Hautprobleme und Salztherapie – Ergänzende Behandlung bei Ekzem und Psoriasis
Wenn du mit Ekzem (atopischer Dermatitis) oder Psoriasis (Schuppenflechte) lebst, weißt du, wie belastend der Alltag mit Juckreiz, trockener schuppender Haut und unerwarteten Schüben sein kann. Konventionelle Behandlungen – Kortisoncremes, Immunmodulatoren, Lichttherapie – helfen oft, aber nicht immer ausreichend und können Nebenwirkungen haben.
Immer mehr Menschen suchen ergänzende, natürliche Methoden zur Unterstützung der Haut. Die Salztherapie (Halotherapie oder Speleotherapie) ist seit Jahrhunderten bekannt und kann bei bestimmten dermatologischen Problemen vorteilhaft sein. Aber was sagen die wissenschaftlichen Studien dazu? Und was kannst du erwarten, wenn du es ausprobierst?
Was solltest du über Ekzem und Psoriasis wissen?
Ekzem (atopische Dermatitis)
Das Ekzem ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung, die meist in der Kindheit beginnt, aber auch im Erwachsenenalter bestehen bleiben oder erneut auftreten kann. Typische Symptome sind rote, juckende, trockene Hautstellen, die häufig in Hautfalten, am Hals oder im Gesicht auftreten.
Der Erkrankung liegt eine Schädigung der Schutzschicht der Haut (Barrierefunktion) und eine Überaktivität des Immunsystems zugrunde. Ekzemhaut ist anfälliger für Infektionen, trocknet leichter aus und reagiert empfindlicher auf äußere Reizstoffe.
Psoriasis (Schuppenflechte)
Die Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich Hautzellen zu schnell teilen – statt in 28–30 Tagen bereits in 3–4 Tagen. Das führt zu dicken, silbrig schuppenden Plaques, meist an Ellenbogen, Knien, Kopfhaut und Rücken.
Psoriasis ist nicht ansteckend, kann aber die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Schübe können durch Stress, Infektionen, bestimmte Medikamente oder Wetteränderungen ausgelöst werden.
Was ist Salztherapie und wie wirkt sie?
Die Salztherapie ist eine natürliche Methode, bei der mikroskopisch kleine Salzkristallpartikel-haltige Luft eingeatmet wird und sich außerdem Salz auf der Haut absetzt. Es gibt zwei Hauptformen:
- Speleotherapie: Aufenthalt in natürlichen Salzbergwerken oder -höhlen (z. B. Wieliczka in Polen oder Praid in Rumänien)
- Halotherapie: Behandlung in künstlich geschaffenen Salzräumen, in denen ein Halogenerator pharmazeutisches Salz zerstäubt
Geräte für die Heimanwendung – wie das SaltDome – ermöglichen es, die positiven Effekte des Salzes auch zu Hause zu nutzen.
Hier kannst du den Artikel ‚Salztherapie und Halotherapie: Leitfaden für die Atemwegsgesundheit‘ lesen.
Wie kann Salztherapie deiner Haut helfen?
Salz kann über mehrere Mechanismen positive Effekte bei dermatologischen Problemen haben:
1. Entzündungshemmende Wirkung
Wenn Salzkristalle auf die Haut gelangen, können sie helfen, entzündliche Prozesse zu reduzieren. Das ist besonders wichtig bei Ekzem und Psoriasis, wo chronische Entzündung die Hauptursache der Symptome ist.
2. Antibakterielle Eigenschaften
Salz besitzt natürliche antibakterielle Eigenschaften und hemmt die Vermehrung von Krankheitserregern auf der Haut. Ekzemhaut ist besonders anfällig für Staphylococcus aureus-Infektionen, die die Symptome verschlechtern. Salztherapie kann helfen, die Bakterienzahl zu verringern.
3. Unterstützung der Hydratation und Barrierefunktion
Studien mit Totes-Meer-Salz zeigten, dass magnesiumreiches Salz die Hautfeuchtigkeit und die Schutzfunktion der Haut günstig beeinflussen kann. Salz kann helfen, Wasser in der Haut zu binden, wodurch Trockenheit und Rauheit reduziert werden.
4. Immunmodulierende Wirkung
Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Salztherapie den IgE-Antikörperspiegel im Blut senken kann. Erhöhte IgE-Werte sind typisch für allergische Reaktionen und atopische Erkrankungen, daher kann deren Reduktion Juckreiz und Hautreaktionen lindern.
