Zertifikat | Class IIa medical device; CE (MDD 93/42/CEE-2007/47/CEE) | Europäische Konformität, Medizinprodukt |
| Hersteller | Globus Corporation (Italien) | Italienische Medizintechnik-Marke |
| Vertrieb | Nur an Gesundheitsfachkräfte | Nachweis der fachlichen Qualifikation erforderlich |
Wann darf Ami Pro NICHT angewendet werden?
Das Ami Pro ist ein Class-IIa-Medizinprodukt. Wegen der elektrischen Stimulation der vorderen Halsregion sind die Kontraindikationen strikt zu beachten. Die Einschätzung der nachfolgenden Punkte obliegt dem behandelnden Fachpersonal.
- Herzschrittmacher, implantierbarer Defibrillator (ICD) oder jegliches implantiertes elektronisches Gerät
- Obstruktive (verschließende) Dysphagie – mechanische Ursachen, die eine Operation/endoskopische Intervention erfordern (Tumor, Struktur, Fremdkörper)
- Aktive oder verdächtige Krebserkrankung im Behandlungsgebiet (Hals, Gesicht)
- Carotis-Arteriosklerose oder Carotis-Stenose (Verengung der Halsarterie)
- Epilepsie oder andere Anfallsleiden des Nervensystems (relativ; fachärztliche Konsultation ist erforderlich)
- Schwangerschaft (ohne Zustimmung des behandelnden Arztes)
- Akute Entzündung der Hals-Haut, Infektion, frische Operationsnarbe, ulzerative Hautläsion im Halsbereich
- Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (unkontrollierter Bluthochdruck, frischer Myokardinfarkt, schwere Herzinsuffizienz)
- Bradykardie (niedrige Herzfrequenz), pacemaker-abhängiger Herzrhythmus
- Bewusstlose oder stark kooperationsunfähige Patienten (insbesondere bei Action-Now-Protokollen)
- Implantierte Metall-Implantate im Hals- oder Gesichtsbereich (Schrauben, Platten, Stents)
- Schwere psychiatrische Erkrankungen (akute Psychose, schwere kognitive Beeinträchtigung)
- Eigenständige Heimanwendung durch Privatpersonen ohne Aufsicht und Einweisung durch Gesundheitsfachpersonal
Klinische Verantwortung: Vor jeder Behandlung ist das behandelnde Fachpersonal (Physiotherapeut, Logopäde, Neurorehabilitations-Therapeut, behandelnder Arzt) für das Screening des Patienten und den Ausschluss von Kontraindikationen verantwortlich. Detaillierte Informationen finden Sie in dem Artikel von Dr. Zátrok Zsolt zu Kontraindikationen der Elektrotherapie.
Hinweise zur klinischen Anwendung
Das Ami Pro ist ein CE-zertifiziertes Class-IIa-Medizinprodukt (MDD 93/42/CEE-2007/47/CEE) und speziell für den klinischen/institutionellen Einsatz konzipiert. Es wird NICHT an Privatpersonen verkauft. Der Erwerb ist an den Nachweis einer beruflichen Tätigkeit im Gesundheitswesen gebunden.
Verantwortung des Behandlers: Patientenscreening (Ausschluss von Kontraindikationen, Klärung der Dysphagie-Ätiologie, Ausschluss mechanischer Obstruktionen), Auswahl des geeigneten Programms, Einstellung der Intensität, Patientenüberwachung während der Behandlung sowie klinische Dokumentation.
Heimanwendung: Nur nach Anweisung des behandelnden Arztes und mit den von ihm eingestellten, fest parametrierten Programmen. Der Patient oder ein Angehöriger darf nur das eingewiesene Protokoll starten – die Benutzung der einstellbaren Programme bleibt Fachpersonal vorbehalten.
Multidisziplinärer Ansatz: NMES ist eine ERGÄNZUNG zu klassischen logopädischen Übungen und Ernährungsanpassungen – niemals ein Ersatz. Ein komplexer, multidisziplinärer Rehabilitationsansatz ist klinische Grundlage.
Aspirationsrisiko: Patienten mit Dysphagie sollten regelmäßig mittels FEES oder VFSS überwacht werden, um aspirative Pneumonie zu verhindern. Bei NMES-Protokollen obliegt die Modifikation flüssiger Nahrungsaufnahme (nach IDDSI-Standards) der fachärztlichen Verantwortung.
Das Gerät darf nur mit originalen Globus-Zubehörteilen verwendet werden. Jede Behandlung ist gemäß klinischem Protokoll zu dokumentieren.
Die auf dieser Seite enthaltenen Informationen dienen der fachlichen Orientierung und ersetzen nicht das individuelle klinische Protokoll oder die patientenspezifische ärztliche Untersuchung. Jede Anwendung erfolgt in der klinischen Entscheidungsverantwortung des behandelnden Fachpersonals.