Oberschenkelhalsbruch und Magnetfeldtherapie – wie kann PEMF deine Heilung unterstützen?
Wenn du einen Oberschenkelhalsbruch erlitten hast oder ein Angehöriger von dieser schweren Verletzung betroffen ist, weißt du genau, wie belastend diese Zeit sein kann. Der Oberschenkelhalsbruch gehört zu den gefährlichsten Knochenbrüchen und erfordert spezielle Rehabilitation.
Die gute Nachricht: Teil der modernen Rehabilitation ist die pulsierende elektromagnetische Feldtherapie (PEMF), die als ergänzende Behandlung die Knochenheilung unterstützen und Schmerzen lindern kann.
Was passiert bei einem Oberschenkelhalsbruch?
Der Hals des Oberschenkelknochens – das kurze Stück, das den Oberschenkelkopf mit dem Schaft verbindet – ist sehr anfällig. Im höheren Alter, besonders bei Osteoporose, kann bereits ein einfacher Sturz zu einem Bruch führen. Bei Jüngeren sind meist größere Kräfte, etwa bei Verkehrsunfällen oder beim Sport, die Ursache.
Der Oberschenkelhalsbruch ist besonders gefährlich, weil:
- der Patient sofort bewegungsunfähig wird
- durch langes Liegen das Risiko für Thrombosen (Blutgerinnsel) steigt
- aufgrund reduzierter Atmung eine Lungenentzündung entstehen kann
- Muskelschwund und weitere Schwäche auftreten können
- die Durchblutung des Hüftkopfes gestört werden kann, was zu späteren Komplikationen führt
Daher ist das vorrangige Ziel der Behandlung die schnellstmögliche Mobilisierung – damit der Patient so bald wie möglich aus dem Bett aufstehen und mit der Rehabilitation beginnen kann.
Wissenschaftlicher Hintergrund: Was zeigen die Studien?
Faldini und Mitarbeiter aus Italien veröffentlichten 2010 eine doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie zur Wirkung der PEMF-Therapie bei Patienten mit Oberschenkelhalsbruch. Diese Prüfungsform gilt als die „Goldstandard“-Methodik in der Forschung: weder Patienten noch Ärzte wussten, wer die echte Behandlung und wer Placebo erhielt.
An der Studie nahmen 77 Patienten mit Oberschenkelhalsbruch teil. Alle wurden operiert – die gebrochenen Knochen wurden mit Schrauben fixiert – und danach zufällig in zwei Gruppen eingeteilt:
- Aktive Gruppe: erhielt ein echtes PEMF-Gerät
- Placebo-Gruppe: erhielt ein scheinbar funktionierendes Gerät, das jedoch kein Magnetfeld erzeugte
Die Patienten wurden gebeten, das Gerät täglich mindestens 8 Stunden über einen Zeitraum von 90 Tagen zu benutzen. In den Geräten war eine Uhr eingebaut, die die tatsächliche Nutzungsdauer aufzeichnete.
Die Ergebnisse
Die Forscher stellten Folgendes fest:
- In der Gruppe mit regelmäßiger PEMF-Anwendung heilten 94 % der Brüche, gegenüber 69 % in der Placebo-Gruppe
- Die Schmerzreduktion war in allen Kontrolluntersuchungen in der aktiven Gruppe signifikant besser
- Das Auftreten von Hüftkopfnekrosen (Osteonekrose) war in der aktiven Gruppe geringer, wenngleich dieser Unterschied statistisch nicht signifikant war
Die Autoren schlossen daraus, dass die PEMF-Therapie die Bruchheilung unterstützen und zur Schmerzlinderung bei Patienten mit Oberschenkelhalsbruch beitragen kann.1
Wie wirkt die PEMF-Therapie?
