Überblick über die Herstellerindikationen
Nach der Gebrauchsanweisung des Herstellers dient Ami Life der Rehabilitation der Schluckmuskulatur und ist für die Behandlung von Dysphagie jeglicher Ätiologie vorgesehen, ausgenommen mechanische Ursachen (z. B. obstruktive Tumoren). Die folgenden Hauptätiologien sind in den Indikationen des Herstellers aufgeführt – die konkrete Anwendung liegt stets in der Verantwortung des behandelnden Arztes oder Logopäden.
Ami Life ermöglicht die Erweiterung der klinischen/logopädischen Behandlung auf eine tägliche Heimrehabilitation nach Einweisung durch den behandelnden Arzt. Bei Kontrollterminen bewertet der Logopäde den Fortschritt und passt die Einstellungen an.
Dysphagie, die durch Gewebeveränderungen nach Strahlentherapie (Fibrose, Stenose) entstanden ist, kann nach ärztlicher Einweisung zu Hause rehabilitiert werden. WICHTIG: Bei mechanischer Obstruktion (z. B. noch vorhandener Tumor) darf NMES NICHT angewendet werden – zuerst ist die strukturelle Therapie (Chirurgie, endoskopischer Eingriff) erforderlich. Der Kliniker beurteilt die strukturelle Stabilität vor Beginn des Protokolls.
Erkrankungen, die die Schluckmuskulatur betreffen. Die konkrete Diagnose und Protokollwahl obliegen dem behandelnden Neurologen, Logopäden oder Rehabilitationsarzt. Je nach Krankheitsstadium kann NMES in bestimmten Phasen indiziert sein – der Kliniker entscheidet über Indikation und Fortführung zu Hause.
Schluckstörungen nach längerer Intensivbehandlung oder anoxischer Hirnverletzung können nach Abschluss der akuten Krankenhausphase mit Zustimmung des behandelnden Arztes und nach Protokolleinweisung zu Hause täglich fortgeführt werden.
Beinhaltet neben Schlaganfall auch andere kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Zustände. Die kardio‑vaskuläre Stabilität des Patienten ist vom behandelnden Facharzt zwingend zu überprüfen – besonders wichtig, da NMES im Bereich der Hals‑Carotis bei bestimmten kardiologischen Erkrankungen riskant sein kann.
Erkrankungen der Atemwege, bei denen eine gestörte Atmungs‑Schluck‑Koordination zu Schluckkomplikationen führt. NMES‑Protokolle können mit Atemrehabilitation kombiniert werden – pulmonologischer und logopädischer Konsens sowie eine ärztlich eingewiesene Heimprotokoll‑Durchführung sind erforderlich.
Dysphagie nach medizinischen Eingriffen (Anästhesie, Operationen oder medikamentös bedingt). Rehabilitation nach Heimprotokoll unter Verantwortung des behandelnden Arztes, nach Einweisung. Besonders nützlich in der postoperativen Phase zur Wiedereinführung der oralen Ernährung.
Neurologische Zustände im Zusammenhang mit Geburtsschäden sowie Dysphagie nach Kopf‑ oder Halsverletzungen. Pädiatrische Anwendung nur in spezialisierten Kinder‑Neurorehabilitationszentren unter Aufsicht eines Kinderarztes oder Kinder‑Logopäden, und eine zu Hause fortgeführte Phase nur unter fachärztlicher Einweisung und Kontrolle.
Hinweis: Die obige Aufzählung basiert auf der Hersteller‑Gebrauchsanweisung und Produktdokumentation. Die Feststellung einer konkreten Indikation, die Auswahl des geeigneten Protokolls und die Anwendung liegen stets in der Verantwortung des behandelnden Arztes oder Logopäden – unter Berücksichtigung des individuellen Zustands des Patienten, des Ausschlusses von Kontraindikationen und der klinischen Diagnose. Die Heimnutzung darf nur nach eingewiesenem Protokoll erfolgen.
Die 3 Hauptprotokolle im Detail
Die drei NMES‑Protokolle von Ami Life sind nach klinischer Dysphagie‑Literatur mit optimierten Parametern konzipiert. Die Protokollwahl obliegt Ihrem behandelnden Arzt oder Logopäden – abhängig von Ätiologie und Schweregrad.
