BEMER-Therapie und ihre Wirkung
Die BEMER- und die Magnetfeldtherapie (PEMF) sind verwandt, aber nicht identisch. Wird das BEMER-Gerät erwähnt, hört man oft, dass es „pulsierende Magnetfeldtherapie" einsetzt – und das trifft grundsätzlich zu. Wer sich jedoch etwas intensiver damit beschäftigt, merkt schnell: BEMER ist eine spezielle Variante der weit verbreiteten Technologie der pulsierenden Magnetfelder. Sehen wir uns an, worin die Gemeinsamkeiten liegen und was das BEMER-Gerät unterscheidet.
Gemeinsame Basis: pulsierendes elektromagnetisches Feld
Sowohl herkömmliche PEMF-Geräte als auch das BEMER nutzen pulsierende elektromagnetische Felder, um den Körper zu stimulieren.
Das Grundprinzip ist dasselbe: elektromagnetische Impulse durchdringen das Gewebe, können die Zellfunktionen beeinflussen und die natürlichen Regenerationsprozesse unterstützen. Beide Technologien sind nicht-invasiv, schmerzfrei und in Ausführungen für den Heimgebrauch erhältlich.
Der Unterschied: Signalform und Zielgebiet
Die meisten PEMF-Geräte verwenden sinusförmige oder rechteckige Impulse und zielen primär auf Knochen, Muskeln und Gelenke ab. Daher werden sie zur Linderung muskuloskelettaler Schmerzen, zur Unterstützung der Heilung von Knochenbrüchen, zur Behandlung von Gelenkentzündungen und zur Unterstützung der Implantatintegration eingesetzt.
Das BEMER hingegen hat eine patentierte, komplexe Signalform entwickelt, die speziell auf die Mikrozirkulation – also die Durchblutung der kleinsten Gefäße – optimiert ist.
Dieses spezielle Signal kann gezielt auf Arteriolen und Venulen wirken und die Kapillardurchströmung positiv beeinflussen. BEMER ist somit kein universelles PEMF, sondern ein Spezialist für ein engeres, aber intensiver erforschtes Anwendungsfeld.
Intensität und Frequenz
Herkömmliche PEMF-Geräte arbeiten in einem breiten Bereich von Intensitäten und Frequenzen – einige erzeugen sogar sehr starke Felder. BEMER arbeitet bewusst mit niedriger Intensität, da nach ihren Forschungen für die Beeinflussung der Mikrozirkulation nicht die Stärke, sondern die geeignete Signalform entscheidend ist.
Wofür sollten Sie sich entscheiden?
Wenn Ihr Ziel gezielt die Unterstützung der Mikrozirkulation, die Verbesserung der allgemeinen Vitalität oder die Optimierung der zellulären Sauerstoffversorgung ist, wurde BEMER speziell dafür entwickelt.
Wenn Sie eher lokale Schmerzlinderung oder die Behandlung von Knochen-, Gelenk- oder Muskelproblemen anstreben – etwa bei Osteoporose oder Kniebeschwerden –, können herkömmliche PEMF-Geräte eine ausgezeichnete Wahl sein.
Was zeigen die Studien?
Die Wirkung von PEMF-Therapie auf die Mikrozirkulation wurde in mehreren wissenschaftlichen Studien untersucht:
Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigte, dass PEMF-Behandlung die arterioläre Weite im Gehirn signifikant vergrößerte und die mikrovasikuläre Durchblutung sowie die Gewebeoxygenierung bei Ratten erhöhte. Die Wirkung wurde über Stickstoffmonoxid (NO) vermittelt.1
Eine Studie von 2003 berichtete, dass PEMF-Stimulation eine signifikante arterioläre Vasodilatation verursachte (9% Durchmesserzunahme nach 2 Minuten Behandlung), was Heilungsprozesse unterstützen kann.2
Eine Studie aus 2012 an diabetischen Ratten zeigte, dass PEMF-Therapie die Perfusion der Gliedmaßen und die Angiogenese in einem Modell akuter Hintergliedmaßenischämie verbesserte.3
Eine Humanstudie aus 2020 fand nach 12 Wochen PEMF-Therapie Verbesserungen beim Blutdruck und der Gefäßfunktion bei hypertensiven Personen.4
Die Rolle der Mikrozirkulation
Die Aufgabe der Durchblutung ist es, das Blut im Körper „zirkulieren" zu lassen. Das Blut transportiert lebenswichtigen Sauerstoff, Energiequellen, Mineralien und Nährstoffe in alle Körperbereiche. In Herznähe haben die Gefäße noch größeren Durchmesser, doch je weiter man sich vom Herzen entfernt, desto kleiner werden die Gefäße, bis sie schließlich mikroskopische Größe erreichen, um die Zellen zu versorgen.
