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Iontophorese: Lokale Wirkstoffzufuhr durch die Haut

Iontophorese: Lokale Wirkstoffzufuhr durch die Haut

Die Iontophorese ist ein spezielles elektrotherapeutisches Verfahren, das elektrischen Strom zur lokalen, transdermalen Applikation von Wirkstoffen nutzt. Das Prinzip ist einfach: der Strom „treibt" ionisierte (geladene) Wirkstoffmoleküle durch die obersten Hautschichten (Stratum corneum) in das Zielgewebe. So kann der Verdauungsweg und der sogenannte First‑Pass‑Metabolismus in der Leber umgangen werden, während lokal höhere Wirkstoffkonzentrationen erreicht werden können [5].

Elektrostimulation
Dr. Zátrok Zsolt
Dr. Zátrok Zsolt

Was ist Iontophorese und worin unterscheidet sie sich von TENS oder EMS?

Iontophorese ist ein spezielles elektrotherapeutisches Verfahren, dessen Ziel nicht Schmerzreduktion oder Muskelaufbau ist, sondern ein Medikament bzw. Wirkstoff lokal durch die Haut an die Ursache der Beschwerden, direkt unter die schmerzende Stelle zu bringen. Dabei wird ein sehr schwacher, gleichgerichteter elektrischer Strom (Gleichstrom) eingesetzt. TENS und EMS hingegen arbeiten mit wechselnden Impulsen und verfolgen andere Ziele (Schmerzlinderung, Muskelstimulation). Einen Überblick über die Methoden findest du im Artikel Elektrotherapie‑Methoden.

Kerngedanke

Iontophorese ist keine alleinstehende Therapie – ihre Wirkung hängt vom eingesetzten Wirkstoff ab. Aktuelle Studien zeigen, dass sie besonders nützlich ist für:
Tennisellenbogen [1] – durch lokale Applikation von entzündungshemmenden (Dexamethason) und lokalanästhetischen (Lidocain) Substanzen.
Hand‑ oder Fußhyperhidrose (übermäßiges Schwitzen) [2][3] – oft schon mit Leitungswasser oder speziellen Gelen ohne zusätzliche Arzneistoffe wirksam.
Nackenschmerzen [4] – bei lokaler Applikation von Magnesiumsulfat.
Die Methode ist polaritäsabhängig: der Wirkstoff muss von der Elektrode mit der passenden Ladung appliziert werden – dazu mehr im Artikel Elektrodenpolarität.

Wie transportiert der Strom den Wirkstoff durch die Haut?

Nach den Untersuchungen [5] unterstützt die Iontophorese auf drei Arten das Eindringen des Medikaments in tiefere Hautschichten – weiter, als es durch einfaches Einreiben möglich wäre:

Dies ist der wichtigste Mechanismus und erklärt, warum die Polarität entscheidend ist: die Elektrode mit gleicher Ladung wie der Wirkstoff „stößt" das geladene Molekül in Richtung Haut. Positiv geladene Substanzen (z. B. Lidocain) starten von der positiven (+) Elektrode, negativ geladene Substanzen (z. B. Dexamethason, Diclofenac) von der negativen (–) Elektrode. Bei falscher Polung gelangt der Wirkstoff NICHT ins Gewebe, sondern kann sogar in die falsche Richtung bewegt werden. Praxis‑Tipp: falls du die Polarität eines Präparats nicht kennst, tausche die Kabel alle 5 Minuten – so läuft wenigstens die Hälfte der Behandlungszeit in der richtigen Richtung.

Die Hautoberfläche ist leicht negativ geladen. Wenn Strom zwischen den Elektroden fließt, bewegt sich Wasser von der positiven zur negativen Elektrode und nimmt dabei gelöste Wirkstoffmoleküle mit. Das hilft auch bei Substanzen, die nicht stark ionisiert sind (z. B. proteinartige Medikamente) – der elektroosmotische Flüssigkeitsstrom „trägt" sie in tiefere Schichten.