Bei der pulsierenden elektromagnetischen Feldtherapie erzeugt das Gerät ein niederfrequentes, wechselndes Magnetfeld, das die Gewebe durchdringt. Studien zufolge kann diese Stimulation zelluläre Prozesse günstig beeinflussen:
- Unterstützung der Aktivität knochenbildender Zellen (Osteoblasten) – die Zellen, die für den Knochenaufbau verantwortlich sind, können effektiver arbeiten
- Verbesserung der Mikrozirkulation – bessere Durchblutung bringt mehr Nährstoffe in den Heilungsbereich
- Reduktion entzündlicher Prozesse – was zur Schmerzminderung beitragen kann
Wichtig zu verstehen: Die PEMF-Therapie ersetzt nicht eine Operation oder medikamentöse Behandlung. Sie kann als ergänzende Therapie eingesetzt werden, die die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers unterstützt.
Anwendung zu Hause nach einem Oberschenkelhalsbruch
Ein großer Vorteil der PEMF-Therapie in der Rehabilitation nach einem Oberschenkelhalsbruch ist, dass sie auch zu Hause durchgeführt werden kann – genau dann, wenn die Krankenhausbehandlung bereits beendet ist, die Heilung aber noch andauert.
Vorteile einer Magnetfeldtherapie-Matratze
Für länger andauernde Behandlungen von bis zu 6–8 Stunden ist die Magnetfeldtherapie-Matratze ideal. Sie wird im Bett platziert und ermöglicht die Behandlung während des Schlafs oder Ruhephasen. Da du nach einem Oberschenkelhalsbruch ohnehin viel liegen wirst, lässt sich diese Methode gut in den Tagesablauf integrieren.
Behandlungsempfehlungen
Basierend auf den in Studien verwendeten Protokollen:
- Empfohlen werden täglich 6–8 Stunden Behandlungsdauer
- Die Behandlung sollte so früh wie möglich nach der Operation begonnen werden
- Die Therapie sollte mindestens 60–90 Tage fortgeführt werden
- Wähle das Programm des Geräts, das die Bruchheilung unterstützt
Sprich in jedem Fall mit deinem behandelnden Arzt, bevor du mit der PEMF-Therapie beginnst, besonders wenn du weitere Behandlungen erhältst!
Bevor du mit der Behandlung beginnst
Zur sicheren Anwendung ist es wichtig, die Kontraindikationen zu kennen. Wenn einer der folgenden Zustände auf dich zutrifft, konsultiere unbedingt deinen behandelnden Arzt, bevor du die PEMF-Therapie beginnst.
Wann solltest du sie NICHT verwenden?
Verwende das Gerät NICHT, wenn:
- du einen implantierten Herzschrittmacher (Pacemaker) oder einen Defibrillator hast
- du eine Insulinpumpe oder ein anderes medikamentenabgebendes Implantat trägst
- du schwanger bist – besonders im Bereich von Bauch und Becken ist die Anwendung verboten
- du eine aktive Thrombose hast – das ist bei Oberschenkelhalsbruch besonders wichtig!
- es eine akute Infektion im zu behandelnden Bereich gibt
- du einen bösartigen Tumor im zu behandelnden Bereich hast
Spezielle Fälle – ärztliche Rücksprache erforderlich
In den folgenden Fällen kannst du die Therapie mit Genehmigung deines Arztes anwenden:
- Wenn du Metallimplantate (Schrauben, Platten) hast – moderne, nicht ferromagnetische Implantate stellen in der Regel kein Hindernis dar. Nach der operativen Fixation des Oberschenkelhalsbruchs kann die Magnetfeldtherapie auch das Einwachsen des Implantats (Schrauben, Platten) unterstützen.
- Wenn du gerinnungshemmende Medikamente einnimmst
- Wenn du an Epilepsie leidest
- Wenn du schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen hast
Mögliche Nebenwirkungen
Die PEMF-Therapie wird im Allgemeinen gut vertragen, es können jedoch auftreten:
- leichtes Wärmegefühl im behandelten Bereich
- vorübergehende Müdigkeit zu Beginn der Behandlung
- selten leichte Kopfschmerzen (meist bei zu hoher Intensität)
Wenn du unangenehme Symptome bemerkst, reduziere die Intensität oder mache eine Behandlungspause und konsultiere deinen Arzt.