Die kürzere Impulsbreite (120 μs) bei hoher Frequenz (80 Hz) zielt auf sensorische (afferente) Nervenfasern. Wirkung:
- Kann die Auslöse‑Schwelle des Schluckreflexes SENKEN (sensiblere Auslösung).
- Verbessert die sensorische Wahrnehmung.
- Zur Behandlung sensibler Defizite (deafferente Dysphagie).
Typische Anwendung: Anfangsphase bei Schlaganfallpatientinnen/Patienten mit sensibler Beeinträchtigung. Innerhalb der Gesichtstherapie können laut Herstellerangaben auch faciale sensorische Bereiche einbezogen werden – gemäß den Protokoll‑Einstellungen des Fachpersonals.
Mittlere Impulsbreite (200 μs) und hohe Frequenz (80 Hz) erzeugen eine kombinierte Wirkung: Stimulation sensorischer Fasern und Aktivierung motorischer Fasern. Wirkung:
- Fördert motorisches Lernen (Neuroplastizität).
- Muskelkontraktionen lassen sich leichter auslösen.
- Verbessert die Koordination des Schluckreflexes.
Typische Anwendung: Mittlere Rehabilitationsphase nach Schlaganfall, schwächere Zustände nach Intubation oder andere vom Hersteller angegebene Ätiologien. Sowohl in passiven als auch in aktiven Reha‑Phasen nach ärztlicher Einschätzung nutzbar.
Die größte Impulsbreite (260 μs) bei hoher Frequenz (80 Hz) aktiviert gezielt motorische (efferente) Nervenfasern. Wirkung:
- Erzeugt starke, gut spürbare Muskelkontraktionen.
- KRÄFTIGT die Schluckmuskulatur (klassischer NMES‑Mechanismus).
- Verhindert Muskelatrophie bei Inaktivität.
Typische Anwendung: Fortgeschrittene Phase der Schlaganfallrehabilitation, wenn Grundfunktionen vorhanden sind, aber Kräftigung nötig ist. Wiedererlangung der Muskelkraft nach Kopf‑Hals‑Trauma oder Strahlenfibrose sowie Rehabilitation nach langer Intubation – stets nach Protokollanpassung durch den Facharzt.
Der typische Rehabilitationsweg folgt einem schrittweisen Wechsel der drei Protokolle:
- Woche 1–4: SENSIBEL – Wiederanregung der Sensibilität, Schaffung der Grundlagen.
- Woche 5–10: SENSOMOTORISCH – kombinierte Entwicklung, Konditionierung motorischen Lernens.
- Woche 11+: MOTORISCH – Muskelaufbau, dauerhafte funktionelle Verbesserung.
Dies ist eine ALLGEMEINE Vorlage – die tatsächliche Reihenfolge und Dauer legt Ihr behandelnder Arzt entsprechend dem Zustand der Patientin / des Patienten fest. ÄNDERN SIE NICHT EIGENMÄCHTIG das Protokoll.
Die NMES‑Behandlung mit Ami Life ist ERGÄNZEND – sie ersetzt nicht die klassischen Dysphagie‑Übungen. Ein kombinierter Ansatz ist erforderlich:
- Shaker‑Übung: Kopfheben im Liegen (isometrisch/isotonisch).
- Mendelsohn‑Manöver: Halten der Kehlkopfhebung während des Schluckens.
- Effortful swallow: kraftvolles, konzentriertes Schlucken.
- Zungenübungen: Protrusion/Retraktion, seitliche Bewegungen.
- Lippenübungen: Laute wie "u‑i", Stärkung des Lippenverschlusses.
- Ernährungsanpassung: Texturanpassung (IDDSI‑Standards), Positionierung.
Ihr Logopäde weist Sie in diese Übungen ein – integrieren Sie sie zu Hause täglich zusammen mit NMES.
Häufig gestellte Fragen
Privatpersonen können das Gerät KAUFEN (im Gegensatz zum Ami Pro, das nur an Fachpersonal verkauft wird). ABER die selbstständige Heimnutzung ist nur nach Anweisung des behandelnden Arztes oder Logopäden und gemäß dem von ihm eingewiesenen Protokoll erlaubt. VERWENDEN SIE ES NIEMALS zum ersten Mal ohne Einweisung und Kontrolle. Stimulation im Halsbereich erfordert fachgerechte Einstellung.