Der schwache Strom macht die äußerste Schutzschicht der Haut vorübergehend „lockerer", sodass auch größere Wirkstoffmoleküle hindurch gelangen können, die durch bloßes Einreiben nicht eindringen würden. Dieser Effekt ist reversibel: nach der Behandlung stellt sich die Schutzfunktion der Haut innerhalb weniger Stunden wieder her. Die Methode ist sicher und erzeugt kein „Loch" in der Haut.

Bei welchen Beschwerden kann Iontophorese empfohlen werden?

Finde in der folgenden Liste deine Beschwerde. In jedem Abschnitt steht, mit welchem Wirkstoff und was du erwarten kannst – und was du nicht erwarten solltest.

Wenn deine Hände oder Füße so stark schwitzen, dass sie den Alltag stören – z. B. Lenkrad rutscht, Papiere fleckig werden, Händedruck vermieden wird – ist Iontophorese eine der am besten erprobten Lösungen. Ein Review [3] zeigt, dass bei der Mehrzahl der behandelten Patienten eine deutliche Besserung erreicht wurde, und neuere Forschung [2] bestätigt: bereits wenige Wochen regelmäßiger Behandlung reduzieren die Schweißmenge deutlich. Interessanterweise ist hier nicht zwangsläufig ein Wirkstoff nötig – einfaches Leitungswasser kann ausreichend sein (Details weiter unten). Das Protokoll beschreibt der Artikel Hyperhidrose.

Bei seit Monaten anhaltendem Tennisellenbogen – Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, geschwächter Griff, Schmerzen schon beim Heben einer Kanne – kann Iontophorese in Kombination mit einem entzündungshemmenden Wirkstoff (Dexamethason) und einem Lokalanästhetikum (Lidocain) spürbare Linderung bringen [1]. Die Studie zeigte, dass die behandelte Gruppe in Schmerz, Griffstärke und Ellenbogenfunktion deutlich besser abschnitt als die Kontrollgruppe. Was du tun solltest: Lass die Auswahl des Wirkstoffs mit dem behandelnden Arzt klären – die Iontophorese sollte idealerweise unter Aufsicht eines Physiotherapeuten oder Arztes begonnen werden, damit Polarität und Protokoll korrekt sind.

Wenn dein Nacken häufig verkrampft, du steif und schmerzhaft aufwachst und harte Muskelknoten im Trapez tastbar sind, kann Iontophorese mit Magnesiumsulfat spürbare Besserung bringen [4]. Aktuelle Studien zeigen, dass die behandelte Gruppe deutlich stärkere Schmerzlinderung und größere Beweglichkeitszunahmen erreichte als bei konventioneller Physiotherapie – und in etwa mit hochleistungsfähiger Ultraschalltherapie vergleichbar war. Wichtig zu wissen: Nackenschmerzen haben viele Ursachen (Bandscheibenproblem, Nervenwurzelreizung). Beginne nur nach ärztlicher Diagnose mit einer Behandlung.

Wenn bei den ersten Schritten am Morgen ein stechender Schmerz in der Ferse auftritt, handelt es sich oft um Fersensporn oder Plantarfasziitis. In diesem Anwendungsbereich arbeitet die Iontophorese häufig mit Essigsäure – Essigsäure kann helfen, Verkalkungen am Fersenbein aufzuweichen. Was du wissen solltest: Fersensporn ist ein komplexes Problem – Einlagen, geeignetes Schuhwerk, individuelles physiotherapeutisches Training und Gewichtsreduktion (bei Übergewicht) spielen mindestens genauso große Rollen wie die lokale Therapie. Ein detailliertes Protokoll findest du im Artikel Essigsäure‑Iontophorese bei Fersensporn.

Bei einer entzündlichen Schmerzquelle in einem bestimmten Gelenk oder Muskel – z. B. Schultereckgelenksentzündung, Handgelenksschmerzen, Kniearthrose – bringt die Iontophorese mit entzündungshemmendem Gel (Diclofenac, Ketoprofen) den Wirkstoff deutlich tiefer als eine herkömmliche Salbenapplikation. Wichtig: Bei Sehnenentzündungen ist Iontophorese laut einem Review aus 2020 [6] nicht die Erstwahl (Laser, Stoßwellentherapie können wirksamer sein), aber sie ergänzt diese Methoden sinnvoll. Die Auswahl des Medikaments ist ärztliche Aufgabe – sprich mit deinem Behandler.

