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Achtung! Abzocke! LED-Lampe oder Diodenlaser – was ist der Unterschied?

Viele Firmen lügen schamlos über ihre für Gesundheitszwecke empfohlenen Produkte. Händler drängen mit rücksichtslosen Werbekampagnen Geräte auf ahnungslose Käufer, die für die beworbenen Anwendungen nicht geeignet sind. Heutzutage sind Softlaser-Geräte wegen ihrer Wirksamkeit immer beliebter. Allerdings sind sie ziemlich teuer. Deshalb tauchen die „Hyänen" auf und verkaufen bunte LED-Lampen als „Laser“. Licht ist Licht, könnte man denken... aber ein LED und ein Diodenlaser sind ungefähr so ähnlich wie ein trampelbares Plastikspielauto und ein Mercedes. Ich erkläre es!

👉 Wenn du einen umfassenden Überblick über Softlaser-Abzocken und die richtige Gerätewahl möchtest, lies unseren Softlaser-Kaufberater.

Vergleich Softlaser-Gerät und LED-Lampe
Links: echter Diodenlaser, rechts: LED „Laser"

Grundlegende Unterschiede zwischen LED und LASER

Beginnen wir damit, die wichtigsten technischen Fakten kurz durchzugehen:

Eigenschaft LED LASER
Lichtquelle Klein, benötigt wenig Energie Größer, benötigt mehr Energie
Wirkungsmechanismus Erwärmt das Gewebe, kann oberflächliche Durchblutung leicht verbessern. Dringt nicht tief ein. Wirkung auf Zellebene: Unterstützung der zellulären ATP-Produktion. Keine Erwärmung. Kann mehrere Zentimeter tief in Gewebe eindringen.
Art des Lichtstrahls Nicht kohärent (Wellen nicht in gleicher Phase), nicht kollimiert (streut), breiteres Wellenlängenband (~20 nm) Kohärent (gleiche Phasen), kollimiert (parallele Strahlen, geringe Streuung), monochromatisch (eine einzige Wellenlänge, ~1–2 nm)
Ausgangsleistung In der Regel 1–5 mW Bei Heimgeräten typ. 200–500 mW
Lichtfarbe Besteht aus mehreren Farben (auch wenn eine dominiert) Besteht aus einer einzigen, präzisen Farbe
Preis Günstig Nicht günstig

Warum ist die Wellenlänge wichtig?

Medizinische Studien zeigen, dass die Eindringtiefe des Lichts in den Körper von der Wellenlänge abhängt:

  • 650–660 nm (rot): Dringt maximal 1–2 cm tief ein – geeignet für oberflächennahe Hautprobleme
  • 808–830 nm (infrarot): Kann 2–4 cm oder tiefer erreichen – zur Behandlung tieferer Gewebe, Gelenke und Muskeln

Diodenlaser emittieren sehr präzise eine einzige Wellenlänge, sodass die zu erwartende Eindringtiefe genau bestimmt und die Dosierung gut kalkuliert werden kann.

LEDs hingegen können keine so präzise Wellenlänge liefern – ihr Licht umfasst nicht nur z. B. 660 nm, sondern ein Band von ~20 nm Breite. Damit ist nicht genau vorhersehbar, wie tief das Licht eindringt, und die Dosierung lässt sich nicht präzise berechnen.

Das Problem der Strahldivergenz

Die größte Stärke des Diodenlasers ist der nahezu nicht divergierende, praktisch parallele Lichtstrahl. Große Energiemengen können auf einen bestimmten Bereich konzentriert werden. Da es kaum Streuung gibt, sind auch Verluste durch Reflexion gering.

Die LED-Quelle dagegen emittiert ungleichmäßige und divergente Strahlen. Deshalb lässt sich das Licht nicht auf einen kleinen Bereich fokussieren, Verluste durch Reflexion sind hoch, und die Dosis kann nicht mit ausreichender Genauigkeit berechnet werden.

Die Sprache der Therapie: nicht Watt, sondern Joule/cm²

Die Wirksamkeit der Lasertherapie hängt nicht davon ab, „wie viele Watt" ein Gerät hat, sondern davon, welche Energiemenge (Joule) pro cm² eines bestimmten Bereichs gelangt und in welcher Zeit.

Laut World Association of Laser Therapy (WALT) liegt die therapeutische Dosis üblicherweise bei 4–12 J/cm² im Zielgewebe. Das hängt von drei Faktoren ab:

  • Leistung (mW) – wie stark die Lichtquelle ist
  • Spotgröße (cm²) – auf welche Fläche sich das Licht konzentriert
  • Zeit (Sekunden) – wie lange du auf einen Punkt strahlst

Rechnen wir gemeinsam: Vergleich der Behandlungszeiten

Schauen wir, wie lange verschiedene Leistungsstufen benötigen, um einen einzelnen Punkt zu behandeln:

Zielenergie 1 mW LED 5 mW LED 200 mW Laser 500 mW Laser
5 Joule 83 Minuten 16,5 Minuten 25 Sek. 10 Sek.
20 Joule 5,5 Stunden 66 Minuten 100 Sek. 40 Sek.