NEIN. Herzschrittmacher, implantierbarer Defibrillator (ICD) oder andere implantierte elektronische Geräte sind eine absolute Kontraindikation. Das Risiko elektromagnetischer Interferenz ist zu hoch. Bei Carotissinus‑Reflex‑Empfindlichkeit oder Carotisstenose ist die Anwendung ebenfalls VERBOTEN – NMES über der Halscarotis ist riskant. Daher ist ein vorheriges ärztliches Screening verpflichtend.
Beide sind Globus NMES‑Geräte für Dysphagie, aber für unterschiedliche Zielgruppen:
- Ami Pro: Ausschließlich für Fachpersonal (Kliniken, Krankenhäuser, Physiotherapeuten, Logopäden). 100 Programme, 4 Pillangenelektroden, "Action Now" Biofeedback‑Funktion, Netzbetrieb 220 V. Klinisch optimiert.
- Ami Life: Für Privatpersonen erhältlich (aber unter medizinischer Anleitung zu verwenden). 3 Hauptprotokolle (sensibel / sensomotorisch / motorisch), 2 Pillangenelektroden, akkubetrieben (für den Heimgebrauch). Keine "Action Now"‑Funktion. Kostengünstiger.
Ami Life ist das "Heim‑Geschwister" des Ami Pro – es erweitert klinische Protokolle in die tägliche Heimrehabilitation.
Die individuellen Ergebnisse variieren, aber allgemeine Zeitrahmen:
- 1–2 Wochen: Einübung der Anwendung, Gewöhnung an die Sensation.
- 3–6 Wochen: Spürbare Verbesserung des Schluckreflexes, Abnahme leichterer Beschwerden möglich.
- 2–3 Monate: Beginn dauerhafter funktioneller Verbesserungen (bei täglicher Nutzung).
- 6+ Monate: Konsolidierung des motorischen Lernens (Neuroplastizität).
WICHTIG: Tägliche, regelmäßige Anwendung ist KRITISCH. Ein paar Sitzungen pro Woche reichen nicht aus. Ihr behandelnder Arzt/Logopäde bewertet den Fortschritt in wöchentlichen oder zweiwöchigen Kontrollen.
Die genaue Sitzungsdauer und Frequenz legt Ihr behandelnder Arzt im Protokoll fest. Allgemeine Hinweise:
- Tägliche Frequenz: 1–2 Sitzungen pro Tag (je nach Protokoll).
- Dauer einer Sitzung: typischerweise 30–45 Minuten.
- Schonender Beginn: die ersten Tage kürzere Sitzungen (15–20 Minuten), dann schrittweise Steigerung.
ÜBERANSTRANGEN SIE NICHT die Behandlung – Muskelerholung ist nötig. Bei Müdigkeit, Muskelkater oder Nackenbeschwerden verringern Sie die Häufigkeit und konsultieren Sie den behandelnden Arzt.
Aspirationszeichen (Husten während oder nach dem Essen, Erstickungsgefühl, wiederkehrende Pneumonien, Fieber, Atemnot) erfordern SOFORT ärztliche Abklärung. Beenden Sie die Ami Life‑Behandlung sofort und:
- Wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt / die Notfallversorgung.
- Eine erneute FEES oder VFSS (videofluoroskopische Schluckuntersuchung) kann notwendig sein.
- Überprüfen Sie die Ernährungsempfehlungen und Texturanpassungen (IDDSI‑Standards).
- Eventuell ist eine vorübergehende enterale Ernährung (Sondenernährung) erforderlich.
SETZEN SIE die Behandlung NIEMALS fort, wenn Aspirationszeichen vorliegen – dies birgt das Risiko einer aspirativen Pneumonie, die lebensbedrohlich sein kann.
Ja, viele Dysphagie‑Patientinnen/Patienten benötigen familiäre Unterstützung, insbesondere ältere Schlaganfallpatientinnen/Patienten. Als Angehörige/r können Sie:
- An der ärztlichen Einweisung teilnehmen.
- Das Aufkleben der Elektroden und die Einstellung der Intensität erlernen.
- Die tägliche Heimbehandlung durchführen.
WICHTIG: Die "Ich probiere es einfach ohne Einweisung"‑Haltung wird NICHT empfohlen. Ohne Einweisung können falsche Elektrodenplatzierung, zu hohe Intensität oder ungeeignete Protokollwahl Schaden verursachen.