Polaritätsregel: Welcher Wirkstoff von welcher Elektrode?

Dies ist die wichtigste praktische Regel der Iontophorese. Der Wirkstoff muss immer mit der Elektrode kombiniert werden, die die gleiche Ladung besitzt – nur so wird er in die Haut „hineingestoßen". Bei falscher Anschlussart ist die Behandlung wirkungslos. Die folgende Tabelle zeigt die Polarität der häufigsten Wirkstoffe:

Wirkstoff‑Polaritäten bei der Iontophorese
Elektrode Wirkstoffe Wofür verwenden wir sie?
Positiv (Anode, +) Lidocain, Procain, Vitamin B1, Calciumchlorid Lokalanästhesie, Lösen von Muskelkrämpfen
Negativ (Kathode, –) Dexamethason, Diclofenac, Ketoprofen, Magnesiumsulfat, Essigsäure Entzündungshemmung, Schmerzlinderung, lokale Entkalkung
Beides möglich Leitungswasser, Aluminiumchlorid‑Hexahydrat‑Gel Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose) [2][3]

Die detaillierte Polaritätslehre findest du im Artikel Elektrodenpolarität. Verwechsle nie die Elektroden: falsche Polarität macht die Behandlung wirkungslos.

Wichtig – Wirkstoffname oder Markenname?

In der Tabelle verwende ich bewusst die Wirkstoffnamen (Diclofenac, Ketoprofen etc.), nicht Markennamen (z. B. Voltaren, Fastum). Jede CE‑zertifizierte Zubereitung mit dem betreffenden Wirkstoff ist verwendbar – die konkrete Auswahl und die Konzentrationsbestimmung ist jedoch ärztliche oder pharmazeutische Aufgabe.

Wie läuft eine Iontophorese‑Behandlung ab – Schritt für Schritt

  1. Wirkstoff und Polarität festlegen. Sprich mit dem behandelnden Arzt ab, welches Medikament verwendet wird und auf welche Elektrode es gehört.
  2. Hautvorbereitung. Wasch die Behandlungsstelle mit lauwarmem Seifenwasser und trockne sie gründlich. Creme, Körperlotion oder Öl darf nicht auf der Haut sein.
  3. Auftragen des Wirkstoffs. Verteile das Medikament (Lösung oder Gel) gleichmäßig auf dem Schwammeinsatz der dafür vorgesehenen (gleich geladenen) Elektrode oder direkt auf der Haut.
  4. Positionierung der Elektroden. Die wirkstofftragende (aktive) Elektrode wird direkt über der schmerzhaften Stelle platziert; die andere (Rückkehrelektrode) wird gegenüber oder 8–12 cm entfernt positioniert.
  5. Stromstärke. Typischerweise im Bereich 0,5–5 mA. Das Gefühl kann leichtes Kitzeln oder Wärme sein – bei schmerzhaften Empfindungen reduziere die Stromstärke.
  6. Dauer der Behandlung. Typischerweise 15–20 Minuten; bei Hyperhidrose bis zu 30 Minuten.
  7. Therapiekurs. Einmal täglich, 10–15 Behandlungen. Bei Hyperhidrose nutzte eine Studie [2] ein alternierendes Protokoll über 7 Sitzungen.
  8. Abschluss. Am Ende stoppt das Gerät automatisch. Entferne die Elektroden und wische die Haut von Rückständen des Wirkstoffs ab.

Mit welchem Gerät kann man Iontophorese zu Hause durchführen?

Wichtig: nicht jedes TENS‑Gerät eignet sich für Iontophorese – es wird ein spezieller Gleichstrom (DC)‑Modus benötigt. Im Sortiment von MediMarket verfügen die folgenden Geräte über ein werkseitiges Iontophorese‑Programm:

  • IontoBravo – speziell für Iontophorese entwickelt, spezialisiert auf Hyperhidrose und lokale Schmerzbehandlung.
  • Globus Genesy 3000 – 4‑kanaliges Multifunktionsgerät; neben Iontophorese auch TENS, EMS und Mikrostrom‑Programme.
  • Globus Genesy 1500 – 2‑kanaliges Einstiegs‑Multifunktionsgerät mit Basismodulen.

