Für wen empfehle ich das Gerät?
Tropft es beim Husten, Niesen, Lachen oder Heben? Die STRE‑Programmgruppe (35–100 Hz) zielt auf die schnell kontrahierenden Muskelfasern ab – diese sind für den reflexartigen Verschluss des Schließmuskels verantwortlich. Tägliche Behandlungen von ca. 20 Minuten führen erfahrungsgemäß nach 4–6 Wochen zu spürbarer Besserung. Bei Frauen vaginal (PeriSphera O oder H), bei Männern rektal (PeriSphera A). Bei Frauen kann eine Gebärmutter‑ oder Blasensenkung die Ursache sein – dazu ausführlich im Artikel Méhsüllyedés – Behandlung.
Plötzlicher, unwiderstehlicher Harndrang, der nicht warten kann? Die URGE‑Programme (5–10 Hz) adressieren eine Überaktivität des Detrusormuskels: die niedrige Frequenz kann dazu beitragen, unwillkürliche Kontraktionen der Blase und den plötzlich auftretenden Harndrang zu reduzieren. In der ersten Woche wird eine tägliche Sitzung empfohlen, danach 2–3 Sitzungen pro Woche.
Die gleichzeitige Präsenz von Stress‑ und Drangproblemen ist die häufigste Form. Die MIX‑Programmgruppe behandelt beide Komponenten: innerhalb einer Sitzung werden abwechselnd hohe und niedrige Frequenzen eingesetzt. Die zwei Kanäle ermöglichen, verschiedene Muskelgruppen parallel mit unterschiedlichen Parametern zu adressieren.
Die Behandlung der Stuhlinkontinenz erfolgt rektal mit PeriSphera A oder PeriProbe Analis. Die Stimulation kann die Kontraktion des Beckenbodens und des Analschließmuskels unterstützen. Der evoStim UG kann mit Zweikanalsonden gleichzeitig inneren und äußeren Schließmuskel stimulieren – dies ist in unserem Sortiment das einzige dafür geeignete Gerät.
Die PAIN‑Programme sind für die Behandlung chronischer Beckenschmerzen ausgelegt, RELX dient der Entspannung des Beckenbodens. Bei Vaginalismus ist die PeriSphera AT‑Sonde speziell für enge Scheidenkanäle konzipiert – eine schrittweise gesteigerte, milde Stimulation kann helfen, Muskelkrämpfe zu lösen. Anwendung nach ärztlicher Rücksprache.
Der evoStim UG ist ein Gerät auf professionellem Niveau: fünf Programmgruppen und vollständig anpassbare Parameter erlauben individuelle Protokolle für jede Patient*in. Das Gerät ist sowohl für die Praxis als auch für die Heimanwendung geeignet – die Therapeut*in legt das Programm fest, die Patient*in führt die Therapie zu Hause weiter.
Wie wirkt die funktionelle Elektrostimulation?
Der evoStim UG verwendet funktionelle Elektrostimulation (FES): über die Sonde werden leichte elektrische Impulse an den Beckenboden abgegeben, die eine Kontraktion auslösen – vergleichbar mit Kegel‑Übungen, jedoch gezielter und kontrollierter.
Bei Stressinkontinenz zielt die höhere Frequenz (35–100 Hz) auf die schnell kontrahierenden Muskelfasern ab – diese sind für den reflexartigen Verschluss des Schließmuskels bei Husten oder Heben verantwortlich.
Bei Dranginkontinenz adressiert die niedrigere Frequenz (5–10 Hz) eine Überaktivität des Detrusormuskels: sie kann dazu beitragen, unwillkürliche Kontraktionen und den plötzlich auftretenden Harndrang zu reduzieren.
Vorteil der 2 Kanäle: Mit Zweikanalsonden (PeriSphera H, U, A) können Sie innere und äußere Muskelschichten des Beckenbodens gleichzeitig, jedoch mit unterschiedlichen Parametern stimulieren – das ermöglicht eine gezieltere Therapie als mit Einkanalgeräten.
Häufig gestellte Fragen
Der evoStim P verfügt über eine Biofeedback‑Funktion: er misst die Muskelkontraktion in Echtzeit und gibt ein visuelles Feedback – so sehen Sie, wie gut Ihre Muskeln arbeiten. Der evoStim UG ist ein reines Stimulationsgerät ohne Biofeedback, bietet dafür aber ein breiteres Indikationsspektrum (Inkontinenz + Schmerz + Relaxation) und mehr kompatible Sonden. Wenn Biofeedback für Sie wichtig ist, wählen Sie das evoStim P. Wenn Vielseitigkeit und Programmauswahl Priorität haben, ist der evoStim UG die richtige Wahl.