Wie benutzen Sie es Schritt für Schritt?
Einweisung durch behandelnden Arzt oder Logopäden (VERPFLICHTEND!)
Vor der ersten Anwendung von Ami Life ist eine Einweisung durch den behandelnden Arzt oder Logopäden VERPFLICHTEND. Sie lernen: welches Protokoll (sensibel / sensomotorisch / motorisch) geeignet ist, wo die Pillangenelektroden genau platziert werden, bis zu welcher Intensität Sie die Stromstärke erhöhen dürfen und in welchem Rhythmus die Behandlung erfolgen soll. VERWENDEN SIE ES NIEMALS zum ersten Mal ohne Einweisung!
Gerät vorbereiten (Akku aufladen)
Ami Life ist akkubetrieben und kann über den Netzadapter geladen werden. Vor der ersten Verwendung wird eine vollständige Ladung empfohlen. Im häuslichen Umfeld ist keine permanente Netzverbindung erforderlich – die Behandlung kann neben dem Bett oder in einem bequemen Sessel durchgeführt werden.
Haut im Halsbereich vorbereiten
Reinigen Sie die Hautvorderseite des Halses – keine Cremes, Make‑up‑Reste oder Schweiß. Zur besseren Haftung kann die Haut mit einem Desinfektionstuch (z. B. Clinell) abgewischt werden. Die Haut muss UNVERLETZT, SAUBER und TROCKEN sein, bevor die Elektroden aufgebracht werden. Bei offenen Wunden oder gereizter Haut NICHT anwenden.
Pillangenelektrode anbringen (in der eingeübten Position)
Bringen Sie die Pillangenelektrode in der vom behandelnden Arzt erlernten Position an. Wichtige Orientierungspunkte: Unterkante des Unterkiefers, Zungenbein (Hyoid), Schild‑ und Ringknorpel. Symmetrische Platzierung (rechts‑links oder entlang der Mittellinie). Verbinden Sie die Elektroden mit den Stimulationskabeln. Die 4 Kanäle ermöglichen die bilaterale Verwendung der beiden Elektroden.
Protokoll wählen (gemäß Einweisung)
Wählen Sie eines der 3 Hauptprotokolle nach Anweisung Ihres Arztes:
- Sensibel (120 μs, 80 Hz): Verbesserung der Sensibilität, neuronale Stimulation. Einstiegsprotokoll.
- Sensomotorisch (200 μs, 80 Hz): kombinierte sensorische und motorische Wirkung. Mittlere Phase.
- Motorisch (260 μs, 80 Hz): Verbesserung der Muskelaktivität. Fortgeschrittene Phase.
Die Auswahl des Protokolls liegt ausschließlich in der Kompetenz des behandelnden Arztes – ÄNDERN SIE NICHT EIGENMÄCHTIG die Einstellungen.
Intensität schrittweise einstellen (max. 20 mA)
Beginnen Sie mit sehr niedriger Intensität. ERHÖHEN SIE SCHRITTWEISE auf ein angenehm wahrnehmbares Niveau – eine Muskelkontraktion sollte spürbar, aber NICHT schmerzhaft sein. Maximal 20 mA – Bereich, der für den Hals schonend ist. Überschreiten Sie nicht die vom behandelnden Arzt festgelegte maximale Intensität.
Kombination mit klassischen logopädischen Übungen
Während oder unmittelbar nach der Behandlung führen Sie die vom behandelnden Arzt oder Logopäden eingeübten klassischen Dysphagie‑Übungen durch: Shaker‑Kopfheben, Mendelsohn‑Manöver, effortful swallow, Zungenübungen, Lippenübungen. Die Kombination aus NMES und aktiven Übungen erzielt häufig bessere Ergebnisse.
Dokumentation + regelmäßige fachärztliche Kontrollen
Ami Life speichert die Daten der letzten 10 Behandlungen – zeigen Sie diese bei wöchentlichen oder zweiwöchigen Kontrollterminen Ihrem Arzt/Logopäden. Sie bewertet den Fortschritt und passt bei Bedarf Protokoll oder Intensität an. Führen Sie auch ein Heimtagebuch: Datum, Protokoll, Intensität, Empfindungen, mögliche Schwierigkeiten.
Was ist im Paket enthalten?