Für Elektroden: selbstklebende oder schwammgefüllte Elektroden sind verwendbar – flüssige Lösungen werden vom Schwamm besser gehalten.

Wann solltest du nicht mit einer Iontophorese beginnen?

Bei der Iontophorese sind zwei Aspekte zu beachten: die allgemeinen elektrotherapeutischen Kontraindikationen (siehe Kontraindikationen für elektrische Behandlungen und Elektrische Behandlungen und Implantate) sowie die Kontraindikationen des verwendeten Medikaments (Allergie, Unverträglichkeit).

  • Du hast einen Herzschrittmacher, ICD oder einen implantierten Nervenstimulator – nur mit kardiologischer/arrhythmologischer Freigabe.
  • Schwangerschaft – vermeide die Behandlung, vor allem bei Arzneimittelapplikation.
  • Am zu behandelnden Bereich liegt ein Tumor – nicht behandeln.
  • Allergie gegenüber dem gewählten Medikament (z. B. Lidocain‑Unverträglichkeit) – verwende nach ärztlicher Absprache ein alternatives Präparat.
  • Frische Wunde, großflächiges Ekzem oder Hautinfektion an der Elektrodenstelle – der Wirkstoff würde nicht lokal verbleiben.
  • An der betreffenden Hautstelle empfindest du weder Wärme noch Kälte – dann ist eine sichere Einstellung der Stromstärke schwierig.
  • Vorn am Hals – keine Elektroden in der Nähe der Halsarterien platzieren.
  • Brustkorb / Bereich über dem Herzen – auch ohne Schrittmacher vermeiden.
  • Unkontrollierte Epilepsie – individuelle ärztliche Bewertung nötig.
  • Metallimplantat (Schraube, Platte) unter der Elektrode – Risiko einer elektrischen Erwärmung.

Bei neuen, sich verschlechternden oder unklaren Beschwerden immer zuerst den Arzt aufsuchen. Das verwendete Medikament ist stets mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker abzustimmen.

Die Position der Iontophorese im System der Elektrotherapien

Iontophorese ist eine von vielen elektrotherapeutischen Optionen – sie ersetzt nicht andere bewährte Verfahren. Die folgenden Links helfen, sie im Behandlungsangebot einzuordnen:

  • Elektrotherapie‑Methoden – Übersicht über die gesamte Methodik.
  • TENS – schmerztherapeutische Wirkung ohne Medikamente – wenn du medikamentenfreie Schmerzlinderung suchst.
  • Mikrostrom (MENS) Kernbereich – zelluläre Regeneration ohne Wirkstoff.
  • Elektrodenpolarität – ausführliche Polaritätsregeln.
  • Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose) – Schwerpunktartikel zur Iontophorese.
  • Essigsäure‑Iontophorese bei Fersensporn – Iontophorese bei Fersensporn.

FAQ Häufige Fragen zur Iontophorese

Iontophorese arbeitet mit Gleichstrom und hat das Ziel, ein Medikament durch die Haut zu transportieren. TENS verwendet wechselstromartige Impulse und zielt auf schmerzlindernde Effekte auf Nervensystemebene ohne Medikamente. Die Methoden ersetzen einander nicht – auf demselben Multifunktionsgerät (z. B. Globus Genesy 3000) sind oft beide Modi verfügbar.

Studien zeigen, dass Effekte meist nach 7–15 Behandlungen spürbar werden. Beim Tennisellenbogen [1] gab es nach 10–15 Sitzungen deutliche Verbesserungen; bei Hyperhidrose [2] erzielte ein 7‑Sitzungs‑Protokoll (jeden zweiten Tag) eine messbare Reduktion. Lokalanästhesie kann sofort während der Behandlung eintreten, für dauerhafte Effekte sind oft 2–3 Wochen regelmäßiger Anwendungen nötig. Die Ergebnisse variieren individuell.