Nein. Eine Beckenboden‑Elektrostimulation ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Die Behandlung kann in der Regel nach der Geburt und mit Zustimmung des behandelnden Arztes begonnen werden – typischerweise ab der 6.–8. Woche nach der Entbindung.
Die Wahl der Sonde hängt vom Behandlungsziel und der Anatomie ab. Bei Frauen mit Harninkontinenz empfehlen sich PeriSphera O (Einkanal) oder PeriSphera H/U (Zweikanal). Bei Vaginalismus PeriSphera AT. Bei Männern oder Stuhlinkontinenz PeriSphera A (Zweikanal) oder PeriProbe Analis (Einkanal). Ihr behandelnder Arzt hilft bei der richtigen Auswahl.
IntelliSTIM ist die intelligente Parameter‑Optimierungsfunktion des evoStim UG: in den Standardprogrammen (P10, P20, P30, P40, P50) wird beim Ändern der Frequenz automatisch die Pulsbreite und weitere Parameter angepasst. Sie müssen nicht jedes einzelne Setting manuell verändern – das Gerät wählt Kombinationen gemäß medizinischer Protokolle.
Bei Stressinkontinenz zeigen sich erfahrungsgemäß nach 4–6 Wochen regelmäßiger Behandlung Verbesserungen. Bei Dranginkontinenz berichten einige Anwender*innen bereits in den ersten Wochen von positiven Veränderungen. Bei Mischformen dauert der Prozess meist länger. Der Therapieerfolg hängt individuell von der konsequenten Anwendung und dem jeweiligen Inkontinenztyp ab.
Ja. Der evoStim UG ist auch für Männer geeignet – mit rektaler Sonde (PeriSphera A oder PeriProbe Analis). Er kann bei postoperativer Inkontinenz nach Prostataeingriffen, Stuhlinkontinenz und chronischen Beckenschmerzen eingesetzt werden. Für Männer ist alternativ auch PFE for Men eine empfohlene Option.
3× AAA (1,5 V) Alkalibatterien. Die Batterielaufzeit beträgt ca. 20 Stunden – bei wöchentlicher Nutzung reicht dies mehrere Monate. Entfernen Sie die Batterien bei längerer Nichtnutzung.
Wie verwenden Sie den evoStim UG?
Wählen Sie die passende Sonde
Bei Frauen vaginale Sonde (PeriSphera O, H, U oder AT), bei Männern oder bei Stuhlinkontinenz rektale Sonde (PeriSphera A, PeriProbe Analis). Der Sondentyp richtet sich nach Behandlungsziel und Anatomie – Ihr behandelnder Arzt hilft bei der Auswahl.
Schließen Sie die Sonde an
Verbinden Sie die Sonde über das Kabel mit dem Gerät (1 oder 2 Kanäle – abhängig vom Sondentyp). Führen Sie die Sonde gemäß Gebrauchsanleitung ein, mit wasserbasiertem Gleitmittel.
Wählen Sie das Programm
Nutzen Sie Touchscreen und Drehregler, um die passende Programmgruppe (URGE, STRE, MIX, PAIN oder RELX) auszuwählen. Die IntelliSTIM‑Funktion passt in den Standardprogrammen die Parameter automatisch beim Ändern der Frequenz an.
Stellen Sie die Intensität ein
Starten Sie das Programm und erhöhen Sie die Stromstärke schrittweise mit dem Drehregler, bis Sie eine spürbare, aber komfortable Muskelkontraktion erreichen. Das Gerät arbeitet im Bereich von 1–99 mA – die richtige Intensität ist individuell verschieden.
Führen Sie die Behandlung durch
Die Behandlungsdauer ist zwischen 5–90 Minuten einstellbar. Typische Sitzungen dauern 20–30 Minuten. Am Ende des Programms schaltet das Gerät automatisch ab. Regelmäßige Behandlungen, täglich oder 2–3× pro Woche, werden je nach Protokoll empfohlen.