Das Ami Life‑Home‑Set – alle notwendigen Zubehörteile für die vom behandelnden Arzt eingewiesene Anwendung.
- 1 Stk Ami Life neuromuskulärer Elektrostimulator (NMES, 1–4 Kanäle)
- 4 Stk Stimulationskabel
- 2 Stk pillangengeformte Elektroden (für Halsanatomie)
- 1 Stk Netzadapter (zum Laden des Akkus)
- 1 Stk Tragetasche
- 1 Stk Bedienungsanleitung
Die Pflege der Pillangenelektroden ist entscheidend für Langlebigkeit und Hygiene:
- Reinigung nach jeder Anwendung: Mit einem feuchten Tuch oder leicht seifigem Wasser abwischen. Nicht auskochen, nicht mit Alkohol abrubbeln.
- Lagerung: Nach der Anwendung auf die Originalschutzfolie zurücklegen und kühl aufbewahren.
- B Hautvorbereitung: Mit Clinell‑Desinfektionstüchern die Haut säubern – das verlängert die Lebensdauer der Elektroden.
- Wechselzeitpunkt: Wenn die Haftung nachlässt oder die Elektrodenoberfläche beschädigt ist.
- Ersatz‑Pillangenelektroden: Sind im Webshop separat bestellbar.
WICHTIG: Teilen Sie die Elektroden NICHT mit anderen Familienmitgliedern oder Patienten – sie haben Hautkontakt und bergen ein Infektionsrisiko.
Ami Life kann mit weiterem Zubehör ergänzt werden:
- Ersatz‑Pillangenelektroden: erhältlich in 2er‑Sets.
- Clinell‑Desinfektionstücher: zur Hautvorbereitung.
- Austausch‑Stimulationskabel: bei Kontaktproblemen.
- Ersatz‑Netzadapter: falls das Original beschädigt wird.
Technische Daten – detailliert
| Eigenschaft | Wert | Was bedeutet das für Sie? |
|---|---|---|
| Typ | NMES (neuromuskuläre Elektrostimulation) | Gerät zur Heim‑Rehabilitation bei Dysphagie |
| Indikation | Funktionelle Dysphagie‑Rehabilitation | Schlaganfall, nach Kopf‑Hals‑Tumor, neurodegenerative Erkrankungen etc. |
| Kanäle | 1–4 | Bilaterale Behandlung mit 2 Pillangenelektroden |
| Programme | 3 Hauptprotokolle (sensibel / sensomotorisch / motorisch) | Einfache, einweisbare Auswahl |
| Sensibel | 120 μs, 80 Hz | Verbesserung der Sensibilität, neuronale Stimulation |
| Sensomotorisch | 200 μs, 80 Hz | Kombinierte Wirkung, Konditionierung motorischen Lernens |
| Motorisch | 260 μs, 80 Hz | Muskelkraftaufbau |
| Elektrodentyp | Pillangengeformt (2 Stk im Set) | Für Halsanatomie entwickelt |
| Stromstärke | 0–20 mA | Schonender, halsgeeigneter Bereich |
| Frequenz | 1–80 Hz | Vollständiger NMES‑Protokollbereich |
| Impulsbreite | 80–260 μs | Erreicht sensorische und motorische Nervenfasern |
| Wellenform | Rechteckig, biphasisch, symmetrisch, kompensiert | Gleichbleibende Signalqualität, keine Polarisation |
| Speicher | Daten der letzten 10 Behandlungen | Der behandelnde Arzt kann die Heimnutzung kontrollieren |
| Display | 2,6" | Einfach ablesbar, praktisch für den Heimgebrauch |
| Stromversorgung | Akkumulator + Netzadapter (zum Laden) | Kabellose Nutzung zu Hause möglich |
| Größe | 100×160×35 mm | Kompakt, transportfähig in der Tragetasche |
| Gewicht | 450 g | Leicht, bequem |
| Zertifikat | Class IIa medical device; CE (MDD 93/42/CEE-2007/47/CEE) | Europäische Konformität, Medizinprodukt |
| Hersteller | Globus Corporation (Italien) | Italienische Medizintechnik‑Marke |
| Verkauf | Privatpersonen können kaufen | ABER medizinische Anleitung ist für die Anwendung verpflichtend |
Wann sollten Sie Ami Life NICHT verwenden?