Nein. Nur ionisierbare (geladene) Moleküle lassen sich effektiv einschleusen, sowie solche, die die Hautbarriere überwinden können. Die Auswahl des Medikaments ist ärztliche Aufgabe – sprich mit deinem Behandler oder Apotheker. Experimentiere nicht mit nicht verordneten Präparaten und setze keinesfalls ätzende, konzentrierte Chemikalien unter die Elektrode.

Wenn du den Wirkstoff von der falschen Elektrode (entgegengesetzt geladene Elektrode) zu applizieren versuchst, ist die Behandlung wirkungslos – der Wirkstoff kann sogar aus der Haut herausgezogen werden. Deshalb ist die Kenntnis der Polaritätsregel kritisch. Die Polaritäten gängiger Wirkstoffe sind in der obigen Tabelle aufgeführt. Details siehe Artikel Elektrodenpolarität.

Bei zu langer Anwendung oder zu hoher Intensität kann es zu Hautreizungen kommen – daher sind die richtige Stromstärke (0,5–5 mA), die Einhaltung der Behandlungsdauer (15–30 Minuten) und gut feuchte Elektroden/Schwämme wichtig. Bei Brennen, Jucken oder sonstigem Unbehagen reduziere sofort die Stromstärke oder beende die Behandlung. Prüfe die Haut unter der Elektrode nach der Anwendung.

Nur mit Freigabe eines Kardiologen / Elektrophysiologen. Aktive Implantate (Herzschrittmacher, ICD, Nervenstimulatoren) können durch elektrische Behandlungen beeinträchtigt werden. Details siehe Artikel Elektrische Behandlung und Implantate.

Zusammenfassung – Iontophorese in Kürze

Was jeder Iontophorese‑Interessierte wissen sollte

  • Iontophorese transportiert einen Wirkstoff mit Gleichstrom in die unterliegenden Hautschichten – sie unterscheidet sich damit vom TENS oder EMS.
  • Polaritätsregel ist entscheidend: positive Wirkstoffe (Lidocain, Vitamin B1) von der positiven Elektrode, negative (Dexamethason, Diclofenac, Essigsäure, Magnesiumsulfat) von der negativen Elektrode applizieren.
  • Besonders wirksam bei: Tennisellenbogen [1], übermäßigem Schwitzen (Handflächen, Fußsohlen) [2][3], Nackenschmerzen [4].
  • Typische Behandlungsparameter: 0,5–5 mA, 15–20 Minuten, einmal pro Tag, 10–15 Sitzungen.
  • Iontophorese ist eine ergänzende Therapie – sie ersetzt keine ärztliche Diagnose oder systemische Basistherapie.
  • Für Zuhause geeignete Geräte: IontoBravo (spezialisiert), Globus Genesy 3000 / 1500 (multifunktional).
  • Kontraindikationen (Herzschrittmacher, Schwangerschaft, Tumor, Wirkstoffallergie, frische Hautverletzung) sind streng zu beachten.
  • Die Auswahl des Wirkstoffs ist ärztliche Aufgabe – experimentiere nicht mit nicht verordneten Präparaten.

Wissenschaftliche Quellen (2019+)