5. pH-Normalisierung und Regeneration
Salz hilft, den pH-Wert der Haut zu normalisieren und fördert die Erneuerung der Hautzellen. Das kann die Heilung geschädigter Haut unterstützen und die Schuppung verringern.
Was sagen die Studien?
Die dermatologischen Effekte der Salztherapie wurden in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen analysiert:
Eine Studie an 112 Kindern mit Ekzem zeigte, dass nach speleotherapeutischem Aufenthalt in einer künstlichen Salzkammer bei 58 % der Teilnehmer vollständige und bei 20 % partielle Verbesserungen auftraten, die 6–24 Monate anhielten. Während der Behandlung wurden positive Veränderungen sowohl am Hautbild als auch in der Immunfunktion beobachtet.
Untersuchungen mit Totes-Meer-Salzbädern lieferten ebenfalls ermutigende Ergebnisse. In einer Studie tauchten Teilnehmer mit atopisch trockener Haut ihren Arm über 6 Wochen hinweg in eine 5%-ige Totes-Meer-Salzlösung. Der mit Salz behandelte Arm zeigte deutliche Verbesserungen hinsichtlich Hautfeuchtigkeit, Glätte und Reduktion von Rötungen.
Bei Psoriasis erwies sich die Salz-Balneophototherapie (Kombination aus Salzbad und UVB-Lichttherapie) als wirksamer als Lichttherapie allein. Das deutet darauf hin, dass Salz tatsächlich zur Verbesserung des Hautzustands beitragen kann.
Wann ist Salztherapie anwendbar?
Salztherapie kommt als ergänzende Therapie in Frage, wenn:
- Du ein leichtes bis mittelschweres Ekzem oder Psoriasis hast
- Die Symptome sich in einer stabilen Phase befinden (nicht während eines akuten Schubs)
- Du den Einsatz konventioneller Medikamente – insbesondere Kortison – reduzieren möchtest
- Du eine natürliche, ergänzende Unterstützung für deine Haut suchst
- Du eine entspannende Methode wünschst, die gleichzeitig der Haut gut tut
Bevor du mit der Salztherapie beginnst
Obwohl Salztherapie in der Regel sicher ist, ist es wichtig, Gegenanzeigen zu kennen und Rücksprache mit deinem Dermatologen zu halten.
Wann solltest du sie NICHT anwenden?
Salztherapie wird nicht empfohlen, wenn:
- Du dich in einem aktiven, schweren Schub befindest – mit offenen, nässenden Wunden
- Du unbehandelt hohen Blutdruck hast
- Du an aktiver Tuberkulose leidest
- Du eine schwere Nierenerkrankung hast
- Du eine Schilddrüsenüberfunktion hast
- Du an Epilepsie leidest
- Du unter Platzangst (Klaustrophobie) leidest (bei Salzräumen)
- Du eine aktive Hautinfektion hast
Mögliche Nebenwirkungen
Bei Salztherapie kann es zu folgenden Effekten kommen:
- Leichtes Brennen oder Stechen auf der Haut (besonders an geschädigten Hautstellen)
- Vorübergehendes Trockenheitsgefühl (anschließend die Haut eincremen!)
- Leichtes Kratzen im Hals durch eingeatmetes Salz
- Selten Rötungen, die schnell abklingen
Diese Symptome sind meist mild und vorübergehend. Bei anhaltenden Beschwerden solltest du einen Arzt konsultieren.
Heim-Salztherapie mit dem SaltDome-Gerät
Das SaltDome Heimsalztherapie-Gerät ermöglicht es, das Mikroklima von Salzgrotten in deinen eigenen vier Wänden zu erzeugen. Das Gerät zerstäubt die Salzlösung mittels Ultraschalltechnologie und erzeugt ein Aerosol aus 1–5 Mikrometer großen Salzkristallpartikeln.
Die Anwendung ist einfach: Schalte das Gerät ein, nimm eine bequeme Position ein und atme ruhig. Die Salzkristalle gelangen auch auf deine Haut, wo sie ihre Wirkung entfalten können.
