Für wen empfehle ich ihn?
Die Programme STRE 1 und STRE 2 stimulieren die schnellen Muskelfasern mit gezielten Frequenzen – das kann zur Erhöhung des Harnröhrenverschlussdrucks beitragen. Die beiden Stressprogramme arbeiten mit unterschiedlichen Frequenzen; wählen Sie entsprechend der ärztlichen Empfehlung.
Zusätzlich zu den URGE 1–2 Programmen bietet der Sure Pro eine besondere Option: Die TIBN‑Programme stimulieren nicht‑invasiv den Tibialis‑Nerv über Knöchelelektroden und zielen darauf ab, die Überaktivität der Blase zu dämpfen. Wenn die sondengestützte Behandlung unkomfortabel ist oder ergänzend gewünscht wird, ist TIBN eine sinnvolle Alternative.
Das MIXED‑Programm ist für die kombinierte Behandlung von Stress‑ und Dranginkontinenz konzipiert – es adressiert beide Probleme in einer Sitzung. Die Zweikanal‑Architektur erlaubt die gleichzeitige sondengestützte Stimulation und TIBN.
Das PAIN‑Programm nutzt TENS‑Technologie zur Linderung chronischer Beckenschmerzen. Es kann bei Bedarf auch täglich angewendet werden.
Das SENS‑Programm wurde speziell zur Nervenstimulation nach Sensibilitätsverlust der Beckenbodenmuskulatur entwickelt (z. B. nach Operation oder durch Nervenschädigung). Dieses Programm ist in anderen Geräten oft nicht verfügbar.
Wie wirkt die Elektrostimulation?
Der Sure Pro vereint mehrere therapeutische Ansätze in einem Gerät:
Beckenbodenstimulation (mit Sonde): Über die Vaginalsonde werden sanfte elektrische Impulse auf die Beckenbodenmuskulatur übertragen, die zu rhythmischen Kontraktionen und Entspannungen führen. Dieses zyklische Training kann zur Wiederherstellung der Muskelkraft und zur Verbesserung der Blasenkontrolle beitragen.
Tibialis‑Nerv‑Stimulation (TIBN – Knöchelelektroden): Die Stimulation des Tibialis‑Nervs am Knöchel zielt darauf ab, die Überaktivität der Blase zu reduzieren. Die perkutane Tibialis‑Nerv‑Stimulation (PTNS) ist eine anerkannte klinische Methode zur Behandlung der Dranginkontinenz – der Sure Pro bietet die transkutane (oberflächliche) Variante zur Heimanwendung.
TENS‑Schmerztherapie: Das PAIN‑Programm zielt auf die Linderung chronischer Beckenschmerzen nach dem Gate‑Control‑Prinzip.
Der Sure Pro verfügt nicht über eine Biofeedback‑Funktion. Wenn Sie objektives Feedback zur Trainingswirkung wünschen, sind das evoStim P (Druck‑Biofeedback) oder das evoStim E (EMG‑Biofeedback) in Betracht zu ziehen.
Häufig gestellte Fragen
Der Tibialis‑Nerv verläuft an der Innenseite des Knöchels und ist mit dem Beckenboden‑Nervensystem verbunden. Die Stimulation über oberflächenapplizierte Elektroden zielt darauf ab, die Überaktivität der Blase zu dämpfen – ohne Sonde, nicht‑invasiv. Es handelt sich um die häusliche, transkutane Variante der in Kliniken angewendeten PTNS (perkutane Tibialis‑Nerv‑Stimulation).
Nein. Die Anwendung von Elektrostimulationsgeräten ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Nach der Geburt sollte die Behandlung erst nach ärztlicher Freigabe (in der Regel 6–8 Wochen) begonnen werden.
Das Perfect PFE ist ein einkanaliges Gerät mit 4 Programmen – einfacher und kostengünstiger. Der Sure Pro ist zweikanalig, bietet 15 Programme, Tibialis‑Nerv‑Stimulation (TIBN), einen wiederaufladbaren Akku und 99 Intensitätsstufen. Wenn Sie mehrere Therapieansätze benötigen (Sonde + TIBN), ist der Sure Pro die flexiblere Wahl.
Der Sure Pro bietet kein Biofeedback – das Gerät misst die Muskelaktivität nicht. Wenn Sie objektives Feedback zum Trainingsfortschritt wünschen, sind das evoStim P (Druck‑Biofeedback) oder das evoStim E (EMG‑Biofeedback) empfehlenswerte Optionen. Der Vorteil des Sure Pro liegt hingegen in der größeren Programmauswahl und der TIBN‑Funktion.
Die 3 manuellen Programme erlauben das Speichern individueller Parameter (Frequenz, Impulsbreite, Behandlungsdauer), wie sie vom behandelnden Arzt empfohlen werden. Das ist besonders nützlich, wenn die voreingestellten Programme nicht exakt den therapeutischen Anforderungen entsprechen.
Bei regelmäßiger Anwendung (täglich 20–30 Minuten) sind Verbesserungen innerhalb von 4–12 Wochen zu erwarten. Die Wirksamkeit der TIBN‑Programme wurde in systematischen Untersuchungen über eine 12‑wöchige Behandlungsperiode bewertet. Die Behandlungs‑Speicherfunktion unterstützt bei der Einhaltung der Regelmäßigkeit.
Wie verwenden Sie den Sure Pro?
Wählen Sie ein Programm
Wählen Sie auf dem hintergrundbeleuchteten LCD‑Display eines der 15 Programme. Inkontinenz: STRE, URGE, MIXED. Beckenbodentraining: PFW A/B, ENDUR. Schmerz: PAIN. Tibialis‑Nerv: TIBN 1–2. Sensibilitätsverlust: SENS. Die 3 manuellen Programme erlauben individuelle Einstellungen.