Wichtig: Verhinderung von Komplikationen
Nach einem Oberschenkelhalsbruch sind Thrombosen (tiefe Venenthrombosen) und die daraus resultierende Lungenembolie die größten Gefahren. Statistiken zeigen, dass bei älteren Patienten mit Oberschenkelhalsbruch ohne angemessene Prophylaxe bei bis zu 40 % eine Thrombose auftreten kann.2
Die PEMF-Therapie ersetzt NICHT die Thromboseprophylaxe! Wenn dein Arzt dir Antikoagulanzien oder Injektionsbehandlungen zur Thromboseverhütung verordnet hat, wende diese unbedingt zusätzlich zur PEMF-Behandlung an.
Wende dich sofort an einen Arzt, wenn du eines der folgenden Symptome bemerkst:
- Schwellung, Schmerzen oder Wärme im Bein
- Atemnot, Brustschmerzen
- Husten, besonders wenn Blut auftritt
Empfohlene Geräte
Die Magnum Magnetfeldtherapie-Geräte verfügen über medizinische Zulassungen (CE/MDR) und spezielle Programme zur Unterstützung der Bruchheilung. Für die Rehabilitation nach einem Oberschenkelhalsbruch ist besonders die Verwendung einer Magnetfeldtherapie-Matratze zu empfehlen, da sie eine langfristige und komfortable Behandlung ermöglicht.
Zusammenfassung – Kurzübersicht
Worum geht es in diesem Artikel? Ein Leitfaden zur ergänzenden PEMF-(Magnetfeld-)Therapie nach Oberschenkelhalsbruch, mit wissenschaftlichem Hintergrund und praktischen Tipps.
Für wen ist das gedacht? Für Patienten mit Oberschenkelhalsbruch und deren Angehörige, die die Rehabilitation unterstützen möchten.
Kernaussage: Die PEMF-Therapie kann als ergänzende Behandlung die Knochenheilung und Schmerzlinderung nach einem Oberschenkelhalsbruch unterstützen. In einer doppelblinden, randomisierten Studie heilten Brüche unter regelmäßiger PEMF-Anwendung häufiger.
Therapeutische Optionen:
- PEMF-Therapie: Täglich 6–8 Stunden Behandlung, mindestens 60–90 Tage, idealerweise mit einer Magnetfeldtherapie-Matratze
- Kombinierter Ansatz: Operation + Physiotherapie + ergänzende PEMF-Behandlung + Thromboseprophylaxe
Häufig gestellte Fragen:
Wann kann ich nach der Operation mit der PEMF-Behandlung beginnen?
In den Studien wurde die Therapie innerhalb der ersten Woche nach der Operation begonnen. Besprich den genauen Zeitpunkt mit deinem behandelnden Arzt.
Kann ich das Gerät bei Metall-Schrauben verwenden?
Moderne, nicht ferromagnetische Implantate (Titan, medizinischer Stahl) stellen in der Regel kein Problem dar. Dein Arzt kann dies bestätigen.
Wie lange dauert es, bis ich eine spürbare Verbesserung bemerke?
Studien zeigen, dass nach 30–60 Tagen regelmäßiger Anwendung signifikante Veränderungen erwartet werden können. Die Knochenheilung ist ein langsamer Prozess – habe Geduld.
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Quellen
- Faldini C, Cadossi M, Luciani D, Betti E, Chiarello E, Giannini S. (2010). Electromagnetic bone growth stimulation in patients with femoral neck fractures treated with screws: prospective randomized double-blind study. Current Orthopaedic Practice, 21(3):282-287. DOI: 10.1097/BCO.0b013e3181d4880f
- Parvizi J, Holiday AD, Engel J. (2015). Femoral neck fractures: current management. The Journal of Bone and Joint Surgery. PubMed: 25635363
- Hannemann PF, Mommers EH, Schots JP, Brink PR, Poeze M. (2014). The Application of Pulsed Electromagnetic Fields (PEMFs) for Bone Fracture Repair. Annals of Biomedical Engineering. PubMed: 23331333
Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen der allgemeinen Information. Die PEMF-Geräte für die Heimanwendung sind als Ergänzung zur medizinischen Behandlung gedacht und ersetzen keine fachärztliche Versorgung. Bei Oberschenkelhalsbruch befolge unbedingt die Anweisungen deines behandelnden Arztes. Bei Beschwerden oder dem Auftreten neuer Symptome suche sofort einen Arzt auf.