  1. da Luz DC, de Borba Y, Ravanello EM, Daitx RB, Döhnert MB. Iontophoresis in lateral epicondylitis: a randomized, double-blind clinical trial. Journal of Shoulder and Elbow Surgery. 2019;28(9):1743-1749. PMID: 31447123.
    Kurzfassung: Doppelblind‑RCT mit 24 Teilnehmern bei Tennisellenbogen – Dexamethason + Lidocain Iontophorese zeigte nach der Kur signifikant bessere Verbesserungen in Schmerz, Griffkraft und Funktion im Vergleich zur galvanischen Stromkontrolle (p < 0,05).
  2. Majid Hosseini S, Ghandali E, Reza Moghimi H, Khademi-Kalantari K, Talebian Moghaddam S, Akbarzadeh Baghban A, Maryam Mortazavi S. A comparative evaluation of aluminum chloride hexahydrate gel iontophoresis versus tap water iontophoresis in people with primary palmar hyperhidrosis: A randomised clinical trial. Indian Journal of Dermatology, Venereology and Leprology. 2024;90(1):52-58. PMID: 37436009.
    Kurzfassung: RCT mit 32 Probanden bei primärer Palmarhyperhidrose – Aluminiumchlorid‑Hexahydrat‑Gel vs. Leitungswasser‑Iontophorese, 7 Sitzungen (jeden zweiten Tag); beide Gruppen zeigten eine statistisch signifikante Reduktion der Schweißrate (p < 0,001), das Gel mit größerer Effektstärke.
  3. Chudry H. The treatment of palmar hyperhidrosis – a systematic review. International Journal of Dermatology. 2022;61(11):1303-1310. PMID: 34653261.
    Kurzfassung: Systematische Übersicht zu Behandlungsmöglichkeiten der Palmarhyperhidrose – Iontophorese wird mit einer symptomatischen Besserungsrate von etwa 81 % beschrieben.
  4. Ibrahim NA, Hamdy HA, Elbanna RHM, Mohamed DMA, Ali EA. Transdermal iontophoresis versus high power pain threshold ultrasound in Mechanical Neck Pain: a randomized controlled trial. Journal of Orthopaedic Surgery and Research. 2024;19(1):658. PMID: 39407315.
    Kurzfassung: RCT mit 75 Teilnehmern bei mechanischen Nackenschmerzen – Magnesiumsulfat‑Iontophorese vs. Hochleistungs‑Ultraschall vs. konventionelle Physiotherapie; MgSO₄‑Iontophorese übertraf signifikant die konventionelle Behandlung und war dem Ultraschall vergleichbar.
  5. Wang Y, Zeng L, Song W, Liu J. Influencing factors and drug application of iontophoresis in transdermal drug delivery: an overview of recent progress. Drug Delivery and Translational Research. 2022;12(1):15-26. PMID: 33486687.
    Kurzfassung: Übersichtsarbeit zu Wirkmechanismen der Iontophorese: elektrophoretische Migration (Elektro‑Repulsion), elektroosmotischer Flüssigkeitsstrom und erhöhte Durchlässigkeit des Stratum corneum.
  6. Girgis B, Duarte JA. Physical therapy for tendinopathy: An umbrella review of systematic reviews and meta-analyses. Physical Therapy in Sport. 2020;46:30-46. PMID: 32877858.
    Kurzfassung: Umbrella‑Review zu physiotherapeutischen Maßnahmen bei Tendinopathien – Iontophorese wird nicht als Erstwahl empfohlen, kann aber ergänzend eingesetzt werden.
  7. Ghandali E, Hosseini SM, Moghimi HR, Khademi-Kalantari K, Talebian Moghadam S, Baghban AA, Mortazavi SM. Intra tester reliability of sympathetic skin responses in subjects with primary palmar hyperhidrosis. Journal of Bodywork and Movement Therapies. 2020;24(4):57-62. PMID: 33218563.
    Kurzfassung: Methodische Studie zur objektiven Messung der sympathischen Hautantwort bei primärer Palmarhyperhidrose – Hintergrundliteratur für Iontophorese‑Studien.
Dr. Zátrok Zsolt

Dr. Zátrok Zsolt

Arzt, Medizintechnik‑Experte, Blogger

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die individuelle ärztliche Beratung. Die Auswahl des für die Iontophorese verwendeten Medikaments und die Bestimmung der Konzentration sind ausschließlich ärztliche Aufgaben. Kontraindikationen (Herzschrittmacher, Schwangerschaft, Tumor, Wirkstoffallergie, frische Hautverletzung) sind strikt zu beachten. Die vorgestellten Geräte sind CE‑zertifizierte Medizinprodukte; die zitierten klinischen Studien wurden mit unterschiedlichen Geräten und Protokollen durchgeführt. Die Ergebnisse können individuell variieren. Bei neuen, sich verschlechternden oder unklaren Beschwerden wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten.

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