Globus Genesy 1500 – ein Gerät für Hunderte von Beschwerden.
Selektiver Reizstrom
Was ist selektiver Reizstrom und für wen ist er geeignet?
Der selektive Reizstrom ist eine spezielle Form der Elektrotherapie, die zur Behandlung denervierter – also motorisch entnervter – Muskeln geeignet ist. („szelektív ingeráram" ist der ungarische Fachbegriff; international wird häufig die Bezeichnung „Behandlung denervierter Muskeln" verwendet.) Typischerweise kommt er bei peripheren Lähmungen zum Einsatz: Peroneuslähmung, Fazialisparese oder zur Behandlung von Muskeln nach Nervenschädigung infolge Bandscheibenvorfall, Wirbelfraktur oder Wirbelsäulenoperationen.
Er ist „selektiv", weil er gezielt auf denervierte Muskeln wirkt. Gesund innervierte Muskeln benötigen das nicht – diese werden mit der üblichen Muskelstimulation (kurze, biphasische Rechteckwellen) behandelt.
Zwei Dinge, die man vorher wissen sollte
1. Selektiver Reizstrom ist nicht für stroke-bedingte (zentrale) Lähmungen geeignet – dort kann er kontraproduktiv sein. 2. Nicht jeder Muskelstimulator kann denervierte Muskeln behandeln; hierfür sind spezialisierte, leistungsfähigere Geräte nötig. Im Produktbereich unten im detaillierten Auswahlratgeber gehen wir darauf genauer ein.
Ein Gerät von Globus Genesy 3000 – für Hunderte von Beschwerden.
Genesy 600: multifunktionales Elektrotherapie-Gerät. TENS / EMS / MCR-MENS / FES / Iontophorese / denerviert. 4 Kanäle, akkubetrieben.
Im Preis enthalten: Gerät, 4 Kabel, 2 Kabel für Mikrostrom-Behandlung, 4 selbstklebende 50x50mm und 4 selbstklebende 50x90mm TENS-Elektroden, Akku-Ladegerät, Tragetasche
Welches Gerät sollten Sie wählen?
Wichtig: Nicht jeder Muskelstimulator ist zur Behandlung denervierter Muskeln geeignet – nur Geräte, die lange Impulse liefern, kommen dafür infrage. Im Sortiment befinden sich vier solche Geräte.
| Wenn Sie das suchen… | Das sollten Sie sich zuerst ansehen |
|---|---|
| Auf die Behandlung denervierter Muskeln spezialisiertes Gerät für einzelne Muskeln (Peroneus, Fazialis) – mit EMG-Trigger (Wiedererlernen des Gehens) | PeroBravo |
| Multifunktionales Gerät, das neben anderen Therapien auch einen Denerviert-Modus bietet | Genesy 600, Genesy 1500, Genesy 3000 |
| Spitzenklasse für Zuhause, größtes Programmangebot | Genesy 1500 |
| Spitzenklasse für Therapeuten | Genesy 3000, PeroBravo |
Hat ein Muskel eine intakte Innervation, ist kein selektiver Reizstrom angezeigt, sondern eine normale Muskelstimulation – siehe unsere izomstimuláló készülék. Zur Wiedererlernung von Bewegungen nach Schlaganfall können rückmeldende Biofeedback-Geräte unterstützen.
Wie funktioniert der selektive Reizstrom?
Bei der Behandlung wird über auf der Haut angebrachte Elektroden ein elektrischer Impuls mit Milliampere-Stärke (mA) und langer Dauer (ca. 100–900 Millisekunden) an den denervierten Muskel gegeben, der diesen zur Kontraktion bringt. Die Impulsform kann Dreieck-, Trapez- oder Rechteckform haben. Das ist der entscheidende Unterschied: Gesunde Muskeln reagieren auf kurze, mikrosekundenlange biphasische Rechteckwellen, denervierte Muskeln hingegen nur auf lange Dreieck- oder Trapezimpulse.
Der Behandlungsverlauf bei peripherer Lähmung hat eine typische „Kurve": In der Regel beginnt man mit Dreieckimpulsen, und sobald die Nerven regenerieren, erfolgt ein Übergang zu Trapez- und schließlich Rechteckimpulsen.
Periphere oder zentrale Lähmung? – das ist entscheidend!
Bei peripherer Lähmung (der Nerv zum Muskel ist geschädigt) ist der selektive Reizstrom geeignet. Bei zentraler Lähmung (z. B. nach Schlaganfall, wenn der Nerv intakt ist, aber die Steuerung im Gehirn gestört ist) wird der selektive Reizstrom nicht empfohlen – er kann die Muskelsteifigkeit (Spastizität) verstärken. In solchen Fällen ist die übliche biphasische Rechteckwellen-Stimulation mit niedriger Frequenz der richtige Weg. Eine genaue Diagnose ist hier unerlässlich – beginnen Sie die Therapie in Absprache mit einer Fachperson.
Warum ist konsequente Behandlung wichtig?
Nerven regenerieren sehr langsam – selbst unter optimalen Bedingungen wächst der Nerv täglich höchstens einige Zehntel bis etwa ein Millimeter. Die vollständige Regeneration einer langen Nervenfaser kann daher Jahre dauern, und während dieser Zeit muss täglich, konsequent stimuliert werden. Regelmäßiger selektiver Reizstrom hilft dabei, das Muskelgewebe so lange zu erhalten, bis der Nerv wieder ankommt – ohne dauerhafte Stimulation baut der denervierte Muskel nach und nach ab. Die Stimulation kann außerdem dazu beitragen, die neuromuskuläre Verbindung „wieder einzuüben", wofür sehr viele Wiederholungen nötig sind.
Dr. Zátroks Rat
Kaufen Sie für den Einsatz an denervierten Muskeln niemals ein billiges Universalgerät – diese können keine langen Dreieck-/Trapezimpulse erzeugen, auf die denervierte Muskeln reagieren.
Der Schlüssel zum Erfolg ist Geduld und tägliche Routine: Nervenregeneration ist langsam, und die Behandlung muss über längere Zeit fortgesetzt werden. Beginnen Sie die Therapie möglichst unter fachlicher Anleitung, denn Impulsform und Behandlungsverlauf sind individuell anzupassen.
Wann sollten Sie es NICHT verwenden?
Die Anwendung des selektiven Reizstroms erfordert fachliche Anleitung. In den folgenden Fällen holen Sie vor Kauf und Anwendung ärztlichen Rat ein:
- Zentrale (z. B. nach Schlaganfall) Lähmung – hierfür nicht geeignet, kann die Muskelsteifigkeit verstärken
- Schrittmacher oder anderes implantiertes elektronisches Gerät
- Schwere Herzrhythmusstörung
- Schwangerschaft
- Epilepsie
- Tumorerkrankung im behandelten Bereich
- Beschädigte, entzündete oder gereizte Hautstelle – auf solcher Haut keine Elektroden anbringen
Die genaue Diagnose ist hier entscheidend
Die Behandlung denervierter Muskeln unterscheidet sich von der Stimulation gesunder Muskeln, und falsche Einstellungen führen nicht zum Erfolg. Beginnen Sie die Therapie daher nach Klärung der Ursache der Lähmung und möglichst unter fachlicher Anleitung.