Verbinden Sie Sonde oder Elektroden
Bei sondengestützter Behandlung: Befeuchten Sie die mitgelieferte Vaginalsonde mit dem Go Gel Kontaktgel. Bei TIBN: Bringen Sie die selbstklebenden Elektroden an der Innenseite des Knöchels an. Sie können auf beiden Kanälen gleichzeitig arbeiten – z. B. Sonde + Knöchelelektrode.
Stellen Sie die Intensität ein
Wählen Sie aus 99 Stufen (1‑mA‑Schritten) pro Kanal die angenehm‑effektive Intensität. Die Behandlung darf nicht schmerzhaft sein. Das Gerät merkt sich die zuletzt gewählte Einstellung und stellt diese beim nächsten Einschalten automatisch wieder her.
Führen Sie die Behandlung durch
Das Programm steuert die Impulse automatisch. Auf dem LCD‑Display sehen Sie die verbleibende Zeit. Der Behandlungs‑Speicher zeichnet die tägliche Nutzung auf – so behalten Sie die Regelmäßigkeit im Blick.
Regelmäßige Anwendung
Einmal täglich 20–30 Minuten. TIBN wird typischerweise 1–2‑mal pro Woche empfohlen. Verbesserungen sind bei regelmäßiger Anwendung innerhalb von 4–12 Wochen zu erwarten. Die Behandlungs‑Speicherfunktion hilft, die Regelmäßigkeit zu überwachen.
Lieferumfang
Der Sure Pro wird mit folgenden Zubehörteilen geliefert:
- 1 Stück TensCare Sure Pro Gerät (eingebauter wiederaufladbarer Akku)
- 1 Stück Vaginalsonde
- 2 Stück Stimulationskabel
- 4 Stück selbstklebende Elektroden (50×50 mm) – für TIBN
- 1 Stück Go Gel Kontaktgel (50 ml)
- 1 Stück Netzadapter (Ladegerät)
- 1 Stück Aufbewahrungsetui
- 1 Stück Bedienungsanleitung
Aus hygienischen Gründen sind Sonden zur persönlichen Verwendung bestimmt. Ersatzsonden, Ersatzelektroden und Kontaktgel sind in der Inkontinenz‑Kategorie erhältlich.
Technische Daten
| Kanäle | 2× unabhängige Kanäle |
| Programme | 15 (12 voreingestellt + 3 manuell) |
| Inkontinenzprogramme | STRE 1–2, URGE 1–2, MIXED |
| Beckenbodentraining | PFW A/B, ENDUR |
| Tibialis‑Nerv‑Stimulation | TIBN 1–2 |
| Schmerztherapie | PAIN (TENS) |
| Sensibilitätsverlust | SENS |
| Intensität | 99 Stufen (1 mA Schrittweite) |
| Biofeedback | Nicht enthalten |
| Sonde | Vaginalsonde (im Lieferumfang) |
| Display | Großes, hintergrundbeleuchtetes LCD |
| Stromversorgung | Eingebauter, wiederaufladbarer Akku (bis zu 15 Std.), Netzadapter |
| Behandlungs‑Speicher | Ja – tägliche Nutzung speicherbar, Auto‑Restart |
| Hersteller | TensCare Ltd |
| Zertifizierung | CE Medizinprodukt Klasse II (MDR, ISO 13485) |
Wann sollten Sie das Gerät NICHT verwenden?
- Herzschrittmacher oder andere implantierte elektronische Geräte
- Schwangerschaft
- Frühe postoperative Phase (nach der Geburt 6–8 Wochen)
- Aktive Infektion im Behandlungsbereich
- Unbehandelte Epilepsie
- Aktive Tumorerkrankung im Behandlungsbereich
Unsicher? Konsultieren Sie vor der Anwendung Ihren behandelnden Arzt!
Wichtige Hinweise
Der TensCare Sure Pro ist ein CE‑gekennzeichnetes Medizinprodukt der Klasse II (hergestellt nach MDR, ISO 13485) und als Ergänzung zur medizinischen Behandlung konzipiert. Vor Beginn der Behandlung ist eine ärztliche Abklärung zur Bestimmung des Inkontinenztyps erforderlich.
Die Wirksamkeit der mit Elektrostimulation unterstützten Beckenbodenübungen ist durch klinische Studien belegt. Die Tibialis‑Nerv‑Stimulation (PTNS/TTNS) wird in Übersichtsarbeiten ebenfalls als wirksame Methode zur Behandlung der überaktiven Blase beschrieben.1,2
Die auf dieser Seite enthaltenen Informationen dienen der allgemeinen Information. Geräte für die Heimtherapie sind als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung gedacht und ersetzen diese nicht. Konsultieren Sie bei Beschwerden Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Die Wirksamkeit von Elektrostimulation kombiniert mit Beckenbodenmuskeltraining und Tibialis‑Nerv‑Stimulation ist durch klinische Evidenz gestützt:
- Todhunter-Brown A, Hazelton C, Campbell P, et al. (2022). Conservative interventions for treating urinary incontinence in women: an Overview of Cochrane systematic reviews. Cochrane Database Syst Rev. 9(9):CD012337. PubMed
- Burton C, Sajja A, Latthe PM. (2012). Effectiveness of percutaneous posterior tibial nerve stimulation for overactive bladder. Neurourol Urodyn. 31(8):1206-1216. PubMed
Inkontinenz‑Behandlung – kompletter Leitfaden →
Therapie in der Praxis – Schritt für Schritt →
Harninkontinenz und ihre Behandlung →
Anleitung für Beckenbodenübungen →
Perfect PFE – einfachere Alternative →
Alle Inkontinenz‑Geräte →