Funktioniert die Mikrozirkulation nicht richtig, kann der Stoffwechsel der Zellen beeinträchtigt werden. Die lebenswichtigen Substanzen gelangen nicht mehr zur Zelle. Stellen Sie sich das wie Ihr Auto vor: Wenn kein Benzin zum Motor gelangt, bleibt er stehen und das Fahrzeug fährt nicht mehr.
Wenn die Zelle keinen „Treibstoff" bzw. keinen Sauerstoff erhält, kann die Funktion ihrer Mitochondrien abnehmen. Diese sind unter anderem für die Energieproduktion, das Ersetzen abgestorbener Zellen, die Reparatur geschädigter Zellen sowie für den Aufbau und die Erneuerung von Gewebe verantwortlich.
Je schlechter die Mikrozirkulation, desto langsamer kann die Regeneration verlaufen und desto geringer kann die Selbstheilungsfähigkeit des Körpers sein.
Wofür wird BEMER empfohlen?
Die BEMER-Therapie kann über die Unterstützung der Mikrozirkulation in folgenden Bereichen ergänzend helfen:
| Bereich | Mögliche Vorteile |
|---|---|
| Energie und Vitalität | Eine bessere Zellversorgung kann zur Verbesserung der allgemeinen körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit beitragen |
| Regeneration | Gute Mikrozirkulation kann Regenerations- und Heilungsprozesse unterstützen |
| Wundheilung | Ergänzende Unterstützung bei chronischen Wundheilungsstörungen |
| Schmerz | Kann als ergänzende Therapie bei akuten und chronischen Schmerzen eingesetzt werden |
| Sportliche Leistung | Unterstützung der Regeneration nach dem Training bei Sportlern |
Wichtig: Die stärksten Effekte der BEMER-Behandlung erfahren in der Regel Personen mit ohnehin eingeschränkter Durchblutung. Wenn Sie gesund sind und keine Durchblutungsstörungen haben, wird die BEMER-Behandlung Ihre gute Durchblutung nicht noch „besser" machen. Sie verwandelt Sie nicht in einen Superhelden! Sie kann jedoch andere Ziele unterstützen, z. B. die Steigerung sportlicher Leistungsfähigkeit, die Verbesserung der körperlich-geistigen Leistungsfähigkeit und die Prävention.
Zur Behandlung
Der BEMER-Impuls heilt nicht unmittelbar! Er kann „nur" Prozesse im Körper anstoßen, die sich Tag für Tag verstärken und so günstig auswirken können.
Daraus folgt, dass von einer einzelnen Behandlung kein Wunder zu erwarten ist. Wenden Sie BEMER beständig und kurmäßig an. Die Wirkung sollte erst nach mindestens 30–60 Tagen täglicher Anwendung bewertet werden.
Behandlungsempfehlungen:
- Eine BEMER-Behandlung dauert in der Regel 8, maximal 20 Minuten
- Über 20 Minuten hinausgehende Behandlungen bringen nicht unbedingt bessere Ergebnisse
- Die Wirkung kann 8–10 Stunden anhalten
- Optimal sind ein- bis zweimal täglich 2–3 Behandlungen
Wichtig: Langsamer Aufbau! Je schlechter der Allgemeinzustand, desto mehr ist auf die Behandlungsintensität zu achten. Beginnen Sie mit der niedrigsten Intensität und steigern Sie diese alle paar Tage. Bei Gesunden und Sportlern ist der Ausgangszustand und das Behandlungsziel anders, so dass bereits die ersten Anwendungen mit höherer Intensität erfolgen können.
Häufige Fehler bei der Anwendung des BEMER sind das (deutliche) Überschreiten der empfohlenen Behandlungsdauer und das sofortige Einstellen der Intensität auf Maximum.
Bevor Sie mit der Behandlung beginnen
Zur sicheren Anwendung ist es wichtig, die Kontraindikationen zu kennen. Falls einer der folgenden Zustände bei Ihnen vorliegt, konsultieren Sie Ihren behandelnden Arzt!
Absolute Kontraindikationen (NICHT verwenden!)
- Aktive medizinische Implantate zur Medikamentenapplikation (z. B. implantierte Medikamenten- oder Insulinpumpen) – in diesen Fällen darf BEMER NICHT verwendet werden
- Immunsuppressive Therapie – z. B. nach Organtransplantation, Knochenmark- oder Stammzelltransplantation
Relative Kontraindikationen (ärztliche Rücksprache erforderlich)
- Herzschrittmacher, Defibrillator
- Gehirnstimulatoren, Muskelstimulatoren
- Bei diesen Implantaten wird die Matte nicht empfohlen; lokale Applikatoren (ab einem Abstand von 20–30 cm zum Implantat) können mit ärztlicher Genehmigung verwendet werden
Metallimplantate
Die BEMER-Therapie stellt in der Regel kein Problem bei modernen Metallimplantaten dar. Moderne Metallimplantate bestehen meist aus Legierungen, die nicht oder kaum magnetisierbar sind. Bei sehr alten (älter als 10 Jahre) ferromagnetischen Prothesen ist jedoch eine Rücksprache mit dem Arzt ratsam.