Empfohlene Anwendung bei Hautproblemen:
- Tägliche Behandlung von 20–40 Minuten
- Mindestens 15–20 Sitzungen pro Kur für dauerhafte Ergebnisse
- Nach der Behandlung die Haut mit einer Feuchtigkeitscreme eincremen
- 1–2 Kuren pro Jahr zur Kontrolle der Symptome empfohlen
Praktische Tipps zur Ergänzung der Salztherapie
Die Wirksamkeit der Salztherapie kannst du steigern, wenn du auf einige grundlegende Punkte achtest:
- Regelmäßige Feuchtigkeitsversorgung: Nach der Behandlung immer eine parfümfreie, hautfreundliche Feuchtigkeitscreme verwenden
- Reizstoffe meiden: Milde, unparfümierte Reinigungsprodukte wählen
- Stressmanagement: Stress verschlechtert sowohl Ekzem als auch Psoriasis
- Auslöser identifizieren: Beobachte, was bei dir Schübe auslöst
- Ärztliche Behandlung fortführen: Salztherapie ist ergänzend, ersetzt nicht die verordneten Medikamente
Zusammenfassung – Kurzübersicht
Worum geht es in diesem Artikel? Um einen umfassenden Leitfaden zur ergänzenden Behandlung von Ekzem und Psoriasis mit Salztherapie.
Für wen ist es gedacht? Für Menschen mit Ekzem oder Psoriasis, die eine natürliche Ergänzung zur Behandlung suchen.
Hauptbotschaft: Salztherapie kann den Hautzustand durch entzündungshemmende, antibakterielle und hydratisierende Effekte positiv beeinflussen. Sie lässt sich ergänzend zur ärztlichen Therapie einsetzen.
| Aspekt | Ekzem | Psoriasis |
|---|---|---|
| Hauptproblem | Barrieredysfunktion, Entzündung | Übermäßige Zellproliferation, Autoimmun |
| Wirkmechanismus der Salztherapie | Antibakteriell, IgE-senkend, hydratisierend | Entzündungshemmend, keratolytisch, regenerierend |
| Empfohlene Sitzungsanzahl | 15–20 Sitzungen/Kur | 7–15 Sitzungen, intensiv |
| Dauer der Wirkung | 6–24 Monate | 6–12 Monate |
Häufig gestellte Fragen
Kann Salztherapie Medikamente ersetzen?
Nein. Salztherapie ist eine ergänzende Behandlung, die den Hautzustand unterstützen kann, aber nicht die vom Arzt verordnete Therapie ersetzt.
Wann darf man keine Salztherapie anwenden?
Bei akutem Schub, offenen Wunden sowie bei schweren Grunderkrankungen (z. B. unbehandelter Bluthochdruck, aktive Tuberkulose, schwere Nierenerkrankung).
Nach wie vielen Anwendungen sieht man Ergebnisse?
Erste Verbesserungen sind meist nach 5–10 Behandlungen spürbar, für nachhaltige Effekte sind 15–20 Sitzungen erforderlich.
Ist Salztherapie auch für Kinder geeignet?
Ja, Salztherapie ist auch für Kinder grundsätzlich sicher, aber konsultiere vorher den behandelnden Kinderarzt.
Detaillierte Leitfäden nach Erkrankung
Wenn dich eine bestimmte Erkrankung interessiert, lies unsere detaillierten Leitfäden, in denen wir die Möglichkeiten der Salztherapie mit wissenschaftlichen Studien untermauern:
- Sinusitis und Salztherapie – Befreie dich von Nebenhöhlenentzündungen
- Asthma und Salztherapie – Natürliche Unterstützung der Atmung
- Mukoviszidose und Salztherapie – Sekretlösung und Atemunterstützung
- COPD und Salztherapie – Leichteres Atmen, bessere Lebensqualität
- Erkältung und Salztherapie – Schnellere Genesung
- Heuschnupfen und Salztherapie – Linderung allergischer Symptome
- Erholung nach Lungenentzündung – Salztherapie als ergänzende Behandlung
- Schnarchen und Salztherapie – Wie sie freieres Atmen unterstützen kann
Quellen
- Puryshev EA. (1994). The efficacy of speleotherapy in atopic dermatitis in children. Vopr Kurortol Fizioter Lech Fiz Kult. PubMed: 7846884
- Proksch E, et al. (2005). Bathing in a magnesium-rich Dead Sea salt solution improves skin barrier function, enhances skin hydration, and reduces inflammation in atopic dry skin. Int J Dermatol. PubMed: 15689218
- Manoharan P, Kaliaperumal K. (2022). Salt and skin. Int J Dermatol. PubMed: 33890287
- El-Amawy HS, et al. (2021). Saline in Dermatology: A literature review. J Cosmet Dermatol. PubMed: 33098717
- Endre L. (2015). Theoretical basis and clinical benefits of dry salt inhalation therapy. Orv Hetil. PubMed: 26551167
Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Die Salztherapie ist als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung gedacht und ersetzt diese nicht. Bei dermatologischen Beschwerden konsultiere deinen behandelnden Arzt, um die geeignete Therapie festzulegen.