Wichtig: Diese Behandlungszeiten beziehen sich auf die Behandlung eines einzelnen Punktes! Bei einem Knie zum Beispiel müssen mindestens 5 Punkte behandelt werden – diese Zeiten sind also mit 5 zu multiplizieren.

Beispiel: Mit einem 5 mW LED-Gerät würde die Behandlung eines Knies (bei Arthritis) dauern: 5 × 16,5 Minuten = 82,5 Minuten (fast anderthalb Stunden). Mit einem 500 mW Laser wären es maximal 2–3 Minuten.

Aber spielt Kohärenz überhaupt eine Rolle?

Das ist ein viel diskutierter Punkt in der Wissenschaft. Frühere Untersuchungen deuteten darauf hin, dass kohärentes Laserlicht wirksamer sei. Die neuesten systematischen Übersichtsarbeiten aus 2024–2025 (z. B. Miranda et al., 2025) kommen jedoch zu dem Schluss, dass die Effekte der Photobiomodulation vor allem von der Energiedosis abhängen und nicht zwingend von der Kohärenz.

In der Praxis ändert das aber nichts Wesentliches:

  • Wegen der höheren Leistung erreichen Laser die therapeutische Dosis schneller und effizienter
  • Der fokussierte Strahl erlaubt eine präzisere Dosierung
  • Mit leistungsschwachen LED-Geräten wären unrealistisch lange Behandlungszeiten nötig

Es kommt also nicht unbedingt auf die Kohärenz an, sondern darauf, ob du in angemessener Zeit genügend Energie in das Zielgewebe bringen kannst. Und dabei übertreffen Laser billige LED-Geräte deutlich.

Wie du dich vor Fehlkäufen schützt

# Checkpunkt Was fragen/prüfen?
1 LED oder Diodenlaser? Frag den Händler/dealen eindeutig danach!
2 Leistung Wenn die Leistung unter 200 mW liegt, handelt es sich sehr wahrscheinlich um LEDs
3 Medizinprodukt-Zertifikat Fordere die CE/MDR-Konformitätsbescheinigung für den konkreten Typ an
4 Glaub nicht an die „Gesamtleistung" Wenn viele kleine LEDs nebeneinander montiert sind, wird das Gerät dadurch nicht stärker – es leuchtet nur an mehr Stellen schwach

Zusammenfassung – Kurzer Überblick

Worum geht es in diesem Artikel? Technische Erklärung der grundlegenden Unterschiede zwischen LED-Lampen und echten Diodenlasern.

Für wen ist das? Für alle, die ein billiges „Laser"-Gerät gesehen haben und verstehen wollen, warum dessen Wirkung nicht mit echten medizinischen Lasern vergleichbar ist.

Kernaussage: LED-Licht ist divergierend, nicht fokussiert und typischerweise schwach (1–5 mW). Diodenlaser hingegen erzeugen einen fokussierten, präzisen Strahl mit deutlich höherer Leistung (200–500 mW). Mit einem 5 mW LED-Gerät würde man für einen Effekt mehr als 80 Minuten benötigen, den ein 500 mW Laser in 10 Sekunden erreicht. Für die therapeutische Wirksamkeit ist nicht primär die Kohärenz entscheidend, sondern ob du in angemessener Zeit die nötige Energiemenge in das Zielgewebe bringen kannst.

Empfohlene Geräte

Wenn du ein Gerät mit medizinischer Wirkung suchst, wähle echte Diodenlaser:

  • B-Cure Laser Pro – Laserklasse 1, pulsender Modus, kann ohne Schutzbrille verwendet werden
  • Personal Laser L400 – 400 mW, Laserklasse 3
  • Energy-Laser L500 Pro – 500 mW, Laserklasse 3

👉 Gesamtes Sortiment an Softlaser-Geräten →

Verwandte Artikel

Wenn du den Unterschied zwischen LED und Laser verstanden hast, aber auch von „Duschlasern" gehört hast, lies weiter:

👉 Duschlaser-Abzocke – Warum die "Gesamtleistung" nichts taugt →

👉 Lasertherapie – Umfassender Leitfaden zur Heim-Laserbehandlung →

Quellen

  1. Photobiomodulation: Lasers vs Light Emitting Diodes? PMC6091542
  2. Only lasers can be used for low level laser therapy – PMC5682984
  3. Miranda et al. (2025). Qualitative Comparison of LED and LASER Effects on Cutaneous Wound Healing. Cell Biochemistry and Function
  4. World Association of Laser Therapy (WALT) – Recommended treatment doses. WALT Guidelines

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen nur der allgemeinen Information. Heimtherapiegeräte dienen als Ergänzung zur medizinischen Behandlung und ersetzen nicht die fachärztliche Versorgung.

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