Mögliche Nebenwirkungen
Die BEMER-Therapie wird in der Regel gut vertragen. Selten können auftreten:
- Unwohlsein (insbesondere bei zu hoher Intensität)
- Kopfschmerzen
- Zittern
Diese Symptome sind meist Folge einer zu schnellen Intensivitätssteigerung oder zu langer Behandlungsdauer. Wenn Sie solche Beschwerden bemerken, verringern Sie Intensität und Behandlungsdauer!
Anwendung zu Hause
BEMER ist heute eine anerkannte ergänzende Therapieform. Immer mehr Krankenhäuser und Praxen verfügen über ein Gerät. Aufgrund der langen Behandlungsdauer ist BEMER jedoch vor allem für den Heimgebrauch geeignet. Es ist unrealistisch, einige Monate lang täglich für wenige Minuten in eine entfernte Praxis oder Klinik zu fahren. Der beste Ort hierfür ist der Komfort Ihres Zuhauses.
Wenn Sie an PEMF-Therapie interessiert sind, aber eher eine Lösung zur Behandlung muskuloskelettaler Beschwerden suchen, sehen Sie sich die Magnum-Magnetfeldtherapie-Gerätefamilie an.
Zusammenfassung – Kurzübersicht
Worum geht es in diesem Artikel? Vergleichender Leitfaden zur BEMER-Therapie und zur herkömmlichen PEMF-Magnetfeldtherapie.
Für wen ist er gedacht? Für alle, die sich für pulsierende Magnetfeldtherapie interessieren und die Unterschiede zwischen verschiedenen PEMF-Technologien verstehen möchten.
Hauptaussage: BEMER ist eine spezielle PEMF-Technologie, die vorwiegend auf die Unterstützung der Mikrozirkulation fokussiert ist. Herkömmliche PEMF-Geräte sind eher auf muskuloskelettale Beschwerden optimiert.
Wesentliche Unterschiede:
| Merkmal | BEMER | Herkömmliche PEMF |
|---|---|---|
| Hauptzielbereich | Mikrozirkulation | Knochen, Muskeln, Gelenke |
| Intensität | Niedrig | Variabel (niedrig–hoch) |
| Signalform | Spezielle, patentierte Form | Sinus/Quadrat |
| Empfohlene Anwendung | Allgemeine Vitalität, Regeneration | Schmerzlinderung, Knochenheilung |
Häufig gestellte Fragen:
Ersetzt BEMER eine ärztliche Behandlung?
Nein. Die BEMER-Therapie ist eine ergänzende Methode und ersetzt keine fachärztliche Versorgung.
Wie lange dauert es, bis Effekte sichtbar werden?
Für dauerhafte Effekte ist mindestens eine 30–60-tägige, regelmäßige Anwendung erforderlich.
Kann ich es mit einem Herzschrittmacher verwenden?
Die Matte wird nicht empfohlen; lokale Applikatoren (ab 20–30 cm Abstand zum Implantat) können mit ärztlicher Genehmigung verwendet werden.
Quellen
- Pena-Philippides JC, et al. (2014). Increases in microvascular perfusion and tissue oxygenation via pulsed electromagnetic fields in the healthy rat brain. Journal of Neurosurgery. PubMed: 25343187
- Smith TL, et al. (2004). Microcirculatory effects of pulsed electromagnetic fields. Journal of Orthopaedic Research. PubMed: 14656663
- Pan Y, et al. (2012). Effects of PEMF on microcirculation and angiogenesis in a model of acute hindlimb ischemia in diabetic rats. Bioelectromagnetics. PubMed: 22952041
- Kim T, et al. (2020). Impact of pulsed electromagnetic field therapy on vascular function and blood pressure in hypertensive individuals. Journal of Clinical Hypertension. PubMed: 32401418
- Klopp R, et al. (2013). The effects of the physical BEMER vascular therapy on sleep, pain and quality of life. Journal of Complementary and Integrative Medicine. PubMed: 23940071
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Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. BEMER- und andere PEMF-Geräte dienen der Ergänzung medizinischer Behandlungen und ersetzen keine fachärztliche Versorgung. Die Risiken der BEMER-Therapie müssen vom behandelnden Arzt bewertet und genehmigt werden. Bei Beschwerden konsultieren Sie bitte Ihren Arzt.