Ami Life ist ein Class IIa Medizinprodukt. Wegen der am vorderen Halsbereich angewendeten elektrischen Stimulation sind die Kontraindikationen strikt zu beachten. Ein vorheriges Screening durch Ihren behandelnden Arzt ist verpflichtend.
- Herzschrittmacher, implantierbarer Defibrillator (ICD) oder andere implantierte elektronische Geräte
- Obstruktive (verschlussbedingte) Dysphagie – mechanische Ursachen, die chirurgische/endoskopische Eingriffe erfordern (Tumor, Struktur, Fremdkörper)
- Aktive oder vermutete Tumorerkrankung im Behandlungsgebiet (Hals, Gesicht)
- Carotis‑Atherosklerose oder Carotisstenose (Verengung der Halsarterien)
- Empfindlichkeit des Carotissinus‑Reflexes
- Epilepsie oder andere anfallsartige neurologische Erkrankungen (relativ; fachärztliche Rücksprache erforderlich)
- Schwangerschaft (ohne ärztliche Genehmigung)
- Akute Entzündung, Infektion, frische Operationsnarbe oder ulcerative Hautläsion im Halsbereich
- Schwere kardiovaskuläre Erkrankungen (unkontrollierter Bluthochdruck, frisches Herzinfarktgeschehen)
- Implantierte metallische Implantate im Hals‑ oder Gesichtsbereich (Schrauben, Platten, Stents)
- Strukturelle Veränderungen im Schlucktrakt, die mechanische Hindernisse darstellen
- Selbstständige Heimnutzung ohne ärztliche Einweisung und Aufsicht
- Bewusstlose oder stark kooperationsunfähige Patienten – alleinige Behandlung nur unter Aufsicht einer Betreuungsperson
Unsicher? Konsultieren Sie vor der Anwendung unbedingt Ihren behandelnden Arzt, Neurologen oder Logopäden. Detaillierte Informationen finden Sie im Beitrag von Dr. Zsolt Zátrok über Kontraindikationen der Elektrotherapie.
Wichtige Hinweise
Ami Life ist ein CE‑zertifiziertes Class IIa Medizinprodukt (MDD 93/42/CEE‑2007/47/CEE) und für die Heimanwendung geeignet. Die Anwendung muss jedoch zwingend nach einem vom behandelnden Arzt oder Logopäden eingewiesenen Protokoll erfolgen. Die erste Anwendung ohne Einweisung wird NICHT empfohlen – NMES am Hals erfordert fachgerechte Einstellungen.
Ami Life ist ein ergänzendes Hilfsmittel – es ersetzt nicht die klassische logopädische Dysphagie‑Therapie, Ernährungsanpassungen (IDDSI‑Standards) oder regelmäßige FEES/VFSS‑Kontrollen. Eine komplexe, multidisziplinäre Rehabilitation (Neurologe + Logopäde + Physiotherapeut + Diätologe + Pflegepersonal) ist die Grundlage einer adäquaten Dysphagie‑Versorgung.
Aspirationsrisiko: Die regelmäßige Kontrolle von Dysphagie‑Patientinnen/Patienten mittels FEES oder VFSS zur Vermeidung aspirativer Pneumonien ist essenziell. Bei Aspirationszeichen (Husten beim Essen, wiederkehrende Pneumonien, Fieber) BEENDET U N Sie die Behandlung SOFORT und suchen Sie dringend einen Arzt auf.
Bei neuen oder sich verschlechternden Symptomen (verschlechterte Schluckfähigkeit, Atemnot, Brust‑ oder Hals‑/Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen) VERWENDEN SIE Ami Life NICHT, um Symptome zu unterdrücken – WENDEN SIE SICH SOFORT AN IHREN ARZT.
Während oder unmittelbar nach der Anwendung fahren Sie kein Fahrzeug und bedienen keine schweren Maschinen. Teilen Sie die Elektroden NICHT mit anderen Personen – Hautkontakt kann ein Infektionsrisiko darstellen.
Verwenden Sie nur originale Globus‑Zubehörteile. Bewahren Sie das Gerät stets unzugänglich für Kinder auf.
Die auf dieser Seite enthaltenen Informationen sind allgemeiner Natur und ersetzen nicht die individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei konkreten Beschwerden immer Ihren behandelnden Arzt.