Reinigung und Aufbewahrung
Reinigen Sie die Sonde nach jeder Anwendung mit warmem Seifenwasser und trocknen Sie sie. Wischen Sie das Gerät mit einem weichen, leicht alkoholhaltigen Tuch (z. B. Clinell) ab. Entfernen Sie die Batterien bei längerer Lagerung.
Lieferumfang und Zubehör
Das Basispaket des evoStim UG enthält:
- 1 db evoStim UG Stimulator (2 Kanäle)
- 3 db AAA Alkali‑Batterien (1,5 V)
- 1 db Bedienungsanleitung
Vaginale Sonden:
- PeriSphera O – Einkanal, allgemeine Inkontinenzbehandlung
- PeriSphera H – Zweikanal, professionelle Behandlung
- PeriSphera U – Zweikanal, professionelle Behandlung
- PeriSphera AT – Zweikanal, für Vaginalismus und enge Scheidenkanäle
Rektale Sonden:
- PeriSphera A – Zweikanal, Stuhlinkontinenz, professionelle Behandlung
- PeriProbe Analis – Einkanal, bei Stuhlinkontinenz
Die Sonden sind mit rauchgoldbeschichteten Elektroden aus allergiefreien Materialien gefertigt. Zur persönlichen Nutzung – Weitergabe der Sonden ist untersagt!
Technische Daten
| Typ | 2‑kanaliger FES (funktionelle Elektrostimulation) Stimulator |
| Kanäle | 2 unabhängige Kanäle |
| Programmgruppen | 5 (URGE, STRE, MIX, PAIN, RELX) – bis zu 10 individualisierbare Programme pro Gruppe |
| Frequenzbereich | 1–150 Hz |
| Pulsbreite | 50–400 µs |
| Stromstärke | 1–99 mA (bei 1 kΩ Last) |
| Wellenform | Biphasisch symmetrisch / biphasisch symmetrisch alternierend |
| Behandlungsdauer | 5–90 Minuten (5‑Minuten‑Schritte) oder Dauerbetrieb |
| IntelliSTIM | Ja – automatische Parameter‑Optimierung |
| Bedienoberfläche | Touchscreen + Drehregler |
| Stromversorgung | 3× AAA Alkali‑Batterien (1,5 V) |
| Batterielaufzeit | ~20 Stunden |
| Zertifizierung | CE 0051 – Klasse IIa Medizinprodukt, ISO 13485:2016 |
Wann sollten Sie es NICHT verwenden?
- Schwangerschaft
- Herzschrittmacher oder schwere Herzrhythmusstörung
- Epilepsie (nur nach ärztlicher Rücksprache)
- Nierenerkrankung
- Aktive untere Harnwegsinfektion
- Tumorerkrankung im Beckenbereich
- Restharnvolumen über 100 ml
- Vesikoureteraler Reflux
- Beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen
Unsicher? Konsultieren Sie vor der Anwendung Ihren behandelnden Arzt!
Wichtige Hinweise
Der evoStim UG ist als Medizinprodukt CE 0051 gekennzeichnet, Klasse IIa. Die Beckenboden‑Elektrostimulation ist eine anerkannte konservative Methode zur Behandlung von Inkontinenz, die durch mehrere klinische Studien gestützt wird.1
Funktionelle Elektrostimulation (FES) kann beim Training des Beckenbodens unterstützen, die individuellen Ergebnisse hängen jedoch von regelmäßiger Anwendung und dem Inkontinenztyp ab. Sie kann ergänzend zur ärztlichen Behandlung angewendet werden.2
Die auf dieser Seite enthaltenen Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Heimtherapie‑Geräte sind Ergänzungen zur medizinischen Behandlung und ersetzen diese nicht. Bei Beschwerden konsultieren Sie bitte Ihren behandelnden Arzt.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Die Wirksamkeit der Beckenboden‑Elektrostimulation in der Inkontinenztherapie wird durch klinische Evidenz gestützt:
- Stewart F, Berghmans B, Bø K, Glazener CM. (2017). Electrical stimulation with non-implanted devices for stress urinary incontinence in women. Cochrane Database Syst Rev. 12(12):CD012390. PubMed
- Dumoulin C, Cacciari LP, Hay-Smith EJC. (2018). Pelvic floor muscle training versus no treatment, or inactive control treatments, for urinary incontinence in women. Cochrane Database Syst Rev. 10(10):CD005654. PubMed
Inkontinenzbehandlung zu Hause – vollständiger Leitfaden →
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