Beinödeme
Beinödeme sind ein sehr häufiges Symptom, das viele Menschen im Laufe ihres Lebens erleben. Sie können durch Krankheiten verursacht werden, aber auch langanhaltendes Verharren in einer Position. Das Ödem kann nur an einem oder an beiden Beinen auftreten. Die Schwellung kann örtlich begrenzt sein, also nur einen bestimmten Bereich betreffen, oder das ganze Bein anschwellen lassen. Die Maßnahmen hängen von der Ursache ab. In manchen Fällen muss die Krankheit behandelt werden, in anderen nur das Symptom gemindert werden.
Bei Erkrankungen und Zuständen, die eine lokale Schwellung hervorrufen und meist nur ein Bein betreffen, entsteht das Beinödem an einer gut definierten Stelle und kann sich nach oben und unten ausbreiten:
- Sportunfälle und Verletzungen, wie Brüche, Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen, Bandrisse, Muskelrisse. Der Zeitpunkt und die Ursache sind klar erkennbar. An der Verletzungsstelle entsteht eine Schwellung, die teilweise auch eine Einblutung sein kann (die sich innerhalb weniger Tage verfärbt).
- Entzündliche Prozesse: Arthritis, Bursitis, Dermatitis usw. (hier weisen Fieber und Schüttelfrost auf die Entzündung hin)
- Insektenstiche, insbesondere bei Überempfindlichkeitsreaktionen
- Schwellungen im Bereich von Verbrennungen oder Verbrühungen
- Eine tiefe Venenthrombose kann zu einer ausgeprägten Beinödemen führen. Dabei treten schnell ziehende Wadenkrämpfe auf, und die Haut verfärbt sich bläulich. Eine gefährliche Komplikation ist die Lungenembolie, erkennbar an Atemnot und Brustschmerzen.
- Postthrombotisches Syndrom, ein Zustand nach tiefer Venenthrombose (2-3 Monate nach der Thrombose)
Krankheiten, die in der Regel nur ein Bein betreffen, wobei die Schwellung meist am Fuß oder Knöchel beginnt und nach oben fortschreitet, was auch den Schweregrad anzeigen kann.
- Sekundäres Lymphödem (durch Verschluss der Lymphbahnen infolge von Unfall, Operation oder Tumor).
- Venenklappeninsuffizienz (allgemein als Krampfadern bekannt). In den geschlängelten Venen staut sich Flüssigkeit, die aus den Gefäßen ins Gewebe tritt und Schwellungen sowie ziehende Schmerzen verursacht. Meist sind beide Beine unterschiedlich betroffen, die Schwellung auf einer Seite stärker.
- Obwohl keine Krankheit, kann auch während der Schwangerschaft ein Beinödem auftreten. Das wachsende Kind und die Gebärmutter drücken auf die Beckenvenen und behindern den Blutrückfluss aus den Beinen.
Erkrankungen, die meist beide Beine betreffen, wobei das Ödem am Fuß oder Knöchel beginnt und nach oben fortschreitet, was auch auf den Schweregrad hinweist.
- Plötzlich auftretendes Nierenversagen, gekennzeichnet durch allgemeines Unwohlsein und sehr geringe Urinmenge
- Chronisches Nierenversagen mit Symptomen wie Appetitlosigkeit, schlechtem Allgemeinbefinden und wenig oder gar kein Urin
- Herzinsuffizienz, häufig mit Brustschmerzen und Atemnot, die schon bei geringer Belastung verstärkt wird. Nicht nur die Beine, sondern auch der Bauch können geschwollen sein.
- Hormonelle Probleme können vermehrte Wassereinlagerungen und Beinödeme verursachen. Auch Hormonbehandlungen wie die Einnahme von Verhütungsmitteln können ähnliche Effekte haben.
- Als Nebenwirkung von Medikamenten können ebenfalls Beinödeme auftreten, beispielsweise bei Antidepressiva, Steroiden und nichtsteroidalen Entzündungshemmern sowie Blutdrucksenkern.
- Primäres Lymphödem kann gewöhnlich beide Beine betreffen und sehr ausgeprägte Schwellungen verursachen.
- Langes Sitzen (z.B. auf langen Bus- oder Flugreisen) oder auch stehende/sitzende Tätigkeiten können Beinödeme auslösen.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.
- Krampfadern sowie durch langes Sitzen oder Stehen bedingte Beinödeme können durch häufige kurze Fußübungen (alle 1-2 Stunden, 2-3 Minuten) vorgebeugt werden. Zur Vorbeugung eignen sich auch der Veinoplus Varizenbehandlung Stimulator oder Drucktherapiegeräte.
- Bei Schwellungen infolge eines Bruchs muss die Fraktur eingerichtet und fixiert werden. Die Schwellung klingt im Heilungsverlauf von selbst ab. Heilung der Knochen kann durch pulsierende Ultraschall- und Magnetfeldtherapie unterstützt werden.
- Bei Verletzungen empfiehlt sich die „RICE“-Behandlung: Rest (Ruhe), Ice (Kühlung), Compression (Kompression) – z.B. Wickelverband – und Elevation (Hochlagern). Ultraschall- und Lasertherapie können die Heilung fördern.
- Bei Insektenstichen wichtig ist Kühlung und Vermeidung allergischer Reaktionen; die Schwellung klingt sonst schnell ab.
- Bei Verbrennungen und Verbrühungen ist sofortige Kühlung des Bereichs entscheidend; dafür eignen sich Verbrennungsverbände am besten. Die Wundversorgung sollte durch Fachpersonal erfolgen.
- Bei Verdacht auf Thrombose darf der Patient nicht aufstehen oder gehen! Sofortige Einlieferung ins Krankenhaus mit Rettungsdienst ist erforderlich, da die Krankheit intensivmedizinische Behandlung benötigt.
- Im postthrombotischen Zustand muss sich der Patient darauf einstellen, dass die Symptome dauerhaft sind und tägliche Behandlung benötigen. Veinoplus DVT und regelmäßige Drucktherapie helfen, den Zustand zu verbessern. Ohne Behandlung verschlimmert sich die Schwellung.
- Bei Schwangerschaftskrampfadern helfen häufige Positionswechsel und Kompressionsmassage.
- Behandlung von Nieren- und Herzinsuffizienz ist eine Aufgabe für das Krankenhaus! Das Ödem nimmt ab, wenn die Nieren- oder Herzfunktion sich verbessert.
- Bei medikamentösen Nebenwirkungen ist es ratsam, verdächtige Mittel abzusetzen oder auszutauschen – dies unbedingt mit dem behandelnden Arzt absprechen.
- Bei allen Formen des Lymphödems kann nur die Symptomatik behandelt werden, die eigentliche Krankheit ist nicht heilbar. Kompressionsverbände, Kompressionskleidung sowie die Kombination aus manueller und lymphdrainage gerät geben gute Ergebnisse.